Eventuell hat er gemeint, dass die Leute Photoshop und Windows benutzen da ihnen die Bedienung, Installation und was weiss ich noch alles bei Gimp, Linux zu kompliziert, aufwändig, "anders" ist.
Als simples Beispiel:
Windows: Anwendung laden, doppelklick auf die "Setup.exe", ein paar Fragen beantworten und das Programm ist installiert, in der Startleiste eingetragen und ggf. ist ein Ikon zum Programmzugriff auf dem Desktop.
Linux (best case): Repository-Paket-Manager starten Programm suchen, installieren, Icons oder Programmeintrag in Startleiste ist vorhanden, fertig.
Linux (average case): Auswählen installieren, fertig - Nur wie nennt sich das Programm selber? - Das Paket nannte sich "Wissenschaftlicher Taschenrechner", ob ich den jetzt aber mit sienceCalc, SienceCalc, Calc2000 oder wie auch immer starten kann wird nicht erwähnt. Ikons, oder ein link im "Startmenue" wurde nicht mit eingerichtet.
Linux (worst case): man holt sich den Quellcode (paket nicht vorhanden), liest die Anleitung und erfährt, das man dazu auch noch irgendein Lib in Version xy, eine andere Software und mySQL benötigt. Die "Programme" lädt man sich auch und leider brauchen die dann jeweils wieder irgendwelche anderen "Pakete" die wieder irgendwas benötigen um installiert werden zu können.
Da verliert man als "In erster Linie bin ich Anwender" - Privatperson gerne die Lust weiter zu machen.
Das Beispiel mit dem "Installiert ist es, aber wie starte ich das Programm jetzt" ist nebenbei nicht aus der Luft gegriffen. Hatte mir unter Ubuntu ein Programm aus dem Repositorie nachinstallieren lassen und konnte es dannach niergends finden bzw. wusste noch nicht mal den Namen der Anwendung (damit man es übers Terminal starten kann). Mit einigem Raten und Glück hab ich es dann doch noch gefunden und starten können.
Gimp läuft für Leute aus dem PS Umfeld in dieselbe Richtung ( Ich kenne jetzt nur ältere Versionen von Gimp persönlich) und mich haben da ein paar Kleinigkeiten immer genervt (Also mich hat es genervt - Dies ist also eine rein subjektive Liste):
Kann man den Menüpunkten nicht mal vernünftige Namen geben? - Script Fu, soll das Geekig sein oder was? Nennt es Automation, Script Plug-Ins oder sonstwie passend - ODer hat David Carradine an dem MEnüpunkt mitgearbeitet?
Sowas nimmt man als Teil der ältere Generation irgendwie nicht ernst.
Die "Filter" sind zum Teil logischer im Menü sortiert als bei PS, allerdings zum Teil auch recht wir (Ich glaube mich zu erinnern das Schärfen bei "Verbesserungen" untergebracht, Weichzeichnen dann aber irgendwo bei "Effekten").
PS ist da mit den Filtern vielleicht ein bisschen mehr Workflow orientiert - oder aber man hat sich einfach daran gewöhnt.
Wobei ich - sobald eine Win Version zur Verfügung steht GIMP wahrscheinlich installieren undes nochmal ausprobieren werde.
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Der Spatz schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Eventuell hat er gemeint, dass die Leute Photoshop und Windows benutzen da
> ihnen die Bedienung, Installation und was weiss ich noch alles bei Gimp,
> Linux zu kompliziert, aufwändig, "anders" ist.
>
> Als simples Beispiel:
>
> Windows: Anwendung laden, doppelklick auf die "Setup.exe", ein paar Fragen
> beantworten und das Programm ist installiert, in der Startleiste
> eingetragen und ggf. ist ein Ikon zum Programmzugriff auf dem Desktop.
>
> Linux (best case): Repository-Paket-Manager starten Programm suchen,
> installieren, Icons oder Programmeintrag in Startleiste ist vorhanden,
> fertig.
Das ist eigentlich Best Case und Average Case gleichzeitig afaik.
> Linux (average case): Auswählen installieren, fertig - Nur wie nennt sich
> das Programm selber? - Das Paket nannte sich "Wissenschaftlicher
> Taschenrechner", ob ich den jetzt aber mit sienceCalc, SienceCalc, Calc2000
> oder wie auch immer starten kann wird nicht erwähnt. Ikons, oder ein link
> im "Startmenue" wurde nicht mit eingerichtet.
Wenn es wirklich keine sofort ersichtlichen Verknüpfungen zu dem Programm gibt, ist das auch nicht weiter schlimm.
Mit ein bisschen Kenntnis des Paket-Managements (was ganz nützlich sein kann) ist der Name des Programms einfach herauszufinden.
