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Wer für die Zensur von Informationen

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  1. Re: Wer für die Zensur von Informationen

    Autor ludolf 02.07.09 - 03:00

    Zensurfeind schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Und nein: Es gibt Unterschiede im Grad der Zensur,
    > jedoch keine essentiellen.

    In dem geschilderten Fall halte ich das eher für eine ethische als eine rechtliche Frage.

    Es versteht sich für mich (aus Gründen der Ethik) von selbst, zum Schutze des Lebens hier Stillschweigen zu bewahren. Eine Information erhält ihren Wert auf Grund ihrer Auswirkung, nicht allein durch ihren Inhalt (also bei jeder Information auch mal den zweiten Schritt bedenken, der da heißt; "was bewirkt sie")...

  2. Re: Da hast du dir ja den passend Namen

    Autor ludolf 02.07.09 - 03:13

    Passend schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Du bist nicht der Ansicht, dass jeder für seine
    > Entscheidungen selbst verantwortlich ist?
    >
    > Bist du für Zensur und Entmündigung?

    Netzsperren sind und bleiben eine Zensur, welche die Möglichkeiten zur freien Meinungsbildung einschränken. Das ein Zweck Mittel heiligt ist ein Selbstbetrug. Jeder Mensch sollte in die Lage versetzt werden, mit Informationen umgehen zu können, denn jede Information trägt zur Bildung bei, da gibt es keine Ausnahme.

    Immer diese Inkonsequenz wegen der Bequemlichkeit ;-)

  3. Re: Wer für die Zensur von Informationen

    Autor Lutz 02.07.09 - 10:28

    ludolf schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Es gibt etwas, was man mit "öffentlichen
    > Informationen" bezeichnen kann. Im Grunde sollte
    > aber das Recht bei der Person verbleiben, mit der
    > diese Information verknüpft wird. Wenn ich z.B.
    > Merkmale verknüpfe (sagen wir biometrische), die
    > eine eindeutige Zuordnung zu einer Person
    > herstellen, dann verbleibt das Recht auf diese
    > Daten (eben durch die eindeutige Verknüpfung) bei
    > der betreffenden Person.
    > Folge: jede Verknüpfung von Daten mit
    > Eindeutigkeitscharakter verbleibt rechtlich bei
    > der betreffenden Person (als Eigentumsrecht) und
    > die Verwendung durch Dritte ist durch diese Person
    > genehmigungspflichtig

    Ich halte das für zu weitgehend, aber warum meinst du dann, die eindeutige Information [Name Reporter] sollte öffentlich zugänglich mit der Information [Entführt] verknüpft werden ohne Einwilligung des Reporters?

  4. Re: Da hast du dir ja den passend Namen

    Autor Lutz Terheyden 02.07.09 - 10:46

    Mutiger Mungo schrieb:
    -------------------------------------------------------
    [Verkehrsunfälle]

    > Ja, man sollte über diese Unfälle am besten nicht
    > mehr berichten.....
    > Ist ja menschengefährdend!

    Die Berichterstattung darüber halte ich insofern für menschengefährdend, weil viel zu wenig darüber berichtet wird:
    über ein paar hundert Tote bei einem Flugzeugabsturz im Ausland wird tagelang berichtet - über 4.000 Verkehrstote pro Jahr allein in Deutschland regt sich höchstens der VCD auf.

    > Und ja, Du wirst in solch einem Fall ohnehin
    > selbst entscheiden, wen Du versorgst.

    Das schon, aber es beruhigt mein Gewissen, dass das Opfer es so möchte - also, wie war dein Name? Oder steht der Mutige Mungo nicht zu seinen Aussagen?

  5. Re: Da hast du dir ja den passend Namen

    Autor Lutz 02.07.09 - 11:17

    ludolf schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Bist du für Zensur und
    > Entmündigung?

    Ja, in gewissen Fällen schon.
    Hier trifft das aber nicht zu.
    Wenn eine Webseite sich entscheidet eine Information nicht aufzuführen, halte ich das nicht für Zensur, schließlich beschwerst du dich auch nicht darüber, dass deine Schuhgröße fehlt.

    Und zur Entmündigung: Dadurch, dass du nun weißt, dass in der Wikipedia nicht alles steht (was du ja vorher offensichtlich angenommen hast), bist du mündiger geworden.


