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Paradoxon, Huhn und Ei, Wirtschaftslehre

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  1. Paradoxon, Huhn und Ei, Wirtschaftslehre

    Autor borg 21.02.13 - 10:32

    Ein Handel/Geschäft kommt in der Volkswirtschaftslehre zustande, wenn eine gegenseitige Übertragung von Verfügungsrechten an Waren oder Dienstleistungen in gegenseitigem Einvernehmen stattfindet.
    Ist dem einen der Preis zu hoch oder der andere mit dem gebotenen Preis nicht einverstanden, kommt auch kein Geschäft zustande.
    Die Gema bietet an, dass die unter ihren Rechten stehenden Stücke, jederzeit und so oft wie gewollt öffentlich abgerufen werden dürfen. Allerdings will sie dafür ein bestimmtes Entgeld.
    Dieses Entgeld ist Youtube jedoch nicht bereit zu bezahlen, somit kommt kein Geschäft/Handel zustande. Ist Youtube jetzt berechtigt, zu behaupten, die Gema ist daran schuld?
    Ich stelle jetzt mal öffentlich die Behaupt auf, Porsche verweigert mir grundlos den Verkauf eines ihrer Autos. Sie diskriminieren mich, da ich nur ein normaler Bürger bin und nicht irgendwelchen Wohlhabenden Schikimikis angehöre, welche bevorzugt behandelt werden. (Ich war bereit, für einen nagelneuen Panamera 1000 Euro zu bezahlen, der von Porsche geforderte Betrag ist mir zu hoch, erscheint mir als Wucher).
    Porsche verklagt mich, da sie niemanden diskriminieren und jedmen ein Auto verkaufen würden.
    Wer hat nun recht?

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  2. Re: Paradoxon, Huhn und Ei, Wirtschaftslehre

    Autor Paule 21.02.13 - 10:50

    borg schrieb:
    ------------------------------------------------------------------
    > Die Gema bietet an, dass die unter ihren Rechten stehenden Stücke,
    > jederzeit und so oft wie gewollt öffentlich abgerufen werden dürfen.
    > Allerdings will sie dafür ein bestimmtes Entgeld.
    > Dieses Entgeld ist Youtube jedoch nicht bereit zu bezahlen, somit kommt
    > kein Geschäft/Handel zustande. Ist Youtube jetzt berechtigt, zu behaupten,
    > die Gema ist daran schuld?

    Youtube sollte einfach ganz ehrlich schreiben, dass ihnen die von der GEMA geforderten Konditionen zu teuer sind

    Entwurf für eine Hinweistafel:

    "Dieses Video können sie in Deutschland leider nicht sehen, da uns die von der GEMA geforderten Konditionen zu teuer sind.
    In ~40 anderen Ländern haben wir bezahlbare Konditionen mit den dortigen Verwertungsgesellschaften vereinbaren können.
    Tut uns sehr Leid, dass eure nationale Verwertungsgesellschaft an uns zu hohe Forderungen stellt. Wenn Sie etwas daran ändern wollen, dann sprechen Sie doch bitte noch heute Ihren Bundestagsabgeordneten darauf an."

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  3. Re: Paradoxon, Huhn und Ei, Wirtschaftslehre

    Autor tomate.salat.inc 21.02.13 - 10:59

    Dein Beispiel geht aber von einer falschen Grundlage aus. Das was die GEMA fordert ist einfach Utopisch und kommt eher Wucher gleich.

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  4. Re: Paradoxon, Huhn und Ei, Wirtschaftslehre

    Autor Genie 21.02.13 - 11:24

    tomate.salat.inc schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dein Beispiel geht aber von einer falschen Grundlage aus. Das was die GEMA
    > fordert ist einfach Utopisch und kommt eher Wucher gleich.

    Das ist die korrekte Sichtweise. Wenn ich in jedem anderen Land einen Porsche für 1.000 Euro bekomme und nur in Deutschland dafür 75.000 Euro bezahlen soll und mich dann Porsche verklagt, weil ich mir einen Porsche für 1.000 ¤ im Ausland gekauft habe, wer hat nun recht?

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  5. +1

    Autor Phreeze 21.02.13 - 11:35

    Paule schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > borg schrieb:
    > ------------------------------------------------------------------
    > Entwurf für eine Hinweistafel:
    >
    > "Dieses Video können sie in Deutschland leider nicht sehen, da uns die von
    > der GEMA geforderten Konditionen zu teuer sind.
    > In ~40 anderen Ländern haben wir bezahlbare Konditionen mit den dortigen
    > Verwertungsgesellschaften vereinbaren können.
    > Tut uns sehr Leid, dass eure nationale Verwertungsgesellschaft an uns zu
    > hohe Forderungen stellt. Wenn Sie etwas daran ändern wollen, dann sprechen
    > Sie doch bitte noch heute Ihren Bundestagsabgeordneten darauf an."

    oder anders: die GEMA zockt uns gerne ab, und nutzt die Gelder nicht einmal ehrlich genug um sie an ihre Mitgleider quasi integral weiterzugeben

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  6. oder aber in anderen Ländern...

