Mal fernab vom trollen, spielt Visual Basic .Net in der Wirtschaft irgend eine Rolle? Wenn ich mich nicht irre sind die meisten alten VB Entwickler auf c# umgestiegen oder nicht?
Nein vb Entwickler sind nicht auf c# umgestiegen. Warum sollten sie auch. Die .net Sprachen vb.net und c# sind gleichwertig. Außerdem ist .net Sprachenunabhänig. Wenn man sich an einpaar konventionen hält, können vb.net Entwickler C# Klassen benutzen und umgekehrt.
Tja, was heißt wirtschaftlich gefragt.. entweder man nutzt es, oder man nutzt es nicht. Sicherlich sind viele auf C# umgestiegen, aber viel mehr als ein anderer Syntax ist es ja auch nicht. Der kompilierte CIL-Code ist immer noch 1:1 wie bei VB .NET, von daher ändert sich ja nur die Programmierweise, nicht das fertige Produkt.
Und solang man damit kleine Tools, Freeware und Shareware produzieren kann, ist es relativ egal, was man nutzt.
Im Gegenteil, Microsoft wollte VB eigentlich sterben lassen und hat VB.NET nur aus Kompatibilitätsgründen erschaffen, um den Umstieg zu erleichtern. In einigen Ländern (glaube sogar auch in Dt.) gibt es mehr VB als C#-Entwickler!
Der IL-Code ist leider nicht ganz 1:1 identisch, aber sagen wir mal zu 99,9%. Jede sprache hat ihre Vor- und Nachteile, auch VB hat Trümpfe gegenüber C# - auch wenn mans kaum glauben mag. ;) VB hat nur (leider) einen etwas angestaubten Ruf aus VB6-Zeiten, aber hat es wirklich nicht mehr verdient. Ab VS 2010 wachsen die Sprachen richtig zusammen, sodass is im nächsten VS (2012?) so gut wie keine funktionalen Unterschiede mehr zwischen den Sprachen geben wird.
>Im Gegenteil, Microsoft wollte VB eigentlich sterben lassen
Falsch MS hat das alte Visual Basic 6 sterben lassen. VB.Net hat mit dem alten VB nicht mehr viel gemeinsam. Der MSIL Code kann komapitbel sein, wenn man die Dateitypen nimmt die beide kennen.
Also z.B. in vb stat integer int16. Einige meiner Kumpels entwickeln in C# und nutzen meine (VB) Klassen.
AB .NET 4.0 (VS2010) werden beide Sprachen weiter zusammenwachsen, das ist richtig.
Bei einem uralten Visual-Studio konnte man die GUIs zusammenklicken und die Callbacks für Button-Klicks usw. konnte man als Rümpfe in VB erzeugen lassen. Dort hat man dann die C#/C++-Routinen aus dem "Modell" (Model View Controller) aufgerufen, die die eigentliche Arbeit gemacht haben.
Und unbedingt in C# zu proggern, nur um einem Kunden im Laden einen Preis für ein Produkt zu zeigen, ist wohl nicht wirklich hohe Programmierkunst. Im Prinzip ist es speziell bei Business-Guis, die wenig komplexe Algorithmen (falls man das überhaupt so nennen darf) haben, und wo man Daten anschaut und bearbeitet, relativ egal, welche Sprache man nutzt.
ct hatte einen Begriff "objektprozedural". D.h. Programme, die viel mit Objekten machen, selber aber recht seriell ablaufen. Und in VB entwerfe ich vielleicht keine komplexen objekte, sondern benutze sie einfach nur, um Daten zusammenzuführen oder zu bearbeiten.
Visual Basic nicht nach wie vor relevant. Insbesondere bei kleinen bis bittleren Inhouse-Projekten wird es sehr gerne eingesetzt.
Mal so zur Übersicht:
http://radar.oreilly.com/archives/2006/08/programming-language-trends.html?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%253A+oreilly%252Fradar%252Fatom+%2528O%2527Reilly+Radar%2529
@FISI09: Leider ist der IL-Code nicht nur von den Datentypen abhängig, auch algorithmisch gibt es an manchen Stellen kleine Unterschiede, welche sich minimal auf die Performance auswirken, aber trotzdem zum Glück größtenteils zu vernachlässigen sind. Dummerweise finde ich grad den Link nicht, kam glaub im Heise Developer.
Ist richtig, VB6 ist tot. Allerdings war VB.NET ursprünglich wirklich mal nur als Umstiegshelfer geplant. Es der großen Akzeptanz von VB7(.1) zu verdanken, dass die Sprache weiter entwickelt wurde - habe ich vor ca. 3 Jahren mal in einem MS-Interview gelesen.
>Leider ist der IL-Code nicht nur von den Datentypen abhängig, auch algorithmisch gibt es an manchen Stellen kleine Unterschiede, welche sich minimal auf die Performance auswirken, aber trotzdem zum Glück größtenteils zu vernachlässigen sind.
Stimmt, man sollte auch darauf achten, das Typconvertierungen nicht mit Cint sonder mit system.convert zu erledigen sind.
>Allerdings war VB.NET ursprünglich wirklich mal nur als Umstiegshelfer geplant.
Zum Glück haben sie das nicht getan. Es lebe vb.net.
Angenehmen Abend noch.
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