    > Netzsperren sind und bleiben eine Zensur, welche
    > die Möglichkeiten zur freien Meinungsbildung
    > einschränken.

    Netzsperren? Haben wir das Thema gewechselt?


    > Jeder Mensch sollte in die Lage
    > versetzt werden, mit Informationen umgehen zu
    > können,

    Soweit OK, ist ein hohes Ziel, aber das Streben danach unterstütze ich.

    > denn jede Information trägt zur Bildung
    > bei, da gibt es keine Ausnahme.

    Ich habe Schuhgröße 45. Hoffe, deine Bildung ist nun gestiegen.

    Vielleicht ist es noch nicht allgemein bekannt, aber wir leben in einer Zeit, die einige als 'Informationszeitalter' bezeichnen.
    Die meisten Menschen mit einem Internetzugang bekommen viel mehr Informationen, als sie verarbeiten oder speichern könnten.
    Weniger Informationen sind für die meisten mehr Lebensqualität (ich würde 90 % der Werbung und die Werbe- und 'Sie haben gewonnen'-Anrufe nicht vermissen).
    Da sind strukturierte Informationen doch schon besser. Da ich nicht glaube, dass jemand die 'Wahrheit' verbreitet (ich glaube nicht einmal, dass es genau eine Wahrheit gibt), beschränke ich mich darauf, dass Informationen einigermaßen belegt sind. Damit sind wir wieder bei unserem Reporter: Die Information, dass der entführt war, war nicht belegt. Also gehörte sie nicht in die Wikipedia.

    Damit haben wir den ganzen philosophischen und moralischen Kram links liegen lassen. Darüber unterhalten wir uns dann, wenn es beispielsweise um eine Herstellungsanleitung für Sarin mit Haushaltsstoffen geht...

  6. Re: Wer für die Zensur von Informationen

    Autor Blair 02.07.09 - 11:55

    Leben schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Nein, wer behauptet das?
    >
    > Inwiefern soll jedoch dessen Leben als Begründung
    > dafür hergenommen werden können, einfach mal so
    > bei Wikipedia zu zensieren?

    informationsinteresse der öffentlichkeit vs. leben einer person. das informationsinteresse dürfte in diesem fall sehr niedrig gewesen sein, denn wirklich wichtig war die info sicher nicht. für den entführten dafür umso mehr. wenn für dich diese information wichtiger ist als die sicherheit dieser person, tust du mir leid.



    > Na, dann bist du ja demnach ebenso wie viele für
    > Netzsperren. Das Leben der Kinder hat doch deiner
    > Ansicht nach Vorrang vor Zensurfreiheit!

    was für ein unglaublicher dummer blödsinn.

  7. Re: Wer für die Zensur von Informationen

    Autor Blair 02.07.09 - 12:01

    dieser beitrag triffts imho:

    http://forum.golem.de/read.php?33413,1822398,1825989#msg-1825989

  8. Re: Da hast du dir ja den passend Namen

    Autor ludolf 02.07.09 - 14:10

    Lutz schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > ludolf schrieb:
    > --------------------------------------------------
    > -----
    > > Bist du für Zensur und
    > Entmündigung?
    >
    > Ja, in gewissen Fällen schon.
    > (...)

    Falsch gequotet. "Bist du für Zensur und Entmündigung?" war keine Frage von mir, sondern vom Autor "Passend".

    > Hier trifft das aber nicht zu.
    > Wenn eine Webseite sich entscheidet eine
    > Information nicht aufzuführen, halte ich das nicht
    > für Zensur, schließlich beschwerst du dich auch
    > nicht darüber, dass deine Schuhgröße fehlt.

    Ich auch nicht, siehe meine Einstellung zu der Frage unter http://forum.golem.de/read.php?33413,1822398,1825989#msg-1825989

    > Und zur Entmündigung: Dadurch, dass du nun weißt,
    > dass in der Wikipedia nicht alles steht (was du ja
    > vorher offensichtlich angenommen hast), bist du
    > mündiger geworden.

    Jeder mündige Mensch sollte schon zu der Auffassung gelangt sein "das in der Wikipedia nicht alles steht" ;-)

    > > Netzsperren sind und bleiben eine Zensur,
    > welche
    > die Möglichkeiten zur freien
    > Meinungsbildung
    > einschränken.
    >
    > Netzsperren? Haben wir das Thema gewechselt?

