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Bitter: Alternativmedizin verantwortlich für Jobs frühen Tod?

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  1. Bitter: Alternativmedizin verantwortlich für Jobs frühen Tod?

    Autor GodsBoss 06.10.11 - 09:36

    Ich bin gerade über den Artikel A lesson in treating illness gestolpert. Dort steht geschrieben, dass Steve Jobs eine besonders seltene Form des Bauchspeicheldrüsenkrebses hatte, die glücklicherweise relativ gut behandelbar ist. Oder vielmehr wäre. Denn statt frühzeitig operieren zu lassen, verließ er sich wohl auf einen Naturheilkundler, der ihm eine (wirkungslose) Diät empfahl. Neun lange Monate konnte so der Tumor weiter wachsen. Erst als klar wurde, dass die Naturheilkunde nicht helfen konnte, entschied sich Jobs für echte Behandlungsmethoden.

    Natürlich ist das kein Beweis, dass er heute noch leben würde, aber er hätte wesentlich bessere Chancen gehabt. Bitte daran denken, wenn das nächste Mal irgendwo zu lesen ist, dass Alternativmedizin zumindest nicht schade. Das tut sie nämlich – genau dann, wenn sie dafür sorgt, dass belegbar wirksame Therapien von den Patienten ausgeschlagen werden.

    Man muss kein Pharma-Jünger werden, der glaubt, mit Pillen lasse ich jede Krankheit besiegen. Aber seinen gesunden Menschenverstand einschalten, das sollte man schon.

    Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, meine Ausführungen sind Platin.

  2. Re: Bitter: Alternativmedizin verantwortlich für Jobs frühen Tod?

    Autor SoniX 06.10.11 - 10:20

    Hmmm... Da kann man nichtmehr viel sagen, aber danke für den text und link.

  3. Re: Bitter: Alternativmedizin verantwortlich für Jobs frühen Tod?

    Autor GodsBoss 06.10.11 - 10:35

    Ich finde das in zweierlei Hinsicht schlimm.

    Erstens: Ein Mensch ist gestorben, obwohl das mit großer Wahrscheinlichkeit hätte verhindert werden können (bzw. sein Tod hätte hinausgezögert werden können). Ich bin ganz sicher weder Apple- noch Steve-Jobs-Fan, aber den Tod habe ich ihm nicht gewünscht.

    Zweitens: Es sieht so aus, als sei er gestorben, weil ihm medizinisch nicht geholfen werden konnte. Das könnte Menschen dazu bringen, sich genau den Methoden zuzuwenden, die ihm eben nicht geholfen haben.

    Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, meine Ausführungen sind Platin.

  4. Re: Bitter: Alternativmedizin verantwortlich für Jobs frühen Tod?

    Autor lear 06.10.11 - 11:22

    Schwer zu sagen, ohne seine Akte/Biopsie zu kennen.

    Pankreaskarzinome sind ohnehin selten.
    Die extrem seltenen sind die endokrinen, die sind entweder gutartig (i.a. kein Problem, aber richtig viele Fälle gibt's nicht) oder führen in 1/2a zum Tod.

    Die weniger seltenen exokrinen sind zu >80% nach der Diagnose auch nicht mehr operabel und selbst dann ist die Aussicht immer noch schlecht (und bei inoperablem Karzinom ist auch eine Chemo nahezu wirkungslos)

    Mal ganz ehrlich:
    alternative Therapie hin oder her - (maligner) Pankreaskrebs kommt eigentlich immer einem Todesurteil gleich - dafür hat S.J. noch "erstaunlich" (sorry, soll keine Wertung sein) lange durchgehalten.
    Wenn's aber tatsächlich ein benigner war, hat's irgendwer *mächtig* versaut.

