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Nischenprodukt

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  1. Nischenprodukt

    Autor mrrossi 11.05.12 - 10:07

    Ist halt ein Nischenprodukt für eine Handvoll ambitionierter Hobbyfotografen.
    Lomographie ist auch so ein Ding, eigentlich gäbe es keine Notwendigkeit für solche Kameras aber trotzdem gibt es mittlerweile Läden die aufgrund des aktuellen Hypes nichts anderes als Plastikkameras verkaufen und Leute die sich daran erfreuen, ist auch gut so.

    Ich persönlich liebe Schwarzweißfotografie, nicht weil es nur weil die farbe fehl t künstlerisch aussieht sondern weil man den Schwerpunk einfach leichter auf Komposition und Inhalt lenken kann ohne durch farben abzulenken.

    In diesem Feld würde ich aber niemals wieder die Möglichkeit eintauschen ein Raw Bild mit RGB Kanälen in seinen Kanälen einzeln zu bearbeiten und somit quasi jeden möglichen Vorsatzfarbfilter nach dem Knipsen zu emulieren. Bei einem durch die Kamera geschossenen schwarz Weiß Bild ohne Vorsatzfilter oder eingefärbte Beleuchtung kommt meist nur graue Grütze aus der Kamera da hilft es auch wenig, später den Kontrast anzuheben. Sämtliche wichtigen eingriffsmöglichkeiten im Nachhinein sind einfach nicht mehr da. somit ist dieses Kameramodell nur an Hobbyfotografen gerichtet die zwar genug Geld für eine Leica nicht aber die Zeit, Lust oder Fähigkeit haben sich mit den Bildern die sie machen intensiv auseinander zu setzen.
    NAtürlich ist keiner davon abgehalten einen Bunten Vorsatzfilter vors Objektiv zu schrauben aber der Verlust an Bildqualität dabei gleicht sicher nicht die höhere Abbildungsqualität des sw Chips aus.

    Mein Fazit ist einfach um die bestmögliche Qualität bei Schwarzweiß bildern zu erzielen ist es am einfachsten, komfortabelsten und qualitativ besten diese erst in Farbe zu schiessen und dann nachzubearbeiten. RAW versteht sich.

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  2. Re: Nischenprodukt

    Autor wasabi 11.05.12 - 10:39

    > Ist halt ein Nischenprodukt für eine Handvoll ambitionierter
    > Hobbyfotografen.
    Vor allem: sehr gut betuchte Hobbyfotografen...

    > Lomographie ist auch so ein Ding, eigentlich gäbe es keine Notwendigkeit
    > für solche Kameras aber trotzdem gibt es mittlerweile Läden die aufgrund
    > des aktuellen Hypes nichts anderes als Plastikkameras verkaufen und Leute
    > die sich daran erfreuen, ist auch gut so.

    Eine Lomo ist aber auch billiger. Und weil analog hat sie einen anderen Reiz. Bei dieser Leica handelt es sich aber um eine 6.800¤ (nur der Body) Digitalkamera, die quasi künstlich beschränkt wurde. Auf der einen Seite ist sie daher eigentlich nur als Zweitkamera tauglich, andererseits aber selbst für einme Erst-Kamera alles andere als günstig :) Ob sie bei S/W-Aufnahmen wirklich besser ist als eine "Normale" DSLR für soviel Geld?

    Profis werden wohl auch rationaler denken. Das Teil passt für mich eher in die Nische von Leuten, die sich z.B. auch einen Dual-Xeon-MacPro kaufen, um damit im Internet zu surfen und Bilder zu betrachten. Oder ein paar Akkorde und Smoke on the Water spielen können, sich aber eine Gibson Les Paul Custom und einen Mesa Raodking kaufen. ;-)

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  3. Re: Nischenprodukt

    Autor mrrossi 11.05.12 - 10:52

    gebe dir völlig recht, aber ich gönne es jedem der es sich leisten kann sich oben genannte Dinge auch zu kaufen und damit Spaß zu haben.

    Der einzige Anwendungsbereich der mir noch einfiele und in dem das ganze vielleicht noch "Sinn" macht (ich kann die Anführungszeichen gar nicht genug betonen) wäre Street photographie, ein Feld in dem Leica eh der begehrteste zulieferer für Spielzeug ist, (Spielzeug ist jetzt echt nicht negativ genmeint.)
    Autofokus wird nicht gebraucht da meist eh nur im Hyperfokalen bereich eingesetzt, Abbildungsschärfe und manuelle Einstellmöglichkeiten stehen im Hauptfokus sowie ein möglichst unscheinbares Auftreten der Kamera um die Objekte der Begierde nicht mit einer riesen Dslr zu verschrecken.
    Nachbearbeitung ist bei Street weitgehend verpönt, und schwarzweiß sogar stark vertreten.
    Ich komme ja selbst ins Sabbern bei der Vorstellung eine Leica M9 dazu noch ein 35mm Summilux zu besitzen und dann ab in die Stadt, Trotzdem würde ich niemals auf Farbe verzichten nur weil ich im Endprodukt keine Farbe will. Abgesehen davon müsste mir das Geld schon zu den Ohren herauskommen bevor ich es dafür ausgebe, träumen darf man aber.

