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  5. » LTE: 100 MBit/s für Bonn, Hamburg…

70 MBit/s klingt zwar gut...

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  1. 70 MBit/s klingt zwar gut...

    Autor /mecki78 24.04.12 - 17:39

    ...wenn aber 70 Leute in der gleichen Zelle versuchen diese zeitgleich auszureizen, dann sind das dennoch nur 1 MBit/s pro Nutzer. Und auch LTE Zellen sind nicht so klein, dass 70 Nutzer ein hoch gegriffener Wert wäre. Gerade in einer Mio Stadt würde ich mit deutlich mehr als 70 Nutzern pro Zelle rechnen, wenn LTE erst einmal von jedem 2ten Handy, Tablet und Surfstick am Markt unterstützt wird.

    Gut, Handy und Tablet Nutzer saugen selten bis die "Leitung glüht" (im übertragenen Sinne), aber LTE wird ja auch gerne als DSL Alternative angepriesen, und wenn jedes zweite Notebook und jeder zweite PC dann auch noch per LTE im Netz hängt, dann wären selbst 100 MBit/s unterdimensioniert.

    Ich weiß nicht wie der Stand in Bonn oder Leipzig ist, aber AFAIK kann man in Hamburg und München FTTB (Fibre to the Building) haben, die *pro Nutzer* 100 MBit/s bieten und diese gehören dem jeweiligen Nutzer *GANZ ALLEINE*, die muss er mit niemanden teilen. Um das zu erreichen müssten LTE Zellen schon auf einzelne Wohnungen beschränkt sein.

    Nicht falsch verstehen, LTE ist natürlich besser als UMTS und natürlich finde ich es gut wenn LTE kommt und in Zukunft mobile Geräte das auch unterstützen, aber LTE als DSL Alternative zu verkaufen und den Tod des Festnetzanschlusses zu propagieren halte ich für maßlos übertrieben, dazu müsste LTE schon ca. 100x so schnell sein, dann könnte man das ernsthaft diskutieren.

    /Mecki

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  2. Re: 70 MBit/s klingt zwar gut...

    Autor Jonah Ltd. 24.04.12 - 18:29

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich weiß nicht wie der Stand in Bonn oder Leipzig ist, aber AFAIK kann man
    > in Hamburg und München FTTB (Fibre to the Building) haben, die *pro Nutzer*
    > 100 MBit/s bieten und diese gehören dem jeweiligen Nutzer *GANZ ALLEINE*,
    > die muss er mit niemanden teilen. Um das zu erreichen müssten LTE Zellen
    > schon auf einzelne Wohnungen beschränkt sein.

    Nein, solche Angebote gibt es nicht. Auch dort teilt man sich die Leitung mit anderen Nutzern, die 100 MBit/s (und selbst Angebote mit 50, 20, 16...) sind Durchschnittswerte. Wie dick sollten die Leitungen an den Übergabepunkten der PoPs denn sein, um so etwas zu ermöglichen? Völlig unrealistisch, dann könnte ein Anbieter so etwas nur für eine einstellige Zahl von Kunden anbieten.

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  3. Re: 70 MBit/s klingt zwar gut...

    Autor /mecki78 24.04.12 - 19:22

    Jonah Ltd. schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nein, solche Angebote gibt es nicht.

    Da ich selber zwei Internetzugänge besitze, einmal per Kabel (32 MBit/s) und einmal per LWL (100 MBit/s), weiß ich das glaube ich doch etwas besser als du.

    Ich bekomme bei meinem Kabelanschluss meine 32 MBit/s und das fast 24 Stunden am Tag, das weiß ich, weil ich eine Box dran hängen habe, die alle 2 Stunden die Leitung "vermisst": http://tinypic.com/r/ztbr6c/5

    Siehe Diagramm rechts oben. Ich kann dir Diagramme der letzten 30 Tage senden wenn du möchtest, die sehen alle so aus und das obwohl Kabel ein Shared Medium ist, aber das Internet wird schon lange vor der Kopfstation aus dem Kabel wieder "herausgeholt" und in einem LWL Netz weitergeleitet.

