Variante 1:
Ein technokratischer Überwachungstaat, bei dem von der Wiege bis zur Bahre* alles aufgezeichnet wird, was nur geht, und jede "falsche" Entscheidung (auch aus früherer Zeit) gegen einen ausgelegt werden kann und man (früher oder später) entsprechend auch "genetischer Diskriminierung" unterworfen ist**. Allerlei reiches Volk wird sich davon natürlich freikaufen können oder ist - z.B. im Falle der Politik - schon "grosszügig" davon ausgenommen.
* Entsprechende Datensammlereien gibt es bereits in Grossbritannien, wo so schon am Kind (!) erkannt werden soll, ob es später einmal ein "Terrorist" (!!!) werden könnte.
** Allerlei Versicherungen und Arbeitgeber können sich schon heute problemlos vorstellen, für Kunden/Belegschaft, die z.B. "falsch" leben oder entsprechende genetische Dispositionen, mehr Gebühren zu verlangen bzw. weniger Lohn zu bezahlen. "Erhöhtes Risiko" usw. Der Boden dafür wird eifrig "vorbereitet" - und nicht nur durch Raucherverbote, das Geschwätz von "Eigenverantwortung" usw. Besonders bezeichnend war z.B. eine Umfrage, dass viele Frauen in den USA schon kein Kind mehr haben wollen, das zur Fettleibigkeit, Haarausfall, Kurzsichtigkeit oder Homosexualität neigt, wenn sich dies vorher genetisch nachweisen liesse.
Variante 2:
Ein stärkeres Bewusstsein beim Einzelnen gegen diese Datensammlereien - auch bei sich selber - und eine insgesamt kritischere Bevölkerung mit erhöhter Medienkompetenz.
Das mag jetzt auf den ersten Blick naiv klingen, aber auch DAS ist durchaus möglich! Allein die Existenz der Piratenpartei beweist schon, dass nicht alle Mitmenschen BILD.DE-Leser und Facebook-Fanatiker sind und nur jedem Sonderangebot beim Blöd-Markt hinterherlaufen.
Allerdings gibt es auch eine klare Gegengebewegung der Politik und des Establishment, aus dem derzeit schon höchst unbequem gewordenen Internet ein Medium a la Disneys Fernsehsender zu machen, wo jede unbequeme (andere) Meinung gar nicht erst veröffentlicht werden kann, weil einzig die Grosskonzerne (oder die Politik) das Sagen haben und es vorrangig um das Verkaufen von Waren und Sammeln von Daten geht.
2 mal bearbeitet, zuletzt am 19.01.12 12:31 durch Charles Marlow.
tja, man kann alles auch zum positiven benutzen, man muss die daten nur manipulieren, und so eine perfekte Gesundheit vortäuschen oder man hat zwei Geräte eins für sich zum Gebrauch und das andere für die öffentlichen Ergebnisse. Man kann auch Facebook nutzen, um intelligent und eloquent zu wirken, man muss nur die "richtigen" Informationen streuen...
Kurzum, Firmen udn Versicherungen können sich sehr viele Daten besorgen, aber das muss nicht zum NAchteil sein...
Charles Marlow schrieb:
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> entsprechend auch "genetischer Diskriminierung" unterworfen
> ist**.
> ** [...] Besonders bezeichnend war z.B. eine Umfrage,
> dass viele Frauen in den USA schon kein Kind mehr haben wollen, das zur
> Fettleibigkeit, Haarausfall, Kurzsichtigkeit oder Homosexualität neigt,
> wenn sich dies vorher genetisch nachweisen liesse.
Gerade diese private Genauswahl ist ja nun wirklich nichts, was mit neuen Gentests zu tun hat. Frauen neigen schon seit langem dazu, Genmaterial von fetten, glatzköpfigen Männern mit dicker Brille nicht in sich rein zu lassen.
Damit handeln sie ja nur wie die meisten anderen Tiere. Bei Schildkröten z.B. muss das Männchen erst einmal durch Bisse in die Hinterbeine des Weibchens zeigen, wie stark er ist. Ansonsten bleibt sie erst gar nicht stehen und er kann nicht aufsteigen ;)
Variante 1 macht einen schon Angst. Da gabs auch mal einen Film, kann mir nur gerade nicht an den Titel erinnern. Da wurde kurz nach der Geburt auch schon der genetische Code überprüft und bei schweren Erb-Krankheiten korrigiert.
sebas33 schrieb:
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> Variante 1 macht einen schon Angst. Da gabs auch mal einen Film, kann mir
> nur gerade nicht an den Titel erinnern. Da wurde kurz nach der Geburt auch
> schon der genetische Code überprüft und bei schweren Erb-Krankheiten
> korrigiert.