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  4. Re: Nischenprodukt

    Autor frnkbrnhrd 11.05.12 - 11:05

    Hoppla! Dem „künstlich beschränkt“ möchte ich hier widersprechen. Gerade weil die Kamera keine Farbe können muss, kann sie Schwarzweiß sehr viel besser. Unglaublich scharf, kein „Erfinden“ der farbigen Pixel wie bei jeder Kamera mit Bayer-Matrix. (Man könnte auch anders herum sagen, jede Farbkamera ist durch die Bayer-Matrix in ihrem Auflösungsvermögen beschränkt.)

    Es ist natürlich ein Konzept, dass auf eine Anwendung zielt, und diese Aufgabe bestmöglich erledigen möchte. Damit finde ich, ist die Kameras besonders gut für Profis geeignet, zum Beispiel für die Hochzeitsfotografie und Reportagen. Übrigens: Von Phase One, dem Hersteller der Digitalrückteile für Mittelformatkameras, gibt es seit geraumer Zeit das Modell Achromatic+, ein Rückteil mit 39 Megapixeln, das so teuer ist wie ein Mittelklassewagen und nur Schwarzweiß kann. Es gibt also durchaus Erfahrungen im Profisektor, was die Beschränkung auf Schwarzweiß an Vorteilen bringt. (Beim Acromatic+ sind das zum Beispiel der größere Kontrastumfang und die Möglichkeit, feinste Linien und Strukturen ohne Morié abzubilden.) Ich als Profi denke also schon sehr rational, wenn die Schwarzweiß-Fotografie für mich eine große Rolle spielt und ich deswegen eine dafür ausgelegte Kamera verwende.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 11.05.12 11:17 durch frnkbrnhrd.

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  5. Re: Nischenprodukt

    Autor mrrossi 11.05.12 - 11:26

    Achromatic plus hat aber eine völlig andere Zielgruppe, hier wird sich an Profifotografen gewand die ihre hochwertige Mittelformatkamera mit einem Rückteil ausstatten wollen, ich unterstelle mal dass die Kunden eines solchen Rückteils technisch eh schon darauf ausgerichtet sind mit Filtern vor ihrer Blitzanlage oder farbigen Filtern vor ihrem Objektiv zu arbeiten weil sie einfach wissen was sie tun und mit ihrer Fotografie ihr Geld verdienen, Nicht zuletzt weil sie in einem stark kontrollierbaren Umfeld arbeiten in dem man es sich leisten kann die Zeit aufzubringen den Filter zu tauschen. Bei der Leica sehe ich das jetzt nicht so.

    Wenn ich aber auf einer Hochzeit fotografiere und schnell reagieren muss, mal die Hauttöne berücksichtigen muss mal den Himmel dramatischer aussehen lassen will und dann wiederum in geschlossenem Raum die Zeremonie aunehmen will, da kann man es sich doch nicht leisten ständig die Filter zu wechseln, einfach so los zu knipsen ohne Filter davor mag zwar farblose Bilder entstehen lassen, Schwarzweiß wird aber erst dann so richtig interessant wenn ich nur gewisse Farben an den Sensor lasse, je nachdem was ich fotografieren will. Das will sorgfältig ausgewählt sein, ohne Filter ergibt sich nur ein graues Bild ohne Einfluss des Fotografen, der Verzicht darauf ist auch der Verzicht auf eines der wichtigsten künstlerischen Möglichkeiten bei der Schwarzweißfotografie.

