Es war einmal vor langer, langer Zeit, etwa vor 25 Jahren. Wir hatten langsame PCs mit maximal 640 KB Speicher und mit langsamen Festplatten mit Schrittmotoren und 80 ms Zugriffszeit. Auf den PCs lief das Single-Tasking-Betriebssystem DOS auf dem Dateisystem FAT12.
DOS kannte zu der Zeit keinen Datenträger-Cache und mußte jede Datei vollständig einlesen. Jedesmal, wenn von einem Programm zu anderen gewechselt wurde, mußte das laufende Programm beendet und die Programm-Datei des nächsten Programms erneut vollständig eingelesen werden. War diese fragmentiert, wurde das ganze zu einem Geduldsspiel. Dann kam Peter Norton und erfand SpeeDisk.
Heute arbeiten wir mit modernen Multi-Tasking-Betriebssystemen, die On-Demand-Paging verwenden. Das heißt sie lesen bei Bedarf nur die Pages jener Dateien ein, die gerade benötigt werden. Eine solche Page ist auf einem x86-PC 4 KB groß. Da also schon das Lesen fragmentiert erfolgt, ist es völlig egal, ob Dateien am Stück vorliegen. Desweiteren greifen immer mehrere Prozesse parallel auf die Festplatte zu, so daß Zugriffe sowieso auf diese aufgeteilt werden müssen. Hauptfaktor bei der Festplattenzugriffs ist damit nicht mehr die Lage einer Datei auf der Spindel, sondern die Latenzzeit und damit die Umdrehungsgeschwindigkeit einer Festplatte.
Alle Defragmentierprogramme für Windows nutzen das Windows-Defragmentation-API, genau wie die Windows-eigene Defragmentiersoftware. Sie sind deshalb nichts weiter, als eine bunte Oberfläche für eine in Windows bereits eingebaute Funktionalität.
Sehr schön demonstriert das die im Artikel genannte Defragmentierung des Hibernation Files. Windows selbst nutzt das o. g. API, um das Hibernation File bereits an einem Stück anzulegen, da das tatsächlich die einzige Datei ist, die auf einem moderenen Windows-PC am Stück gelesen und geschrieben wird. Allerdings auch nur deswegen, weil die Windows-Hibernation etwas antiquiert arbeitet (Memory Image statt Page Out wie bei Linux). Tatsächlich habe ich noch keinen Windows-PC gefunden, auf dem das Hibernation File fragmentiert war.
Dann wird geworben mit der Optimierung des Pagefiles (Auslagerungsdatei). Da auf diese Datei eh völlig beliebig zugriffen wird und maximal 4 KB auf einmal gelesen/geschrieben werden, spielt es nicht die geringste Rolle, ob das Pagefile "optimiert" ist. Denn eine 4 KB Page ist gleichzeitig auch die kleinstmögliche Cluster- damit Fragmentgröße des NTFS-Dateisystems. Deshalb haben heutige Rechner soviel Speicher, daß das Pagefile eh nicht mehr ernsthaft benutzt werden muß.
Software, die faktisch nichts sinnvolles bewirkt, nennt man Schlangenölsoftware. Defragmentierungssoftware für Multitakingbetriebssysteme gehört in diese Kategorie.
Der Defrag Messias!
Er weiss alles...
Und wenn ich jetzt bunte Grafiken sehen will? Hauptsache erstmal mies machen, was?
Defragmentieren ist so wie jede Woche das Auto putzen. Bringt nicht wirklich was, aber man hat danach ein gutes Gefühl und es fährt sich irgendwie besser...
jtsn schrieb:
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> Es war einmal vor langer, langer Zeit, etwa vor 25 Jahren. Wir hatten
> langsame PCs mit maximal 640 KB Speicher und mit langsamen Festplatten mit
> Schrittmotoren und 80 ms Zugriffszeit. Auf den PCs lief das
> Single-Tasking-Betriebssystem DOS auf dem Dateisystem FAT12.
>
> DOS kannte zu der Zeit keinen Datenträger-Cache und mußte jede Datei
> vollständig einlesen. Jedesmal, wenn von einem Programm zu anderen
> gewechselt wurde, mußte das laufende Programm beendet und die
> Programm-Datei des nächsten Programms erneut vollständig eingelesen werden.