    Das war an den Autor "Passend" gerichtet, von dem ich annehme, er ist auch Autor "the_spacewürm" ( http://forum.golem.de/read.php?33413,1822398,1823363#msg-1823363 ) ...

    > > Jeder Mensch sollte in die Lage
    > versetzt
    > werden, mit Informationen umgehen zu
    > können,
    >
    > Soweit OK, ist ein hohes Ziel, aber das Streben
    > danach unterstütze ich.

    Kein hohes Ziel, eine Grundvoraussetzung. Die "Breite Masse" ist nicht von Natur aus blöd, es wird ihr nur die nötigen Bildung erschwert, was lediglich den Anschein erweckt "blöd zu sein" :-)

    > > denn jede Information trägt zur Bildung
    >
    > bei, da gibt es keine Ausnahme.
    >
    > Ich habe Schuhgröße 45. Hoffe, deine Bildung ist
    > nun gestiegen.

    Die Aussage "jede Information trägt zur Bildung bei" ist eine Grundaussage, die in ihrem ersten Schritt wertfrei zu sehen ist, denn den Wert einer Information misst der Verarbeitende ihr bei.

    > Vielleicht ist es noch nicht allgemein bekannt,
    > aber wir leben in einer Zeit, die einige als
    > 'Informationszeitalter' bezeichnen.
    > Die meisten Menschen mit einem Internetzugang
    > bekommen viel mehr Informationen, als sie
    > verarbeiten oder speichern könnten.
    > Weniger Informationen sind für die meisten mehr
    > Lebensqualität (...)

    Es geht aber um das Vorenthalten von Information. Jeder Mensch sucht sich Themen, zu denen er sich informieren will, da liegt die Einschränkung auf ein Thema als Vor-Entscheidung beim Menschen selbst. Zu jedem Thema sollten aber immer alle bekannten Informationen verfügbar sein, der Informationssucher entscheidet auch hier selbst - welche Information für ihn relevant ist - wie er die Information wertet...

    > Da sind strukturierte Informationen doch schon
    > besser.

    Das sehe ich auch so, gegen das Strukturieren ist auch nichts zu sagen.

    > Da ich nicht glaube, dass jemand die
    > 'Wahrheit' verbreitet (ich glaube nicht einmal,
    > dass es genau eine Wahrheit gibt), beschränke ich
    > mich darauf, dass Informationen einigermaßen
    > belegt sind.

    Die Wahrheit ist wohl mehr eine individuelle Empfindung, abgeleitet von Fakten (zumindest sollte es wohl so sein) ;-)

    > Damit sind wir wieder bei unserem
    > Reporter: Die Information, dass der entführt war,
    > war nicht belegt. Also gehörte sie nicht in die
    > Wikipedia.
    >
    > Damit haben wir den ganzen philosophischen und
    > moralischen Kram links liegen lassen. Darüber
    > unterhalten wir uns dann, wenn es beispielsweise
    > um eine Herstellungsanleitung für Sarin mit
    > Haushaltsstoffen geht...

    Wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, dann war die Information schon von "Dritten" bestätigt worden, also ein gewisser "Beleg" schon vorhanden. Die Information wurde nur aus Gründen des Schutzes von Leib & Leben der betreffenden Person zurückgehalten worden. Was ich in meiner Nachricht zum Thema ( http://forum.golem.de/read.php?33413,1822398,1825989#msg-1825989 ) auch so zum Ausdruck gebracht hatte.

  9. Re: Wer für die Zensur von Informationen

    Autor ludolf 02.07.09 - 14:49

    Das betraf den Autor "Blair", der die Auffassung vertrat "die Dummen machen sich die Welt einfach". Ich wollte mal eine Sichtweise gegen diese Annahme vertreten, denn ich sehe das eher gegenteilig, was heißen soll "die Dummen machen sich die Welt kompliziert" ;-)

    Lutz schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Ich halte das für zu weitgehend, aber warum meinst
    > du dann, die eindeutige Information sollte
    > öffentlich zugänglich mit der Information
    > verknüpft werden ohne Einwilligung des Reporters?

