Warum wird zwanghaft darauf bestanden, dass Spiele einen Lerneffekt haben müssen? Spiele sind Unterhaltung, genau wie Filme oder Bücher. Wenn man ein Spiel spielt, dann möchte man Action und Unterhaltung, es sei denn man zählt zu der Gruppe, die Simulationen mag (zähle ich mich auch zu).
Aber dafür hat der Spielemarkt ArmA (II). Einen realistischen "Shooter", wo es nicht darum geht, wer am tollsten springen kann, sondern wer seinen Hintern in der Deckung hält, während er mit seinem Trupp ein Dorf einnimmt.
Nochmal die Frage, warum muss Medal of Honor, oder Call of Duty das gleiche bieten? Warum darf es kein Medal of Honor geben, das mit unrealistischer, aber unterhaltender Action aufwartet? Warum muss ein Lerneffekt oder dokumentarischer Wert vorhanden sein?
Gehen wir mal in die andere Richtung und betrachten uns die Filmwelt, und auch das schon angesprochene Band of Brothers.
Beziehungsweise gehen wir den Weg des Artikels und betrachten uns den letzten Teil der Rambo Reihe.
Hier ballert Rambo brutal seine Gegner nieder, nahezu unsterblicher Einzelkämpfer mäht mit der Flak durch schier unendliche Gegnerhorden. Blut spritzt, Knochen zerbersten. Statt mit größtmöglicher Brutalität zu werben hätte hier ein dokumentarischer Teil gut getan, so wie es einige Simulationsspiele auch tun.
Merkt ihr was? Man kann das Lob für die Filme genausogut umkehren, und auch in diesem Lager etwas finden, was sich genauso umschreiben lässt, wie die Spiele hier in diesem Artikel.
Tatsache ist, wer die "Realität" abgebildet haben will, der spielt weder das eine, noch das andere, sondern beispielsweise ArmA. Wer Unterhaltung will und Spannung bis er vor lauter Schweiß von selbst aus dem Stuhl rutscht, der spielt die genannten Titel.
Ebenso ist es bei den Filmen. Wer die "Realität" abgebildet haben will, der schaut Band of Brothers. Und wer den brutalen Action-helden haben will, der schaut Rambo.
Das mal als kleines IMHO zu diesem IMHO
Gebe Dir einerseits recht, aber ich möchte noch anmerken, dass die dargestellte Gewalt nichts mit unrealistisch zu tun hat. Im Krieg gibt es jede erdenkliche Art von Grausamkeit. Die in einem Film oder einem Spiel, welche Krieg als Thema hat, auch darzustellen ist also keineswegs unrealistisch, sondern unterstreicht eigentlich nur die wirkliche Grausamkeit des Krieges. Sicher kann man in Frage stellen, ob oder warum Krieg als Unterhaltungsinhalt herhalten muss. Ich persönlich fand es immer etwas makaber, wenn Spiele mit "echten Szenarien an echten Schauplätzen" geworben haben. Da sind Leute wirklich gestorben und wir spielen es zur Unterhaltung nach. DAS kann man in Frage stellen, aber dass bei dem Inhalt auch die Gewalt so dargestellt wird, wie sie im Krieg sicher auch passieren würde, finde ich darüber hinaus aber nicht weiter schlimm. Ist es nicht eher verharmlosend, wenn man sie weglässt? (so wie in unzähligen geschnittenen deutschen Titeln) Ich muss sagen, dass mich manche Szenen von Call of Duty gerade wegen ihrer Grausamkeit nur in meinem Parzifismus bestärkt haben, weil ich dachte: "Sch***e, ist das heftig. Sowas will ich nie erleben müssen und wünsche es auch niemandem".
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