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Wofür sind denn SmartPhones überhaupt gut?

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  1. Wofür sind denn SmartPhones überhaupt gut?

    Autor NeverDefeated 04.11.12 - 03:45

    Ich finde es wenig smart für Geräte auch noch Geld zu bezahlen, die sämtliche Überwachungsszenarien aus Orwells Roman "1984" locker in dem Schatten stellen und es sogar Privatleuten mit einem Laptop und nicht mal 100EUR teurem Equipment von eBay ermöglichen die Kommunikation ihrer Nachbarn abzuhören, deren SMS mitzulesen und über Programme wie Carrier IQ sogar den gesamten Speicherinhalt, jeden Knopfdruck des Besitzers, GPS-Positionsdaten, Telefon-/Adressenverzeichnis und sämtliche anderen Daten auf dem Smartphone auszulesen.

    Ich habe mein bislang letztes Handy vor weit über 10 Jahren verkauft, weil ich damals als Student bei einem Praktikum im Netzausbau selber Bewegungsprofile von Handys erstellt habe und Kollegen sich einen Spass daraus gemacht haben mit dem damals schon heimlich von Ferne aktivierbaren Handy-Mikrofon die Umgebung von Kollegen und fremden Leuten zum Spass quasi aus deren Hosentasche abzuhören. Handys sind die perfekten Spionagetools und die Leute zahlen auch noch Geld für die Dinger. Ein Traum für jeden Datensammler.

    1984 hatten die Leute noch Angst vor dem Überwachugsszenario in Orwells Roman "1984" und waren erleichtert, dass es so schlimm dann doch nicht gekommen war. Dummerweise hatte sich Orwell nur in der Zeit um einige Jahre verschätzt und den vollautomatisierten Überwachungsapparat der dann existieren würde nicht mal annähernd zusammenfantasieren können:

    Heute passiert die Überwachung von Millionen Bundesbürgern im Gegensatz zu der in Orwells Roman sogar unsichtbar und vollautomatisch mit wenig Personal und dafür leistungsfähigen Rechnern und die Deutschen sind auch noch so blöd und zahlen für ihren persönlichen Spion in der Tasche und glauben ernsthaft, dass sie in Zeiten wo Engländer in den USA am Flughafen abgewiesen werden, weil sie "Tomorrow I go and destroy the USA!" im Sinne von "Ich fliege morgen zum Partymachen in die USA." getwittert haben, in der Masse untergehen.

    Überlegt euch mal, wie viele Instruktionen Euer Gaming-Rechner zu Hause pro Sekunde verarbeiten kann? Glaubt ihr ernsthaft die Computertechnik wäre heute nicht in der Lage die Kommunikation, Positionsdaten und sonstigen Eingaben von 82 Mio. Bundesbürgern mitzuschneiden (auch wenn wohl nicht alle ein Handy haben ;-) ) obwohl sie es problemlos schafft deren Telefongespäche sekundengenau zu protokollieren? In der Masse untergehen war gestern. Die Kommunikation wird heute automatisch mitgeschnitten, gefiltert und ausgewertet.

    Oder glaubt Ihr, dass Provider und Hersteller keine Chance mehr hätten auf Euer Smartphone zuzugreifen, nur weil ihr es "gerootet" habt? Dann schneidet mal mit, was Euer smartes SmartiesPhone über den Tag an Daten über seinen dummen Besitzer so zum nächsten Sendemasten überträgt, selbst wenn ihr nicht telefoniert und ihr werdet feststellen, dass das etwas mehr als der nötige Heartbeat und die Daten für das Handover zum nächsten Sendemasten sind.

    Glaubt Ihr ernsthaft mit dem Entfernen von Carrier IQ wären die Überwachungsmöglichkeiten bei Android Smartphones Geschichte oder Apple hätte keine solche Software auf seinen Smartphones? Irgendein Pendant von Carrier IQ wird es sicher auch in iPhones geben. Seitdem man in der Lage ist die Daten von Millionen Kunden mit vergleichsweise billiger Hardware zu erheben und automatisiert zu sichten, wird das nicht nur vom amerikanischen Heimatschutz gemacht.

    George Orwell war offenbar nicht einmal entfernt in der Lage sich das Schreckensszenario eines Überwachungsstaates herbeizufantasieren, wie wir ihn heute längst haben. Bei ihm war die Kontrolle und Überwachung seitens des Staates noch für jeden offensichtlich. Bei uns ist es heute hingegen nicht einmal mehr der Staat, der die meisten Menschen überwacht und ausspioniert. Es sind mittlerweile grosse Unternehmen, die das tun, weil Profit offenbar wichtiger als die Beachtung der Gesetze und der Menschenrechte ist.

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  2. Re: Wofür sind denn SmartPhones überhaupt gut?