    Wie Du in meinem Text zu der Frage ersehen kannst ( http://forum.golem.de/read.php?33413,1822398,1825989#msg-1825989 ), sehe ich da keine Frage nach dem Recht (Gesetz), sondern eher eine Frage nach der Pflicht (Ethik). Nicht alles sollte man in Rechtsformeln packen, was auch schon durch ethische Aussagen abgedeckt ist. Mehr Rechtsformeln ergeben nicht zwangsläufig auch mehr Rechtssicherheit, ich halte das für einen Trugschluss (eher das Gegenteil ist oft der Fall). Rechtsformeln sollten sich auf ihre grundsätzliche Tauglichkeit zur Ableitung berufen, und hierdurch ihre Existenzberechtigung beziehen. In einer Welt, die auf immer komplexere Strukturen zusteuert (komplex, nicht verwechseln mit kompliziert), ist eine Unüberschaubarkeit schnell erreicht, wenn man Rechtsformeln zur Regelung und Kontrolle immer präziser auf spezielle Situationen hin formulieren will. Da beißt sich die Katze in den Schwanz, es schadet mehr als es nutzt.

    In der Zukunft kann man sich nur an Grundlagen/Grundstrukturen halten, man sollte von der "Realität" (sehr missverständlicher Begriff) lernen. Die s.g. Realität beschreibt im Prinzip einfache Grundstrukturen, die aufeinander aufbauend und gegenseitig beeinflussend scheinbar komplizierte Strukturen beschreiben (aber immer auf der Basis der relativ einfachen/gleichen Grundlagen!). Das diese s.g. Realität funktioniert (also real ist) lässt auf ein schlüssiges (und im Prinzip einfaches) Funktionskonzept schließen. Eine schöne/realitätsnahe Visualisierung dieses Konzeptes beschreiben Fraktale (sollte sich jeder mal genauer ansehen), diese geben einen sehr bildhaften Eindruck von Realität.

    - - -

    Wie das immer so ist, von Hölzchen auf Stöckchen (Verständnis ist halt etwas "Zusammenhängendes") ;-)

    - - -

    In dem speziellen Fall sehe sich eine Entscheidungsfindung aber eher ethisch begründet...

  10. Re: Da hast du dir ja den passend Namen

    Autor Lutz 02.07.09 - 15:41

    ludolf schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Falsch gequotet. "Bist du für Zensur und
    > Entmündigung?" war keine Frage von mir, sondern
    > vom Autor "Passend".

    Ups, Entschuldigung!
    Die Zitierfunktion scheint mir nicht zuverlässig zu sein bei mehrfachen ">".


    >>> Jeder Mensch sollte in die Lage versetzt
    >>> werden, mit Informationen umgehen zu können,

    >> Soweit OK, ist ein hohes Ziel, aber das Streben
    >> danach unterstütze ich.

    > Kein hohes Ziel, eine Grundvoraussetzung. Die
    > "Breite Masse" ist nicht von Natur aus blöd, es
    > wird ihr nur die nötigen Bildung erschwert, was
    > lediglich den Anschein erweckt "blöd zu sein" :-)

    Wenn ich das mal zusammenfasse: Wenn die Masse Bildung braucht, um mit Informationen umgehen zu können, ist sie "von Natur aus blöd".

    Aber um mich zu erklären: Ich habe unter "mit Informationen umgehen" die Benutzung des Internets zur Informationssuche und eine in etwa passende Einschätzung zur Zuverlässigkeit der so gefundenen Informationen verstanden. Und das halte ich nicht für das wichtigste Ziel der Menschheit.


    > Die Aussage "jede Information trägt zur Bildung
    > bei" ist eine Grundaussage, die in ihrem ersten
    > Schritt wertfrei zu sehen ist, denn den Wert einer
    > Information misst der Verarbeitende ihr bei.

    11 und 11 ist 11. Ist eine sogar richtige Information, die bei dem größten Teil der Menschheit nur zur Bildung beiträgt, wenn dazu ein Haufen Kontext geliefert wird, der diese Information als Selbstverständlichkeit enthält. Für die Meisten ist das einfach falsch oder wenigstens irritierend. Insofern ist sie der Bildung abträglich, wie auch viele falsche Informationen.
    Ich traue mir bei vielen Informationen nicht zu, ihnen den richtigen Wert beizumessen.


