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1 MBit/s Mindestversorgungsgrenze?

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  1. 1 MBit/s Mindestversorgungsgrenze?

    Autor: Sinnfrei 07.12.12 - 18:30

    Das ist ja wohl wirklich eine bodenlose Frechheit. Zuerst die kritische Infrastruktur auf Kosten der Steuerzahler privatisieren, und dann aktiv und mit böser Absicht den Netzausbau verhindern?

    Wir müssen wirklich eine Namensänderung für unser Land beantragen. Bananenrepublik Deutschland ...

    __________________
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  2. Re: 1 MBit/s Mindestversorgungsgrenze?

    Autor: nille02 07.12.12 - 18:46

    Sinnfrei schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das ist ja wohl wirklich eine bodenlose Frechheit. Zuerst die kritische
    > Infrastruktur auf Kosten der Steuerzahler privatisieren, und dann aktiv und
    > mit böser Absicht den Netzausbau verhindern?

    Das heutige Netz besteht nicht nur aus den TALs. Das TV Kabelnetz ist übrigens auch Steuer-finanziert.

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  3. Re: 1 MBit/s Mindestversorgungsgrenze?

    Autor: sowasauchnoch 07.12.12 - 21:32

    Das stimmt nur teilweise. es gab auch sehr viele kleine private Anbieter und Gemeinschaften auf Ebene 4, die nicht gefördert wurden.
    Diese wurden irgendwann zusammengekauft (insb. auch von der damaligen DTAG Tochter).
    Und in den neuen BL war die Förderung von Kabel nicht mit der des GF vergleichbar. Allerdings wurde hier nicht nur die DTAG gefördert.
    Darüber hinaus waren die Investitionen pro TAL-Nutzer wesentlich höher als bei der DTAG, welche durch die Preisfestlegung der Bundesnetzagentur auch profitierte (günstigeres DB3-Verhältnis im Resale als im Eigengeschäft vor allem seit Ende der 90er).

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  4. Re: 1 MBit/s Mindestversorgungsgrenze?

    Autor: Youssarian 08.12.12 - 08:52

    Sinnfrei schrieb:

    > Zuerst die kritische Infrastruktur auf Kosten der Steuerzahler
    > privatisieren,

    Inwiefern "auf Kosten der Steuerzahler"? Es wurde fast 150 Milliarden DM Schulden in die zu gründende Gesellschaft ausgelagert. Ebenfalls die problematischen Arbeitsverhältnisse (unkündbare Beamte) und die Pensionslasten. Wofür hätte der Aktienkäufer angesichts dieser Belastungen denn Geld geben sollen, wenn nicht für "das Netz"?

    Der Staat ist letztlich der Vertreter des "Steuerzahlers" und der Staat hat an der Telekom und deren Vorgänger verdammt gut verdient.

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  5. Re: 1 MBit/s Mindestversorgungsgrenze?

    Autor: Sinnfrei 08.12.12 - 12:42

    Verdient haben daran vor allem ein paar wenige Leute die sich die Taschen voll gemacht haben. Und verloren hat der Steuerzahler so oder so, weil der Netzausbau offensichtlich nicht funktioniert in privater Hand - jedenfalls für die Steuerzahler, welche nicht zufällig in Ballungsgebieten wohnen.

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  6. Re: 1 MBit/s Mindestversorgungsgrenze?

    Autor: Youssarian 08.12.12 - 16:55

    Sinnfrei schrieb:

    > Verdient haben daran vor allem ein paar wenige Leute die sich die Taschen
    > voll gemacht haben.

    Geschenkt.

    > Und verloren hat der Steuerzahler so oder so, weil der
    > Netzausbau offensichtlich nicht funktioniert in privater Hand - jedenfalls
    > für die Steuerzahler, welche nicht zufällig in Ballungsgebieten wohnen.

    Den von Dir konsturierten Zusammenhang zwischen "privat finanzierten Netzausbau" und "Steuerzahler" erkenne ich nicht. Der Staat hat sich ja - bis auf die regulierende Funktion der Bundesnetzagentur - aus der Telekommunikation zurückgezogen und gibt kein Geld (des Steuerzahlers) dafür aus, sondern verkauft z.B. Lizenzen für die "Luftraumnutzung" durch den Mobilfunk.