  5. Re: Bitter: Alternativmedizin verantwortlich für Jobs frühen Tod?

    Autor GodsBoss 06.10.11 - 11:29

    > Schwer zu sagen, ohne seine Akte/Biopsie zu kennen.
    >
    > Pankreaskarzinome sind ohnehin selten.
    > Die extrem seltenen sind die endokrinen, die sind entweder gutartig (i.a.
    > kein Problem, aber richtig viele Fälle gibt's nicht) oder führen in 1/2a
    > zum Tod.
    >
    > Die weniger seltenen exokrinen sind zu >80% nach der Diagnose auch nicht
    > mehr operabel und selbst dann ist die Aussicht immer noch schlecht (und bei
    > inoperablem Karzinom ist auch eine Chemo nahezu wirkungslos)
    >
    > Mal ganz ehrlich:
    > alternative Therapie hin oder her - (maligner) Pankreaskrebs kommt
    > eigentlich immer einem Todesurteil gleich - dafür hat S.J. noch
    > "erstaunlich" (sorry, soll keine Wertung sein) lange durchgehalten.
    > Wenn's aber tatsächlich ein benigner war, hat's irgendwer *mächtig*
    > versaut.

    Also, laut dem von mir verlinkten Bericht soll es ein „islet cell neuroendocrine tumor“ gewesen sein und eine Suche nach Steve Jobs und neuroendocrine liefert jede Menge Meldungen. Ist das dann der endokrine, den du meinst?

    Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, meine Ausführungen sind Platin.

  6. Re: Bitter: Alternativmedizin verantwortlich für Jobs frühen Tod?

    Autor tingelchen 06.10.11 - 11:31

    Wie üblich gibt es positive und negative Meldungen.

    Naturheilkunde ist nicht schädlich und auch nicht unwirksam. Es gibt Dinge die man damit verträglicher behandeln kann als mit einem Stapel chemischer Kampfstoffe und andere Dinge die damit weniger gut zu behandeln sind.

    Wenn man schon dem Arzt die Schuld zu schieben will, dann sollte man die Schuld nicht auf das gesamte Spektrum Naturheilkunde schieben und damit einen ganzen Berufsstand als Lügner hinstellen. Sondern viel mehr die Behandlungsmethode des ausführenden Arztes in Frage stellen.


    Am Ende jedoch entscheidet jeder für sich, wie und ob er behandelt wird.

  7. Re: Bitter: Alternativmedizin verantwortlich für Jobs frühen Tod?

    Autor Keridalspidialose 06.10.11 - 11:45

    Ich finde die Unterteilung Blödsinn.

    Entweder es wirkt nachweisbar und ist eine wirksame Behandlungsmethode oder nicht.

    Die Schulmedizin ist nicht so wie es manche Kräutersektenanhänger darstellen.

    Ich selbst hatte schon Behandlungen (keine Naturheilverfahren) bei denen die Medizin nicht weiß wieso es wirkt, aber die Wirksamkeit ist erwiesen.

    Sollten bestimmte Naturheilverfahren (oder anderes) eine Lösung darstellen (auch wenn man den Mechanismus nicht im Detail versteht) nimmt die Schulmedizin sie durchaus an!

    ___________________________________________________________



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 06.10.11 12:04 durch Keridalspidialose.

  8. Doch, Alternativmedizin ist i.d.R. schädlich...

    Autor SvD 06.10.11 - 11:55

    ... da sie häufig über die Steigerung von Ängsten ("Chemie" ; "seelenlose Appartemedizin" usw.) 'vermarktet' wird.

    Nicht-evidenzbasierte Verfahren können/wollen den Beweis ihrer Nützlichkeit nicht erbringen und haben sonderbare Argumentationskonstrukte aufgebaut, die den Wunsch nach Klarheit und den nach Klarheit Fragenden unter einen diffusen Verdacht der Unzulänglichkeit, Beschränktheit und Überangepasstheit stellen.

    Da es sich hier um einen großen und ausbaufähigen Markt handelt, der relativ geringe Eintrittsbarrieren hat ("Wunderwasser" ist meist billiger in der Produktion als "echte Medikamente" :-) wächst der Druck auf Kostenträger (K-Kassen, PKV), dies umlagig zu finanzieren. Dass dies zu Lasten von Verfahren geht, die ihre Wirksamkeit beweisen können, ist ein weiterer Schaden.

