Hat mal jemand Ghost mit Acronis Trueimage verglichen? Wo sind die Vor- und Nachteile? Gibt es auch brauchbare (günstigere oder kostenlose) Alternativen?
Eine alternative ware Partimage bzw. die SystemRescueCD
Von der Grundfunktion her (Images erstellen) nehmen sich diese Programme alle nicht viel, da sie ohnehin alle auf dieselben I/O-Funktionen zurückgreifen. Von der Ausstattung her werden die sich allerdings stark unterscheiden, aber dazu kann ich Nichts sagen.
Meine persönliche Alternative ist eine Ubuntu Live-CD - das dort mitgelieferte Kommandozeilentool "dd" ist quasi der ultimative Alleskönner, was das Auslesen und Schreiben von HDD-Images angeht. Erfordert zwar ein bisschen Einarbeitungszeit, aber die Images sind hundertprozentige Abbilder der Festplatteninhalte, ohne proprietäre Header (wie bei Ghost oder TrueImage), d.h. die Images können danach in allen möglichen Programmen geöffnet - oder, unter Linux, gemounted werden. Images zurückschreiben ist ebenfalls ziemlich leicht.
Die gesamten Vorgänge sind keine "schwarze Magie", wie bei vielen anderen HDD-Image-Programmen, sondern begründen sich einfach darauf, dass Linux grundsätzlich Alles als eine Datei behandelt (vereinfacht gesagt). Im Endeffekt führt "dd" simple Kopiervorgänge aus.
Zusätzlich zu diesem unglaublich nützlichen Tool bekommt man mit einer Ubuntu Live-CD auch GPartEd, einen kostenlosen Partitionseditor, der auch NTFS-Partitionen resizen kann, ohne sie formatieren zu müssen. Sonstigen "Schnickschnack" wie FTP-Verbindungen, Surfen, Chatten etc. beherrscht Ubuntu sowieso, das muss man glaub ich nicht extra erwähnen...
Kann ich mit DD nicht eigentlich auch ganz einfach eine LiveCD / LiveDVD machen? Bootet die dann eigentlich auch?
Acronis ist viel langsamer und meines Erachtens auch recht traege in der Bedienung. Zudem kostet - richtig - beides Geld.
Kostenlos gibt es partimage und fsarchiver - ist beides opensource. ntfs gilt noch als experimentell, wobei ich jedoch inkl. Win7-Backups noch nie Probleme hatte und angegeben ist, dass im Falle von Fehlern diese beim Sichern (nicht erst beim Recovern) gemeldet werden und durch Defragmentieren i.d.R. beseitigt werden koennen. Der Vorteil von fsarchiver ist, dass er selbst das neue ext4-Dateisystem kann - ich habs aber noch nicht ausprobiert. Wenn man das nicht braucht, ist partimage sicherlich die beste Wahl. Ist auf der PartedMagic-, SystemRescue- und Knoppix-CD drauf, kann mit der Ubuntu-Live-CD einfach nachinstalliert werden. Aufruf in der Konsole einfach mit partimage - man erhaelt jedoch eine akzeptable Text-GUI, in der man mit Tabulator und Funktionstasten navigieren kann. Vorsicht beim Recovern mit partimage: Wenn man versehentlich vergisst, von "backup" auf "recover" umzustellen, wird das gesicherte Image durch die aktuellen Plattendaten ueberschrieben! Das ist ziemlich schlecht/gefaehrlich in der Usability - am besten von jeder Sicherung noch eine Kopie anlegen und sicher verwahren. Ich empfehle die PartedMagic-CD - die laeuft praktisch auf jedem PC, startet super schnell, bringt sowieso jede Menge nuetzlicher Recovery-Tools mit und hat ein sehr komfortables grafisches Mount-Tool. Wichtig beim Sichern ist, dass man die zu sichernde / wiederherzustellende Partition _nicht_ mountet - stattdessen aber natuerlich den USB-Stick / die andere Partition, wo das Image liegt.
dd if=/dev/sda of=/mnt/usb/sda.image
dd if=/dev/cdrom of=mein.iso
erstellt ein vollstaendiges ISO von der eingelegten CD - schneller geht das mit keiner GUI. Das Image bootet auch, nachdem man es auf eine neue CD gebrannt hat. dd kann aber meines Wissens nur keine Audio-CDs, VCDs etc. lesen, da hier zusaetzliche Daten in den Bloecken gelesen werden muessten, die normalerweise fuer die Fehlerkorrektur von Daten-CDs verwendet werden.
TrueImage ist auch nicht so der Renner. Ich hatte öfter Backups die nicht mehr gelesen werden konnten von einer externen USB. Entweder bereits beim backuppen ein Fehler oder was anderes. Solche Lösungen wären mir zu unsicher auch wenn natürlich z.B. TrueImage ja noch andere sehr interessante Features hat.
Die beste und kostengünstigste Alternative ist immer noch irgendwas mit rsync, entweder als Batchdatei unter Windows (gibt es ein Bundle mit rsync und auch einer Beispiel Batchdatei - cwsync oder so ähnlich) oder halt unter Linux.
Das kann halt sogar noch Backups von entfernten Servern z.B. über SSH machen.
Je komplizierter und grafisch aufgemotzter die Tools werden umso schlechter funktionieren sie meistens. Von Symantec braucht man gar nicht reden, was von denen kommt kann man gleich so wie es kommt in die Tonne treten.
