Emacs hat ja einige Vorzüge gegenüber VIM, wie auch umgekehrt. Mich würde mal interessieren, welche Features euch an Emacs sowie VIM am besten gefallen und warum. Ich persönlich bin derzeit VIM-Nutzer, aber man hört ja seit geraumer Zeit, dass Emacs auch interessante Features hat. Ein Umstieg käme somit auch in Betracht. Daher meine Frage.
Euer Jörg.
Ich persönlich habe meine "Leidenszeit" mit Vim hinter mir und beherrsche es mittlerweile, ohne auf die Tastatur schauen zu müssen... Aber was ich so vom Hörensagen und von Kollegen höre, sollen die Tastenkürzel einen Tick kryptischer sein als beim Vim; obs stimmt, kann ich nicht beurteilen...
Ich kann leider deine Position nicht genau nachvollziehen. Du nutzt selber VIM und weißt nicht, ob die Tastenkürzel bei VIM (?) kryptischer sind?
ich heb mal den wichtigen Teil vor
> sollen die Tastenkürzel einen Tick kryptischer sein
> als beim Vim;
> obs stimmt, kann ich nicht beurteilen...
Besser wärs natürlich wenn er es so geschrieben hätte:
> sollen die Tastenkürzel bei Emacs einen Tick kryptischer sein
> als beim Vim; obs stimmt, kann ich nicht beurteilen...
kann emcas auch nicht aber ich glaube dort ist es nicht möglich dinege wie 3dw einzugeben aber ich weis es nicht bin mit vi soweit zufreiden.
kT = kein Text
Wenn Du 3 Worte im Emacs löschen willst, dann drückst Du einfach nacheinander: "ESC" "3" und "ESC" "d" (3 mal Wort rechts vom Cursor löschen, kill-word). Wenn Du die 3 Worte vor dem Cursor löschen wolltest, wäre es dementsprechend "ESC" "3" und "ESC" "Backspace" (3 mal Wort löschen links vom Cursor, backward-kill-word). Falls so eingestellt, kannst Du auch "Alt-3" und "Alt-d" bzw. "Alt-3" und "Alt-Backspace" drücken (zumindest im emacs unter Linux wird "Alt-irgendwas" immer in "ESC" "irgendwas" umgewandelt, bei anderen OS kann das aber anders eingestellt sein). Wenn Du mehr als 9-mal etwas machen willst, würdest Du z.B. "ESC" "1" "4" "7" "irgendwas" drücken, um den nächsten Befehl 147 mal abzuarbeiten (bei der "Alt" Variante brauchst Du nur bei der ersten Ziffer die Alt-Taste zu drücken, allerdings stört es ihn auch nicht, wenn Du alle 3 Ziffern mit gedrücktem "Alt" eingibst).
Ein "einfaches Suchen und ersetzen mit Abfrage" wäre z.B. "Alt-Shift-5" (also eigentlich ein "Alt-%", der Klartextbefehl wäre query-replace). Abspeichern der Datei wäre "Ctrl-x Ctrl-s", beenden "Ctrl-x" "Ctrl-c"). Cursortasten funktionieren ganz normal, falls nicht auf dem Keyboard vorhanden, geht auch "Ctrl-b" (backward-char), "Ctrl-f" (forward-char), "Ctrl-p" (previous-line) und "Ctrl-n" (next-line).
Und die am Anfang wahrscheinlich wichtigsten Befehle: "Ctrl-h" "a" (apropos) erlaubt einem, einen Suchtext einzugeben, und listet dann alle Kommandos auf, in denen der Text vorkommt und die dazugehörige Tastenkombination (so denn eine vergeben ist). "Ctrl-h" "k" und anschließender Druck einer Tastenkombination zeigt die Belegung dieser Tastenkombination an (sofern vorhanden). "Ctrl-h" "Ctrl-h" öffnet das Hilfefenster, der einem außer den beiden o.a. noch ein paar andere Möglichkeiten bietet, unter anderem ein komplettes Tutorial und einen Inforeader für die Infoseiten.
