Ich finde die Regelung gut, da meiner Meinung nach bisher in Großbritannien noch nicht so sehr darauf geachtet wurde. Als ich in Großbritannien war, gab es einen offenen (wie soll ich offen jetzt erklären.. hmm.. sagen wir uneingeschränkten) Umgang mit Gewalt, Sex., usw...
Wie habt ihr die Situation bisher gesehen?
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Die Frage ist, was ist daran so schlimm? Müssen Kinder vor Sex (ich mein damit keine realitätsfremden Hardcore-Pornos) geschützt werden? Das natürlichste der Welt und unabdingbar für das Überleben unsere Spezies?
Warum dürfen Kinder keine Gewalt sehen? Wieder geht es nicht um durchgeknallte Filme wie Hostel und dergleichen, aber warum sind Dokumentationen über Krieg etc. mit Altersbeschränkungen belegt? Muss man Kinder wirklich vor der Realität und der (unbestreitbaren) Grausamkeit der Menschen schützen? Dürfen sie nicht erfahren, wie das Leben ist? Wenn auch woanders...
Klar, wenn Kinder mit Gewaltszenen überflutet werden, kann das seelische Schäden hinterlassen. Aber ich denke, wenn man darüber redet und offen damit umgeht, was dort passiert, ist das für die Entwicklung eher vorteilhaft.
Wie schon gesagt, es geht nicht um Pornos und Horrorfilme, sondern um Dokus, Reportagen und so weiter. Für alles andere halte ich Altersbeschränkungen auch für richtig.
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Kinder sind nun mal auch deswegen Kinder, weil sie geistig noch nicht reif genug sind gewisse Dinge so zu verarbeiten und zu verstehen wie ein Erwachsener. Darum ist es wirklich nicht verkehrt Kinder vor solchen Inhalten zu schützen bis sie reif genug sind sie auch wirklich verstehen zu können.
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Ja, mit einem 5-jährigen über Krieg zu reden ist unangebracht, schon klar. Ich finde aber nicht, dass es von oben festgeschrieben werden muss, wann mein Kind bereit dafür ist, zu sehen, was Krieg oder Sex ist oder was Hungersnot bedeutet. Genauso wie es nicht schaden kann, wenn man mal sieht, was passieren kann, wenn man über Bahngleise läuft oder? Mich hat das damals so "beeindruckt" (im negativen), dass ich niemals über Schienen laufen würde^^
PS:
Ich kann hier nur verbreiten, was ich mir so vorstelle. Habe selber keine Kinder und vielleicht seh ich es auch anders, wenn es mal so weit sein sollte :P
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entekmedia schrieb:
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> Ja, mit einem 5-jährigen über Krieg zu reden ist unangebracht, schon klar.
> Ich finde aber nicht, dass es von oben festgeschrieben werden muss, wann
> mein Kind bereit dafür ist, zu sehen, was Krieg oder Sex ist oder was
> Hungersnot bedeutet. Genauso wie es nicht schaden kann, wenn man mal sieht,
> was passieren kann, wenn man über Bahngleise läuft oder? Mich hat das
> damals so "beeindruckt" (im negativen), dass ich niemals über Schienen
> laufen würde^^
Es steht Dir frei, deinen (imaginären) Kindern die Begriffe Sexualität, Gewalt/Krieg und Armut/Hunger näher zu bringen.
Aber bedarf es dazu "Computerspiele" oder bildreichen "Dokumentationen"*?
*vor allem wenn diese aus US-Amerikanischer Quelle sind...
--
Für Computerforen: Ich nutze RISC OS - und wünsch' es bleibt auch so.
Für Mob.-Tel.-Foren: Ich nutze Android - und wünscht' es wäre webOS.
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entekmedia schrieb:
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> Ja, mit einem 5-jährigen über Krieg zu reden ist unangebracht, schon klar.
> Ich finde aber nicht, dass es von oben festgeschrieben werden muss, wann
> mein Kind bereit dafür ist, zu sehen, was Krieg oder Sex ist oder was
> Hungersnot bedeutet. Genauso wie es nicht schaden kann, wenn man mal sieht,
> was passieren kann, wenn man über Bahngleise läuft oder? Mich hat das
> damals so "beeindruckt" (im negativen), dass ich niemals über Schienen
> laufen würde^^
Sorry, aber du kannst nicht den kompletten Jugendschutz auf die Eltern abwälzen. Wenn es keine Altersbeschränkungen z.B. von Filmen oder Spielen gibt, würden sich garantiert Heerscharen von Minderjährigen in ultraharte Gewaltfilme begeben (ohne Wissen der Eltern) und mit selbigen nicht klar kommen.