Ich mache meine Backups nur noch von Linux aus mit einem einfachen Bash/Pythonscript. Die ganzen Windowslösungen sind entweder zu umständlich oder funktionieren nicht richtig. Ideal wäre halt etwas was rsync und dd miteinander vereint über eine einfache und überschaubare GUI unter Windows. Vielleicht gibt es ja sowas?
Mh, hab mich falsch ausgedrückt. Ich wöllte mir mein System auf HDD so zurechtknicken wie ich es brauche und dann "dd if=/dev/sda of=mein.iso" machen. Bootet die DVD dann wenn ich das Image brenne?
Sieht auch ganz benutzbar aus. Erkenne nur den Zusammenhang mit meiner Frage nicht. Will dafür ja nicht extra noch ein Programm benutzen. Wollte nur wissen, ob das mit dd so geht, wie ich es mir vorstelle. CloneZilla scheint die Möglichkeit, eine LiveDVD von einer Festplatte zu erstellen nicht zu bieten.
Himmerlarschundzwirn schrieb:
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> Mh, hab mich falsch ausgedrückt. Ich wöllte mir mein System auf HDD so
> zurechtknicken wie ich es brauche und dann "dd if=/dev/sda of=mein.iso"
> machen. Bootet die DVD dann wenn ich das Image brenne?
Nein, sehr unwahrscheinlich. Weil in der Bootconfiguration steht auch die Partition drinnen die gebootet werden soll, in dem Fall als die entsprechende Partition der Festplatte.
Deswegen gibt es für solchen Zweck meistens entsprechende Scripte oder Tools die direkt dann ein bootbares Medium mit dem System hinten dran erstellen.
Wird vielleicht grad etwas Off-Topic aber kennt jemand ein gutes und vll. sogar simples Tool, dass das macht, was ich mir vorstelle, also den HDD-Inhalt auf eine bootbare DVD oder ein Image überträgt?
Nachteile sind aber, dass so die gesamte Platte inkl. leerer Bereiche gesichert und dabei nicht mal komprimiert wird. Bei Sicherung auf den USB-Stick duerfte das also meist fehlschlagen. Besser ist partimage - damit wird komprimiert und es werden nur belegte Bereiche gesichert. gzip spart dabei sowohl Platz als auch Zeit.
Das halte ich kaum fuer moeglich, da prinzipiell alle Betriebssysteme auf die Bootpartition schreiben koennen muessen. Linux-Live-CDs machen das recht elegant, indem zu Beginn des Bootvorgangs eine RAMDisk erzeugt wird, welche mit dem RO-Dateisystem des optischen Laufwerks gemerged wird. Demnach laufen dann Schreibzugriffe in die RAMDisk und Lesezugriffe werden aus CD- und RAMDisk-Inhalt an zentraler Stelle gemerged. Dass sowas bei Windows einfach moeglich ist, wage ich zu bezweifeln. Ob es fuer das Erstellen solcher Live-CDs mit _beliebigem_ Inhalt (z.B. HDD-Images) Tools gibt, weiss ich auch nicht - wenn es geht, dann braeuchtest du solch ein Tool.
> Sieht auch ganz benutzbar aus. Erkenne nur den Zusammenhang mit meiner Frage nicht. Will dafür ja nicht extra noch ein Programm benutzen. Wollte nur wissen, ob das mit dd so geht, wie ich es mir vorstelle. CloneZilla scheint die Möglichkeit, eine LiveDVD von einer Festplatte zu erstellen nicht zu bieten.
Ich glaube nicht. Im Zweifelsfall einfach mal testen und hier reinschreiben. :)
___
Die ganz grossen Wahrheiten sind EINFACH!
Wirkung und Gegenwirkung.
Variation und Selektion.
Wie im grossen, so im kleinen.
Nee, ich wöllt schon ne LiveDVD von Ubuntu erzeugen. Windows spielt da garkeine Rolle.
> Acronis ist viel langsamer und meines Erachtens auch recht traege in der Bedienung. Zudem kostet - richtig - beides Geld.
> Kostenlos gibt es partimage* und fsarchiver*
*[www.partimage.org]
*[www.fsarchiver.org]
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Die ganz grossen Wahrheiten sind EINFACH!
Wirkung und Gegenwirkung.
Variation und Selektion.
Wie im grossen, so im kleinen.
Setze seit geraumer Zeit auf StorageCraft ShadowProtect (Privat und auf der Arbeit) für Image Backups.
Funktioniert sehr gut und kommt mit WinPE Boot CD für OS Restores oder Cold Images (und das schon einiges länger als Ghost).
Kein Schnick Schnack, kompletter VSS Support (Exchange, SQL Server,...) schnell und tut was es soll. Man kann die Image Files sogar direkt in VMWare importieren und auch OS Images auf unterschiedliche Hardware wiederherstellen.
Ist momentan das einzige (kommerzielle Windows) -imaging Tool, dass ich wirklich empfehlen kann.
Der Kommunist schrieb:
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> ntfs
> gilt noch als experimentell
dd arbeitet nicht auf Dateisystem- sondern direkt auf Sektorenebene. Da ist es egal, welches Dateisystem auf dieser oder jener Partition liegen.
Der Kommunist schrieb:
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> Nachteile sind aber, dass so die gesamte Platte inkl. leerer Bereiche
> gesichert und dabei nicht mal komprimiert wird.
Einfach durch tar oder gzip pipen lassen, dann ist auch das kein großes Problem.
> Besser ist partimage - damit
> wird komprimiert und es werden nur belegte Bereiche gesichert. gzip spart
> dabei sowohl Platz als auch Zeit.
Aus purer Neugier: Wie sichert partimage? Auf Dateisystem- oder auf Sektorebene? Oder lässt sich das einstellen?
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