    Autor elegon 21.02.13 - 13:41

    ... haben sich die Verwertungsgesellschaften von Google/Youtube abzocken lassen und ihre Kunden (Künstler) verramscht...

    Aber unabhänig davon fehlt mir in der Argumentation noch:

    Wenn beide Vertragspartner einen Nutzen aus einem Geschäft haben, müssen die Preise entsprechend angeglichen werden.

    Wenn die kunden der Gema (Künstler) von einer billigen veröffentlichung auf Youtube profitieren, dann ist evtl sogar die Gema in der Pflicht für die Dienste zu bezahlen.
    Zumindest aber sollte dieser geldwerte Vorteil verrechnet werden....

    just my 2 cent

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  7. Re: Paradoxon, Huhn und Ei, Wirtschaftslehre

    Autor Chevarez 21.02.13 - 21:34

    Hier diffamiert aber nicht Porsche (die GEMA) sondern hier würdest du diffamieren. Wobei ich ein Schild an deiner Garage mit der Aufschrift: "Ein Sportwagen kann hier in dieser Garage leider nicht gezeigt werden, da Porsche mir die (Eigentums-)-Rechte an einem ihrer Fahrzeuge nicht übertragen wollte." nicht unbedingt als Diffamierung ansehen würde. Und Porsche würde dich wohl auch nicht dafür angehen, dass du kein Auto von ihnen erwerben willst, weil es dir einfach zu teuer ist. Nun ja, die GEMA macht aber genau dieses.

    Auch, wenn wir jetzt schon wieder bei Autovergleichen und den nicht zu vernachlässigenden Unterschieden zwischen materiellen und immateriellen Gütern wären. In obigem Beispiel könnte man sogar noch weiter gehen und sagen, nicht du und Porsche sind die Streithälse, sondern ein Händler, dessen Preis dir zu hoch ist. Porsche würde dir ein Auto sogar schenken oder zumindest sehr viel günstiger in die Garage stellen lassen, so dass man es bei dir bestaunen könnte, aber das geht leider nicht. Der Händler sollte zwar eigentlich im Interesse des Automobilherstellers agieren, aber er hat durch vertragliche Regeln eine derart große Gewalt bekommen, dass du nicht mit Porsche selbst verhandeln kannst, sondern an das Wohlwollen des Händlers gebunden bist. Und es kommt noch schlimmer. Ohne ausdrückliche Anfrage beim Händler darfst du schon mal überhaupt kein Auto irgendeines Herstellers in deine Garage stellen, denn es gibt sowas wie eine Porsche-Vermutung, nach der jedes Auto, dass du dir in die Garage stellst automatisch ein Porsche wäre, für den du den dir zu hohen Preis für diesen an den Händler zahlen müsstest, wenn du nicht eindeutig nachweisen kannst, dass das zur Frage stehende Fahrzeug nicht von einem, durch den Händler vertretenen Automobilhersteller stammt.

    So würde die Situation nämlich richtig dargestellt aussehen. Und dass da etwas nicht stimmt, fällt einem wohl auf, oder?

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  8. Re: Paradoxon, Huhn und Ei, Wirtschaftslehre

    Autor Chevarez 21.02.13 - 21:43

    Genie schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das ist die korrekte Sichtweise. Wenn ich in jedem anderen Land einen
    > Porsche für 1.000 Euro bekomme und nur in Deutschland dafür 75.000 Euro
    > bezahlen soll und mich dann Porsche verklagt, weil ich mir einen Porsche
    > für 1.000 ¤ im Ausland gekauft habe, wer hat nun recht?

    Nun, Recht hat erstmal der, der das Gesetz auf seiner Seite hat. Und das ist im konkreten Fall halt leider mal die GEMA, weshalb Google ja die Lieder sperren lassen muss.

    Der Autovergleich ist einfach falsch herum aufgezogen worden. Ich habe dazu aber schon eine Nachbesserung hier im Thread aufgezogen, weshalb ich sie nicht nochmal wiederholen will.

    Zudem: Wenn Porsche hierzulande 75000 Euro für ein Fahrzeug haben will, dann ist das ihr Recht. Da du allerdings nicht Kontrahierungspflichtig bist, musst du jedoch auch kein Fahrzeug erwerben. Wenn Porsche dann merkt, dass keine Nachfrage zum geforderten Preis zustande kommt, muss entweder am Angebot oder an der Nachfrage eine Änderung vorgenommen werden.

    Die GEMA hat da allerdings ein kleines Werkzeug in der Hinterhand, welches ihre Güter von Gütern auf herkömmlichen Märkten unterscheidet. Die GEMA-Vermutung nämlich. Laut dieser könnte Porsche, übertragen auf das Beispiel, von dir fordern, ihnen jedes deiner Fahrzeug zu melden um somit nachzuweisen, dass dies kein Porsche-Fahrzeug ist. Kannst du das nicht oder ist dir der Aufwand dafür zu groß, dann darfst du eben kein Fahrzeug haben oder du musst den von Porsche geforderten Preis zahlen, auch wenn es sich nicht um einen Porsche handelt.

    Perfide, gell?!

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