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Golem zeigt, wie es ohne Rundfunkbeiträge aussähe

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  1. Golem zeigt, wie es ohne Rundfunkbeiträge aussähe

    Autor Mingfu 30.01.13 - 13:27

    Dann machen sich die Schlagzeilen nämlich ausschließlich an der Klickrate fest. Eine Nachricht ist nur noch, was sich durch ausreichend Werbeeinblendungen gut verkaufen lässt. Rundfunkgebühren verkaufen sich momentan wunderbar, da braucht es also fast jeden Tag einen Artikel.

    Allerdings sollte man diese Artikel nicht durch übermäßige Recherche langweilig machen. Das würde den Klickzahlen nur schaden. Dieser Artikel hier z. B.: Eigentlich ist die Grundlage ziemlich langweilig und unspektakulär. Die Stadt Köln hat offenbar noch keinen neuen Beitragsbescheid erhalten, weil noch nicht sämtliche dafür nötigen Angaben erhoben und übermittelt wurden. Dass ohne rechtskräftigen Bescheid logischerweise keine Zahlungen geleistet werden, ist ähm... normal. Laaaaangweiiiilig! Aber wenn man das nun einfach mal Boykott nennen würde... Dann stürzt sich die Meute bestimmt darauf und die Werbeumsätze klingeln. Aha, so geht das!

    Auch der große Aufstand gegen ARD und ZDF muss in diesem Zusammenhang im Teaser unbedingt heraufbeschworen werden. Nur wurde die Art und Weise der Beitragserhebung gar nicht durch ARD und ZDF festgelegt, sondern es waren die Landesparlamente, welche den Rundfunkfinanzierungsstaatsvertrag in dieser Form geschlossen haben. Die Landespolitiker haben hier also untereinander einen Vertrag zu Lasten der Kommunen geschlossen. Blöd natürlich, das wäre Politik und die versaut wiederum die Klickzahlen, weil mit derartigen Details will sich doch niemand beschäftigen. Rufen wir also lieber den Aufstand gegen ARD und ZDF aus! Das ist prägnanter, für die Meute somit leichter zu kapieren und damit klickzahlzuträglich.

    Man kann am öffentlich-rechtlichen Rundfunk viel kritisieren. Aber auch private Medien sind durch ihre Werbeabhängigkeit alles andere als problemlos. Da findet vor allem das statt, was sich über Werbeeinblendungen gut refinanzieren lässt, andere Dinge fallen auf Dauer weg. Auch zahlen wir letztlich den Privatrundfunk komplett selbst - nur oft nicht direkt, sondern an der Ladenkasse durch entsprechend höhere Preise. Dieses System ist sogar noch deutlich ineffizienter, da hier ein großer Teil des so verausgabten Geldes gar nicht für Medieninhalte an sich zur Verfügung steht, sondern in die Taschen von Werbeagenturen, Werbevermarktern und letztlich auch in ausgeschüttete Gewinne der privaten Medienhäuser verschwindet - für die eigentlichen Inhalte bleibt dann nur der Rest davon übrig.

    Aber klar. Gegen ein System, welches zumindest einigermaßen transparent ist (wobei auch da noch einiges zu tun ist), wie teuer es jeden einzelnen Bürger pro Monat zu stehen kommt und wohin das Geld in welchen Größenordnungen fließt, protestiert man natürlich. Stattdessen bevorzugt man ein System, für welches jeder Bürger im Monat einen völlig unbekannten Betrag in völlig intransparenter Weise ausgibt und welches auf jeden Fall ineffizienter daraus Medieninhalte generiert. Dialektik des Kapitalismus at its best! Muss man aber trotzdem nicht verstehen.

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  2. Re: Golem zeigt, wie es ohne Rundfunkbeiträge aussähe

    Autor Noppen 30.01.13 - 13:41

    Auf wieviel Prozent schätzt Du den Nachrichtenanteil bei den Ö/R-Sendern ein?

