Vielleicht kommen die Gehirnakrobaten ja mal endlich auf den Trichter daß "Gewaltspiele" gerade deswegen so populär sind weil die Leute zwischen Fiktion und Realität unterscheiden können?
Warum sollte ich ausgerechnet in der Fiktion Dinge friedlich lösen, wenn nur dort anderer Ansätze möglich sind?
Es gibt zwei große, emotional aufgeladene Themen, die alle halbwegs erwachsenen Menschen interessieren: Liebe und Tod. Liebe in einem Computerspiel ist noch perverser als Splatter-Games, bei denen die Fetzen fliegen, bleibt also nur noch der (mögliche) virtuelle Tod als Konsequenz für falsche Entscheidungen in einem Game.
Warum spielt man Computerspiele? Man will Abwechslung und Spannung in einen ansonsten oft öden Schul- oder Berufsalltag bringen. Die aktuellen Games sind inzwischen so realitätsnah, das echter Nervenkitzel aufkommt, echtes Adrenalin in die Adern schiesst, wenn man gerade nochmal dem virtuellen Ableben entgeht. Das kann auch eine Form von Frustbewältigung sein und verhindern, dass man Aggressionen auf eher ungesunde Weise auslebt.
Die gleichen Intentionen finden sich bei Kinobesuchern, die sich Action-Filme anschauen, bei denen es nur so kracht und wo das Blut auch eimerweise fließt. Konsequenterweise müsste man auch solche Filme verbieten, wenn man Ballerspiele aus moralischen Gründen ablehnt. Der Unterschied ist allerdings, dass Spiele interaktiv sind und deshalb mehr Spaß machen.
Also, virtuelles Gänseblümchenpflücken wird auf Dauer keinen Gamer hinter dem Ofen hervorlocken.
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