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Die Schlammschlacht wird Activision verlieren.

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  1. Die Schlammschlacht wird Activision verlieren.

    Autor Wyv 05.03.10 - 01:05

    Egal wie das ausgeht, Activision hat schon verloren.


    Allgemein frage ich mich manchmal, ob irgendwelche Nachwuchssesselpupser bei EA oder Activison im Bewerbungsgespräch irgendwann mal gefragt werden, was sie persönlich mit Computerspielen verbinden, was ihre Lieblingsspiele sind, welche Entwickler ihrer Meinung nach wegweisend waren.
    Dann würde man auch nicht so einen Schwachsinn machen, wie ein und die selbe Spiele-Reihe von unterschiedlichen Studios entwickeln zu lassen.
    So einen Blödsinn kann sich echt nur ein morbider Angelsachse ausdenken, der wahrscheinlich in Yale, die Vorlesung "Kurzfristige Profitmaximierung durch Menschenschinderei" belegt hat.

  2. Re: Die Schlammschlacht wird Activision verlieren.

    Autor froschke 05.03.10 - 09:23

    wir leben halt nicht mehr in den neunzigern. die pionier- und gründertage sind vorbei.

    computerspielentwicklung ist heute ein richtiges ernsthaftes geschäft wo viel kaptial und manpower hintersteckt. im prinzip läuft es wie in jedem anderen industriezweig auch: jeder ist austauschbar und wenn jemand es irgendwo billiger machen kann dann wechselt man halt den produktionsstandort ...

  3. Re: Die Schlammschlacht wird Activision verlieren.

    Autor Rupture 05.03.10 - 09:30

    froschke schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > wir leben halt nicht mehr in den neunzigern. die pionier- und gründertage
    > sind vorbei.
    >
    > computerspielentwicklung ist heute ein richtiges ernsthaftes geschäft wo
    > viel kaptial und manpower hintersteckt. im prinzip läuft es wie in jedem
    > anderen industriezweig auch: jeder ist austauschbar und wenn jemand es
    > irgendwo billiger machen kann dann wechselt man halt den
    > produktionsstandort ...

    Absolut richtit. Produzieren und Entwickeln kann man überall. Folglich sind all diese Leute austauschbar. Was zählt ist einzig und allein der Investor der das Geld dafür gibt. Im Umkehrschluss bedeutet das dann aber auch dass alleinig dem Investor die Gewinne zustehen weil der der Initiator und Risikoträger war.
    Diese Erkenntnisse sind in der BWL und VWL schon seit Jahren usus.

  4. Re: Die Schlammschlacht wird Activision verlieren.

    Autor Emulex 05.03.10 - 10:12

    froschke schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > wir leben halt nicht mehr in den neunzigern. die pionier- und gründertage
    > sind vorbei.
    >
    > computerspielentwicklung ist heute ein richtiges ernsthaftes geschäft wo
    > viel kaptial und manpower hintersteckt. im prinzip läuft es wie in jedem
    > anderen industriezweig auch: jeder ist austauschbar und wenn jemand es
    > irgendwo billiger machen kann dann wechselt man halt den
    > produktionsstandort ...

    Das seh ich absolut nicht so.
    Computerspielentwicklung ist deutlich umfangreicher geworden als sie in den 90ern war, der Kern aber bleibt die Innovation und das Talent/Gefühl der Entscheidungsträger.
    Natürlich kann man eine erfolgreiche Serie ohne die "Gründer" weiterführen, aber wer will schon permanente Neuauflagen ohne Innovation ?
    Das klappt vielleicht bei FIFA, weil sich EA durch die Lizenzen eine Monopolstellung (zumindest hierzulande) erkauft und lediglich die Technik immerwieder etwas verbessern muss, aber für die meisten Spielereihen gilt: Innovation oder langsames Sterben...genau wie bei Filmfortsetzungen.

    Die großen Publisher, allen voran EA, verstehen nicht dass es keinen Wert hat Marken und Unternehmen zu kaufen, wenn man die Köpfe dahinter nicht behält.
    Was ist denn geworden aus Origin, Westwood, ... ?
    Und was wird aus Bioware werden ?

    Letztlich gehen die guten Leute, gründen ein eigenes Studio und werden später wieder gekauft und das Ganze beginnt von vorne - davon hat niemand was.

    Emulex

  5. Re: Die Schlammschlacht wird Activision verlieren.

    Autor Cevat 05.03.10 - 10:26

    Die ganz großen Grundlagen die jeder im BWL Studium eingebläut sind: Jeder ist ersetzbar und mit Geld kann man alles erreichen. Genauso gehen die Manager jetzt vor.
    Innovation und Spielspaß sind denen doch völlig Egal. Denen geht es einzig und allein um Gewinn, Dividende und Boni. Die Aussagen vom Activision CEO waren diesbezüglich eindeutig.
    Selbst wenn eine Serie wegen mangelnder Innovation den Bach runter geht würden die nicht im Traum daran denken dass es an ihnen liegt. Man kauft dann einfachg den nächsten Entwickler und das Spiel beginnt von neuem. Die (finanziellen) Gewinner sind dabei die Manager die Verlierer sind die Kunden wenn die Entwicklung einer einst guten Idee so eingebremst wird.