    Über die Unabhängigkeit von der Politik dieser Sender kann man sich übrigens hier ein Bild machen: http://www.unternehmen.zdf.de/index.php?id=66&artid=17&backpid=10&cHash=092152551626d2830c20db4f74682f5b , bzw http://www.ard.de/intern/gremienvorsitzendenkonferenz-der-ard/mitglieder/verwaltungsratsvorsitzende/-/id=2368524/16nezjb/index.html .

    Wie hart würdest Du Deinen Chef in einer Talkshow angehen?

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  3. Re: Golem zeigt, wie es ohne Rundfunkbeiträge aussähe

    Autor Husten 30.01.13 - 13:41

    Die Überschriften bei Golem sind wirklich oft ein gutes Beispiel, wieso man den Öffentlichen verbieten sollte auf iher Quote zu achten.

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  4. Re: Golem zeigt, wie es ohne Rundfunkbeiträge aussähe

    Autor Mingfu 30.01.13 - 14:03

    Noppen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Auf wieviel Prozent schätzt Du den Nachrichtenanteil bei den Ö/R-Sendern
    > ein?
    >
    > Über die Unabhängigkeit von der Politik dieser Sender kann man sich
    > übrigens hier ein Bild machen: www.unternehmen.zdf.de , bzw www.ard.de .
    >
    > Wie hart würdest Du Deinen Chef in einer Talkshow angehen?

    Es ist richtig, dass die Politik einen sehr großen, vielleicht zu großen Einfluss auf die ÖR-Sender hat. Ich habe da in der Vergangenheit auch gern gepoltert. Irgendwo habe ich dann aber mal ein Argument gefunden, welches zumindest zum Nachdenken anregt: Politiker sind eine der am besten legitimierten Gruppen in unserer Gesellschaft, da diese sich regelmäßig direkt oder indirekt (über Parteien) Wahlen stellen müssen. Mit einer derartigen Legitimation können nicht einmal Vereine, Verbände u. ä. Interessengruppen mithalten. Insoweit ist es also ein Stück weit normal und vermutlich auch sinnvoll, dass wenn derartig öffentliche Aufsichtsaufgaben zu erfüllen sind, Politiker so eine Art "natürliche Kandidaten" dafür sind.

    So gern man also über Politik und deren Einfluss meckern will: Politiker kann man zumindest wählen bzw. abwählen. Bei anderen Gruppen sieht das ganz anders aus. Ob Politiker eventuell zu viel öffentliche Kontrollinteressen an sich ziehen, muss man natürlich immer im Einzelfall prüfen - gerade auch bei den Rundfunkanstalten. Trotzdem finde ich das Grundargument nicht ganz verkehrt und durchaus berechtigt.

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  5. Re: Golem zeigt, wie es ohne Rundfunkbeiträge aussähe

    Autor Noppen 30.01.13 - 14:25

    Es war nicht meine Absicht, in das populäre Politikerbashing zu verfallen. Nur, wenn Du die Abhängigeit der Informationen von Klickraten bei Golem kritisiert, sollte man auch das Politik/TV-Verhältnis der Ö/R-Sender anmerken. Zumindest die völlige Abwesenheit von hochwertigen Politik-Talkshows könnte darin ihren Grund haben.

    Was bleibt sind die Nachrichten. Und die machen wirklich nur einen Bruchteil des 10.000 Millionen Euro Jahresbudgets aus.

    Und vielleicht der Tatort ;)

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  6. Re: Golem zeigt, wie es ohne Rundfunkbeiträge aussähe

    Autor Mingfu 30.01.13 - 14:40

    Noppen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es war nicht meine Absicht, in das populäre Politikerbashing zu verfallen.
    > Nur, wenn Du die Abhängigeit der Informationen von Klickraten bei Golem
    > kritisiert, sollte man auch das Politik/TV-Verhältnis der Ö/R-Sender
    > anmerken. Zumindest die völlige Abwesenheit von hochwertigen
    > Politik-Talkshows könnte darin ihren Grund haben.