  9. Re: Doch, Alternativmedizin ist i.d.R. schädlich...

    Autor Maxiklin 06.10.11 - 12:11

    Also daß spätestens beim Krebs Naturheilverfahren nichts mehr zu suchen haben, sollte ja nun wirklich außer den Zeugen Jehovas oder anderen Sektenanhängern bekannt sein, wundert mich seh, daß gerade Steve Jobs auf sowas reingefallen ist, denn er ist ja nun wirklich alles andere als dumm. Ansonsten empfinde ich Naturheilkunde immer als den besseren Weg, wenn beides nachweislich hilft, weil für den Körper schonender.

  10. Re: Endlich mal keine blöde Kritik nach dem Tode

    Autor firehorse 06.10.11 - 12:33

    Das ist im Grunde nämlich Heuchlei und hat etwas mit Anstand zu tun. Aber das ist eine andere Geschichte..

    Zu deinem Schrieb:
    Ich bin auch kein Freund der Schulbuchmedizin. Wenn es nach denen ginge wäre ich Tod, hätte niemals meinen Sport mehr ausüben können, die Schrauben wären nicht nach fünf Monaten wieder raus gewesen und meine Ex hätte ihren Leistungssport, damals gerade in einem Profi-Team untergekommen, auch gegen künstliche Hüftgelenke eintauschen müssen.

    Ich habe schon alte Professoren und Klugschieter von einer Uni-Klink kotzen sehen und zwar Anhand meiner körperlichen Werte, welche sie als nicht normal bezeichneten und nicht glauben wollten.

    Dann sitzt da so ein junger Student am Computer und schaut sich die Werte, die sein Prof in der Hand hielt, an und fragte mich ob ich hochleistungssport betreibe. Meine Antwort: "Deshalb bin ich ja hier" weil ich hatte einen Unfall während des Trainings gehabt und wurde ja auch deshalb dort in die Klink eingeliefert ;)

    Das ist nur eines von vielen Dingen die ich mit der Schulmedizin erlebt hatte und stellt diese auch in Frage. Könnte man aber ebenso gut auf fast alle Branchen anwenden. Das Problem sind immer die Konservativen, deren Bildung auf Einbildung beruht und kein weiteres Denken darüber hinaus zulassen. Das ist die Pest die uns um gibt oder der eigentliche Fehler im System.

    Trotzdem würde ich die Schulmedizin gegenüber der Naturheilung in einem solchen Fall immer vorziehen.

    Naturheilung kann man anwenden wenn man normal krank ist und kann damit Aspirn oder wie der ganze Mist sich sonst noch nennt ersetzen. Da macht so etwas wirklich Sinn.

    Traurig ist nur dass Regilionen und Industrie das halbe Wissen darüber zerstört haben und wir uns heute gerade erst dort wiederfinden wo die Menschheit schon vor mehr als 10.000 Jahren befand.

    Es kommt also immer auf die Krankheit an. Verfluchen sollte man nur jene die nicht bereit sind über den Schatten zu springen und an einmal einstudierten Thesen festhalten. Für mich ein Zeichen dass jene sich auf einmal erlernten oder einem zugeteilten Titel nur ausruhen. Aus Faulheit entsteht Dummheit.

    Im Fall von Steve gehe ich mal davon aus dass er die falschen Berater hatte und es denen selbst an Lebenserfahrung - früher sagte man Weisheit dazu - fehlte. Aber das ist nun einmal jetzt Geschichte.

    Steve ist Tod. Und dies obwohl ein gewissermaßen ein Genie war. Es sollte uns zeigen dass Genies nur in Telen Genies sein können und auch nicht unfehlbar sind. Das er ein solches Genie war möchte ich dabei überhaupt nicht in Frage stellen.

    Ein erfolgreiches Genie, Querdenker, hat uns nun verlassen.


