Spieleprogrammierung hat, meiner Ansicht nach, was mit Leidenschaft zu tun. Wer sich dafür wirklich interessiert und sich etwas auf den Arsch setzt wird normalerweise auch nicht allzugroße Probleme darin haben zutritt zu dieser Branche zu bekommen.
Dort interessieren afaik viel mehr Referenzen, also das man über Mods oder eigene kleine spiele auf sich aufmerksam macht. Das ist ja auch das schöne an der Informatik, es ist ein bereich in dem man sich mit etwas mühe auch von selber zutritt verschaffen kann. Es gibt viele gute Artikel, Bücher und weitere Ressourcen um dort einzusteigen, der Rest ist meist nur durch die eigene Phantasie beschränkt.
Soll heißen, wer ein Händchen für die Engine Programmierung hat, oder für das Modeln, Texturieren, Toolschreiben, etc... und was vorweisen kann, hat meist auch die Chance auf eine Einstellung als Juniorprogrammierer wo man dann mit der Zeit und erfahrung auch bis zum Senior hoch kann.
Insofern finde ich die Games Academy relativ überflüssig und zudem sehr teuer. Eher was für Leute die vom Beruf Sohn/Tochter sind. Allgemein ist die Spieleentwicklung auch nicht eine eigene Industrie in dem sinne, sondern eine heterogene Mischung aus den verschiedensten Berufen.
Ich war auf der Games Academy und hab sie dann nach nem Jahr abgebrochen weil sie sich fuer mich nicht gelohnt hat. Zudem hab ich dann nen Praktikum bekommen bei intel was ich eh schon immer machenw ollte.
Der Preis ansich ensteht ja eher durch die Privatfinanzierung. Was ich okay finde wobei das Problem eher ist, dass die GA fuer Leute gedacht ist, die keine Ahnung haben. Und/oder sich auch eher direkt auf Spieleentwicklung konzentrieren wollen. Menschen die halt nicht daheim sich programmieren beibringen koennen oder keine Ausbildung in der Richtung gemacht haben.
Auch beim Modeln seh ich das aehnlich. Jeder kann zwar theoretisch daheim sich hinsetzen und sich das alles beibringen dank Tutorials und Buecher und viel viel Arbeit aber die GA bietet halt einen Rahmen zur Orientierung.
In laendlichen Gebieten ist es mehr als schwierig eine Gruppe zu suchen die sich regelmaesig trifft und bei den Treffen dann nur programmiert oder modelt. Sowas waere echt optimal.
Ich muss allerdings auch sagen, dass ich mittlerweile durch meine Erfahrungen allgemein(auch auf die Branche ansich bezogen) jedem empfehle zu studieren. Das bringt einem auf lange Sicht mehr. Alternativ eben hobbyprojekte. Daheim hinsetzen und ein Spiel nach dem anderen programmieren. Vielleicht ein Jahr einfach aussetzen(keine Schule/Arbeit) falls das geht und man wirklich was jeden tag tut oder halt viel von seiner Freizeit verwenden.
Allerdings bin ich von der deutschen Spielebranche ansich entaeuscht. Sie ist sehr klein und nicht wirklich gut. Die handvoll guten Studios machen entweder Egoshooter oder eine Simulation.
Aber wann hat man schon die Zeit sich 1-2(?) Jahre lang in Vollzeit nur mit dem Thema Spieleprogrammierung auseinanderzusetzen? + Die Möglichkeit sich etwas von Profis(Dozenten) zeigen zu lassen.
Das spricht für die GA.
Sowas entsteht halt aus Leidenschaft. Wer sich wirklich dafür interessiert ist auch bereit seine Freizeit, quasi als Hobby dafür zu opfern.
Reich wird man als Mitarbeiter eines Studios nicht, das ist eine Branche der man sich leidenschaftlich hingeben muss, zumal sich - dank zusehender Profitmaximierung in dem Sektor - die Crunsh-Phase mittlerweile fast über das ganze Projekt streckt.
Dort muss man sich seine Brötchen hart verdienen, ein gutes Studio kann sich nicht, wie eine Erfolgreiche Musikband, nach einem oder 2 erfolgreichen Alben erstmal 1 oder 2 Jahre Pause gönnen um sich "inspieren zu lassen". Ein Entwicklerstudio ist eher vergleichbar mit der Crew an einem Filmset, der einzige der einen eher lässigen Part hat ist der Designer/Drehbuchautor der sein Spiel verwicklicht haben will. Diejenigen die damit aber richtig erfolgreich sind und sich einen Namen gemacht haben, kann man aber auch an einer Hand abzählen.
Ich bin zwar (noch) nicht in der Branche, habe aber schon einige Infors aus erster Hand bekommen :)
Was ich damit sagen will, diese Branche hat kaum was mit Romantik zu tun (Zumindest der AAA-Bereich). Ich empfehle und wünsche mir eher, das sich die Leute eher zu kleinen Indie-Gruppen zusammenschließen und so vielleicht mehr Innovative Spielideen umsetzen. Das ist auch ein schönes hobby und je nach dem wie erfolgreich man ist lässt sich darüber auch was verdienen.
Die einen Stecken unsummen an Geld und Zeit in Modellflugzeuge/Hubschrauber, in ihr Auto/Motorrad, ihre Frau/Freundin *g* usw... Wer seine Leidenschaft in den Spielen sieht, wird mit Hobbyprojekten wahrscheinlich Glücklicher und zufriedener. Spiele zu programmieren bzw. umzusetzen ist kein Hexenwerk, woran es fast immer scheitert sind die Soft-Skills.
Daher mein Fazit: Wer spiele liebt, soll gefälligst in die Indie-Szene gehen :)
Ich finde es wichtig, dass in Europa endlich Leute für die Gamesbranche ausgebildet werden, die Milliarden umsetzt. Wenn wir es hier verpennen werden die Arbeitsplätze in USA; Kanada, Korea etc. geschaffen. Wichtig sind tolle Spielideen. Und doof ist, dass es zu wenig öffentliche Hochschulen wie die HAW in Hamburg gibt, die Games ausbilden und wo es nichts kostets. (leider nur Master, aber BA machen die wohl auch Kurse und man kann ja in Informatik oder Design woanders machen).
Und einige gute Firmen, meist im Browsergamebereich, die weltweit führend sind, gibts in Deutschland ja auch wie Gameforge, Bigpoint oder die von Penner Game. Mit ner guten Idee und guten Know How aus dem Studium kann man gut verdienen.
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