Die Aussage ist nur halb korrekt. Korrekter ist die Aussage: "sich immer mehr vom [...] Fernsehen entfernt". Mir ist aufgefallen, dass die Generationen direkt nach mir immer mehr und mehr Fernsehen konsumiert haben. Während ich noch als Kind stark reguliert worden bin, war es den Eltern immer mehr und mehr egal, wie viel Zeit die Kinder vor dem Fernseher verbringen. Doch vor etwa 10 Jahren kam auf einmal ein Wendepunkt. Obwohl es den Eltern immer noch komplett egal war, verbrachten Kinder auf einmal wieder weniger und weniger Zeit vor dem Fernseher.
Ich kenne eine Familie, da dürfen die Kinder so viel fern sehen wie sie wollen, sie haben sogar einen eigenen Fernseher... aber mehr als 2 Stunden schaut kaum ein Kind pro Tag, meistens sogar weniger. Da die Familie mehrere Kinder hat, ist mir auch aufgefallen, dass die Zeit mit dem Alter abnimmt. Gerade die ganz jungen schauen noch recht viel Kinderserien, usw. Aber dann entdecken sie irgendwann erst Videospiele, dann den Computer und das Internet, und sobald sie ein Smartphone bekommen, eine völlig neue Welt. Wer will da bitte noch fernsehen? Originalzitat: "Wie Öde ist dass denn bitte?" Tja, da muss ich ihm recht geben.
Ich meine, nicht dass die Kinder nicht auch mal ganz gerne ihre Lieblingsserie sehen, aber das machen sie am Computer oder am Smartphone, und zwar dann, wenn sie Zeit und Lust dazu haben. Fernsehen hat ein festes Programm und diktiert dir damit deinen Tagesablauf, so was will doch heute keiner mehr. "Ich will das sehen, was ich sehen will und zwar genau dann, wann ich es sehen will", so ticken die Menschen heute.
Und in einer Zeit, wo das Fernsehen bereits seinen Zenith überschritten hat, d.h. die besten Tage hinter sich hat, und jetzt auf dem absteigenden Ast langsam mehr und mehr in die Bedeutungslosigkeit abgleiten wird (wenn auch nicht von heute auf morgen, das ist ein langsamer, schleichender Prozess), die Rundfunkgebühren *AUSZUWEITEN*, halte ich für total irrsinnig.
Fernsehen ist einzig aus dem Grund noch interessant, weil man es per Funk eben fast überall empfangen kann; wobei das stimmt so eben auch nicht: es gibt Gebiete, da bekommt man fast nichts rein mit DVB-T, da muss schon DVB-S her und damit ist man nicht wirklich mobil. Ein flächendeckendes schnelles und kostengünstiges Internet würde dem Fernsehen ganz schnell den Gar ausmachen. Da frage ich mich, ob man nicht lieber die Rundfunkgebühr ganz abschaffen sollte und dafür eine "Haushaltsabgabe zur Förderung der Mobilen Internet Infrastruktur" schaffen sollte, dessen Geld zu 100% dazu verwendet wird kostenlose WLANs für alle zu schaffen, ein (wirklich!) flächendeckendes LTE Netz und Breitband bis in die hinterste Ecke des Landes zu legen. Davon profitieren wir alle und das deutlich mehr als irgendwer von einem öffentlichen Rundfunk profitiert.
/Mecki
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Und wer produziert vertrauenswürdige und gut recherierte Inhalte?
Stefan Raab und seine Brain Pool? Die machen mehr oder weniger gute Unterhaltung wie fast alle privaten Sender.
Aber egal, die Frage ist, was nutzt die beste Infrastruktur ohne vernünftigen Content.
Ja, jetzt kommt, Tagesschau ist mir egal, Musikantenstadl brauch ich nicht usw. Trotzdem vertraue ich Informationen die ich im Öffentlich Rechtlichen Rundfunk bekomme mehr als allen anderen. Musikantenstadl wäre für mich auch Folter, aber auch das hat seine Anhänger und nicht wenige.