Ich habe selbst als Kind heimlich einen (für heutige Begriffe sehr moderaten) Horrorfilm gesehen und hatte dann tagelang Alpträume...
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Wie gesagt, will ich nicht über gesetzl. Altersbeschränkungen von gewalt- / sex-verherrlichenden Spielen oder Filmen reden. Das ist schon in Ordnung so.
Was mich wundert ist halt, dass es Beschränkungen für Dokumentationen, Lehrmaterial etc. gibt. Da sollten doch die Eltern selbst am besten wissen, was ihr Kind verstehen kann und wann das so weit ist oder?
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Die RTL-Eltern sollten sowas nicht auch noch entscheiden müssen. Gottseidank wird ihnen die Entscheidung größtenteils abgenommen!
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Denen ist ohne Altersbeschränkung genau so wenig zu helfen wie mit...
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entekmedia schrieb:
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> Die Frage ist, was ist daran so schlimm? Müssen Kinder vor Sex (ich mein
> damit keine realitätsfremden Hardcore-Pornos) geschützt werden? Das
> natürlichste der Welt und unabdingbar für das Überleben unsere Spezies?
Wohl eine Altersfrage. Ich bin ja schon der Ansicht, dass die erste Aufklärungsrunde in der Schule schon durch sein sollte, mindestens (wann findet die heutzutage eigentlich statt? Ende der Grundschule?), bevor das filmisch vertieft wird. Aber die strickte ab-18-Regelung halte ich auch für Unfug.
Vermutlich richtet selbst ein Porno bei einem 14-Jährigen weniger Schaden an als Filme wie Saw oder Hostel. Das gleiche gilt vermutlich auch für eine 16- oder 18-jährigen.
> Warum dürfen Kinder keine Gewalt sehen? Wieder geht es nicht um
> durchgeknallte Filme wie Hostel und dergleichen, aber warum sind
> Dokumentationen über Krieg etc. mit Altersbeschränkungen belegt? Muss man
> Kinder wirklich vor der Realität und der (unbestreitbaren) Grausamkeit der
> Menschen schützen? Dürfen sie nicht erfahren, wie das Leben ist? Wenn auch
> woanders...
Es geht ja nicht um die Frage ob sie es erfahren, sondern wann.
Und bei Krieg und Gewalt bin ich der Ansicht besser später als früher. Das Kind zieht aus der frühen Auseinandersetzung mit dieser Seite der Realität und mit der Grausamkeit der Menschen keinerlei Nutzen, solange es nicht in einem Kriesengebiet aufwächst. Im Gegenteil, ein paar Jahre später ist die Auseinandersetzung wesentlich effizienter, differenzierter, ergebnisorientierte, angstfreier und ohne wochenlange Albträume möglich. Warum sollte man sein Kind unnötig quälen und dann auch noch mit dem schlechteren Ergebnis dastehen?
> Klar, wenn Kinder mit Gewaltszenen überflutet werden, kann das seelische
> Schäden hinterlassen. Aber ich denke, wenn man darüber redet und offen
> damit umgeht, was dort passiert, ist das für die Entwicklung eher
> vorteilhaft.
Welche Entwicklungsvorteile versprichst Du Dir?
Eine Art Vorbereitungseffekt auf eine Situation, die (hier) höchstwahrscheinlich eh nicht eintreten wird, und wenn doch, auch mit solch einer Vorbereitung von einem Kind/Jugendlichen nicht bewältigt werden kann?
Eine Art Reifeeffekt in Form einer frühen Resignation ob der Schlechtheit der Menscheit? Willst Du das wirklich?
Einen Abhärtungseffekt? Funktioniert nicht. Die Jugendfreunde von mir die ein frühes, "offenes" Verhältnis zu Gewalt hatten, haben heute die größeren irrationalen Ängste aus meinem Bekanntenkreis, wohingegen diejenigen ohne Fernseher, die mit 16 nach "die hard" bleich aus dem Kino gestolpert sind, heute die selbstbewusteren, stärker in sich ruhenden, furchtloseren und stabileren Persönlichkeiten sind.