    GodsBoss schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich bin gerade über den Artikel A lesson in treating illness gestolpert.
    > Dort steht geschrieben, dass Steve Jobs eine besonders seltene Form des
    > Bauchspeicheldrüsenkrebses hatte, die glücklicherweise relativ gut
    > behandelbar ist. Oder vielmehr wäre. Denn statt frühzeitig operieren zu
    > lassen, verließ er sich wohl auf einen Naturheilkundler, der ihm eine
    > (wirkungslose) Diät empfahl. Neun lange Monate konnte so der Tumor weiter
    > wachsen. Erst als klar wurde, dass die Naturheilkunde nicht helfen konnte,
    > entschied sich Jobs für echte Behandlungsmethoden.
    >
    > Natürlich ist das kein Beweis, dass er heute noch leben würde, aber er
    > hätte wesentlich bessere Chancen gehabt. Bitte daran denken, wenn das
    > nächste Mal irgendwo zu lesen ist, dass Alternativmedizin zumindest nicht
    > schade. Das tut sie nämlich – genau dann, wenn sie dafür sorgt, dass
    > belegbar wirksame Therapien von den Patienten ausgeschlagen werden.
    >
    > Man muss kein Pharma-Jünger werden, der glaubt, mit Pillen lasse ich jede
    > Krankheit besiegen. Aber seinen gesunden Menschenverstand einschalten, das
    > sollte man schon.

    ===
    In Anbetracht dieses kranken Spinners aus Norwegen habe ich meinem Hasen die Schrotflinte wieder weggenommen.

  11. Re: Doch, Alternativmedizin ist i.d.R. schädlich...

    Autor tingelchen 06.10.11 - 12:43

    Und nun hebst du die Schulmedizin oder (wie du es bezeichnet hast) seelenlose Appartemedizin auf ein hohes Roß und gleichzeitig die Naturheilkunde als Pfusch und Lügenmärchen und knüpfst das ganze direkt an einen wirtschaftlichen Schaden.

    Das ganze kann man aber auch umdrehen. Die Pharmerkonzerne sind alles andere als Unschuldslämmer. Hier geht es auch um gnadenlosen Gewinn und Gewinnmaximierung. Da kommt es auch immer mal wieder vor das bestimmte Medikamente, mit abstrusen Nebenwirkungen, ihren Weg auf den Markt finden.


    Daher mein Verweis auf den behandelnden Arzt der EVTL. nicht die richtige Behandlungsmethode gewählt hat. Bevor man also einen ganzen Berufszweig der Hexerei beschuldigt, erst einmal abwarten und Tee trinken ;)


    Und dass das Krankenkassensystem nicht funktioniert liegt nicht an der Naturheilkunde. Das hat einen anderen Grund.

  12. Re: Doch, Alternativmedizin ist i.d.R. schädlich...

    Autor razer 06.10.11 - 14:21

    ich hatte vor 2 jahren n krankheitsfall... mir wurden 5 mal antibiotika verabreicht, drei mal blut entnommen und dennoch kam es immer wieder, über wochen hinweg, zurück.
    war dann bei nem naturheilkunden da ich meinem körper nicht zum sechsten mal in folge eine volle dosis antibitika über 7 tage geben wollte. innerhalb von 3 tagen war ich vollends gesund. 35 tage antibiotika blieben ohne erfolg.

    ich bin mir sicher dass naturheilkunde nicht immer hilft, doch es is meistens der körperschonenendere vorgang.

    Und vielleicht hat jobs keine lust auf chämo etc gehabt, vielleicht hat er eingesehen dass er eventuell die wahl zwischen 5 jahre und lebensfreude oder 10 jahre und permanente therapien hatte. ich würde mich in diesem fall für das erstere entscheiden.