Wie die Infos zu mir kommen ist mir dabei gleichgültig. Der Inhalt ist wichtig, nicht so sehr die Technik. Also sollten die ÖR besseren Inhalt produzieren und diesen natürlich auch dauerhaft online stehen lassen (dürfen).
Das ist meine Meinung.
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@TE
Sehe ich sehr ähnlich. Das Fernsehzeitalter ist ziemlich am Ende und wird ehr von der älteren Generation am laufen gehalten. Auch die Fernseher Hersteller haben das mittlerweile gemerkt was mit ein Grund ist warum die Smart TVs die Internet, Youtube und Co unterstützen immer mehr im kommen sind.
Und ich schätze mal das angesprochene Internet überall zu haben ist deren größte sorge. Wenn auf einmal jeder der möchte zum Anbieter von Informationen werden kann geht natürlich die macht der Sender flöten.
raumundzeit schrieb:
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> Und wer produziert vertrauenswürdige und gut recherierte Inhalte?
> Stefan Raab und seine Brain Pool? Die machen mehr oder weniger gute
> Unterhaltung wie fast alle privaten Sender.
>
> Aber egal, die Frage ist, was nutzt die beste Infrastruktur ohne
> vernünftigen Content.
>
> Ja, jetzt kommt, Tagesschau ist mir egal, Musikantenstadl brauch ich nicht
> usw. Trotzdem vertraue ich Informationen die ich im Öffentlich Rechtlichen
> Rundfunk bekomme mehr als allen anderen.
Wie du schon sagst du vertraust den Informationen. Ich hab bei Themen wo ich mich auskenne aber schon gemerkt was sie für einen Mist verzapft haben. Von daher ist mein Vertrauen dort nicht mehr vorhanden.
Ich hab meine anderen Quellen denen ich vertrau...aber auch diesen Vertraue ich nicht Blind wenn die mein vertrauen verspielen hänge ich nicht daran und suche mir andere Quellen.
Da sehe ich nämlich die größte Stärke eines Offenen Systems wie des Internets, das ich erheblich mehr Auswahl hab von wem ich mich Informieren lasse.
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raumundzeit schrieb:
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> Und wer produziert vertrauenswürdige und gut recherierte Inhalte?
Jeder der Lust hat oder damit Geld verdient.
Ob nun der Tagesschau Sprecher oder der N24 Nachrichtensprecher die dpa Meldung vorliest, macht bitte welchen Unterschied? Es ist zum Größtenteil die gleiche Meldung, manchmal unterscheidet sich nicht mal der Wortlaut wesentlich voneinander. Und die dpa (Deutsche Presse-Agentur) ist rein Privat und sammelt und verbreitetet Nachrichten, Archiv- und Bildmaterial für Geld.
Oder wenn ein Politiker sich zur Wort meldet, schau mal genau auf die Mikrofone. Da ist einmal eines der ARD und daneben eines von RTL und eines von N24. Glaubst du das RTL/N24 Mikrofon nimmt was anderes auf? Lediglich der Kamerawinkel ist ein bisschen anders, wenn du den gleichen Beitrag in den RTL Nachrichten oder auf N24 siehst.
Und bevor du heute was im Fernsehen siehst, egal auf welchem Sender, hast du es schon Stunden, manchmal Tage vorher im Internet gelesen. Und während dann das Fernsehen endliche diese unglaublich aktuelle Neuigkeit verbreitet, befindet sich im Netz schon ein Dementi, dass diese Neuigkeit gar nicht so zu 100% den Tatsachen entspricht. Das Dementi siehst du dann wieder zwei Tage später im Fernsehen, aber oft auch gar nicht; ist doch egal, wenn die Fernsehzuschauer die Ente gefressen haben. Wie oft hörst du in der Tagesschau oder den heute Nachrichten ein Dementi zu einer Nachricht, die nicht direkt von einem Politiker kommt (so in der Richtung: "Was wir gestern hier erzählt haben, hat sich nach aktuellem Stand der Tatsachen leider als falsch heraus gestellt..."). So was hört man selten bis gar nicht.