    Wie gesagt: Grundsätzlich ist es ja sinnvoll darüber nachzudenken, wie groß der Einfluss der Politik auf die ÖR-Sender sein sollte - gerade auch deshalb, weil ja wiederum Politik eines der großen Inhaltsgebiete dieser Sender ist. Wenn Politik also über Sender Aufsicht führt, die wiederum maßgeblich über Politik berichten, dann ist das definitiv kritisch. Aber pauschal zu kritisieren, dass Politiker in solchen Gremien sitzen, ist in meinen Augen auch falsch.

    Was nun "hochwertige Politik-TalkSHOWS" angeht: Für ARD und ZDF würde ich dir da Recht geben. Dort gibt es die üblichen Gesichter mit den üblichen Phrasen und meist wenig Tiefgang. Es sind tatsächlich vorrangig Shows. Zum eigentlichen Kern eines Themas wird kaum durchgestoßen. Lieber wird, wenn es gerade mal im Detail interessant werden könnte, sofort der nächste Teilnehmer mit 2-3 Sätzen drangenommen und man plätschert mit Oberflächlichkeiten so dahin. Ein Erkenntnisgewinn ist für einen informierten Zuschauer in diesen Sendungen nicht vorhanden. Vielleicht mag das für Leute, die politisch kaum informiert sind, anders aussehen. Aber schauen die wiederum derartige Sendungen?

    Persönlich muss ich sagen, dass die Talks auf Phoenix ("Unter den Linden", "Phoenix-Runde") da oft besser sind. Dort ist selten die "erste Garde" zu Gast, aber genau deshalb ist dort dann auch weniger Show dabei, sondern das Hauptaugenmerk liegt dann auf einem fundierterem Gespräch.

    > Was bleibt sind die Nachrichten. Und die machen wirklich nur einen
    > Bruchteil des 10.000 Millionen Euro Jahresbudgets aus.
    >
    > Und vielleicht der Tatort ;)

    In meinen Augen gibt es noch eine ganze Menge an satirischen, politischen, medienkritischen und kulturellen Magazinen, die ich persönlich auch für sehenswert halte.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 30.01.13 14:44 durch Mingfu.

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  7. Re: Golem zeigt, wie es ohne Rundfunkbeiträge aussähe

    Autor Sicaine 30.01.13 - 14:58

    Aha und Wetten dass wird produziert weil es unabhaengige Nachrichtensendung ist? Ich dachte das wird gemacht weil die Quoten gut sind

    Ich dachte auch immer, dass der Papstbesuch deswegen auf ARD und ZDF gleichzeitig gebracht wurde wegen Quoten und die Telenovelas(4 STueck am Werktag) ausgestrahlt werden weil sie billig sind und Quoten bringen.

    Oder das Hetzmagazin Frontal21 oder Fussballrechte werden gekauft wegen der Quote.

    Anders kann ich mir naemlich nicht erklaeren warum eine Serie namens Veronica Mars auf Mitternacht verschoben wurde weil die Quoten zu schlecht waren. Da must du dich wohl geirrt haben.

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  8. Re: Golem zeigt, wie es ohne Rundfunkbeiträge aussähe

    Autor fehlermelder 30.01.13 - 15:03

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Noppen schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Auf wieviel Prozent schätzt Du den Nachrichtenanteil bei den Ö/R-Sendern
    > > ein?
    > >
    > > Über die Unabhängigkeit von der Politik dieser Sender kann man sich
    > > übrigens hier ein Bild machen: www.unternehmen.zdf.de , bzw www.ard.de .
    > >
    > > Wie hart würdest Du Deinen Chef in einer Talkshow angehen?
    >
    > Es ist richtig, dass die Politik einen sehr großen, vielleicht zu großen
    > Einfluss auf die ÖR-Sender hat. Ich habe da in der Vergangenheit auch gern
    > gepoltert. Irgendwo habe ich dann aber mal ein Argument gefunden, welches
    > zumindest zum Nachdenken anregt: Politiker sind eine der am besten
    > legitimierten Gruppen in unserer Gesellschaft, da diese sich regelmäßig
    > direkt oder indirekt (über Parteien) Wahlen stellen müssen. Mit einer
    > derartigen Legitimation können nicht einmal Vereine, Verbände u. ä.
    > Interessengruppen mithalten. Insoweit ist es also ein Stück weit normal und
    > vermutlich auch sinnvoll, dass wenn derartig öffentliche Aufsichtsaufgaben
    > zu erfüllen sind, Politiker so eine Art "natürliche Kandidaten" dafür
    > sind.