    Es verliert dann der Kunde, der für eine eher unbefriedigende Anbindung (annähernd) soviel zahlen muss wie der, der Bandbreite satt bekommt. Daran ist aber die Telekom sicher nicht schuld, denn eine Quersubventionierung (*) ist aufgrund des Wettbewerbs nicht möglich. Hast Du dafür auch einen konstruktiven Lösungsvorschlag? ;-)

    (*) Alle zahlen ein bisschen mehr, damit auch die "Landeier" in absehbarer Zeit eine bessere Anbindung erhalten.

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  7. Re: 1 MBit/s Mindestversorgungsgrenze?

    Autor: sowasauchnoch 08.12.12 - 17:39

    Jetzt hört endlich mit den Märchen auf. Der Staat, die Länder und die EU fördern den Ausbau der Netze nach wie vor mit Geld. Mit viel Geld.
    Auch beim Aufbau Ost floss viel Geld für den Netzausbau.
    Ja, liebe DTAG-Verteidiger ihr habt recht, dass Geld floss & fließt nicht an die DTAG oder an ihre Mitbewerber. Oft bekommt man gar nicht mit, dass das Geld von den Gemeinden usw. in Bauvorhaben die mit dem Netzausbau zusammenhängen stecken.
    Wenn man die Projekte wichtiger Tief- und Straßenbauunternehmen kennt und weis, was gemacht wurde und wie bezahlt wurde, dann helfen die Märchen nicht.
    Genau wie das Märchen von 60Mrd.DM für Netzausbau Ost. Darin waren auch die kosten für die Postverschließung und Modernisierung enthalten, sowie Kosten für notwendige Dienstleistungen in die investiert wurde. Es waren Gesamtinvestitionen der Deutschen Bundespost/Telekom von denen ein großer Teil bereits vor Gründung der DTAG ausgegeben wurde. Ja im Osten waren es leider auch sehr oft keine Investitionen sondern Ausgaben.

    Der Bund hatte bei Gründung der DTAG Bürgschaften für Kredite übernommen und war lange Zeit noch Mehrheitsaktionär und damit einer der besten Schuldner für die Banken. So waren die hohen Kredite erst möglich.
    Über die Bewertung und Veräußerung des Neztes hatten sich Betriebsprüfer weltweit vor lachen den Bauch gehalten, aber die Kredite mussten ja auch zu Stande kommen.
    Viele Menschen, die keine Ahnung von internationaler Telekommunikation hatten, haben der DTAG zu ihren wichtigsten Zeiten (Senkung der Anteile des Bundes) Eigenkapital und Liquidität in enormen Umfang zur Verfügung (Börsengänge 1996-2000 = >35 Mrd.¤)gestellt und wenig zurückbekommen.

    Ja ich weis auch dass Arcor viel billiger an sein Netz von der DBAG gekommen ist. Aber die Netze sind was Profitabilität & Komplexität betrifft nur bedingt vergleichbar.
    Was die Regulierung betrifft, so gilt diese nicht nur für die DTAG, sondern für alle Netzbetreiber, auch wenn bei TAL eine Besonderheit besteht.

    Das der Bund immer fett abgeschöpft hat, stellt keiner in Frage! Graue Post und DTAG trenne ich streng, auch wenn die DTAG viele Probleme der Grauen Post für den Bund lösen musste und sich immer besser geschlagen hat als die DPAG oder die DBAG.

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  8. Re: 1 MBit/s Mindestversorgungsgrenze?

    Autor: Youssarian 08.12.12 - 20:50

    sowasauchnoch schrieb:

    > Das der Bund immer fett abgeschöpft hat, stellt keiner in Frage!

    Doch, doch, das stellen sehr viele in Frage.

    > Graue Post und DTAG trenne ich streng,

    Du schon. Dann würdest Du ja auch nicht solche Räuberpistolen von "unserem Netz" erzählen.

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  9. Re: 1 MBit/s Mindestversorgungsgrenze?

