Natürlich kommt es bei so einer Meldung zu grosser Aufgeregtheit. Aber wollen wir wirklich "Spiele", in denen das Ziel ist, virtuelle Menschen umzubringen?
Ich kenne das Argument, dass in diesen Spielen keine echten Menschen sterben. Es ist richtig, doch es vergisst, dass gute Spiele den Benutzer während der Spielzeit in ihre Welt holen, so, wie es ein gutes Buch mit dem Leser zu tun vermag.
Ich weiss, wovon ich spreche, denn ich habe selbst bereits Computerspiele gespielt, in denen man virtuelle Menschen töten konnte und dafür belohnt wurde. Jedoch habe ich mich immer dagegen entschieden und nur auf solche Figuren geschossen, die mich zuvor angegriffen hatten. Ich kann mich nicht mit einer Spielfigur identifizieren, die mordend durch die Strassen zieht.
Leider gelingt es mit dieser Einstellung in vielen Spielen nicht, das Spielziel zu erreichen. Es darf meines Erachtens nicht sein, dass durch derartige Computerspiele im Gehirn der Benutzer das Belohnungszentrum für Tötungsaktionen aktiviert wird.
Bitte nicht gleich böse Antworten schreiben, sondern auch einmal über meinen Standpunkt nachdenken.
Euer
Urs - selbst begeisterter Computerspieler seit 1989
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Urs Redlich schrieb:
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> Natürlich kommt es bei so einer Meldung zu grosser Aufgeregtheit. Aber
> wollen wir wirklich "Spiele", in denen das Ziel ist, virtuelle Menschen
> umzubringen?
Es gibt nun mal kein "wir"! Wenn Du mich fragst, sollte das jeder erwachsene Mensch für sich selbst entscheiden dürfen. Ich hab es satt, dass selbsternannte Moral-Hüter für mich mitentscheiden wollen, was "_wir_ wirklich wollen"!
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Urs Redlich schrieb:
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> Natürlich kommt es bei so einer Meldung zu grosser Aufgeregtheit. Aber
> wollen wir wirklich "Spiele", in denen das Ziel ist, virtuelle Menschen
> umzubringen?
JA
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Eine Gesellschaft, die den erzieherischen Fokus auf Konkurrenzdenken (Erster sein im Sport, Ego vor Gemeinwohl usw.) und Konsum als Ablenkung legt, muss sich nicht wundern wenn sie soziale Monster gebiert.
Killerspielverbote haben mit Verhinderung realen Gewalttaten so viel gemein wie die katholische Kirche mit Aufklärung.
Man schreibt es sich gerne auf die Fahnen um danach weiterzumachen wie bisher.
Moral ist für Politiker nur ein Deckmantel hinter dem sie ihre schmutzigen Geschäfte (z.B. mit der Waffenlobby etc.) verstecken.
Bezogen auf die Schweiz:
REALE Sturmgewehre im Schrank haben, aber gegen Computerspiele hetzen.
Die Waffenlobby weiss:
Nicht die Waffen(Computerspiele) töten Menschen sondern Menschen.
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Dr Obvious schrieb:
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> Es gibt nun mal kein "wir"! Wenn Du mich fragst, sollte das jeder
> erwachsene Mensch für sich selbst entscheiden dürfen. Ich hab es satt, dass
> selbsternannte Moral-Hüter für mich mitentscheiden wollen, was "_wir_
> wirklich wollen"!
Dem stimme ich uneingeschränkt zu!
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was simulieren Kinder gleich nochmal mit Spielzeugpistolen bzw Cowboy und Indianerfiguren?
also müssen wir das konsequenterweise auch verbieten.
Ich habe nix gegen Christen. Ich habe nix gegen Moslems. Ich habe nix gegen Vegetarier. Ich habe nix gegen Apple-Fans. Aber ich habe etwas gegen Missionare...
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Dr Obvious schrieb:
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> Es gibt nun mal kein "wir"!
Natürlich gibt es ein WIR, sei es Familie, Beziehung, Freunde, im Sport, im Beruf oder gar der ganze Staat (ist in Deutschland evt. ein schwieriges Thema ;-)).
Falls nicht, bist du wohl der einsamste Mensch der Welt?
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Wenn Du es unbedingt falsch verstehen willst, dann mach das ruhig.