    Es ist aber kein politisches Amt und die Wahl bezieht sich nicht auf diese Stellung. Zur Wahl tritt meines Wissens niemand an der laut verkündet, er wäre irgendwo im Aufsichtsrat tätig.

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  9. Re: Golem zeigt, wie es ohne Rundfunkbeiträge aussähe

    Autor Mingfu 30.01.13 - 15:31

    fehlermelder schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Es ist aber kein politisches Amt und die Wahl bezieht sich nicht auf diese
    > Stellung. Zur Wahl tritt meines Wissens niemand an der laut verkündet, er
    > wäre irgendwo im Aufsichtsrat tätig.

    Es mag vielen Bürgern nicht bewusst sein, in welchen Gremien ein gewählter Politiker durch die Wahl per Amt mehr oder weniger automatisch aktiv wird. Das ist richtig, das wird kaum thematisiert. Die Wahl bezieht sich deshalb natürlich nicht explizit auf derartige Posten.

    Trotzdem ist es so, dass ein Politiker auch bei Wahlen für seine Tätigkeit dort "haftet". Man sieht es ja wunderbar gerade am Berliner Flughafen, wo sofort auch Rücktrittsforderungen für die politischen Ämter aufkamen. Wäre jetzt dort Wahl, wäre das auch ganz automatisch Wahlkampfthema. Andersherum ist es also auch nicht so, dass politisches Mandat und derartige Aufsichtstätigkeiten vollständig voneinander entkoppelt sind. Eine gewisse Legitimation gibt es also auch für die Aufsichtstätigkeiten - gerade, wenn etwas absolut schief läuft, wird das sofort ins Gedächtnis gerufen.

    Wenn also schon Aufsichtsposten besetzt werden, dann sind Politiker immer noch die Gruppe, die am ehesten eine Art von Legitimation besitzt. Bei anderen Kandidaten hat das Volk dagegen überhaupt keinen Einfluss.

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  10. Re: Golem zeigt, wie es ohne Rundfunkbeiträge aussähe

    Autor helgebruhn 30.01.13 - 15:47

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Noppen schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > Es ist richtig, dass die Politik einen sehr großen, vielleicht zu großen
    > Einfluss auf die ÖR-Sender hat. Ich habe da in der Vergangenheit auch gern
    > gepoltert. Irgendwo habe ich dann aber mal ein Argument gefunden, welches
    > zumindest zum Nachdenken anregt: Politiker sind eine der am besten
    > legitimierten Gruppen in unserer Gesellschaft, da diese sich regelmäßig
    > direkt oder indirekt (über Parteien) Wahlen stellen müssen. Mit einer
    > derartigen Legitimation können nicht einmal Vereine, Verbände u. ä.
    > Interessengruppen mithalten. Insoweit ist es also ein Stück weit normal und
    > vermutlich auch sinnvoll, dass wenn derartig öffentliche Aufsichtsaufgaben
    > zu erfüllen sind, Politiker so eine Art "natürliche Kandidaten" dafür
    > sind.

    Sehe ich komplett anders, aber nicht weil ich was gegen Politiker an sich habe (die Masse macht einen guten Job und hat 12-16-Stunden-Tage), sondern weil es nicht sein kann, daß Menschen ihre eigenen Regeln und Gesetze beschließen dürfen. Genauso wie die jedesmal leidige Debatte um Diätenerhöhungen. Wer bekommt Diäten ? POlitiker. Wer beschließt die Erhöhung der Diäten ? Dieselben Politiker. Man stelle sich vor, die Angestellten eines Unternehmens dürften ihre Gehälter frei Schnauze bestimmen, der Laden wäre nen Monat später pleite.

    Für mich gehören weitgehend neutrale Personen in so eine Position, die möglichst nichts mit den Sendern oder Politikern zu tun haben, mit der Materie aber sehr wohl bewandert sind.