    > Es geht aber um das Vorenthalten von Information.
    > Jeder Mensch sucht sich Themen, zu denen er sich
    > informieren will, da liegt die Einschränkung auf
    > ein Thema als Vor-Entscheidung beim Menschen
    > selbst. Zu jedem Thema sollten aber immer alle
    > bekannten Informationen verfügbar sein, der
    > Informationssucher entscheidet auch hier selbst -
    > welche Information für ihn relevant ist - wie er
    > die Information wertet...

    Ich glaube, es gibt Menschen denen das aktuelle Rezept von Coca-Cola bekannt ist. Müssen die das nun in die Wikipedia schreiben, damit ich als Sucher befriedigt werde?


    > Wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, dann
    > war die Information schon von "Dritten" bestätigt
    > worden, also ein gewisser "Beleg" schon vorhanden.

    Ein Blog und eine Zeitung die unter einem totalitärem Regime erscheint.
    Oder wie es in dem Artikel heißt:
    "Was uns wirklich sehr geholfen hat, war die Tatsache, dass keine Quelle, die wir als zuverlässig ansehen, die Entführung gemeldet hat" - wohl eine Übersetzung von Wales Aussage.


    > Die Information wurde nur aus Gründen des Schutzes
    > von Leib & Leben der betreffenden Person
    > zurückgehalten worden.

    Wales und der löschende Admin wussten um die Richtigkeit der gelöschten Informationen. Dass die Information unbelegt war, kann trotzdem als Anlass für die Löschung genommen werden.

  11. Re: Da hast du dir ja den passend Namen

    Autor ludolf 02.07.09 - 17:11

    Hi Lutz,

    auf ein paar Dinge wollte ich auch noch eingehen (das Thema ist ja von seiner Aktualität bald durch) ;-)

    Lutz schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Wenn ich das mal zusammenfasse: Wenn die Masse
    > Bildung braucht, um mit Informationen umgehen zu
    > können, ist sie "von Natur aus blöd".

    Naja, ich sehe den Menschen als einen recht komplexen Mechanismus, der eine Vielzahl an Möglichkeiten mit sich bringt. Zieht man eine Quersumme, erhält man einen Durchschnittswert, der die Möglichkeiten beschreibt, die für jeden Menschen erreichbar sein sollten ;-)

    Dieses Ergebnis würde ich als ausreichend betrachten, um zu erlernen wie man wissenschaftlich korrekt Informationen verarbeiten und Rückschlüsse ziehen kann. Nehmen wir dies mal als Grundlage, um ein ausreichendes Bewusstsein zu erzeugen, um eine Vielzahl an Lösungen selbst entwickeln zu können, für Probleme, die für sie sonst unverständig und unlösbar gewesen wären.

    Was ich meine, da ist ein unvergleichliches Potential in jedem Menschen, welches ungenutzt ist. Über die Gründe (warum man zulässt dieses Potential ungenutzt zu lassen) mal an dieser Stelle nicht weiter nachgedacht ;-)

    Ich halte unser Bildungssystem schon für zielgerichtet, aber nicht zielgerichtet im Sinne von Erzeugung freier und bewusst lebender Individuen. Das hat aber (wenn man sich über einige Zusammenhänge bewusst wird) etwas mit der geschichtlichen Entwicklung der Menschheit und ihrer "Sozialen Systeme" zu tun. Streng hierarchisch gegliederte Gesellschafts-Systeme (Dogmen alter Bauart) wären unter einem so beschriebenen Menschenbild nicht mehr notwendig. Ich bin der festen Überzeugung, da ist ein enormes Potential in jedem Menschen, dass geweckt werden kann. Der s.g. "Fortschritt" liegt heute leider noch in der Hand einiger weniger Menschen, die Gründe kann jeder für sich selbst erkennen, wenn er sich die richtigen Fragen stellt ;-)

    > Aber um mich zu erklären: Ich habe unter "mit
    > Informationen umgehen" die Benutzung des Internets
    > zur Informationssuche und eine in etwa passende
    > Einschätzung zur Zuverlässigkeit der so gefundenen
    > Informationen verstanden. Und das halte ich nicht
    > für das wichtigste Ziel der Menschheit.

    Ebent, der Sachgehalt einer Information wird vom Individuum selbst bewertet.