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> Aber wollen wir wirklich "Spiele", in denen das Ziel ist, virtuelle Menschen umzubringen?
Wollen wir wirklich "Filme" sehen, in denen der heilige und von den Kirchen verteufelte Akt der geschlechtlichen Vereinigung zwischen Menschen gezeigt wird?
Fehlt nur der Nachweis, dass jeder, der pr0n guckt, direkt loszieht und vergewaltigt!
Je unwissender die Politiker sind...
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Stimmt, voll und ganz.
Diese Tötungstrainingssoftware braucht wirklich kein Mensch.
Von daher ist es sehr zu begrüßen, daß die Schweizer jetzt ein Verbot erlassen.
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Was wirklich nicht brauchen sind Leute, die keine Ahnung haben aber dann naiv genug sind Meinungen andere als ihre eigene wiederzugeben ohne auch nur zu wissen wovon man hier eigentlich spricht.
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Jep, solange es den Wehrdienst gibt, braucht man wirklich keine "Tötungstrainingssoftware" (und die Gore-effekte sind so etwas von gut gemacht, Ragdoll, Dismemberment, (Body)Fluidphysics, you name it, pal ...)
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Nunja, mich stört an der Verbotssache eigentlich nur zwei Dinge:
1. es ist Zensur für Erwachsene
2. die Zensur gilt nur (in diesem Fall) für die Schweiz
Damit hat die Zensur nichts mit Jugendschutz zu tun. Dafür aber damit, dass einem als Erwachsener eines Landes etwas verboten wird, was Erwachsenen anderer Ländern nicht verboten wird.
Ich hätte weit weniger Probleme mit einem Verbot von zu extremen Gewaltspielen, wenn dieses Verbot Weltweit gelten würde, denn ich kann nichts spielen, was nicht existiert (da diese Art Spiele ja dann auch nicht mehr hergestellt werden).
Ob ich selbst so was auch spielen will ist dabei Nebensache.
Aber das ist generell ein Problem der Menschheit mit all ihren Grenzen und Unterschieden. Von daher haben wir eh keine Chance jemals alle gleich zu sein (außer wir bomben uns zurück in die Steinzeit).
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Mal ehrlich geht dich das was an wenn ich gerne nen Shooter Spiele? Freiheit heisst auch den Leuten selbet ihre Entscheidungen zu lassen und nicht aufzuzwingen.
Ich spiele selbst eigentlich nur MMO´s oder Strategiespiele und selbst die werden schon zensiert.
Die Freiheit ist unser höchstes Gut das immer mehr zerbricht. Kritisch denken tun die wenigsten und die, die es tun werden als Spinner oder Verschwörer denunziert. Wer nicht erkennt wie Wichtig diese Diskussion ist der tut mir leid.
Es besteht ein Problem und schlucken ein Gesetzliches Verbot. Wann hört das auf? Wann werden wir die Wurzel der Probleme angehen anstatt unsere Freiheit aufzugeben? Richtig dann wenn wir kein Stück Freiheit mehr haben.
so long
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Was ist passiert als Europa freier wurde, nachdem das nötigste wieder aufgebaut war? Die zu dieser Zeit geborene Generation wuchs mit dem Traum der Freiheit auf und ist sobald sie gross genug war auf die Strasse gegangen (fragt mal Onkel Joschka was los war bevor er im Wollpullover seinen Eid geleistet hat). Da man jetzt aber auf der anderen Seite ist, war das natürlich etwas völlig anderes ...
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delux schrieb:
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> Mal ehrlich geht dich das was an wenn ich gerne nen Shooter Spiele?
An sich stört mich das eigentlich nicht, eher die möglichen Auswirkungen.
Ich denke nämlich, dass bei leicht beeinflussbaren Menschen (altersunabhängig) ein Belohnungsgefühl entsteht. Und zwar durch die erst repetitive, dann intuitive Ausführung von (virtuellen) Gewalttaten, welche sogleich durch Spielfortschritt oder Entspannung emotional belohnt werden und damit das Belohnungsgefühl verankern.