    Autor klugscheißer 04.11.12 - 11:43

    ... bei der Anzahl der Smartphone-Nutzer weltweit ist die Zahl der "interessanten Nutzer" wohl im Promille-Bereich anzusiedeln. Wirklich "wichtige Leute" habe abhörsichere Telefone.
    Und den Leuten, welche sich für so wichtig halten jeden Pups twittern, oder facebooken zu müssen, geschieht es nur recht wenn ihnen die Bude ausgeräumt wird.
    Sorry, aber etwas gesunden Menschenverstand sollte man beim Bedienen jeglicher Maschinen erwarten.

    Ich habe aber noch eine andere Frage, wenn Du doch die moderne Kommunikationstechnik so verteufelst, warum nutzt Du sie denn?
    Oder glaubst Du wirklich im Internet ist man anonym unterwegs?

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  3. Re: Wofür sind denn SmartPhones überhaupt gut?

    Autor NeverDefeated 04.11.12 - 21:39

    klugscheißer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ... bei der Anzahl der Smartphone-Nutzer weltweit ist die Zahl der
    > "interessanten Nutzer" wohl im Promille-Bereich anzusiedeln.

    Das ist ja gerade der Punkt: Es wird überhaupt nicht mehr im Vorfeld nach interessanten oder weniger interessanten Leuten unterschieden. Es wird einfach die Kommunikation von allen analysiert, weil das, dank leistungsfähiger Computertechnik, heutzutage viel weniger Umstände macht als auf klassische Weise Kriminelle/Personen von Interesse aufzuspüren.

    Heute kann man z.B. problemlos unter Verdacht geraten, wenn man jemanden mit dem eigenen Handy in der Tasche häufiger besucht, der zufällig in der Wohnung neben einem Kriminellen wohnt. Oder etwa wenn das eigene Handy bei Demonstrationen mehrfach im Umfeld beobachteter Personengruppen auftaucht. Die Polizei scannt nach Handys, die mehrfach in der Nähe der Handys von verdächtigen Personen auftauchen und stellt die Besitzer dieser Handys ebenfalls unter Verdacht.

    Die meisten Ermittler sind faul, wie die meisten anderen Menschen auch, und wenn es einfacher ist aus dem warmen Büro die zu observierenden Leute mit deren Handys auszuspionieren, dann wird das gemacht, auch wenn das zu falschen Schlüssen führt.

    Wenn nach einer Person gesucht wird ist das heute das erste was staatliche und private Ermittler machen: Sie suchen das Handy der Person statt der Person selber. Das führt u.a. dazu, das bei Kindesentführungen Zeit darauf verschwendet wird das Handy des Kindes zu finden statt darauf das Kind zu finden. Als wenn das Handy nicht das erste wäre, was ein Entführer dem Kind abnimmt und entsorgt.

    > "wichtige Leute" habe abhörsichere Telefone.

    Du würdest Dich wundern, wie viele Bundestagsabgeordnete mit ganz normalen Handys telefonieren und auf unverschlüsselten iPads, die über ihren WLAN-Zugang recht einfach zu hacken sind, sensible Daten mit sich herumtragen.

    Hast Du schon einmal von einem komplett verschlüsselten iPad oder iPhone gehört oder eine Idee, wie man auf einem Gerät mit proprietärem Betriebssystem, wie iOS es ist, eine vertrauenswürdige Vollverschlüsselung mit einem Open-Source-Verschlüsselungstool hinbekommt, das höchsten Anspüchen an die Sicherheit genügt? Alle Tools bei denen man nicht in den Quelltext sehen und sie selber kompilieren kann, braucht man garnicht erst zu benutzen, weil man bei diesen niemals weiss, ob nicht jemand einen Generalschlüssel oder eine andere Hintertür eingebaut hat.

    Wie viele Leute telefonieren wohl verschlüsselt über Skype ohne zu wissen, dass Skype Generalschlüssel an Regierungen verkauft, damit diese Gespräche mitschneiden können? Wenn Generalschlüssel existieren, braucht man garnicht mehr zu verschlüsseln.

    > Und den Leuten, welche sich für so wichtig halten jeden Pups twittern, oder
    > facebooken zu müssen, geschieht es nur recht wenn ihnen die Bude ausgeräumt
    > wird.

    Ja, demnächst werde dann Leute in Mietshäusern Accounts bei Twitter und Facebook auf den Klarnamen ihres ungeliebten Nachbarn anlegen und diesem mit ein paar Aussagen im Netz die USA-Reise mit Familie komplett versauen, so dass er schon am Flughafen in den Vereinigten Staaten abgewiesen wird.

    Oder sie schreiben bei Facebook in seinem Namen etwas über seine Hanfpflanzen in seiner Wohnung und lachen sich darüber kaputt, dass die Polizei bei dem daraufhin die Bude stürmt und nach den Dingern sucht.