> War diese fragmentiert, wurde das ganze zu einem Geduldsspiel. Dann kam
> Peter Norton und erfand SpeeDisk.
>
> Heute arbeiten wir mit modernen Multi-Tasking-Betriebssystemen, die
> On-Demand-Paging verwenden. Das heißt sie lesen bei Bedarf nur die Pages
> jener Dateien ein, die gerade benötigt werden. Eine solche Page ist auf
> einem x86-PC 4 KB groß. Da also schon das Lesen fragmentiert erfolgt, ist
> es völlig egal, ob Dateien am Stück vorliegen. Desweiteren greifen immer
> mehrere Prozesse parallel auf die Festplatte zu, so daß Zugriffe sowieso
> auf diese aufgeteilt werden müssen. Hauptfaktor bei der Festplattenzugriffs
> ist damit nicht mehr die Lage einer Datei auf der Spindel, sondern die
> Latenzzeit und damit die Umdrehungsgeschwindigkeit einer Festplatte.
>
> Alle Defragmentierprogramme für Windows nutzen das
> Windows-Defragmentation-API, genau wie die Windows-eigene
> Defragmentiersoftware. Sie sind deshalb nichts weiter, als eine bunte
> Oberfläche für eine in Windows bereits eingebaute Funktionalität.
>
> Sehr schön demonstriert das die im Artikel genannte Defragmentierung des
> Hibernation Files. Windows selbst nutzt das o. g. API, um das Hibernation
> File bereits an einem Stück anzulegen, da das tatsächlich die einzige Datei
> ist, die auf einem moderenen Windows-PC am Stück gelesen und geschrieben
> wird. Allerdings auch nur deswegen, weil die Windows-Hibernation etwas
> antiquiert arbeitet (Memory Image statt Page Out wie bei Linux).
> Tatsächlich habe ich noch keinen Windows-PC gefunden, auf dem das
> Hibernation File fragmentiert war.
>
> Dann wird geworben mit der Optimierung des Pagefiles (Auslagerungsdatei).
> Da auf diese Datei eh völlig beliebig zugriffen wird und maximal 4 KB auf
> einmal gelesen/geschrieben werden, spielt es nicht die geringste Rolle, ob
> das Pagefile "optimiert" ist. Denn eine 4 KB Page ist gleichzeitig auch die
> kleinstmögliche Cluster- damit Fragmentgröße des NTFS-Dateisystems. Deshalb
> haben heutige Rechner soviel Speicher, daß das Pagefile eh nicht mehr
> ernsthaft benutzt werden muß.
>
> Software, die faktisch nichts sinnvolles bewirkt, nennt man
> Schlangenölsoftware. Defragmentierungssoftware für
> Multitakingbetriebssysteme gehört in diese Kategorie.
Wenn man keine Ahnung hat...
Vielleicht liest Du Dich nochmal ein, wie die Dateisysteme funktionieren, was Command-Queueing ist, wo die Probleme mit der Head-Positioning-Time liegen und was wohl los ist, wenn die Daten so über die Platte verteilt sind, dass der Kopf nur noch am springen ist.
Es gibt durchaus Daten, die im Stream gelesen werden und jedes OS, bzw. Dateisystemtreiber verwendet ein Prefetching und greift auf die nächsten Daten zu, bevor sie angefordert werden.
Aber das weißt Du ja sicherlich alles.
Auch warum ein Rechner, der nach zwei Jahren mal defragmentiert wurde wieder schneller bootet und Anwendungen startet kannst Du sicherlich erklären OHNE einen Zusammenhang zum Defrag herzustellen...
Schön geschrieben.
Vor etwa 25 Jahren hatte manch einer aber auch einen Amiga,
32Bit mit 1MB Arbeitsspeicher, SCSI und echtem Multitasking.
Oder ein Windows 1.0, welches den Begriff Multitasking fast ad absurdum führte.
Was aber Multitaskingbetriebssystem mit Defragmentierung zu tun hat, ist mir noch ein Rätsel.
Als Ahnungsloser seinen Post mit "Wenn man keine Ahnung hat ..." und dann einen solchen Unsinn zu verzapfen ist schon weltklasse ...!