    Bei meiner LWL Leitung bekomme ich auch die vollen 100 MBit/s, wenn ich eine Gegenstelle habe, die überhaupt so viel liefern kann. Ich habe es aber schon mit meinem eigenen Testserver ausprobiert, da gehen volle 100 MBit/s drüber und das auch zwischen 18-22 Uhr abends und auch am Sonntag (die Spitzenzeiten für Netzauslastung). Ich kontrolliere diese Leitung auch regelmäßig, aber leider habe ich da keine so tolle Box dran (ich habe nur eine und die muss derzeit am Kabelanschluss hängen).

    > Auch dort teilt man sich die Leitung mit anderen Nutzern, [...]

    Nein, jedes Gebäude hat ein eigenes LWL Kabel, das mit GBit Ethernet arbeitet, d.h. bis zu 10 Parteien können hier echte 100 MBit/s haben. Große Wohnblöcke werden mit 10 GBit/s angebunden, d.h. bis zu 100 Leute können hier echte 100 MBit/s haben.

    > Wie dick sollten die Leitungen an den
    > Übergabepunkten der PoPs denn sein, um so etwas zu ermöglichen?

    Im Backbone verwendet man Router wie diesen hier:
    http://www.cisco.com/en/US/products/ps5763/index.html

    Diese Systeme sind über Module erweiterbar, das Maximum was diese Router tatsächlich routen können liegt bei 322 TB/s (TERRABITS PRO SEKUNDE), wenn man alle ihre Slots mit den schnellsten Modulen bestückt.

    D.h. der tatsächliche Flaschenhals ist erst die Anbindung des Providers an CIX, wie den DE-CIX in Frankfurt oder private Peering Exchange Punkte mit anderen Backbone Betreibern. Diese sind natürlich nicht so gewaltig, dass es erlauben würden jeden deutschen Haushalt zeitgleich 100 MBit/s zu bekommen. Das ist schon klar.

    Aber in diesen Backboneflaschenhals laufen auch LTE Nutzer, in den läuft jeder, egal wie er in's Internet geht. Nur LTE Nutzer werden schon viel früher eine kriechende Leitung haben verglichen mit dem Leuten, die bis zum Backbone eine Anbindung haben, die ihnen auch tatsächlich private 100 MBit/s garantiert. Denn selbst wenn der Backbone gerade stark ausgelastet ist, dann verteilt sich diese Last auf viele Anschlüsse und jeder bekommt halt ein bisschen weniger, d.h. dann bekommen vielleicht alle nur noch 90 statt 100 MBit/s.

    Außerdem verteilt sich die Last im Backbone auf unterschiedliche Leitungen. Daten die gerade zu einem Server im Telekom Netz gehen werden über Leitung A geroutet, Daten die an einem Server bei Hetzner gehen werden über Leitung B zum DE-CIX geroutet, Daten die an einem US Server gehen werden über Leitung C nach Amsterdam geroutet. D.h. keine dieser Leitungen für sich alleine hat eine Kapazität von mehr als 10 GBit/s, aber zusammen haben sie schon 30 GBit/s. Und so ein ISP hat teilweise 30+ Leitungen, auf die sich die Daten seiner Kunden verteilen. Die Telekom hat über 200 Peering Points verteilt über ganz Deutschland. Bei LTE hingegen gehen alle Daten zwischen Empfänger und Mast aller Nutzer dieser Zelle über die gleiche "virtuelle Leitung", egal wo diese später hin geroutet werden. LTE ist so, als ob man einen 100 MBit/s Anschluss sich holt und dann dort einen ganzen Wohnblock drüber versorgt.

    /Mecki

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  4. Re: 70 MBit/s klingt zwar gut...