    Hat der das dann auch "verdient", weil er seinem Nachbarn nicht passt, oder was?

    > Sorry, aber etwas gesunden Menschenverstand sollte man beim Bedienen
    > jeglicher Maschinen erwarten.

    Wenn andere die Maschinen bedienen und in Deinem Namen irgendwelchen Mist Twittern, der zu einem Einreiseverbot Deiner Person in die USA führt, nutzt Dir der vielzitierte, doch nie in freier Wildbahn beobachtete "gesunde Menschenverstand" wenig. Und von gesundem Menschenverstand kann man bei Leuten, die mit den Daten auf ihrem SmartPhone gleich Dutzende Datensätze/Informationen über Arbeitgeber, Lebenswandel und Bekannte/Freunde an jeden verraten, den es interessiert, wohl nicht reden.

    > Ich habe aber noch eine andere Frage, wenn Du doch die moderne
    > Kommunikationstechnik so verteufelst, warum nutzt Du sie denn?
    > Oder glaubst Du wirklich im Internet ist man anonym unterwegs?

    Du kannst ja mal versuchen mich zu tracen. Momentan läuft meine verschlüsselte Verbindung über untereinander verschlüsselt kommunizierende Proxyserver die in 5 verschiedenen Staaten der Erde stehen. In ein paar Minuten werden es 5 andere Server sein, die möglicherweise auch wieder in anderen Staaten stehen. Könnte also schon etwas schwieriger sein sich in den paar Minuten bis bei mir die Serverkette wechselt, Zugriff auf alle Server zu beschaffen um den Ausgangsserver zu finden auf dem mein verschlüsselter Uplink landet. Mit der IP-Adresse des Ausgangsservers in Deutschland, der letztendlich zu Golem verbindet, wirst Du jedenfalls nicht viel anfangen können. Über den greifen tausende Leute auf das Internet und eben alle mit derselben IP zu. Greifst Du bei Golem etwa mit Deiner von Deinem Provider Dir zugeteilten IP zu? Dann bist Du ein leichter Fang für jeden.

    Ein Handy/Smartphone habe ich, wie gesagt, schon seit weit über 10 Jahren nicht mehr, weil es damit eben nur sehr schwer möglich ist anonym zu bleiben. Insofern benutze ich nur diejenigen "modernen Kommunikationswege", die es einem Ermittler möglichst schwer (und da ich kein Verbrecher bin auch wenig lohnend) machen mich zu verfolgen.

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  4. Re: Wofür sind denn SmartPhones überhaupt gut?

    Autor katzenpisse 14.11.12 - 14:16

    Schreibst du das jetzt bei jedem Smartphone-Artikel?

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  5. Re: Wofür sind denn SmartPhones überhaupt gut?

    Autor Vollstrecker 14.11.12 - 14:23

    Du bist 127.0.0.1 ich hab dich getraced und lass jetzt denen PC abstü....

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  6. Re: Wofür sind denn SmartPhones überhaupt gut?

    Autor Vollstrecker 14.11.12 - 14:26

    und jetzt habe ich deine Webcam angezapft!

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  7. Re: Wofür sind denn SmartPhones überhaupt gut?

    Autor misterunknown 14.11.12 - 14:37

    Vollstrecker schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > und jetzt habe ich deine Webcam angezapft!

    ymmd xD

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  8. Re: Wofür sind denn SmartPhones überhaupt gut?

    Autor JoePhi 14.11.12 - 14:52

    Wenn Du glaubst, dass man Alufolie nur benutzt, um die nächste Fettbemme einzupacken, bist Du einfach schief gewickelt. So schauts aus!

    *******************
    'Zitate in der Signatur sind wirklich albern und überflüssig.'

    P. Machinery

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  9. Re: Wofür sind denn SmartPhones überhaupt gut?

    Autor NeverDefeated 16.11.12 - 19:18

    katzenpisse schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Schreibst du das jetzt bei jedem Smartphone-Artikel?

    Bei der Menge an SmartPhone-Artikeln dieser Tage wohl kaum. Aber vielleicht kopiere ich es noch unter einige weitere. ;-)


    Vollstrecker schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Du bist 127.0.0.1 ich hab dich getraced und lass jetzt denen PC abstü....

    lol

    Ja, die Sache mit dem localhost....


    > und jetzt habe ich deine Webcam angezapft!

    Meine Desk- und Laptops sind webcamfrei. Ich habe noch nie ein Bild von mir ins Internet übertragen, so wie ich auch noch nie meinen richtigen Namen an einem Rechner eingetippt habe, der Internetzugang hat oder in Zukunft bekommen soll. Eine Webcam schliesst sich also aus.

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