    Es gibt massig Beispiele dafür was passiert, wenn Politiker in Aufsichtsräten sitzen, da muß man nur nach Belin (Flughafen), Stuttgart (21) oder Hamburg (Obernhaus) schauen, alles Pfusch, Verfielfachung der Kosten, nicht Regreßpflichtig, niemandem Rechenschaft schuldig, Steuerzahler blutet munter weiter, niemand hat einen Plan von garnix.

    > So gern man also über Politik und deren Einfluss meckern will: Politiker
    > kann man zumindest wählen bzw. abwählen.

    Kann man eben nicht. Hierzulande kann man ausschießlich Parteien wählen und die wiederum wählen dann ihre (Führungs)positionen. Da wird geschachert ohne Ende, wer unbequem wird z.B. nach Brüssel weggelobt etc. Eine Wahl haben wir noch nie gehabt, deswegen gehen ja auch immer weniger wählen. Ob Pest oder Cholera ist die einzige Möglichkeit. Das schlimme ist halt, daß Politiker in Aufsichtsräten der ÖR davon keine Ahnung haben (woher auch), aber ihre Meinungen im Bunfestag bzw. der Fraktion Gewicht haben, also was tut wohl der entsprechende Sender ? Honig um den Bart schmieren, damit er die eigenen Positionen vertritt, mal nen neuer Dienstwagen hier, mal ne Weltreise für lau dort und schon paßt das.

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  11. Re: Golem zeigt, wie es ohne Rundfunkbeiträge aussähe

    Autor .02 Cents 30.01.13 - 15:58

    Wenn man das mal anschaut: Ca 50 oder noch mehr Sender im ÖR. Da müsste der Transparenz interessierte schon fragen dürfen: Muss das wirklich sein?

    Formate: Zugegeben, RTL ist meist noch ein wenig niveauloser, und bei den Kollegen musste auch in jedes pseudo wissenschatliche Format noch die ein oder andere unbedeckte weibliche Brust eingearbeitet werden ... sprich: Ein Stück Niveauloser ist das schon. Aber die grundsätzlichen Formate sind doch bei den ÖR absolut identisch. Bis hin zu Pseudo-Reality Castingshows etc.

    Auch was die Nachrichten angeht: Ich habs nicht wissenschaftlich untersucht, aber ich würde stark zweifeln, das sich Auswahl der Meldungen, grundsätzliche Aussage der Beiträge, selbst die Reihenfolge der Beiträge in den Nachrichtensendungen im deutschen Fernehen kaum unterscheiden.

    Oder anders formuliert: Auf allen Kanälen und über alle Medien machens ÖR doch genauso, wie die Privaten ... bei den ÖR Online siehst du von daher auch nichts anderes als das, was viel angeklickt wird ...

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  12. Re: Golem zeigt, wie es ohne Rundfunkbeiträge aussähe

    Autor Mingfu 30.01.13 - 16:15

    helgebruhn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sehe ich komplett anders, aber nicht weil ich was gegen Politiker an sich
    > habe (die Masse macht einen guten Job und hat 12-16-Stunden-Tage), sondern
    > weil es nicht sein kann, daß Menschen ihre eigenen Regeln und Gesetze
    > beschließen dürfen. Genauso wie die jedesmal leidige Debatte um
    > Diätenerhöhungen. Wer bekommt Diäten ? POlitiker. Wer beschließt die
    > Erhöhung der Diäten ? Dieselben Politiker. Man stelle sich vor, die
    > Angestellten eines Unternehmens dürften ihre Gehälter frei Schnauze
    > bestimmen, der Laden wäre nen Monat später pleite.

    Wer soll denn dann über die Diäten bestimmen?

    Nebenbei bemerkt: Sicher, Politiker verdienen gut - auf jeden Fall mehr als der Durchschnitt. Andererseits kann man ihnen genau keinen Vorwurf machen, dass sie nicht maßvoll mit diesem Instrument umgehen. Gegenüber der freien Wirtschaft kommen in der Politik keine Exzesse mit Gehältern vor - ganz im Gegenteil zu einem Großteil von Wirtschaftsvorständen.