Wie man sieht, ist der Emacs gar nicht so kompliziert, und das schöne ist, daß man - wenn man gerade die passende Tastenkombination nicht weiß - nach Druck auf "alt-x" (execute-extended-command) ähnlich wie in der Bash eine Command-Completion (mittels Tab) hat und dort den Befehl einfach direkt eingeben kann (Ach ja, auch vor "Alt-x" kann man natürlich "alt-3" drücken, 3 Wörter löschen wäre dementsprechend in der Langform "Alt-3" "alt-x" "kill-word"). Daürber kann man dann natürlich auch alle Funktionen erreichen, die keine Tastenkombination zugeordnet haben, z.B. so Sachen wie "query-replace-regexp-eval" (Replace some things after point matching REGEXP with the result of TO-EXPR.). Ach ja, Parameter für solche Funktionen werden natürlich auch in dem Info-Buffer (voll editierbar inklusive History!) einzeln abgefragt.
Alles in allem arbeite ich lieber mit dem emacs als mit dem vi/vim/nvi, obowhl ich beides so ziemlich aus dem eff-eff beherrsche, un zwar einfach deswegen, weil emacs IMHO wesentlich komfortabler ist - und wenn ich z.B. eine shell brauche, dann nehme ich "Alt-x" "shell" und habe einen Buffer (mit allen Editiermöglichkeiten!) in dem eine Shell läuft, da spielt die etwas längere (aber auf aktuellen Systemen trotzdem praktisch nicht bemerkbare) Startzeit des Emacs auch keine Rolle mehr. Echt praktisch, das.
Im Endeffekt ist es eine Frage des persönlichen Geschmacks, was man lieber nimmt.
Jörg Zweier schrieb:
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Vim ist ein Editor und auf das bearbeiten von Text Spezialisiert. Emacs ist eine Arbeitsumgebung und auf das Anpassung an die eigenen Wünsche Spezialisiert. ensprechend gibt es möglichkeiten Emacs Vi(m)-Kompatibel zu schalten, was andersherum nicht so richtig funktioniert.
Man könnte also sagen: Vi(m) ist eine Untermenge von Emacs ;)
Ansonsten, was die Funktionen anbelangt gibt es jetzt keinen so großen unterschied. Bei emacs kommt es ganz darauf an ob du das passende Paket findest oder ob du es dir selber Schreiben willst/kannst. Bei Vim geht das im grunde auch, aber die Anpassbarkeit hat Grenzen und ist mit mehr Leid und Problemen verbunden.
Ein alter Bastard schrieb:
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> Im Endeffekt ist es eine Frage des persönlichen
> Geschmacks, was man lieber nimmt.
Daraus schliesse ich, für mich, wenn man mit dem Vim klar kommt und den Emacs noch nie benutzt hat, wird man keinen großen Nutzen daraus ziehen umzusteigen.
Grad aus deinen Beispielen entnehme ich das der größte Unterschied der ist das man mit dem vim nur ESC, die Zahlen und Buchstaben braucht, beim Emacs halt Ctrl & Alt noch dazu.
Dein erstes Beispiel, 3 worte löschen finde ich aber im vim logischer:
ESC d3w - delete 3 words bzw.
ESC d3W - delete 3 "words" wobei als zum "Wort" auch sonderzeichen zählen, vgl. charklassen \w und \W bei regulären ausdrücken.
das mir hier die vim syntax logischer erscheint hängt sicher damit zusammen das ich relativ viel Perl geschrieben habe.
Unterm Stricht wird es aber wohl wirklich nur eine Gewohnheitssache sein.
Streuner schrieb:
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> Man könnte also sagen: Vi(m) ist eine Untermenge
> von Emacs ;)
Man könnte auch sagen das der Emacs ein nettes Betriebsystem ist dem leider kein gescheiter Editor beiliegt, so das man noch den Vim Installieren/Emulieren muss. :o)
Jörg Zweier schrieb:
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> Emacs hat ja einige Vorzüge gegenüber VIM, wie
> auch umgekehrt. Mich würde mal interessieren,
> welche Features euch an Emacs sowie VIM am besten
> gefallen und warum. Ich persönlich bin derzeit
> VIM-Nutzer, aber man hört ja seit geraumer Zeit,
> dass Emacs auch interessante Features hat. Ein
> Umstieg käme somit auch in Betracht. Daher meine
> Frage.