Selbst darüber reden und offen damit umgehen wird nicht viel gegen seelische Schäden helfen, wenn die Auseinandersetzung zu früh erfolgt. Demhingegen habe ich noch nicht mitbekommen, dass jemand Entwicklungsnachteile daraus gezogen hätte, dass ihm ein paar Jahre später als anderen klar wurde, wie schlecht die Menscheit sein kann. Da ist die Risikoabwägung nicht sonderlich anspruchsvoll.
Ein Bekannter von mir hat zwei Töchter, inzwischen 15 und 12. Als letztes Jahr der Krailing-Mord an zwei Mädchen geschehen ist, haben sie das mitbekommen und es wurde offen darüber gesprochen. Und trotzdem hatte die kleinere wochenlang Albträume, bleibt seit dem (immer noch) im Kinderzimmer nachts die Tür auf und im Flur das Licht an und war für die Eltern abends weggehen gestorben. Die Auseinandersetzung war für die kleinere damals mit 11 wohl zu früh und macht sie heute noch zum Angsthasen (welch Entwicklungsvorteil), trotz offenem Reden, wohingegen die ältere mit 14 wohl alt genug für die Auseinandersetzung damit war (es ihr aber vermutlich auch nichts geschadet hätte, wenn sie noch älter gewesen wäre).
> Wie schon gesagt, es geht nicht um Pornos und Horrorfilme, sondern um
> Dokus, Reportagen und so weiter. Für alles andere halte ich
> Altersbeschränkungen auch für richtig.
Meine erste "echte" Leiche im Fernsehen (ja, an die erinnere ich mich noch, die waren zu meiner Zeit dort selten zu sehen) war erheblich einschneidender als das übliche Filmgemetzel.
--
FaLLoC
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Ich finde nicht das Jugendschutz eine schlechte Sache ist (Mal davon abgesehen das Jugendliche sowieso irgendwie Zugriff auf den Content bekommen den sie haben wollen) kann es aber nicht nachvollziehen warum man Erwachsenen Menschen ebenfalls gewisse Inhalte verbietet, warum ist eine ab 18 Version nicht ungeschnitten?
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Welche Vorteile ich mir daraus erhoffe?..
Erstens muss ich sagen, dass ich keinerlei Erfahrungen gemacht habe, wie Du. Also ich kenne niemanden, der durch ein solches Ereignis einen Schaden genommen hätte (aber auch nicht gegenteiliges).
Allerdings wohne ich in der Nähe einer Grundschule und kann des Öfteren hören, wie da so untereinander kommuniziert wird. Und wenn 2. und 3. Klässler sich gegenseitig als Juden "beschimpfen" und dergleichen, wird mir Angst und Bange. Und die Lehrer stehen daneben und sagen nichts... Was ist da los?
Sind sie zu jung, um zu wissen, was mit den Juden passiert ist? Sagt ihnen keiner, wie verwerflich das ist? Warum benutzen sie "Jude" als Schimpfwort? Wie kommt das?!
Als ich in der Grundschule war, hat man sich noch Blödmann genannt und selbst da haben die Lehrer meist was gesagt. War aber auch im letzten Jahrtausend :P
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entekmedia schrieb:
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> Allerdings wohne ich in der Nähe einer Grundschule und kann des Öfteren
> hören, wie da so untereinander kommuniziert wird. Und wenn 2. und 3.
> Klässler sich gegenseitig als Juden "beschimpfen" und dergleichen, wird mir
> Angst und Bange. Und die Lehrer stehen daneben und sagen nichts... Was ist
> da los?
>
> Sind sie zu jung, um zu wissen, was mit den Juden passiert ist?
Eine Auseinandersetzung mit dem Holocaust bei 7-9 jährigen? Bist du sicher?
Mir hatte auch mit sieben ein Schulkamerad beigebracht, wie man ein Hakenkreuz malt, worauf mir daheim umgehend und unmissverständlich klar gemacht wurde, dass man das zu unterlassen hat. Die ausführlichere Begründung gabs erst ein paar Jahre später.
Klar sind elterliche Unterlassensanordnungen ohne hinreichende Begründung nicht der Königsweg, aber ich glaube, in solchen Situationen kann man sie in Erwägung ziehen.
Das Problem in der von Dir beschriebenen Situation ist glaube ich eher, dass überhaupt jemand einschreitet, egal wie.
--
FaLLoC
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