Warum gibt es bei HDTV überhaupt noch einen "i" Modus? Sämtliche heute kaufbaren HD Fernseher/Displays/Monitore sind von Natur aus progressiv, zeigen also nicht wie die alten Röhrenfernseher Halbbilder, sondern Vollbilder. Für alle neu verfügbaren Anzeigegeräte muss das interlaced Signal also erst verlustbehaftet in ein progressives umgerechnet werden.
Wozu der ganze Quatsch? Interlaced will kein Mensch. Warum hat man das System nicht von Anfang an so ausgelegt, daß die Bandbreite für 1080p/50 reicht? Da glaubt man einmal jetzt gibt es einen wirklich tollen TV Standard und dann ist da wieder dieser dumme Pferdefuß...
Ich vermute mal, dass wieder einmal die berühmte Inkompetenzkompensierungskompetenz schuld war.
Da hat sich einer angeschaut, wie die derzeitige Bandbreitennutzung aussieht und dann hochgerechnet, wieviel es für HDTV mehr wird. Dass man evtl. nach andere Standards berücksichtigen sollte, konnte ja keiner ahnen...
So ähnlich ist es doch mit DVB-T gelaufen. Wer sich noch anfangs über den tollen 5.1 Ton gefreut hat, ärgert sich heute.
Da wurde auch mit der Bandbreite geschludert.
Es gibt einen guten Grund, auch heute noch digital interlaced zu senden: Die Bandbreite auf den Satelliten-Transpondern.
50 Halbbilder pro Sekunde sind bei gleicher Qualität und Auflösung die Hälfte der Bandbreite von 50 Vollbildern pro Sekunde.
Den HDTV-Standards genügt beides, 1080i und 720p50. Beide Formate haben aber ihre Vor- und Nachteile. Bei gutem, mit 50 Vollbildern progressiv produziertem Material kann 720p50 wirklich flüssiger aussehen als 1080i mit einem Durchschnitts-Deinterlacer.
Da die Deinterlacer in Sat-Receiver, Surround-Receiver und Fernseher aber von höchst unterschiedlicher Qualität sind, gibt es inzwischen sogar "Re-Interlacer" in high-endigen Surround-Receivern, welche die Halbbilder wiederherstellen, weil: Die Deinterlacer und Zwischenbildberechner in den Fernsehern werden immer besser.
Mit solchen Chips kann man auch aus gutem 1080i-Material, richtigen Einstellungen der Geräte und wenn das Material die richtigen Flags gesetzt hat, ruckelfreie Bilder bekommen. Dass das Panel des Fernsehers stets mit 50/100/200/... Hertz läuft, tut dafür nichts zur Sache.
Der Königsweg wäre natürlich 1080p50, nur ist das lange nicht zu erwarten, da die Satelliten sich nicht so einfach upgraden lassen ;) Und selbst dann müsste am besten vor der Sendung das alte Interlaced-Material sinnvoll progressiv gemacht werden.
Nico Ernst
Redaktion Golem.de
Weil es HDTV eigentlich schopn ziemlich lange gibt und die Standards festgelegt wurden, als die Bandbreiten noch relativ knapp waren. Das Wort HDTV und dessen Demonstration geisterte ja schon in den späten 80ern durch die Gegend, kam bei jeder IFA wieder und jetzt, 20 Jahre später, ist es immer noch nicht flächendeckend da.
Das geht mir, ehrlich gesagt, an der körperlichen Peripherie vorbei, da für meinen TV-Konsum PAL-SD vollkommen reicht. Mein Camcorder filmt auch noch in PAL-SD, aber in echtem 16:9.
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Lesen gefährdet die Dummheit シ
Weil man so die Hälfte von 1080 wegwerfen kann und es trotzdem als 1080 verkaufen kann... Marketing...
Ein Software-Upgrade der Satelliten ist schon relativ einfach möglich, auch wenn die Übertragung der Software a bissi dauert. Problematischer ist eher die Hardware der künstlichen Himmelskörper, da diese teilweise schon einige Jahre auf dem Buckel hat.
Da die Satelliten aber irgendwann sowieso ausgetauscht werden müssen, frage ich mich, warum man dann bei den neuen Dingern nicht gleich eine entsprechende Hardwarebasis installiert hat. Und wie man das in den USA handhabt ist auch eine gute Frage, da hat die Umstellung von NTSC zu HD auch ohne größere Probleme geklappt.
Aber hier geht es um Technik und da sieht es in unserem Lande nicht so prickelnd aus...
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Lesen gefährdet die Dummheit シ
Und die konnten Interlaced.
:-)
nie (Golem.de) schrieb:
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> 50 Halbbilder pro Sekunde sind bei gleicher
> Qualität und Auflösung die Hälfte der Bandbreite
> von 50 Vollbildern pro Sekunde.
Wieso 50 Vollbilder? 25 Vollbilder reichen doch voll und ganz! Siehe z.B. DVD...
> Da die Deinterlacer in Sat-Receiver,
> Surround-Receiver und Fernseher aber von höchst
> unterschiedlicher Qualität sind, gibt es
> inzwischen sogar "Re-Interlacer" in high-endigen
> Surround-Receivern, welche die Halbbilder
> wiederherstellen, weil: Die Deinterlacer und
> Zwischenbildberechner in den Fernsehern werden
> immer besser.