  13. Re: Doch, Alternativmedizin ist i.d.R. schädlich...

    Autor GodsBoss 06.10.11 - 14:36

    > ich hatte vor 2 jahren n krankheitsfall... mir wurden 5 mal antibiotika
    > verabreicht, drei mal blut entnommen und dennoch kam es immer wieder, über
    > wochen hinweg, zurück.
    > war dann bei nem naturheilkunden da ich meinem körper nicht zum sechsten
    > mal in folge eine volle dosis antibitika über 7 tage geben wollte.
    > innerhalb von 3 tagen war ich vollends gesund. 35 tage antibiotika blieben
    > ohne erfolg.

    Erstens sind Anekdoten nunmal keine Daten, auch nicht, wenn noch mehr dazukommen. Zweitens könnte es sein, dass du auch ohne Naturheilkunde nach den drei Tagen gesund geworden wärst, weil bis dahin die Antibiotika die Krankheit so stark bekämpft hatten, dass dein Körper sie endgültig besiegen konnte. Deswegen werden ja in der Medizin Doppelblindstudien geführt, um Wirkungen zu belegen, auch wenn sicherlich die Prozesse, die letztlich zur Auswahl der tatsächlich wirksamen Therapien führen, durch das viele Geld, dass sich im medizinischen Bereich verdienen lässt, verzerrt werden.

    > ich bin mir sicher dass naturheilkunde nicht immer hilft, doch es is
    > meistens der körperschonenendere vorgang.

    Tatsächlich muss man trennen – die Naturheilkunde ist ein breites Feld und hat auch wirkungsvolle Therapien. Nur lässt sich die Wirksamkeit der Therapien dann auch tatsächlich wissenschaftlich feststellen, Teile der Naturheilkunde gehören also längst zu dem, was manche „Schulmedizin“ nennen.

    „Schonend“ könnte auch von einem Auswahl-Effekt herrühren, wenn z.B. die Naturheilkunde sich bevorzugt schwächere Krankheiten „heraussucht“ und diese bekämpft (je nachdem, ob die jeweilige Therapie überhaupt eine Wirkung zeigt). Wo nur eine geringe Wirkung erforderlich ist (oder sogar gar keine), dürften auch die Nebenwirkungen gering ausfallen. Es bringt mir aber nichts, wenn die Alternativtherapie zu einer sicherlich strapaziösen Chemotherapie schonend ist, aber den Krebs gar nicht bekämpft.

    Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, meine Ausführungen sind Platin.

  14. Re: Doch, Alternativmedizin ist i.d.R. schädlich...

    Autor omo 06.10.11 - 14:38

    zdf_neo gucken:
    ---
    (14:10)
    Ewige Gesundheit

    Ein längeres, gesünderes, aktiveres Leben ist seit Jahrhunderten der Menschheitstraum schlechthin. Kann die rasante Entwicklung der Medizintechnik diesen Wunsch vielleicht bald in greifbare Nähe rücken? Neurologen, Nano-Technologen und Gen-Forscher arbeiten weltweit an Projekten, die den Menschen vitaler und widerstandsfähiger machen sollen. Schenkt man ihren Visionen Glauben, könnten wir uns in absehbarer Zeit per Telepathie verständigen. Abgesehen davon würde der menschliche Körper in der Lage sein, ganze Gliedmaßen zu regenerieren, und unser Gehirn selbst im Greisenalter noch Höchstleistungen vollbringen. Vereinigte Staaten von Amerika, 2007
    ---
    Vergreisung kann entfallen.
    Telepathie ist SciFi-Quatsch.