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  6. Re: Nischenprodukt

    Autor frnkbrnhrd 11.05.12 - 13:17

    Ja, das sehe ich auch so. Aber wenn man eben als mit Filtern geübter Profi eine Kamera für die professionelle Schwarzweißfotografie erwerben kann, die für den Nachteil des Hantierens mit Filtern bestechend scharfe Aufnahmen produziert (und das etwa zu einem Viertel des Preises dieses achromatischen Mittelformatrückteils), dann finde ich das schon auch jenseits der „Spielzeugkategorie“ für Profis interessant. DPReview (waren’s die?) sieht als einziges echtes Problem gegenüber der nachträglichen Umwandlung von Farbe in Schwarzweiß übrigens das Überbelichten: Weil bei Farbe häufig nur ein Farbkanal überbelichtet ist und man bei der Raw-Verarbeitung so durch die beiden verbliebenen Kanäle wieder Zeichnung in die überbelichteten Bereiche zaubern kann, ist man hier im Vorteil. Einmal überbelichtet heißt bei einem 1-Kanal-Chip immer überbelichtet. Für die Filtertricks: Mit Efex Pro hat man meiner Ansicht nach schon genügend Möglichkeiten, die Raw-Daten so einer monochromen Kamera noch „kreativ“ genug zu beeinflussen. Aber das müsste man halt mal selbst ausprobieren. Ich sehe es schon als Vorteil an, dass man mit einem Gerät fotografiert, bei dem man vorher weiß, dass da ein Schwarzweißbild heraus kommt. Ich finde, es ist tatsächlich eine Erleichterung im Arbeitsalltag. Ich sitze nicht vor dem Raw-Editor und überlege, ob der Kunde sich vielleicht bei diesem Motiv oder bei jenem für eine Schwarzweißversion erwärmen könnte. Ich will garnicht alle Möglichkeiten.

    Übrigens, gerade weil die Kamera vielleicht mehr Erfahrung mit Filtern und Belichtung erfordert als ein DSLR-Dings, ist sie eine schöne Alternative für den Profi, dem das einfach beiläufiger und leichter von der Hand geht. Ich gebe zu, dass ich nur sehr selten Hochzeiten fotografiere, aber ein paar mal ist es eben schon vorgekommen. Für meinen Geschmack und für meine Vorstellung von „guter“ Hochzeitsfotografie ist da eine Leica M eine sehr geeignete Kamera, egal ob Farbe oder Schwarzweiß.

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  7. Re: Nischenprodukt

    Autor motzerator 11.05.12 - 13:27

    > ... Leica M9 dazu noch ein 35mm Summilux...

    Da ich noch keine Erfahrung mit Street Fotografie habe: Warum würdest Du ein 35mm Objektiv wählen, das ist zumindest in meinen Augen doch eine recht langweilige Brennweite, währe da ein leichter 28mm Weitwinkel oder gar ein 25mm nicht viel besser?

    In der Stadt ist es oft eng, da liebe ich den Weitwinkel!

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  8. Re: Nischenprodukt

    Autor mrrossi 11.05.12 - 13:47

    Das ist doch reine Geschmackssache, aber ich verstehe deine Verwunderung, 35mm stellt da sicherlich die sinnvolle Obergrenze dar bei der man noch die Hyperfokale Distanz ausnutzen kann. Gemeinhin gilt da ja alles von 20-35 mm als "ideal"

    Ich würde trotzdem zum 35mm greifen weil man spezielle Objekte besser herausstellen kann, mehr Weitwinkel macht dir das Leben vielleicht leichter.
    Am Ende kommts doch nur darauf an, dass du mit den dir gegebenen Mitteln das beste herausholst.



    Ganz gemäß dem Wahlspruch die beste Kamera ist die die du dabei hast.

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  9. Re: Nischenprodukt

    Autor Rapmaster 3000 11.05.12 - 16:58

    frnkbrnhrd schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Gerade weil die Kamera keine Farbe können muss, kann sie
    > Schwarzweiß sehr viel besser. Unglaublich scharf, kein
    > „Erfinden“ der farbigen Pixel


    So die Theorie. Und die Praxis?

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  10. Re: Nischenprodukt

    Autor frnkbrnhrd 11.05.12 - 17:27

    Rapmaster 3000 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > frnkbrnhrd schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Gerade weil die Kamera keine Farbe können muss, kann sie
    > > Schwarzweiß sehr viel besser. Unglaublich scharf, kein
    > > „Erfinden“ der farbigen Pixel
    >
    > So die Theorie. Und die Praxis?

    Bei dem Phase-One-Rückteil ist es schon ein Vorteil, die „Moiré-Toleranz“ ist deutlich höher. Feine Strukturen sollten bei der monochromen M schon besser aufgelöst werden. Vermutlich macht sich hier auch bemerkbar, dass die chromatische Aberration von neueren Leica-Linsen recht gering ist. Ich glaube, es ist kein Zufall, dass das neue 50er F2 von Leica zusammen mit einer Kamera auf den Markt kommt, die die Detailauflösung des Objektivs auch nutzen kann. Ich weiß es nicht, aber ich kann mir schon vorstellen, dass die chrom. Aberration zu einer geringeren Detailauflösung führt weil das Licht ja ein bisschen „gestreut“ auf den Sensor trifft. Auf die Beantwortung der Frage nach der Praxis müssen wir eh bis zum Sommer warten, wenn das Ding dann mal lieferbar ist.

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