Sehe ich das richtig? Da Kriege ich ein interlaced Bild vom Satellit rein, welches dann de-interlaced, re-interlaced und wieder de-interlaced wird???
Oh Mann!! Und wie sieht das Bild danach aus? Sicherlich total besch..., oder?
> Der Königsweg wäre natürlich 1080p50, nur ist das
> lange nicht zu erwarten, da die Satelliten sich
> nicht so einfach upgraden lassen ;) Und selbst
> dann müsste am besten vor der Sendung das alte
> Interlaced-Material sinnvoll progressiv gemacht
> werden.
Wie gesagt, 25 reicht doch.
Ich stimme Gerd voll und ganz zu. Interlacing ist der letzte Mist! Schon mal versucht, eine interlaced DVD (ja, die gibt es, wenn zum Glück auch nur sehr selten) z.B. nach DivX umzuwandeln (zwecks Sicherheitskopie, versteht sich)?
Egal, wie mans macht, das Ergebnis sieht immer schlecht aus...
Es gab Röhren, die HD verarbeiten konnten, z.B. die japanischen Dinger mit 480 Zeilen (oder so). Einen Full-HD CRT habe ich noch nie gesehen.
Lasse mich aber gerne eines besseren belehren...
jojojo schrieb:
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> Es gab Röhren, die HD verarbeiten konnten, z.B.
> die japanischen Dinger mit 480 Zeilen (oder so).
> Einen Full-HD CRT habe ich noch nie gesehen.
>
> Lasse mich aber gerne eines besseren belehren...
Ich hab meine HD-Röhre schon eine Weile nicht mehr, aber ich meine, die hätte eben genau 540 Zeilen gehabt. Da sahen 360-Spiele in 1080i dann natürlich deutlich besser aus als in 720p.
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Whisky, Ferraris and gambling; aren't they rather more amusing than knitting, housekeeping and one's savings.
- Francoise Sagan
Das ist DAS klassische Mißverständnis im Bereich der bewegten Bilder.
Mitte der 90er gab es mal von Telefunken einen Prototypen (BS 9500 D), der hatte 1250 Zeilen, bei einer 92er Röhre.
Blieb aber leider beim Prototypen
Wenn man bedenkt, daß jeder halbwegs taugliche Röhrenbildschirm für den PC 1600 x 1200 abbilden kann, dürfte es technisch kein Problem sein, einen FullHD-Fernseher mit Röhre herzustellen.
Bleibt halt die Frage nach dem Volumen und dem Gewicht bei einer Bildschirmdiagonale, die für FullHD tauglich ist. Wenn man vier bis fünf Meter von der Glotze entfernt sitzt, sollten es schon > 45" sein, sonst kann das Auge die winzigen FullHD-Pixel sowieso nicht auflösen...
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Lesen gefährdet die Dummheit シ
Ich bin beeindruckt!
Endlich mal jemand, der Bescheid weiß!
Obwohl die Disney-Leute das ja auch schon immer wussten ;-)
Arbeitest du in der Branche/Animation/Film...?
Gibt ja mittlerweile sogar schon 600Hz-TV,
wobei mit 12 berechneten Zwischenbildern find ich das eher übel.
600fps wären natürlich sagenhaft ;-)
8000x8000 Pixel "kann" das menschliche Auge...
Hat zumindest mal jemand behauptet.
Konnte ich nie überprüfen.
Aber NASA und MBB hatten das schon in den 80ern.
jojojo schrieb:
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> Weil man so die Hälfte von 1080 wegwerfen kann und
> es trotzdem als 1080 verkaufen kann...
> Marketing...
Hab neulich einen Artikel gelesen von einem Grafik-Guru (Pionier),
der da frech schrieb 1080i = 540i!
Wegen der Halbbilder eben, und das gemischte Ergebnis sah auch nicht so prickelnd aus ;-)
Deswegen gibts ja auch 1080/24p für Blu-ray ?
Man kan natürlich bewegtBild mit 24fps machen. Aber, und darauf wollte ich hinaus: Mehr FPS sieht besser aus.
1920*1080 bei 42 Zoll sind 2 Pixel pro mm oder nennen wir es ruhig 50dpi.
Also ich hab noch nie einen min. 42 Zöller gesehen der mir nicht schon wieder pixelig vorkam...
Auch hier wieder: Es ist entscheidend wie aufgenommen wurde. Wenn immer progressiv aufgenommen wird (zb auch Film), dann kann man die Bilder problemlos in interlaced zerteilen, senden, und wieder zusammenpacken - ohne Qualitätsverlust.
Im Übrigen ist eine DVD auch _immer_ interlaced 4:3, auch bei Kinofilmen. Es gibt aber Flags, für Anamorph und für Progressiv, so daß der "Deinterlacer" immer Bescheid weiß, welche Interlaced-Fields er zusammenkleben muß, um das richtige verlustfreie progressive Bild zu erhalten. Im anderen Fall muß er wirklich Deinterlacen.
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