    Autor: Sinnfrei 10.12.12 - 11:09

    sowasauchnoch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Jetzt hört endlich mit den Märchen auf. Der Staat, die Länder und die EU
    > fördern den Ausbau der Netze nach wie vor mit Geld. Mit viel Geld.

    Ja, kann sein. Nur kommt nichts davon tatsächlich beim Netzausbau an. Sieht so aus als würde das Geld, wenn es denn fließt, irgendwo versickert.

    __________________
    ...

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  10. Re: 1 MBit/s Mindestversorgungsgrenze?

    Autor: sowasauchnoch 10.12.12 - 12:47

    1. Das zu wenig ankommt, ist oft der Fall, nicht nur an dieser Stelle. Aber dass nichts ankommt halte ich für falsch. Das DTAG-Netz ist deutschlandweit bis zu den Hauptverteilern sehr gut ausgebaut.
    2. Die GF- & Kupferleitungen sind gar nicht mal so teuer. Die Tiefbauarbeiten und alles darum treibt die Preise nach oben. Es geht fast immer um die Strecken bis zum nächsten Hauptverteiler und da ist es in den seltesten Fällen heute so, dass diese Abschnitte noch aus anderen Gründen gerade zur selben Zeit aufgemacht werden müssen.
    Und Oberleitungen sind halt nicht gewünscht. Dafür gibt es auch sehr viele sinnvolle Gründe.
    3. Sollten alle großes Glück haben, so könnte es 2016 doch zu einem bundesweiten Breitbandangebot der DTAG kommen. Wenn man die angekündigten Investitionen sinnvoll auf einander abstimmt sind und den derzeitigen Ausbau berücksichtig, GF-Backbone (in einigen Gebieten auch bis ins Haus (VDSL) sowie LTE (ländliche Umgebung) umeinander ergänzt werden, wird die DTAG vielleicht deutschlandweit, dank sinnvollem Service und echter Kundenorientierung, ein gutes Angebot liefern.
    Ob sie es diesmal schaffen? Wer kann es wissen.

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  11. Re: 1 MBit/s Mindestversorgungsgrenze?

    Autor: TecUser 10.12.12 - 19:36

    Sinnfrei schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das ist ja wohl wirklich eine bodenlose Frechheit. Zuerst die kritische
    > Infrastruktur auf Kosten der Steuerzahler privatisieren, und dann aktiv und
    > mit böser Absicht den Netzausbau verhindern?
    >

    Nur weil der VATM dies behauptet, heisst es nicht, daß es wahr ist!
    Das TKG bietet jedem TK-Unternehmen die Möglichkeit eigene Infrasktruktur zu bauen. Das Gesetz geht sogar von einem Infrastruktur-Wettbewerb aus (anders als Strom & Gas). Wenn also tatsächlich TK-Unternehmen ausbauen will und 50MBit/s Anschlüsse bereitstellen will, kann dies jedes Unternehmen tun!!!

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  12. Re: 1 MBit/s Mindestversorgungsgrenze?

    Autor: sowasauchnoch 10.12.12 - 20:16

    TecUser schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn also tatsächlich TK-Unternehmen ausbauen will und 50MBit/s Anschlüsse
    > bereitstellen will, kann dies jedes Unternehmen tun!!!

    Klingt erstmal ganz richtig. Aber so einfach ist es in der Realität nicht.
    Wenn die Gemeinde/Stadt oder der Kreis keine Erschließung innerhalb von Orten wollen bzw. keine Genehmigung erteilen oder die Auflagen zu extrem sind, dann bleibt die TAL die einzige Erschließungsmöglichkeit.
    Es gibt Situationen, wo ein Bürger die Gemeinde/Stadt oder den Kreis an der Erteilung einer Genehmigung hindern kann.

    Was den Infrastruktur-Wettbewerb betrifft, den gibt es im Fernverkehrsnetz sicher.
    Lediglich auf der TAL ist er eingeschränkt. Hier gibt es deutschlandweit nur die DTAG und regional sowohl TK, als auch Kabelanbieter.
    LTE ist zukünftig eine weitere Möglichkeit dem Kunden 50Mbit/s Anschlüsse zur Verfügung zu stellen.

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