    > Für mich gehören weitgehend neutrale Personen in so eine Position, die
    > möglichst nichts mit den Sendern oder Politikern zu tun haben, mit der
    > Materie aber sehr wohl bewandert sind.

    Wer soll diese Personen wiederum bestimmen?

    > Es gibt massig Beispiele dafür was passiert, wenn Politiker in
    > Aufsichtsräten sitzen, da muß man nur nach Belin (Flughafen), Stuttgart
    > (21) oder Hamburg (Obernhaus) schauen, alles Pfusch, Verfielfachung der
    > Kosten, nicht Regreßpflichtig, niemandem Rechenschaft schuldig,
    > Steuerzahler blutet munter weiter, niemand hat einen Plan von garnix.

    Jein. Richtig ist, dass Politiker keinesfalls allein im Aufsichtsrat sitzen sollten. Dort gehört unbedingt unabhängige Fachkompetenz dazu, die Missstände gezielt aufzeigt und so transparent macht. Politiker sind damit überfordert.

    Andererseits gehören Politiker als diejenigen, die das Geld der Steuerzahler treuhänderisch verwalten, dort definitiv hinein. Denn es wäre eine ziemlich dämliche Idee, dass der Geldgeber überhaupt keine Kontrolle und Ahnung davon hat, was mit dem Geld geschieht. Denn dass Projekte schief laufen, wird es so oder so geben (vielleicht ist die Wahrscheinlichkeit mit fachkundigen Aufsichtsräten aber etwas geringer, aber wie ThyssenKrupp zeigt, ist auch die Privatwirtschaft nicht vor einem Desaster geschützt). Und da wäre "wir haben nur das Geld gegeben, die Aufsicht haben wir Fachkundigen überlassen" definitiv keine bessere Ausrede als das, was bei BER u. ä. Großprojekten heute passiert.

    > Kann man eben nicht. Hierzulande kann man ausschießlich Parteien wählen und
    > die wiederum wählen dann ihre (Führungs)positionen.

    Das stimmt in dieser Allgemeinheit nicht. Sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene bestimmt sich mindestens die Hälfte der regelmäßigen Parlamentarier durch Direktmandate. Und Direktkandidat kann jeder werden, der das passive Wahlrecht besitzt und z. B. für die Bundestagswahl mindestens 200 Unterstützerunterschriften im Wahlkreis sammelt. Das hat grundsätzlich mit Parteien überhaupt nichts zu tun (die Unterstützung einer Partei macht es aber natürlich deutlich einfacher). Wenn die Bürger dort ihre Stimme bevorzugt parteigebundenen Kandidaten geben, dann ist das eine demokratische Entscheidung, die zu akzeptieren ist.

    Einer der Posten mit der größten Anzahl von Aufsichtsratsmandaten wird ausschließlich per Personenwahl gewählt - der Bürgermeister: Stadtwerke, Kulturträger, Sparkasse, ... Und gerade bei dieser Wahl sind parteilose Bewerber gar nicht mal so selten und es gibt auch mehrere parteilose Bürgermeister.

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  13. Re: Golem zeigt, wie es ohne Rundfunkbeiträge aussähe

    Autor BerlinerMaxe 30.01.13 - 16:22

    helgebruhn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >.....
    >Genauso wie die jedesmal leidige Debatte um
    > Diätenerhöhungen. Wer bekommt Diäten ? POlitiker. Wer beschließt die
    > Erhöhung der Diäten ? Dieselben Politiker. Man stelle sich vor, die
    > Angestellten eines Unternehmens dürften ihre Gehälter frei Schnauze
    > bestimmen, der Laden wäre nen Monat später pleite.
    >.....

    Stimme Dir in diesem Punkt vollkommen zu, was die Politiker betrifft!
    Das ein Laden Pleite geht, wenn die Mitarbeiter ihr Gehalt selbst bestimmen,
    ist lange widerlegt und gerade heute bei SPON zu lesen gewesen.