    Autor Jonah Ltd. 24.04.12 - 22:42

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Jonah Ltd. schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Nein, solche Angebote gibt es nicht.
    >
    > Da ich selber zwei Internetzugänge besitze, einmal per Kabel (32 MBit/s)
    > und einmal per LWL (100 MBit/s), weiß ich das glaube ich doch etwas besser
    > als du.

    Offensichtlich nicht. Da ich selber solche Anlagen plane...

    > Ich bekomme bei meinem Kabelanschluss meine 32 MBit/s und das fast 24
    > Stunden am Tag, das weiß ich, weil ich eine Box dran hängen habe, die alle
    > 2 Stunden die Leitung "vermisst": tinypic.com

    Wow. Du hast wirklich keine Ahnung, wenn Du das für einen sinnvollen Test hälst - sowohl dass Du so einen Quatsch überhaupt machst als auch dass Du das Ergebnis für die Fragestellung für relevant hälst.

    > > Auch dort teilt man sich die Leitung mit anderen Nutzern, [...]
    >
    > Nein, jedes Gebäude hat ein eigenes LWL Kabel, das mit GBit Ethernet
    > arbeitet, d.h. bis zu 10 Parteien können hier echte 100 MBit/s haben. Große
    > Wohnblöcke werden mit 10 GBit/s angebunden, d.h. bis zu 100 Leute können
    > hier echte 100 MBit/s haben.

    Bis wohin?

    > > Wie dick sollten die Leitungen an den
    > > Übergabepunkten der PoPs denn sein, um so etwas zu ermöglichen?
    >
    > Im Backbone verwendet man Router wie diesen hier:
    > www.cisco.com

    Du hast ÜBERHAUPT keine Ahnung und betreibst Namedropping.

    > D.h. der tatsächliche Flaschenhals ist erst die Anbindung des Providers an
    > CIX, wie den DE-CIX in Frankfurt oder private Peering Exchange Punkte mit
    > anderen Backbone Betreibern. Diese sind natürlich nicht so gewaltig, dass
    > es erlauben würden jeden deutschen Haushalt zeitgleich 100 MBit/s zu
    > bekommen. Das ist schon klar.

    Ach. ACH! ACH NEE!

    (Ersetze Haushalt durch Kunde, das nur am Rande. Abgesehen davon: Was glaubst Du eigentlich, was für interne Leitungen die Anbieter nach Frankfurt haben? Anzahl 100Mbit/s-Kunden * 100Mbit/s?)

    > Aber in diesen Backboneflaschenhals laufen auch LTE Nutzer, in den läuft
    > jeder, egal wie er in's Internet geht. Nur LTE Nutzer werden schon viel
    > früher eine kriechende Leitung haben verglichen mit dem Leuten, die bis zum
    > Backbone eine Anbindung haben, die ihnen auch tatsächlich private 100
    > MBit/s garantiert. Denn selbst wenn der Backbone gerade stark ausgelastet
    > ist, dann verteilt sich diese Last auf viele Anschlüsse und jeder bekommt
    > halt ein bisschen weniger, d.h. dann bekommen vielleicht alle nur noch 90
    > statt 100 MBit/s.

    Käse. Wirklich. "Die Reifen an meinem Corsa sind bis 250 kmh spezifiziert. Klar schaffe ich das mit einem Corsa nicht, aber 200 werden dann doch schon drin sein."

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  5. Re: 70 MBit/s klingt zwar gut...

    Autor Eheran 25.04.12 - 10:51

    Jonah Ltd. schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Offensichtlich nicht. Da ich selber solche Anlagen plane...
    Warum nennst du in deinem ganzen Beitrag denn nicht mal Zahlen?
    Wie sieht es denn tatsächlich aus?
    Würde mich interessieren - jedenfalls weit mehr als dieses Klugscheißer gehabe und "bashing" welches beide Parteien betreiben.

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