Es ist auch bekannt, dass verschiedene Armeen wie z.B. die US-Armee solche Computersimulationen (Shooter-ähnlich) einsetzen, um Rekruten ein emotionsloses und damit effizienteres Töten beizubringen. Es werden gezielt die Veränderungen genutzt, die durch solche Simulationen/Spiele im Kopf der Spieler entstehen. Meine Befüchtung ist, dass auch viele Zivilisten gegen solche Veränderungen nicht immun sind.
Urs
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Du stellst hier Theorien als Tatsachen hin, die so überhaupt nicht erwiesen sind.
Aber selbst wenn es so wäre wie Du sagst: Was wäre denn so schlimm daran, wenn delux durch Shooter-Zocken ein Belohnungsgefühl verankert? Dann neigt er evtl zu einer Sucht nach Shooter-Zocken. Und jetzt?
Die Menschen, die nicht zwischen virtuell und real unterscheiden können sind nämlich meistens NICHT die Spieler, sondern solche Bedenkenträger wie Du, lieber Urs.
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"Jedoch habe ich mich immer dagegen entschieden und nur auf solche Figuren geschossen, die mich zuvor angegriffen hatten."
Ich wette du wolltest es Anfagns sogar ausdiskutieren.
"wollen wir wirklich "Spiele", in denen das Ziel ist, virtuelle Menschen umzubringen? "
Auf jeden Fall! Sie sollen sogar noch realistischer und brutaler werden. Es soll nicht mehr zwischen Game und Realität unterschieden werden können. Ausserdem muss das Schadensmodell derart verbessert werden, dass ich deutlich einen Unterschied sehe zwischen ein bisschen angeschossen und mausetot.
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Also ich will hier mal eines klipp und klar sagen: Die besten Möglichkeiten, einen Menschen zu töten, oder am besten gleich viele auf einmal, möglichst effizient, haben mir weder Counterstrike, noch Call of Duty noch sonst irgendwelche Games beigebracht. Denn bei denen saß ich ein meinem gut beheizten Zimmer, mit nem Monitor vor der Nase, ner Tastatur und Kopfhörern und ner Maus, am besten noch nen Kakao neben mir.
Vor 2 Jahren lag ich an der Ostsee in einer Dackelhütte. Verdammt kalter Wind. Kurz nach 1 Uhr nachts, stockdüster draußen. Geweckt wurde ich dann vom plötzlichen Donnern von Explosionen, den Alarmrufen der Wache und dem rattern mehrerer MG-3. Kaum richtig wach höre ich auch schon das nächste Pfeifen von Artilleriegeschossen und dann derren Einschlag. Ich wühle mich aus dem Zelt, packe meine G36, empfange zwei volle Magazine scharfer Gefechtsmunition und robbe zu meinem Schützenloch durchs Dickicht, hinter mir die ganze Zeit ein Stuffz, der uns anbrüllt in Deckung zu bleiben. Kaum im Schützenloch angekommen, sehe ich in der Ferne das Zielgebiet der Artillerie. Überall Detonationen, Rauchsäulen und das Rattern der Gewehre. Offiziere brüllen uns Befehle entgegen. Ich entsichere mein G36, stelle auf "F" wie "Frieden" oder "Feuerstoß" und eröffne das Feuer auf schemenhaft erkennbare Gestalten. Der Rückschlag ist jedes Mal in der Schulter bemerkbar, wenn ich meinen Zeigefinder am Abzug Krümme. Leuchtspurgeschosse jagen durch die Nacht. Immer wieder verschwinden die schemenhaften Gestalten nach kurzem draufhalten. Bald fangen meine Augen an zu tränen vom angestrengten durch das Visier schauen.
In dem Augenblick war mir nicht bewusst, das die Schemen die ich da unter Feuer nehme wie Oberkörper von Menschen geformnten Pappkameraden sind, statt echter Gegner.
Aber natürlich gehören Killerspiele verboten...
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So ein Gesetz geht ja immer von der Prämisse aus, dass man das Gesetz auch einhält.
Ich glaub aber eher nicht, das Leute wie Steinhäuser, Kretschmer, Georg R. so ein Gesetz sonderlich gestört hätte ...
Da hilft es dann auch nicht ein 'du sollst nicht töten' in X Versionen als Gesetze zu formulieren.
Ich wäre da lieber für ein Gesetz 'wir bilden unserer Lehrer und Kindergärtner besser aus und bezahlen sie entsprechend'.
meine 2 Cent
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