Und was Reportagen angeht, da habe ich schon welche auf privaten Sendern gesehen, die lassen die ÖR Sender echt schlecht da stehen. z.B. letztes Wochenende auf VOX habe ich die große Reportage gesehen, die geht von 20 Uhr bis nach Mitternacht. Wie oft bitte widmet sich bitte ein ÖR Sender 4 Stunden lang einem Thema? Da ging es um Menschen mit Zwängen und Tourette Syndrom und wie sie ihren Alltag erleben. Dafür wurden unterschiedliche Menschen, mit unterschiedlichen Störungen dieser Art, sehr lange und intensiv begleitet, ihr Alltag gefilmt, ihre medizinischen Untersuchungen oder ihre Therapiesitzungen, dazu kamen diverse Fachärzte und Therapeuten zu Wort und haben sehr interessante Hintergrundinformationen vermittelt, über ein Problem, das viele Menschen betrifft, aber öffentlich kaum diskutiert wird.
Was kommt denn Werktags z.B. auf ZDF den ganzen Nachmittag? Immer wenn ich da mal rein schaue, dann sehe ich irgend eine doofe Kochsendung. Ja, das ist natürlich wichtig, Kochsendungen, bei denen Leute um die wette kochen. Die Küchenschlacht und Topfgeldjäger (musste ich gerade nachschauen, ich wusste nicht einmal wie die heißen); zeitgleich bringt ARD so wichtige Telenovelas wie Rote Rosen und Sturm der Liebe. Naja, lassen wir das, über das Niveau des ÖR Programms in großen Teilen will ich gar nicht herziehen.
Es geht hier um die Frage, warum du glaubst, dass die ÖR Sender mehr vertrauenswürdig sind, als andere Sender. Nur weil sie von GEZ Gebühren finanziert werden? Ich verstehe nicht was das mit Vertrauenswürdigkeit zu tun hat. Wenn ich dafür bezahle, dass du eine Reportage machst, wird die dann besser, wenn das Geld aus dem ÖR Pool kommt, statt über Werbung? Abgesehen davon, dass auch Werbeeinnahmen in den ÖR Geldtopf fließen und die werden nicht getrennt geführt, das ist alles ein Top aus dem werden dann Kameraleute, Reporter, Redakteure, usw. bezahlt.
Das irgendwas was der ÖR macht besser ist als das was die privaten machen, ist eine Tatsache, die einfach immer wieder behauptet wird. Sie wird durch keinerlei objektive Fakten gedeckt. Mag sein, dass private Sender nicht so viele Magazine und Dokumentationen haben, aber das liegt dann nur daran, dass viele Leute daran kein Interesse haben. Private Sender senden alles was die Leute sehen wollen, weil die Zuschauer halten diese Sender am Leben. Wenn morgen Mio Leute nur noch Bildungsfernsehen sehen, dann wird RTL jeden Nachmittag 4 Stunden Bildungsfernsehen auf höchsten Niveau senden, weil das bringt Quote. Nur das will eben keiner sehen. Aber wenn mal Bildungsfernsehen oder Reportagen auf den privaten Sendern kommen, zugegeben, seltener als im ÖR Fernsehen, dann liegt die Qualität genau auf dem gleichen Niveau, das wollen die Leute nur nicht wahr haben.
Wenn dann eine Infotainment Sendung wie Gallileo mal wissenschaftlichen Unsinn verzapft, dann ziehen tausende Leute im Netz darüber her, wie schlecht doch das private Fernsehprogramm ist. Was ich alles schon für fachlichen Mist in ÖR Wissensendungen zum Thema Computer, IT und Internet gesehen habe, da könnte ich mir alle Haare ausrupfen, nur da zieht dann niemand drüber her, weil das ist ja ÖR, das muss ja gut sein und die müssen ja recht haben. Von wegen, die verzapfen genauso viel Unsinn, der unterschied ist nur, dass sich niemand darüber aufregt, weil eben jeder im Hinterkopf hat, ÖR Beiträge sind ja vertrauenswürdig. Nur fußt diese Annahme auf keinerlei Basis.