  15. Re: Doch, Alternativmedizin ist i.d.R. schädlich...

    Autor digestif 06.10.11 - 15:46

    Ich kann diesen Blödsinn nicht mehr hören. "Naturheilkunde" wäre schonender. Naturheilkunde ist nur dann schonender, wenn nix drin ist.
    "Natürliche" Wirkstoffe sind genauso "böse Chemie" wie Medikamente auch. Jeder verdammte Wirkstoff ist Chemie, zwangsläufig. Dein Körper hat keine Ahnung, was davon aus einer Pflanze kommt und was aus der Synthetik, das ist dem völlig scheißegal.
    Der einfache Grund dafür liegt darin, dass es keinen Unterschied gibt. Zitronensäure aus der Zitrone wird von deinem Körper genauso behandelt wie synthetisch hergestellte. Synthetisches Insulin genauso wie dein eigenes. Salicylsäure aus Aspirin wird genauso behandelt wie welche aus Weidenrinde. WEIL ES DASSELBE IST. Auf dem Molekül prangt kein Etikett mit der aufschrift "BIO".
    Naturheilkunde ist NICHT per se schonender (wie gesagt nur, weil eben meist nix pharmakologisch wirksames drin ist und sich alles auf den Placeboeffekt verlässt).
    Kannst ja gerne mal ein paar Tollkirschen essen und testen, ob du danach weniger vergiftet bist, als wenn du synthetisches Atropin schlucken würdest.

    Viel Spaß.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 06.10.11 15:47 durch digestif.

  16. Re: Bitter: Alternativmedizin verantwortlich für Jobs frühen Tod?

    Autor lear 06.10.11 - 16:06

    -> Gastrinom. Extrem selten und eine sicheres Todesurteil, sorry :-(
    (Die vagen Pressemitteilungen -Inselzelltumor beschreibt nur die vage Lokalität- werden vermutlich den Aktienkurs im Blick gehabt haben)

    Alternativ käme zwar ein Insulinom in Frage (das betrifft aber eher das andere Geschlecht, ist selten bösartig und ganz gut zu therapieren), weniger ein Glucagonom (das kann dich zwar töten, aber man schneidet es einfach raus und das war's dann) - da die letzten beiden den Zuckerhaushalt extrem stören, fallen sie eigentlich schnell auf und sind entweder beseitigt worden, oder Du bist an unter/überzuckerung gestorben.

    ----------------
    VORSICHT wenn du jetzt bei WP oder so nachlesen willst!
    Auch wenn Du mal ein paar der Symptome hast, liegt das an der aktuellen Ernährung oder schlimmstenfall an einer generellen Störung der Pankreas.
    Die Wahrscheinlichkeit eines Gastrinoms ist verschwindend - DU HAST KEINS!

  17. Re: Bitter: Alternativmedizin verantwortlich für Jobs frühen Tod?

    Autor GodsBoss 06.10.11 - 16:26

    > -> Gastrinom. Extrem selten und eine sicheres Todesurteil, sorry :-(

    Das Todesurteil hat jeder von uns schon bei der Geburt erhalten. Wie schnell führt es denn zum Tod, das ist doch der interessante Teil?

    > VORSICHT wenn du jetzt bei WP oder so nachlesen willst!
    > Auch wenn Du mal ein paar der Symptome hast, liegt das an der aktuellen
    > Ernährung oder schlimmstenfall an einer generellen Störung der Pankreas.
    > Die Wahrscheinlichkeit eines Gastrinoms ist verschwindend - DU HAST KEINS!

    Du willst mich doch nur in falscher Sicherheit wiegen! Aber ich habe schon meinem Alternativmediziner Bescheid gegeben, der seine in über Heilsteine gespültes levitiertes astrologisch korrekt ausgewähltes homöopathisches Quantenschwingungsinformationswasser gebadeten Hände auflegen wird. Wenn ich dann weiterlebe, ist das der unwiderlegbare endgültige Beweis, dass das wirksam und die gesamte Schulmedizin nur Pharmalobby-induzierter Betrug ist.

    Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, meine Ausführungen sind Platin.

  18. Re: Bitter: Alternativmedizin verantwortlich für Jobs frühen Tod?

    Autor KnutRider 06.10.11 - 16:55

    GodsBoss schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    seltene Form des
    > Bauchspeicheldrüsenkrebses hatte, die glücklicherweise relativ gut
    > behandelbar ist.

    Was denn das für ein Blödsinn? Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine der schlimmsten Krebsarten und ist nur behandelbar wenn rechtzeitig erkannt. Ebenso schlecht werden dort Tumore durch Chemotherapien angesprochen.

