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Die Gründe liegen tief begraben

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  1. Die Gründe liegen tief begraben

    Autor Muellersmann 29.11.12 - 02:33

    Well, ich liebe das Thema. In meinem Bekanntenkreis gibt es eine Reihe von Männern, die jedem Konflikt aus dem Weg gehen. So auch der eigenen Meinung. Daher funktioniert deren Ehe oder Beziehung im Grunde garnicht oder nur wegen des Geldes und krassen Kompromissen. Frauen sind im allgemeinen nicht viel anders. Hier wollen 90% den Weltfrieden, aber nicht in persönlichen Bereichen. Über politische Themen kann man dann kaum diskutieren, weil das Interesse gerade bei weiblichen Studenten gegen Null tendiert. Und wenn sie nicht studieren, dann zerpflücken sie die letzte Folge von GzSz in Bezug auf ihre persönliche Erfahrung.
    Ich kann verstehen, dass man im engen Umfeld dem Konflikt lieber aus dem Weg gehen will. Doch bekommt man im Internet eine gewiße Anonymität. Man muss nicht mehr auf jemanden Rücksicht nehmen. Man kann frei sagen was man denkt. Genau das passiert aber eigentlich garnicht. Die eigene Meinung mit Konfliktpotential ist tief begraben unter Massen von Gewohnheit.
    Diese Personen beteiligen sich dennoch hin und wieder am Bewertungen. Sie fallen dann so aus, dass man schaut wer "gewinnt". Selbst wenn eine Produktbewertung auf 99% steht, so muss man dennoch dafür voten. Der rationale Sinn dahinter wäre es einem unbekannten Dritten eine Empfehlung auszusprechen und ihn vor einer Fehlentscheidung zu bewahren. Hier und dort im Internet entwickelt sich eine Flut von Bewertungen für identische Dinge, die mal ins extreme Plus oder ins extreme Minus wandern ohne das es dafür einen direkten Grund gibt. Das verleitet mich zu der Annahme, dass die Menschen zum Großteil nur emotional reagieren und sich in der Masse fühlen wollen.
    Andererseits sind solche Menschen auch dafür verantwortlich, dass es weniger Threads gibt, in denen mit extremen Maßnahmen diskutiert wird. Nicht selten hat ein Moderator schon die Close-Keule geschwungen ohne den Inhalt zu lesen. Menschen sollen sich nicht streiten. Das lernt jedes Kind im Kindergarten. Es ist doch eher ein realitätsferner Traum. Einen Streit zu unterbrechen, der nur mit Worten geführt wird, machte schon in der Schule einigen Mädels Spass und sie fühlten sich in diesem Moment richtig gut etwas Gutes getan zu haben.

    Zuletzt der eigentliche Grund: Zeit.

    Es dauert ewig lange eine einzelne, anstrengende Diskussion zu führen. Man braucht theoretisch Wissen, Rechtschreibung, Intelligenz ... und natürlich Zeit. Da ist es viel leichter einen Klick auf "like" zu setzen als etwas zu schreiben was direkt keinen persönlichen Nutzen mit sich bringt.

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  2. Re: Die Gründe liegen tief begraben

    Autor Matt Devereaux 08.12.12 - 09:45

    Gut formuliert. Würde eigentlich jetzt lieber bloß einen *like* Knopf klicken, aber finde keinen. Ich schätze die Gedanken die hier Form gefunden haben.

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