Hab da auch nen Film im Kopf..irgendwas mit "G", in der Hauptrolle war Jude Law und Cameron Diaz, glaub ich....
Gragol, Grogel, Golgathar....weiss nimmer lol
1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.01.12 13:48 durch Bibabuzzelmann.
google ;-)
omo schrieb:
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> google ;-)
Nee....google wars net lol
Der Film heißt "Gattaca" und ist nicht mit Cameron Diaz, sondern Uma Thurman;) Darüber hinaus übrigens ein guter Film.
g123456 schrieb:
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> tja, man kann alles auch zum positiven benutzen, man muss die daten nur
> manipulieren, und so eine perfekte Gesundheit vortäuschen oder man hat zwei
> Geräte eins für sich zum Gebrauch und das andere für die öffentlichen
> Ergebnisse.
GATTACA -> DNA Broker
Wird vermutlich dann als entsprechender "Betrug" gelten.
> Man kann auch Facebook nutzen, um intelligent und eloquent zu
> wirken, man muss nur die "richtigen" Informationen streuen...
Und Zusammenhänge bzw. solche Lügen lassen sich natürlich auch nicht durch die immer engere Verknüpfung solcher Daten herausfinden? Um das längerfristig durchzuziehen (was so zwangsläufig wird), musst Du schon einen ordentlich hohen IQ vorweisen. Prof. Moriarty, I presume?
> Kurzum, Firmen udn Versicherungen können sich sehr viele Daten besorgen,
> aber das muss nicht zum NAchteil sein...
Doch, denn wenn sich dann herausstellt, dass die Angaben falsch waren, kann das sehr wohl auf Dich zurückfallen. Also darf man gar nicht erst zulassen, dass das Sammeln und Auswerten dieser Daten im breiten Masstab üblich und obligatorisch wird.
Und dass die Datenschleudern ihren Status als "brauchbar" verlieren, ist jetzt schon nicht mehr möglich, weil genug Idioten ihre Haut auf das Willigste zu Markt tragen und sich einen Dreck darum scheren, dass man es ihnen eines Tages evtl. auf's Brot schmieren könnte.
(Und auf die "Auswerter" aus der Verbrecherszene gehen Facebook & Co. schon gar nicht gern ein. Ist aber auch zu praktisch, wenn man so genau weiss, was einer in seiner Wohnung stehen hat und wann er gerade im Urlaub ist.)
1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.01.12 14:01 durch Charles Marlow.
roberto_nodinero schrieb:
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> Der Film heißt "Gattaca" und ist nicht mit Cameron Diaz, sondern Uma
> Thurman;) Darüber hinaus übrigens ein guter Film.
Genau den meinte ich :)
Muss ich mir auch mal wieder ansehn ^^
> Gerade diese private Genauswahl ist ja nun wirklich nichts, was mit neuen
> Gentests zu tun hat.
Doch. Denn nun gibt man ihnen einen pseudowissenschaftlichen Vorwand*, um ihre Kinder nach verqueren Masstäben auszusuchen. "Ich liebe mein Kind nicht, weil es doch übergewichtig und schwul geworden ist!" Undenkbar? Abwarten!
(* Ein pränataler Gentest wird auch langfristig noch nicht einmal zu 64% objektiv sein - Genotyp/Phänotyp-Variation usw.)
> Frauen neigen schon seit langem dazu, Genmaterial von
> fetten, glatzköpfigen Männern mit dicker Brille nicht in sich rein zu
> lassen.
Jaja, ganz klar. Darum werden reiche und mächtige Männer auch nie geheiratet, haben nie Sex oder Nachkommen... ;)
> Damit handeln sie ja nur wie die meisten anderen Tiere. Bei Schildkröten
> z.B. muss das Männchen erst einmal durch Bisse in die Hinterbeine des
> Weibchens zeigen, wie stark er ist. Ansonsten bleibt sie erst gar nicht
> stehen und er kann nicht aufsteigen ;)
Na, bei Deinem Beispiel fehlen aber noch ein paar 100 Millionen Jahre Evolution. ;)
In Zweifelsfällen eigener gefährlicher genetischer Disposition sollten die Eltern befruchtete Eizellen präimplantationsdiagnostisch selektieren lassen, um dem Nachwuchs Gendefekte zu ersparen.
Das ist ein ganz natürliches Selektionsverfahren, weil an der DNA nix geändert wird.
Man hat halt dafür nur nicht kopuliert, was sich ja hinlänglich kompensieren läßt ;-)
GATTACA. Anschauen!