  6. Re: Die Schlammschlacht wird Activision verlieren.

    Autor froschke 05.03.10 - 10:36

    klar - nur tolle innovative spiele würden mir auch gefallen - aber so läuft es halt nicht mehr ...

    warum sollte die entwicklung von spielen im großen maßstab jetzt anders laufen als in jedem anderen industriezweig / branche ? nur weil der käufer eine ausbeutung seiner lieblinbsspiele(serien) nicht will?

    so läuft es doch in jeder anderen branche auch: innovation kommt von den "kleinen", die dann durch die "großen" geschluckt werden und dann wird das ganze vermarktet / ausgepresst / verkauft bis es halt nicht mehr geht und dann kommt der nächste, nicht schön aber so ist es halt.

    gegenfrage: würden die "kleinen" etwas anderes machen wenn sie nicht geschluckt würden? würden sie ihr erfolgreiches innovatives spiel nicht auch in mehreren fortsetzungen zu geld machen? würden die wirklich einfach ein tolles neues innovatives spiel nach dem anderen raushauen?

    siehe automobilbranche: wann gab es da die richtig große innovation? welcher hersteller brachte mal wieder ein modell auf dem market das neu und frisch ist? da gibt es auch alle jahre die selbe kiste mit einer handvoll detailver(schlimm)besserungen ...

    mittlerweile haben auch kleine studios dank steam / PSN / XMP die chance für "wenig" geld eine breite masse anzusprechen und erfolgreich zu sein - siehe z.B. Braid ...

  7. Re: Die Schlammschlacht wird Activision verlieren.

    Autor Hotohori 05.03.10 - 14:33

    froschke schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > mittlerweile haben auch kleine studios dank steam / PSN / XMP die chance
    > für "wenig" geld eine breite masse anzusprechen und erfolgreich zu sein -
    > siehe z.B. Braid ...

    Klar, nur sind das halt leider dort recht einfache Spiele, komplexere Sachen kosten heute einfach zu viel und je teurer desto schwieriger wird es diese Spiele ohne dem Einfluss von Geschäftsmännern zu produzieren.

    Gutes Beispiel sind auch die Spiele des MMO Genres, weil dort immer sehr viel Geld reingesteckt werden muss. Und das Ergebnis neuerer MMOs ist immer das gleiche: sie bleiben weit hinter den wirklich Möglichkeiten des Genres zurück und statt dessen recht primitiv gestrickt um Kosten zu sparen und ja möglichst viele Spieler ansprechen zu können. Das Genre wird wohl nie das sein was es sein könnte und das eben wegen den Leuten denen nur Geld interessiert, die Entwicklung des Genres wird eindeutig dadurch gebremst. Und so ist es auch mit vielen anderen Genres, auch den nahezu toten, die einfach zu wenig Gewinn abwerfen.

    Darum tun mir heutige junge Spieler auch Leid, diese meinen sie wüssten was Spielspaß ist, haben aber keine Ahnung was das früher mal wirklich bedeutet hat. Früher gehörte dazu auch oft das Staunen was aktuell inzwischen alles vor allem spielerisch möglich ist, das bleibt schon länger immer mehr auf der Strecke. Also in Sachen Videospiele war auf manchen Gebieten früher doch einiges besser, aber die Zeiten werden wohl nie wieder kommen, da müsste schon ein Wunder geschehen.

  8. Re: Die Schlammschlacht wird Activision verlieren.

    Autor Wyv 05.03.10 - 16:19

    Es ist schon richtig, dass die Entwicklung von Produkten heutzutage weniger an Einzelpersonen gekoppelt ist. Das Verdankt man Dingen, wie der ausführlichen Dokumentation und dem Prozessmanagement und dem Risikomangement.
    Trotzdem und das würde vermutlich kein guter Manager bestreiten, gibt es in jedem Projekt gewisse Keyperformer, die man kaum austauschen kann: Ich kann Ausnahmetalente wie Shigeru Miyamoto, Warren Spector, John Carmack oder Peter Molineux nicht ersetzen, weil sie einfach gut sind.
    Häufig sind solche Keyperformer aber auch einfach Leute, die mit Herz und Elan an "ihrem Baby" arbeiten und deshalb etwas unglaublich gutes fabrizieren.
    Solche Leute verscheuche ich doch, bei allem Willen zur Subordination, wenn gegen Ende des Projekts föhlich trälernd in den Konfi marschiere und sage:

    "Mhmm, gute Arbeit Team X. Seit einigen Wochen gehts ja endlich voran hier und die ersten Promovids sehen nicht absolut schlecht aus! Könntet Ihr Euch vorstellen, einen Nachfolger zu entwickeln?"

    - Äh danke Chef also, nach dem Urlaub im Prinzip ja. Meine Frau meint, unsere Jüngste fängt schon an zu laufen und sie soll endlich mal ihren Vater kennenlernen, deshalb dachte ich....

    "Vollstes Verständnis! Und deshalb machen das auch die Jungs von Team Y! -Schickt denen doch schonmal eure Sourcen rüber. :-)"

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