Hier wird wieder, wie überall, an der Symptomaik herumgedoktort, anstatt gezielt herauszufinden was zur Sucht geführt hat.
Die wenigsten Drogenabhängigen sind es, weil sie das Zeug aus reinem Spass genommen haben.
Gleiches gilt für Alkoholiker. Keiner wird zum absoluten Alkoholiker weil er sein Feierabendbier genießt.
Mit Internetsucht (ob Spiele, Einkaufen, Social Networks oder sonstwas) verhält es sich genauso.
Ist das Umfeld in Ordnung, treten Süchte kaum auf.
Fehlt jedoch ein stabiles Umfeld, oder treten Probleme auf, flüchten sich Menschen ind andere Dinge, die ihnen entweder erlauben zu Vergessen, oder sie mit Glücksgefühlen über die Probleme hinwegtäuschen.
Hier liegt auch der Grund für die dermaßen hohe Rückfallquote bei den meisten Suchtarten.
Bestes Beispiel: Raucher. Ein Raucher wird nicht damit aufhören, während er Stress irgendeiner Art hat. Geht es aber ruhig zu, versuchen es Viele, und verdammt Viele kommen davon auch los, da es gar nicht so schwer ist.
Kommt dann aber wieder Stress dazu, ist der Griff zum Glimmstängel das Erste, was passiert. Und Peng ist man zurück.
Es ist relativ leicht jemanden von seiner Such loszubekommen, wenn die Person mitspielt. Das große Problem ist dann allerdings, dass sich am Leben selbst, und am Umfeld, und vor allem an den Problemen die diese Personen haben gar nichts geändert hat.
Folglich greifen dann sehr viele Menschen wieder zum Suchtmittel, weil es einfacher ist.
Zu einer Suchttherapie gehört eigentlich auch Hilfestellung um das Leben auf die Reihe zu kriegen. Aber hierfür fühlt sich entweder niemand zuständig, oder es ist schlicht und ergreifend kein Geld oder Personal da.
Ohne Hilfestellung bringt eine Therapie so viel, wie ein nasses Blatt Papier auf einen heissen Ofen zu legen. Das Wasser verdampt und das Papier wird dennoch verbrennen.
Irgendjemand hätte vielleicht mal den Ofen ausschalten sollen.
Das was du ansprichst beinhaltet eine Therapie. u.a. Gespräche mit dem nahen Umfeld
Sharra schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
[...]
> Ohne Hilfestellung bringt eine Therapie so viel, wie ein nasses Blatt
> Papier auf einen heissen Ofen zu legen. Das Wasser verdampt und das Papier
> wird dennoch verbrennen.
> Irgendjemand hätte vielleicht mal den Ofen ausschalten sollen.
Wow. :)
Toller Vergleich!
Sharra schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Keiner wird zum absoluten Alkoholiker weil
> er sein Feierabendbier genießt.
Doch. Ein Bekannter von mir hat sich jeden Abend ein Bier reingezogen. Dann hat man ihm mitgeteilt, das eine Drogenuntersuchung anstehe und er am Abend zuvor nichts trinken dürfe. An dem Abend fing das große Zittern an. Wie sich herausstellte, war er Alkoholabhängig geworden, nur durch ein Bier am Abend, das er über Jahre hinweg genossen hat. Man kann also durchaus durch sein Feierabendbier zum Alkoholiker werden, was ihm die Ärzte in der Therapie dann auch bestätigt haben.
Ersetze also "Keiner" mit "nur sehr wenige", dann kann man dem Satz zustimmen.
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