  19. Re: Bitter: Alternativmedizin verantwortlich für Jobs frühen Tod?

    Autor ArnyNomus 06.10.11 - 17:28

    GodsBoss schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich bin gerade über den Artikel A lesson in treating illness gestolpert.
    > Dort steht geschrieben, dass Steve Jobs eine besonders seltene Form des
    > Bauchspeicheldrüsenkrebses hatte, die glücklicherweise relativ gut
    > behandelbar ist. Oder vielmehr wäre. Denn statt frühzeitig operieren zu
    > lassen, verließ er sich wohl auf einen Naturheilkundler, der ihm eine
    > (wirkungslose) Diät empfahl.

    Jeder hat das Recht sich seine Behandlung selbst auszusuchen. Wir alle leben im Informationszeitalter. Das Internet prägt meine Generation wie keine andere. Und was ich als erstes gelernt habe ist Freiheit: "Wenn du keine OP willst: Okay, mach was du denkst. Ich werde dich nicht Kritisieren. Und wenn du doch eine willst, dann is das auch okay."

    > Neun lange Monate konnte so der Tumor weiter
    > wachsen. Erst als klar wurde, dass die Naturheilkunde nicht helfen konnte,
    > entschied sich Jobs für echte Behandlungsmethoden.

    Siehe oben.

    > Natürlich ist das kein Beweis, dass er heute noch leben würde, aber er
    > hätte wesentlich bessere Chancen gehabt. Bitte daran denken, wenn das
    > nächste Mal irgendwo zu lesen ist, dass Alternativmedizin zumindest nicht
    > schade. Das tut sie nämlich – genau dann, wenn sie dafür sorgt, dass
    > belegbar wirksame Therapien von den Patienten ausgeschlagen werden.

    Wem wirfst du da etwas vor? Dem Kurpfuscher? Jobs selbst? Den gesamten Naturheilkundlern? Freiheit, mein Junge, bedeutet auch für seine Einstellungen sein Leben lassen zu können. Viele Religionen mögen keine OP's - und das ist völlig in Ordnung so.

    > Man muss kein Pharma-Jünger werden, der glaubt, mit Pillen lasse ich jede
    > Krankheit besiegen. Aber seinen gesunden Menschenverstand einschalten, das
    > sollte man schon.

    ich wiederhole mich jetzt nicht noch einmal...

  20. Re: Bitter: Alternativmedizin verantwortlich für Jobs frühen Tod?

    Autor lear 06.10.11 - 17:38

    UNTER DER ANNAHME ES SEI EIN GASTRINOM:
    Das Hauptproblem ist, daß es selten früh diagnostiziert wird (die Symptome werden anderen Dingen zugerechnet)
    Es hängt dann von der Menge und Größe der Tumore ab, wie schnell es Dich direkt tötet. Die Metastasen tun ihr übriges und sind nicht vorhersehbar.
    Wie lange Du noch lebst, hängt von der Therapie ab und wie gut Du darauf ansprichst.

    Offensichtlich ist Jobs 2004 deswegen operiert, der Tumor aber nicht vollständig beseitigt worden. Die Lebertransplantation 2009 spricht für dafür, sowie für die Metastasenbildung. Da Chemotherapien praktisch nicht anschlagen, war Jobs zu diesem Zeitpunkt verloren.
    Weitere Prognosen hängen dann von der Agressivität des Tumors und den Reserven des Patienten ab, machen kann man aber nichts mehr.

    Ein Gastrinom für 6-7 Jahre zu überleben ist aber schon viel und ich halte es für eher unwahrscheinlich, daß er nach so einer Diagnose (so es ein Gastrinom war) 9 Monate ohne geeignete Behandlung hätte überleben können.
    Gastrinome führen zu verstärkter Säurebildung, Du kannst Nahrung nicht mehr richtig verwerten und da hilft auch keine Diät. Für 9 WOCHEN könnte Dein Körper das noch wegstecken, aber für ein 3/4 Jahr hat niemand die Reserven.

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