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  14. Re: Golem zeigt, wie es ohne Rundfunkbeiträge aussähe

    Autor ruamzuzler 30.01.13 - 16:27

    Noppen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was bleibt sind die Nachrichten. Und die machen wirklich nur einen
    > Bruchteil des 10.000 Millionen Euro Jahresbudgets aus.
    Ernsthaft, 10 Milliarden Euro? 10 MILLIARDEN????

    Und irgend eine Schauspielerin, mir ist leider entfallen wer es war, hat einen Verein gegründet, der Volksschülern in München ein ordentliches Frühstück zukommen lässt, weil ein hoher Prozentsatz der Eltern sich das nicht mehr leisten kann.

    Liebe deutsche Freunde, ihr verteilt euer Geld nicht sehr gescheit.

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  15. Re: Golem zeigt, wie es ohne Rundfunkbeiträge aussähe

    Autor Baron Münchhausen. 30.01.13 - 16:32

    Noppen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Auf wieviel Prozent schätzt Du den Nachrichtenanteil bei den Ö/R-Sendern
    > ein?
    >
    > Über die Unabhängigkeit von der Politik dieser Sender kann man sich
    > übrigens hier ein Bild machen: www.unternehmen.zdf.de , bzw www.ard.de .
    >
    > Wie hart würdest Du Deinen Chef in einer Talkshow angehen?


    Das hast du sich auf der von dir genannten Seite gelesen:

    > Der Verwaltungsrat setzt sich aus 14 Mitgliedern zusammen. Ihm gehören fünf Vertreter der Länder und ein Vertreter des Bundes an.
    Seine acht weiteren Mitglieder werden vom Fernsehrat gewählt und dürfen weder in einer Regierung noch in einer gesetzgebenden Körperschaft eingebunden sein.

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  16. Re: Golem zeigt, wie es ohne Rundfunkbeiträge aussähe

    Autor Gungosh 30.01.13 - 16:44

    Husten schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Überschriften bei Golem sind wirklich oft ein gutes Beispiel, wieso man
    > den Öffentlichen verbieten sollte auf iher Quote zu achten.

    Ah, hier fährt mein Zug, auf den ich aufspringe! :-)

    ÖR müssen uns IMHO dringend erhalten bleiben, aber sie gehören schwerst reformiert.

    Die sichere Einnahmequelle Gebühren führt offensichtlich bei Entscheidern regelmäßig zu Realitätsverlust.

    ÖR müssen sich nicht am Markt behaupten (*), deshalb sind Quoten für ÖR genau so irrelevant wie hochbezahlte Promis, drei dutzend Ausprägungen des selben Formates oder ein Übermaß an Boulevard oder Groschenroman-Schund.

    Und wenn ich dann noch mitbekomme (ging vor nicht allzu langer Zeit durch einige Medien), dass so was wie ein Verband der Dokumentarfilmer (?) wegen ÖR-Knebelverträgen und -Unterbezahlung auf die Barrikaden geht frage ich mich, in wessen Sinne ÖR-Entscheider Prioritäten setzen (disclaimer: das war eine rethorische Frage).

    Wie gesagt, verzichten will ich auf keinen Fall auf ÖR, ich verweigere mich mittlerweile ca. 15 Jahre komplett dem FreeTV und vermisse nichts. Aber deutlich mehr Einschläge merken sollten diverse Entscheider auf jeden Fall.

    In einem reformierten und abgespeckten ÖR, der nicht mehr auf Quoten schielt, ist übrigens auch keine Werbung mehr erforderlich. IMHO hat im ÖR keine Sekunde Werbung etwas zu suchen. So ein reformierter ÖR sollte mit den bisherigen Gebühren auskommen. Beziehungsweise - wenn ich von gefühlten 50% Gebührenverschwendung ausgehe - auch mit weniger als bisher.

    (*) Sie müssten sich am Markt behaupten, wenn sie werbefinanziert wären. Sie sind aber nur deshalb zum Teil werbefinanziert, weil bekloppte Entscheider unser Geld wie Kamelle rauswerfen und werfen und werfen und werfen ...

    _____________________________
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