Defragmentierungssoftware ist und bleibt genauso sinnvoll, wie eine Standheizung für die Festplatte, die dafür sorgt, dass immer die optimale Betriebstemperatur gehalten wird ... nämlich Quatsch !
Aber Du scheinst ja auch einer der Jünger zu sein, die auf die immer wieder beworbenen neuen und bunten und ... Tuning- und Optimierungstools hereinfallen ...
Ich könnte jetzt diverse Links aufführen, die die angeblichen "Vorteile" einer defragmentierten Platte in umfassenden Test in einen lauwarmen Pups verwandelt haben, aber ich spar's mir einfach ...
Defragmentierer sind die modernen RAM-Verdoppler! :-)
gdfgdfg schrieb:
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> Defragmentierer sind die modernen RAM-Verdoppler! :-)
Übrigens gabs unter dem alten Mac OS 'RAM-Verdoppler' die tatsächlich nützlich waren.
Natürlich haben die nichts verdoppelt. Nur das RAM dynamisch verwaltet. Ab System 9 hat das OS das dann selbst hinbekommen und solche Tools überflüssig gemacht.
http://www.macuser.co.uk/reviews/16668/ram-doubler-90.html
kauft euch doch einfach eine SSD, dann is der käse gegessen, zumindest beim auslesen, aber das merkt man dann auch beim spielen :D
ob jetzt windows 5 sekunden länger oder weniger braucht zum laden is ja heutzutage auch wurscht
xcvb schrieb:
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> kauft euch doch einfach eine SSD, dann is der käse gegessen, zumindest beim
> auslesen, aber das merkt man dann auch beim spielen :D
Und was mach ich dann mit der Zeit, die ich durch das wegfallende Defragmentieren übrig habe?
-.- schrieb:
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> Und was mach ich dann mit der Zeit, die ich durch das wegfallende
> Defragmentieren übrig habe?
Sinnlose Kommentare auf golem.de posten? :)
Double D schrieb:
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> Als Ahnungsloser seinen Post mit "Wenn man keine Ahnung hat ..." und dann
> einen solchen Unsinn zu verzapfen ist schon weltklasse ...!
>
> Defragmentierungssoftware ist und bleibt genauso sinnvoll, wie eine
> Standheizung für die Festplatte, die dafür sorgt, dass immer die optimale
> Betriebstemperatur gehalten wird ... nämlich Quatsch !
>
> Aber Du scheinst ja auch einer der Jünger zu sein, die auf die immer wieder
> beworbenen neuen und bunten und ... Tuning- und Optimierungstools
> hereinfallen ...
>
> Ich könnte jetzt diverse Links aufführen, die die angeblichen "Vorteile"
> einer defragmentierten Platte in umfassenden Test in einen lauwarmen Pups
> verwandelt haben, aber ich spar's mir einfach ...
Aber der Vorposter hat doch (wenn auch in Internet üblicher "Neandertaler Manier") Argumente genannt, Was ist denn mit einer zerfaserten Datei die lustig über die Platte verteilt ist? Da multipliziert sich die Zeit für Kopfpositionierung und Sektorwarten nun mal.
Was ich da immer übrigens immer noch nicht kapiert habe ist warum es für Systemdateien keine (Flash) Ramdisk gibt.
Schon richtig, dass es Unfug ist, alle Dateien physikalisch fein säuberlich in zusammenhängenden Sequenzen auf der Festplatte zu haben. Dennoch macht eine Defragmentierung in vier Situationen durchaus Sinn:
1.) Nach Updates von Dateien, die zum Betriebssystem gehören. Es ist grundsätzlich vorteilhaft, wenn sich diese möglichst zusammenhängend in jenen Bereichen der Festplatte befinden, wo der Zugriff am schnellsten erfolgen kann.
Dabei ignorieren wir mal, dass die meisten Defragmentierungs-"Wunderprogramme" dies gar nicht beherrschen sondern stur datenweise Blöcke auffüllen, ohne auf den hierarchisch-logischen Zusammenhang von Dateien zu achten.
