Zur Zeit der Nadeldrucker war es paradisisch. Praktisch jeder 9-Nadler war kompatibel zum Epson FX-80 oder Commodore MPS 1000. Praktisch jeder 24-Nadler war kompatibel zur Epson-LQ-Reihe oder zum NEC Pinwriter. Tintenstrahldrucker hatten damals auch oft einen speziellen Nadeldrucker-Emulationsmodus, in dem sie mit jedem Schwarzbrot-Epson-LQ-Treiber benutzt werden konnten. Laser-, LED- und Thermodrucker konnten immer Postscript oder später PCL.
Dann wurden die Drucker billiger und billiger. Mit den stärker werdenden Rechnern kam, in etwa zeitgleich mit der Seuche der "WinModems", die Ära der "KeinDrucker". Ein "KeinDrucker" ist nichts anderes als ein dummes Druckwerk, das mit Rohdaten gefüttert werden muss. Der Druckprozessor wurde wegrationalisiert, diese Aufgabe machte von nun an der Treiber über den PC. Im Blödmarkt hießen diese Printen dann "GDI-Drucker". Die Folge war, dass viele KeinDrucker unter anderen Betriebssystemen als den drei Windowsversionen, die der Treiber gerade unterstützte, nicht oder nur eingeschränkt funktionierten.
Leider wurden mehr und mehr KeinDrucker gekauft, so dass sich die GDI-Seuche ausbreitete wie die Pest im Mittelalter. Nicht zuletzt auch, weil durch die andere Unsitte, den Drucker über Tinte bzw. Toner querzusubventionieren, diese KeinDrucker zu angeblichen Aldi- oder Mediamarkt-Schnäppchen dazugepackt oder für 50 Euro verschleudert wurden.
Durch das Aussterben der Nadeldrucker blieben als Druckerstandards nur Postscript und PCL übrig, und diese Standards wurden nur noch in teureren Druckern verwendet.
Gerade in Zeiten, in denen der Netzwerkanschluss sich auch bei Consumer-Druckern durchsetzt, ist das aber eine falsche Entwicklung. Wenn ich mir Geräte wie Smartphones anschaue und nicht zuletzt das just vorgestellte iPad, die ja nicht so einfach mit neuen Druckertreibern versehen werden können, wird es schwierig sein, dort vernünftige Heimanwender-Officelösungen mit Druckfunktion zu implementieren. Man ist immer zu einem Kompromiss gezwungen: Entweder man lässt die Druckfunktion ganz weg und lässt den Anwender das Dokument auf einen Rechner übertragen, oder man unterstützt die Standards, womit dann nur eine Hand voll Drucker funktionieren.
Also, liebe Druckerhersteller: Macht eure Drucker Postscript- oder PCL-kompatibel!
Danke für diesen Beitrag, habe ihn gerne gelesen und unterstütze dies.
Gruss
Jeder bekommt genau das was er bezahlen möchte. Für 95% der Benutzer reicht heute ein GDI Drucker vollkommen aus. Denn sie drucken nur aus Windows oder Mac OS. Wer PCL oder PS braucht, weil es sein Programm oder OS benötigt, findet auf dem Markt genügend Drucker mit eben dieser Unterstützung. Den Herstellern vorzuwerfen sie würden mit den günstigen Druckern nicht 100% der User abdecken, halte ich für schwachsinnig. Ein Nadeldrucker oder die frühen Tintenstrahler lagen damals bei 500-800 DM - dafür bekommt man heute locker einen Laser oder Tintenstrahldrucker mit PS/PCL und günstigen Unterhaltskosten. Ach und Farbe kann er auch noch ;-)
Für viele Computer Nutzer reicht ein GDI Drucker vollkommen aus.
Warum soll sich denn auch ein Anwedner der nur eine Handvoll Seiten druckt einen sehr viel teueren PS Durcker kaufen. Kommt noch hinzu, dass der höhere Preis des PS Druckers eben gerade keine höhere Druckqualität garantiert.
Snoxxi schrieb:
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> Für viele Computer Nutzer reicht ein GDI Drucker vollkommen aus.
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> Warum soll sich denn auch ein Anwedner der nur eine Handvoll Seiten druckt
> einen sehr viel teueren PS Durcker kaufen. Kommt noch hinzu, dass der
> höhere Preis des PS Druckers eben gerade keine höhere Druckqualität
> garantiert.
PCL reicht ja auch. GDI-Drucker haben ja auch das Problem, dass da Rohdaten auf Achse sind. Bei Fotos sind das riesige Datenmengen. Und nachdem immer mehr Heimanwender WLAN statt Kabel nutzen, nageln sie sich damit ihr ganzes Netzwerk zu und Filius am Zweit-PC wundert sich, warum er mal wieder Lag hat.
Zumal PCL sicher auch anständig auf Mikrocontrollern und erst recht auf ARM-Prozessoren implementiert werden kann, wie es ja bei teureren Druckern auch gemacht wird. Es gibt keinen Grund, Drucker künstlich teuer zu machen, nur weil sie PCL oder PS können. Bei einem massenprodukt wie einem Billigdrucker macht das vielleicht 5 bis 10 Euro Mehrkosten aus. Und ob ich als Joe User nun 129 oder 139 Euro für einen Drucker ausgebe, ist doch egal.
Ich habe gerade mal geschaut, was man denn für PS oder PCL ausgeben muss, und siehe da, es reichen 50 €: http://geizhals.at/deutschland/?cat=pri&xf=377_PCL%203&sort=p Allerdings nur mit USB, ohne Netzwerk. Ist das hinreichend kompatibel?
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