1.) Ein Weg ist, nachdem das Paket installiert ist, es einfach im (grafischen) Paketmanager auszuwählen und sich die Eigenschaften davon anzeigen zu lassen. Da findet sich dann auch oft eine Liste der installierten Dateien. Normale Anwenderprogramme werden in /usr/bin installiert, also gilt es, Dateien in diesem Verzeichnis zu untersuchen. I.d.R. gestaltet sich das sehr einfach - z.B. mit dem vorinstalliertem Paketmanager von Ubuntu 10.04, Synaptic, welcher natürlich unter Ubuntu 12.04 und anderen Debian-basierten Distributionen leicht nachinstalliert werden kann, wenn das mitgelieferte Standardtool diese Funktionalität nicht bietet.
2.) Ein Paket ist i.d.R. nichts anderes als ein Archiv, wie du vll. weißt. Unter Ubuntu werden die DEB-Pakete verwendet, die ZIP-Archive sind. Ein schnelles Auspacken bringt den Inhalt zum Vorschein. Im Paket versteckt sich ein Verzeichnisbaum, so wie ihn ein jedes Linux-System hat (mit /bin, /lib, /usr ...), welcher in den "echten" Verzeichnisbaum übernommen werden kann - die Installation des Paketes. Auf jeden Fall kann man auch hier wieder das Programm suchen.
3.) Will man sich das Paket eines bestimmten Programmes anschauen, so kann man es oft nach der Installation in einem Cache-Verzeichnis finden, bei Ubuntu /var/cache/apt/archives.
4.) Wenn man nicht weiß, wofür eine bestimmte Datei da ist, z.B. um herauszufinden, ob man sie gefahrenfrei löschen kann, kann das Paket bestimmt werden, das die Datei enthält. Unter Ubuntu muss man hierfür das Tool apt-file nachinstallieren, unter anderen Systemen ist die Funktionalität standardmäßig vorhanden.
Der Aufruf selbst könnte einfacher nicht sein:
apt-file search <absoluter Pfad der Datei>
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Der Spatz schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> [...]
> Das Beispiel mit dem "Installiert ist es, aber wie starte ich das Programm
> jetzt" ist nebenbei nicht aus der Luft gegriffen. Hatte mir unter Ubuntu
> ein Programm aus dem Repositorie nachinstallieren lassen und konnte es
> dannach niergends finden bzw. wusste noch nicht mal den Namen der Anwendung
> (damit man es übers Terminal starten kann). Mit einigem Raten und Glück hab
> ich es dann doch noch gefunden und starten können.
> [...]
Synaptic -> das bereits installierte Paket markieren -> installierte Dateien anzeigen lassen
Dann muss man nicht raten.
mrc
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oder meist das beste Google benutzen^^
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(Hier auch gleich bezogen auf die andere Antwort von SSD)
"Man" muss da vielleicht nicht mehr raten, aber "Otto-Normal Windows"-Benutzer, welcher das erste mal in seinem Leben mit Linux in Berührung kommt und von Synaptics, /usr/bin, den Standard-Pfaden usw. noch nie was gehört hat wird wahrscheinlich schneller wieder Linux vom Rechner werfen als erstmal das Linux Kompendium durchzulesen, die "Kenntnis des Paket-Managements" anzueignen, zu lernen das "Normale Anwenderprogramme [] in /usr/bin installiert" werden, die "Dateien in diesem Verzeichnis zu untersuchen" usw.
Der Großteil der privaten Computernutzer sind Anwender. Die wollen nicht wissen wo was installiert wird oder was ein Paket ist bzw. wie so ein Paket-Manager funktioniert. Die wollen maximal das Programm auswählen und es dann direkt benutzen können.
Und dies war bei historischen Linux Distributionen (Bei meinem ersten Linux durfte ich noch die Xconfig für meine Grafikkarte von Hand eintragen (Frequenz, Clock, Refresh,..) - Die Zeiten sind aber zum Glück schon lange vorbei) nicht so der Fall, was Linux nunmal den Ruf des Fricklersystems eingebracht hat.
Und um den Ruf los zu werden muss leider einiges mehr getan werden als eigentlich notwendig ist um "einfach" zu sein.
Ist halt wie bei den Autos: Opel hatte seinen Ruf durch die Lopez-Area (Rostet ab Werk) verloren und die Fahrzeugedamals galten zu recht als Rostlauben.
Aber selbst wenn Opel heute seine Fahrzeuge komplett aus Nirosta-Stahl bauen würde - der "Kauf keinen Opel die rosten zu schnell" Ruf würde noch sehr lange halten.
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Natürlich konnte die Benutzerfreundlichkeit der vergangenen Linux-Distris nicht an die heutige heranreichen =)
Das habe ich auch nie in Frage gestellt.
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