2.) Nach der Installation von Software, die große Dateien eines beliebigen Containerformats auf die Platte wuchtet. Wenn diese nämlich nicht gerade wie eine Datenbank organisiert sind und einen eigenen Index mitbringen, müssen sie sequentiell gelesen werden, was bei wild verteilten Fragmenten durchaus spürbare Performance-Einbußen mit sich bringt.
Aber: Wenn das Einlesen eine Fragments bestimmter Größe ohnehin nicht schneller vonstatten gehen kann als das head positioning selbst, ist es sinnlos, dieses Fragment weiter mit anderen zusammenzufassen. Defragmentierung lohnt sich nur, falls viele kleine Fragmente logischer Zusammengehörigkeit sehr stark verstreut auf die Platte geschrieben wurden.
3.) Wenn der Platz auf der Festplatte knapp wird, weil sehr viele Blöcke ineffizient belegt sind.
4.) Bei Operationen, die etwas an der Partitionierung ändern. Das Verkleinern einer bestehenden Partition wird naturgemäß durch ihren größten zusammenhängenden, nicht belegten Teil ihrer Ausdehnung limitiert. Dumm, wenn irgend ein einsames Fragment am logischen "Ende" der Partition dabei im Weg ist.
Jaaaa SSD ist DIE Lösung, vor allem sind die schon sooo günstig. Gleich mal in den Stall gehen und den Goldesel ein paar Dukaten ausk**** lassen ;)
Bist Du sicher, dass das als Antwort auf mein Posting gedacht war? Ich habe SSDs mit keinem Wort erwähnt ... ;-)
C3PO III schrieb:
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>
> Aber der Vorposter hat doch (wenn auch in Internet üblicher "Neandertaler
> Manier") Argumente genannt, Was ist denn mit einer zerfaserten Datei die
> lustig über die Platte verteilt ist?
Diese Datei ist sicherer als eine defragmentierte Datei. Sollte ein Schaden in einem der verteilten Sektoren auftreten, ist es recht unwahrscheinlich, dass dieser sich über größere Bereiche der Datei ausdehnt.
Man stelle sich nurmal einen Kratzer durch Kopf-Aufsetzer vor: sind die Daten alle schön in Lese-Richtung angeordnet, wird das Maximum an Datei dieser Datei zerstört. Defragmentieren organisiert also die Daten einer Datei so, dass im Falle einer Beschädigung der größtmögliche Schaden eintritt.
Die Lebensdauer der Platte wird durch die Defragmentierung noch zusätzlich negativ beeinflusst.
Defragmentierung erkauft eine lächerliche Geschwindigkeitssteigerung mittels deutlich höherer Fehleranfälligkeit.
Das ist die erste Info hier, die für meine Ohren plausibel klingt. Ich habe nämlich noch nie nennenswerte Geschwindigkeitszuwächse nach einer Defragmentierung messen können. Ausgenommen Windows-Systeme, die beim Booten eine halbe Sekunde schneller werden können. Ein Unix-System wird nicht messbar langsamer durch Fragmentierung und schneller durch eine Defragmntierung.
TscheTreBeOh schrieb:
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> Diese Datei ist sicherer als eine defragmentierte Datei. Sollte ein Schaden
> in einem der verteilten Sektoren auftreten, ist es recht unwahrscheinlich,
> dass dieser sich über größere Bereiche der Datei ausdehnt.
Dreh es um: Wenn der Schaden mehrere Dateien erwischt, dann ist es auch nicht gut.
highrider
Allerdings sind dann nur kleine Teile der Dateien beschädigt, was eine Reparatur erleichtert. Der wahrscheinliche Schadensumfang pro Datei wird mit fragmentierten Daten deutlich reduziert.
TscheTreBeOh schrieb:
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> Allerdings sind dann nur kleine Teile der Dateien beschädigt, was eine
> Reparatur erleichtert. Der wahrscheinliche Schadensumfang pro Datei wird
> mit fragmentierten Daten deutlich reduziert.
Hmmm, nur ist eine beschädigte Datei immer noch eine beschädigte Datei und die Gefahr ist relativ groß, dass die Datei dadurch vollständig unbrauchbar wird. Zumindest der normale Nutzer wird sie in den meisten Fällen nicht mehr wiederherstellen können.
highrider
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