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Meine Prognose: De-Mail bleibt ein Nischenprodukt

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  1. Meine Prognose: De-Mail bleibt ein Nischenprodukt

    Autor Spaghetticode 23.08.12 - 21:54

    Zumindest unter Privatpersonen denke ich, dass De-Mail ein Nischenprodukt bleibt (wie zum Beispiel auch die MMS):
    • Zu teuer: Warum sollte man eine elektronische Nachricht für 39 Cent verschicken, wenn man auch einen Brief für 55 Cent verschicken kann?
    • Zu kompliziert: Der Nutzer muss sich durchs De-Mail-Menü klicken (wie erkläre ich das denn nun der Oma oder anderen, nicht technisch versierten, Benutzern? Diese Benutzer schaffen es ja nicht einmal, die Software auf ihrem Rechner aktuell zu halten oder ein E-Mail-Programm einzurichten). Es gibt eine weitere Seite (nämlich die De-Mail-Seite), die er nun regelmäßig kontrollieren muss. Er braucht ein weiteres Passwort. Er muss auch noch mit dem Mobiltelefon hantieren. Beim Brief ist es ganz einfach: Zettel mit der Nachricht schreiben, Umschlag nehmen, Umschlag öffnen, Zettel reinstecken, Umschlag lecken, Zudrücken, Briefmarke abziehen, Briefmarke aufkleben, zum gelben Kasten gehen, reinstecken. Das kann jeder.
    • Zu ununiversell: Die De-Mail ersetzt keinen persönlichen Besuch. Ganz bestimmt gibt es viele Ausnahmen von der Rechtsgültigkeit, bei der man einen Papierbrief schicken muss. Viele Firmen besitzen keine De-Mail-Adresse.
    • Zu selten benutzt: Die zwei Papierbriefe im Jahr, die man verschickt, kann man getrost zum Briefkasten tragen. Da braucht man kein neues System dafür.
    • Aus Prinzip: Die rechtsverbindliche elektronische Kommunikation ist wie die bargeldlose Zahlung im Geschäft. So wie der Deutsche noch mit Bargeld zahlt, wird er auch weiterhin Papierberge verschicken.

    Wer wird also De-Mail nutzen:
    • Die Permanent-Unterwegs-Fraktion. Die kann ja die Briefe, die zu Hause auflaufen, nicht empfangen.
    • Manche Firmen und Behörden. Die Kosteneinsparung macht sich ja hier deutlich bemerkbar.
    • Mögliches Szenario: De-Mail verpflichtend für Firmen. Also müssen alle Firmen am De-Mail-System teilnehmen. Für Steuererklärungen, Lohnsteuermeldungen und Handelsregister ist das ja bei Firmen schon Pflicht.

    Die meisten Privatpersonen juckt das überhaupt nicht, die fünf Contra-Argumente reichen, um De-Mail nicht zu nutzen.

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  2. Re: Meine Prognose: De-Mail bleibt ein Nischenprodukt

    Autor nicoledos 24.08.12 - 00:08

    Wenn du zukünftig mit Behörden schreiben willst, wird De-Mail gefordert werden. Als Arbeitssuchender muss wird zur Registrierung im Portal dann auch De-Mail erforderlich sein. Und wie war das mit dem Finanzamt und der elektronischen Steuererklärung, auch eine Möglichkeit es zu etablieren. Und schon wird es zum Erfolg, weil jeder eine benötigt.

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  3. Re: Meine Prognose: De-Mail bleibt ein Nischenprodukt

    Autor __destruct() 24.08.12 - 01:03

    Es gibt Leute ohne Internet, sowie welche mit sehr langsamen, und wie rechtfertigt sich der sehr hohe Preis pro Nachricht? [hier eine beliebige Beleidigung der oder eines Politikers, einer anderweitig mit De-Mail zu tun habender Person, bzw. der Gesamtheit jener oder einer mitwirkenden / unterstützungsbietenden Behörde einfügen — die Wahl ist eure]

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  4. Re: Meine Prognose: De-Mail bleibt ein Nischenprodukt

    Autor Spaghetticode 24.08.12 - 07:24

    nicoledos schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn du zukünftig mit Behörden schreiben willst, wird De-Mail gefordert
    > werden. Als Arbeitssuchender muss wird zur Registrierung im Portal dann
    > auch De-Mail erforderlich sein. Und wie war das mit dem Finanzamt und der
    > elektronischen Steuererklärung, auch eine Möglichkeit es zu etablieren.

    Dann entsteht auch ganz bestimmt ein „Shitstorm“ (igitt, dieses Wort). Und garantiert würde so etwas vom Bundesverfassungsgericht geschluckt werden (außer mit der elektronischen Steuererklärung, dann muss man halt wieder Zettel zum Finanzamt tragen), denn damit verpflichtet man die komplette deutsche Bevölkerung zu einem Internetzugang und zu einem Computer. Das ist gleich noch ein Zacken schärfer als die neue Rundfunkgebühr (da werde ich wenigstens nicht zum Fernsehkonsum verpflichtet).

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