    Ich sehe das "Internet" lediglich als ein sehr potentes Werkzeug, was Möglichkeiten in einer Form eröffnet, die niemals vorher in der Geschichte des Menschen so verfügbar waren. Was ich meine sind die Vorteile hier ein Werkzeug zu haben, was den Geist alle Menschen zeitnah miteinander verbinden kann, auf ihn in archivierter Form zugreifen lässt, und dies unabhängig von Machtstrukturen Dritter (wie bei alten/herkömmlichen Medien, die unter Kontrolle - unter direkter Möglichkeit zur Manipulation durch Verschweigen von Informationen) gestanden haben. Das Internet hat eine bisher unvergleichliche Wertigkeit als Medium.

    Es fehlt leider noch am Potential für den passenden Umgang mit diesem Medium (also an der Qualität der Individuen) ;-)

    Was nicht heißen soll, dass man den Spagat nicht erzwingen sollte. Der Mensch sollte sich möglichst schnell dem Netz anpassen, nicht das Netz dem Stand des heutigen Menschen. Wenn das Netz einmal komplett kompromittiert wurde, dann kommt man wohl nie wieder auf das damalige Potential zurück. Gewinner sind dann "Die Anderen" ;-)

    > 11 und 11 ist 11. Ist eine sogar richtige
    > Information, die bei dem größten Teil der
    > Menschheit nur zur Bildung beiträgt, wenn dazu ein
    > Haufen Kontext geliefert wird, der diese
    > Information als Selbstverständlichkeit enthält.
    > Für die Meisten ist das einfach falsch oder
    > wenigstens irritierend. Insofern ist sie der
    > Bildung abträglich, wie auch viele falsche
    > Informationen.
    > Ich traue mir bei vielen Informationen nicht zu,
    > ihnen den richtigen Wert beizumessen.

    Ebent, die Information kann nicht zum Menschen kommen, der Mensch muss zur Information kommen. Ich will sagen, der Mensch muss erlernen mit den sich bietenden Möglichkeiten umgehen zu können.

    Die Qualität des Informationspools (Internet) wird bestimmt durch die Qualität der Teilnehmer an diesem Informationspool...

    > Ich glaube, es gibt Menschen denen das aktuelle
    > Rezept von Coca-Cola bekannt ist. Müssen die das
    > nun in die Wikipedia schreiben, damit ich als
    > Sucher befriedigt werde?

    Das entscheiden die Teilnehmer. Ein kapitalistisches System (wo wir gerade bei dem Beispiel Coca-Cola sind) stellt leider Eigeninteressen (nach eigener Erfahrung) in der Regel über die Interessen der Allgemeinheit.

    Richtig oder Falsch ?

    Die Frage verstehe ich als grundsätzliche Frage. Hat ein Individuum (oder eine kleine Gruppe) das Recht seine eigenen Interessen über die Interessen aller Anderen zu stellen. Noch dazu, wenn klar erkennbar ist, dass die Allgemeinheit nicht zu gleichen Teilen davon profitiert - ganz im Gegenteil, sogar häufig stark geschädigt wird !?

    Was ist also der Kapitalismus, und erst recht in der extremen Form, wie er von der heutigen "Global Kapitalistischen Elite" praktiziert wird ?


    Ich finde das Internet ist das demokratischste Medium was wir je hatten, keine Demokratie auf der Basis des Kapitalismus Gnaden ;-)

  12. Re: Wer für die Zensur von Informationen

    Autor Lutz 02.07.09 - 17:38

    Leben schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Na, dann bist du ja demnach ebenso wie viele für
    > Netzsperren. Das Leben der Kinder hat doch deiner
    > Ansicht nach Vorrang vor Zensurfreiheit!

    Ja, ich bin noch nicht so weit wie Kant.
    Kategorischer Imperativ: OK; aber bis zu dem ausnahmslosen Verbot der Lüge gehe ich dann doch nicht.
    Und von da bis zu dem Verbot etwas _nicht_ zu sagen ist es noch ein langer Weg...

