Die Inhalte und die Anzahl der Kommentare zu dieser Meldung hier sind ähnlich zu denen auf der referenzierten G+-Seite. Sehr zahlreich und viele sogar zum Thema. Allerdings habe ich weder hier noch auf G+ etwas gelesen wie "das stimmt, ich packe an und arbeite an der Behebung dieses oder jenes Fehlers". Es ist eben immer wesentlich einfacher, über etwas zu reden als zu arbeiten.
Ich kenne Gimp seit der Zeit, in der die angesagten Betriebssysteme Unix, IRIX und Ultrix hießen, es noch kein Internet in Deutschland gab und man freie Software auf einer CD zum Selberübersetzen kaufen konnte. Und ich gehörte auch zu den Leuten, die damals von Photoshop als Gimp-Clone gesprochen haben. Nur leider ist Photoshop weiterentwickelt worden und Gimp ist "vor sich hin gedümpelt".
Entsprechend gespannt war ich auf die 2.8er Version - und wurde enttäuscht.
Zunächst einmal war die offizielle Installationsroutine beschädigt und stürzte nach etwa 80% auf meinem Dell-Notebook ab. Das kann ich natürlich nicht den Gimp-Entwicklern anlasten, denn das Windows-Installationsarchiv wird durch jemand anderes erstellt.
Deshalb habe ich mir den portablen Gimp heruntergeladen, den ich auch starten konnte. Löblicherweise haben die Entwickler die Darstellung im Einfenster-Modus schaltbar gemacht, so dass mir erst einmal gar kein Unterschied zum alten Gimp aufgefallen ist. Mit zwei Bildschirmen habe ich im Übrigen viel lieber einen Bildschirm für mein zu bearbeitendes Bild und den zweiten für die Werkzeugleiste.
Unter Windows ist Gimp 2.8 tatsächlich eine sehr, sehr frühe Vorschauversion. Wegen der vielen Abstürze kann man nicht damit arbeiten. Selbst bei einfachsten Arbeiten speichert man am Besten nach jedem Klick. Schlimmer noch sind die Artefakte, die Gimp erzeugt. So fand ich in dem skalierten Bild ein kleines Rechteck oben rechts, das da nicht hingehört und auch im Originalbild nicht vorhanden ist.
Ich arbeite auch nicht an der Fehlerbeseitigung und fühlte mich genötigt, einen Kommentar zu schreiben - schon zwei negative Eigenschaften, die eben noch beklagt habe. Und die dritte ist auch noch, dass ich seit einigen Jahren mit Photoshop Elements arbeite, das ich für 50¤ im Geizmarkt gekauft habe und sehr zufrieden damit bin. Ich fürchte, dass sich die Nutzerrelation mit Gimp 2.8 umkehren wird und sich die Nutzerzahl damit insgesamt dramatisch reduzieren und Gimp für die meisten Anwender bedeutungslos werden wird. Da helfen keine Grundsatzdiskussionen über das "richtige" Betriebssystem und über den Erfolg oder Misserfolg von Opensource sondern nur die Realität wahrnehmen und arbeiten.
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