Puh! Wenigstens hat er nicht GOLLUM geschrieben... ;)
Charles Marlow schrieb:
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> Puh! Wenigstens hat er nicht GOLLUM geschrieben... ;)
De Gollum is noch frisch in meinem Kopf, bei dem weiss ich ja, dass er aus Avatar ist ^^
Harry Potter ist ein Muggel ;-)
omo schrieb:
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> In Zweifelsfällen eigener gefährlicher genetischer Disposition sollten die
> Eltern befruchtete Eizellen präimplantationsdiagnostisch selektieren
> lassen, um dem Nachwuchs Gendefekte zu ersparen.
> Das ist ein ganz natürliches Selektionsverfahren, weil an der DNA nix
> geändert wird.
So ungefähr war auch das Argument bei GATTACA. Und der nächste Schritt, die Änderung vorhandener, Implementierung anderer oder Neukonstruktion ganzer DNS-Strängen, wird dann früher oder später obligatorisch, will man dem Kind den "bestmöglichen Start" ermöglichen.
omo schrieb:
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> Harry Potter ist ein Muggel ;-)
Lol :)
http://www.youtube.com/watch?v=MzL8MM_8zOg
Ich finde es überraschend, wie viele Dinge in diesen 2 Varianten durcheinander geworfen werden, und wundere mich, wieso das überhaupt Varianten sein sollen? In der ersten geht es um das Verhalten Behörden (bis da dann alles mögliche andere mit reingequirlt wird) in der zweiten "Variante" um das Verhalten des Einzelnen. Varianen beziehen sich typischerweise auf eine Sache ...
Abgesehen davon geht beides an der Sache vorbei. Knackpunkt sind die Rechte des einzelnen an seinen Daten. Die aktuelle Rechtslage räumt dem Datensammler quas Eigentumsrechte an diesen Daten ein. Das ist der entscheidende Fehler. Wir sehen umfangreichste Lobbyarbeiten für fast beliebige Ausweitung der Rechte an "geistigem Eigentum" überall da, wo es um die Verwertungsrechte an Urheberrechtlich oder Patentrechtlich geschützten "Dingen" (im weitesten Sinne) geht.
Schaut man sich aber das Urheberrecht an, so geht es dort um de Schutz der Persönlichkeitsrechte eines Werkschaffenden. Der "Künstler" als Beispiel soll Kontrolle über sein Werk behalten - die Verwertungsrechte sind dabei eigentlich nur ein Abfallprodukt.
Im gleichen Sinne sollten meine persönlichen "Profildaten" (im weitesten Sinne) einen Anspruch auf Schutz haben. Es kann eigentlich nicht sein, das jemand ein Buch schreibt, und aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes an diesem Werk bis 75 Jahre nach seinem Tod die Rechte behält - auf der anderen Seite gehen aber alle Daten, die irgendwer einmal mehr oder weniger zufällig gesammelt hat, mit der "Sammel-Handlung" an den Sammler über.
Ich behaupte: Wenn es gesellschaftlich anerkannt ist, das es ein Urheberrecht an solchen Werken geben soll, dann muss dies auch für alle Arten von Personenbezogenen Profildaten gelten. Diese Rechte müssen beim Individuum liegen, und sie können nicht vom Individuum getrennt werden. Will ein Dritter diese Daten nutzen, bedarf es einer entsprechenden Vereinbarung - egal wer die Daten gesammelt hat. Ausnahmen davon wären zum Beispiel für Daten denkbar, die im Rahmen anderer Rechtsgeschäfte anfallen - so muss es offensichtlich einer Telko weiter möglich sein, CDR Daten zu sammeln, zu bepreiesen und daraus Telefonrechnungen zu erstellen (auch das ist offensichtlich Verhalten bzw Profildaten). Dies könnte aber auch im Rahmen des Einzelvertrags geregelt werden, indem hier ausdrücklich die Verwendung der Verbindungsdaten für einen definierten Zeitraum (z.B. 3 Monate) und einen bestimten Zweck (Rechnungserstellung) erlaubt werden - alle anderen, nicht geregelten Zwecke sind dann aber der Telko untersagt.
Schade, es fing wie seriöse Kritik an...
.02 Cents schrieb:
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> Ich finde es überraschend, wie viele Dinge in diesen 2 Varianten
> durcheinander geworfen werden, und wundere mich, wieso das überhaupt
> Varianten sein sollen?
Das Endergebnis ist verschieden.
> (bis da dann alles mögliche andere mit reingequirlt wird)
Tja, und schon ist der Anspruch der seriösen Kritik erschöpft.
> Varianen beziehen sich typischerweise auf eine Sache ...
Richtig. Auf unsere Zukunft.
> Abgesehen davon geht beides an der Sache vorbei.
Und auf Wiedersehen!
Der Rest des Beitrags ist dann eh nur noch Symptombeschau und damit das, worauf ich NICHT hinauswollte. Sauber an der Diskussion vorbeilaviert.
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