Mein Eindruck ist, dass VI(M) in Sachen Textmanipulation vorn liegt, er bietet die maechtigeren Werkzeuge zur Zeichenchirurgie. Wie weit man mit im Emacs mit den VI-Emulationen (viper-mode und vimpulse) kommt, kann ich leider nicht beurteilen.
Bei Emacs hat man eher den Draufblick, wenn z.B. die automatische Einrueckung sich komisch verhaelt, dann hast Du wahrscheinlich irgendwo eine Klammer vergessen. Fuer manche Sprachen (Common Lisp, Erlang, ...) ist Emacs die IDE der Wahl. Mit Emacs bist Du auf jeden Fall fuer den naechsten Hype geruestet.
Emacs und VIM laufen beide im Terminal oder unter X (gvim), aber Emacs fuehlt sich unter X besser an (das Syntax-Highlighting sieht einfach besser aus), waehrend die meisten VIM-Nutzer im Terminal unterwegs sind.
VIM nutzt man ueblicherweise ohne oder mit einer minimalen Konfiguration, und vim oder irgendein vi ist auf jedem unixoiden System installiert. Das ist vor allem dann ein Vorteil, wenn man auf vielen verschiedenen Rechnern unterwegs ist, sprich, fuer Sysadmins. Das besondere bei Emacs ist seine Erweiterbarkeit und Anpassungsfaehigkeit. Natuerlich kann man Emacs auch ohne seine eigene Konfiguration benutzen, aber dann haette man immer das Gefuehl, etwas zu verpassen. Bist Du nur auf wenigen Rechnern unterwegs und gern an Deinen Tools schraubst, dann ist das ein klares Plus fuer Emacs. Wenn Du erwartest, dass in der Standardkonfiguration schon alles enthalten ist, dann waere VIM besser fuer Dich.
Die grobe Richtung ist: Sysadmins tendieren eher zu VI(M), Programmierer finden mehr nuetzliche Features in Emacs. Eine interessante Analogie zu Emacs-Piraten und VI-Ninjas findest Du hier:
http://philosecurity.org/2009/03/23/pirates-and-ninjas-emacs-or-vi
Letztendlich ist es Geschmackssache, darueber kann man sich streiten, oder es bleiben lassen. 8-)
Letztlich ist es egal - am besten dass nehmen womit man klarkommt. Ob Vim oder Emacs, beide können entsprechend eingerichtet werden und laufen so auf ziemlich allem was zwischen 0 und 1 unterscheiden kann.
Vielleicht die Zeit darin investieren Vim durch Plugins oder entsprechende Konfiguration so zu erweitern, dass ein Umstieg nicht nötig wird anstatt sich in eine neue Umgebung einzuarbeiten
Was ich von VI weiß ist dass es viel orthogonalere und kürzere Kommandopfade hat wenn man Code nur manipulieren will ohne großartig einzugeben.
Aber erst mal erlernen, die ersten 100 male hab ich VI gleich wieder zu gemacht.
Emacs ist weit mächtiger aber von den Kommandos leider manchmal ein wildes Sammelsurium, insbesondere bei Deutscher Tastenbelegung wirds wild.
Allerdings kennt Emacs dann auch mindestens 3 verschiedene VI Emulationsmodi. Es gibt halt nix in emacs was es nicht gibt ... finden ist das Problem.
Und elisp ist nicht jedermanns Sache!
Heutzutage ist Kompabilität zum Mainstream wichtig, kennt vim überhaupt sowas wie den cua-mode???
Schade. Immer dasselbe ... Gibt es nicht mal einen neuen Spruch ;-) Nur weil ein Thomer M. Gil mal was abgedrueckt hat, muss es ja noch lange nicht richtig sein.
Gruss Heiko
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