    In diesem Fall aber gibt es keinen Gegensatz zwischen Leben (oder besser "Wohlergehen") von Kindern und Zensurfreiheit:
    Wenn Netzsperren eingerichtet werden, ist Kinderpornografie weniger öffentlich (jedenfalls von der Idee her, wegen der Proteste dagegen sieht es derzeit anders aus). Wenn sie weniger öffentlich ist, ist es von weniger öffentlichem Interesse dagegen vorzugehen (Gehässig: Das Geld kann besser genutzt werden, um eine arme Bank vor dem Bankrott zu retten.) Also wird dagegen weniger vorgegangen und die Kinder leiden länger und wegen mangelnder Verfolgung werden mehr Kinder leiden.
    Die Kinderschänder werden weniger von der Öffentlichkeit belästigt.
    Die Möglichkeiten des kommerziellen Vertriebs werden damit kaum eingeschränkt, was ich für eine wesentliche Ursache für die Vergewaltigungen halte. Verstecken und wegschauen halte ich hier für nicht angebracht - und wenn, dann auch richtig: Abweisung aller Post aus Ländern aus denen schon mal Kindersexvideos per Post geschickt wurden, Kappung aller Telefonleitungen von Städten aus denen Kindersexhotlines kommen. Mithaftung der Telefonbuchverlage für Telefonnummern, die zu Kindersexhotlines führen. Mithaftung von Branchenverzeichnissen, die Adressen aufführen, an denen Kinder sexuelle Handlungen vollführen.
    Gleiches Recht für alle!

  13. Re: Da hast du dir ja den passend Namen

    Autor Lutz 07.07.09 - 11:46

    ludolf schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > > [Muss das Coca-Cola-Rezept in die Wikipedia]

    > Das entscheiden die Teilnehmer.

    Teilnehmer? - Ich bin Teilnehmer der Wikipedia, ich bin Teilnehmer des Marktes. Reicht das?


    > Ein
    > kapitalistisches System (wo wir gerade bei dem
    > Beispiel Coca-Cola sind) stellt leider
    > Eigeninteressen (nach eigener Erfahrung) in der
    > Regel über die Interessen der Allgemeinheit.
    > Richtig oder Falsch ?

    Richtig - jedenfalls für die meisten und in erster Näherung. Soll heißen, dass oft eine kurzfristig gewinnorientierte Entscheidung sich langfristig als den Eigeninteressen abträglich erweist.


    > Die Frage verstehe ich als grundsätzliche Frage.
    > Hat ein Individuum (oder eine kleine Gruppe) das
    > Recht seine eigenen Interessen über die Interessen
    > aller Anderen zu stellen. Noch dazu, wenn klar
    > erkennbar ist, dass die Allgemeinheit nicht zu
    > gleichen Teilen davon profitiert - ganz im
    > Gegenteil, sogar häufig stark geschädigt wird !?

    Redest du über das Patentwesen oder die Urheberrechtsabgaben?

    Aber hierzu als Gegenfrage: Hat die Allgemeinheit das Recht ein individuelles Leben konkret zu gefährden nur aus Genusssucht?


    > Was ist also der Kapitalismus, und erst recht in
    > der extremen Form, wie er von der heutigen "Global
    > Kapitalistischen Elite" praktiziert wird ?

    Die praktizieren keinen Kapitalismus, sondern genehmigen sich einen satten Zug aus Steuermitteln - ob als 'normale' Subventionen oder als 'Bankenrettung'. 'Kapitalismus' wird nur als Schlagwort eingebracht, wenn es ans Teilen der Gewinne geht...


    > Ich finde das Internet ist das demokratischste
    > Medium was wir je hatten, keine Demokratie auf der
    > Basis des Kapitalismus Gnaden ;-)

    Um zum Thema zurückzukommen: Es bietet Möglichkeiten Information unabhängig von bisherigen Machtstrukturen auszutauschen.

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    Am 26. Mai 2012 treten neue Datenschutzregeln der EU in Kraft. Websitebetreiber und Werbenetzwerke müssen Nutzer um Erlaubnis fragen, wenn sie Cookies setzen.

  3. Libreoffice: "Wir wollen Nutzer in die ODF-Welt ziehen"
    Libreoffice
    "Wir wollen Nutzer in die ODF-Welt ziehen"

    Libreoffice könne mehr als Openoffice und biete Entwicklern zudem Vorteile, sagte Michael Meeks auf dem Linuxtag 2012. Außerdem spricht er mit Golem.de über Libreoffice-Online, woran er derzeit arbeitet.


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