/Mecki
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Die "Alteren" sind ein recht wichtige und vor allem große Zielgruppe (siehe auch die Probleme der Rentenversicherung) und die gucken Fern. Bis das Fernsehn aussterben wird werden schon noch 20 oder 30 Jahre ins Land ziehen.
Aber ich finde es schon sinnvoll dass man die Inhalte der ÖRs Auch dauerhaft im Netz abrufen kann. Schließlich haben wir alle dafür bezahlt und das ist ja auch zum Teil z.B. bei Dokus durchaus gut bzw. zumindest besser als der Kram den die Privaten teilweise verzapfen. Nur weil irgendwer Angst hat, dass er weniger verdient, das alles in der Versenkung verschwinden zu lassen, ist echt Schwachsinn...
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Tja, die öffentlich-rechtliche Rundfunk-Landschaft ist im Grunde an dem Punkt angelangt der sehr einer zerfallenden Weltanschauung ähnelt: Dem Stalinismus.
Kommunimus ist ein gutes Konzept das dem menschlichen Gemeinsinn entspricht, durch Dogmatisierung denunziert zum Stalinismus ist alles was Gut ist, ganz plötzlich, Böse.
Analog hierzu ist der auf Pluralität der Meinungen ausgerichtete Sendeauftrag mittlerweile zum Vehikel der einförmigen Indoktrination und Propaganda verkommen - Gute Nacht …
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… das bei den Privatsendern nichts verdient werden kann ist mit Sicherheit auch den mangelhaften Marketingfähigkeiten zu verdanken. Die Leute dürfen sich schlicht nicht langweilen: Keine Angebote - keine Kundschaft. Es ist wie im richtigen Leben - wenn nichts geboten wird geht man eben wieder raus aus dem Laden.
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Sorry, in vielem zeigt mir diese Antwort, dass du dich mit unserem Mediensystem nicht im Geringsten auskennst. Nicht warum es aufgebaut ist wie es aufgebaut ist und du bist auch nicht in der Lage die Vorteile zu erkennen, nur Nachteile.
Wir können froh sein ÖR und Private zu haben, die dadurch einer gewissen Konkurrenzsituation gegenüberstehen, die vieles auch von selbst regelt.
Wie auch immer, aber ich habe in letzter Zeit selten bei den Privaten vernünftige Dokus gesehen.
Zum Glück senden die ÖR nicht nur das, von dem z.B. die Privaten meinen was die "Leute" sehen wollen. Trotzdem halten die sich viel zu sehr an die Quote.
Wie ich am Anfang schon sagte wäre mit lieber wenn der Inhalt der ÖR qualitativer wäre, aber oft ist er besser als das Meiste in den Privaten. In vielen Fällen ist es der gleiche Schrott, leider.
Im Artikel geht es um die Onlinearchieve und die OFFline zu nehmen ist eine Schande. Wir alle haben dafür bezahlt und vielleicht würde das dann auch die Privaten mal wieder in Schwung bringen nicht nur Zeug wie Seven Games zu puschen, sondern auch Inhalt.
ÖR ist für mich eine, aber nicht die einzige Informationsquelle, früher war es Klasse das wir aus den Onlinearchieven der ÖR sehr viel Anfangsrecherche betreiben konnte. Die Möglichkeit ist uns genommen, weil die Privaten nicht annähernd diese Qualität bieten und es über gute Lobbyarbeit haben offline nehmen lassen. Am Geld liegt es nicht. Alleine RTL hat mehr zur Verfügung als alle ÖR zusammen. Da gabs im letzten Jahr dicke Boni.
Zu den Themenabenden, die gibt es auch auf 3Sat, Arte und in den 3. immer mal wieder in mehr oder weniger guter Qualität.
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