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Wieso überhaupt für Hintergrundgeräusche bezahlen?

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  1. Wieso überhaupt für Hintergrundgeräusche bezahlen?

    Autor apfelfrosch 21.02.13 - 11:07

    Ich kann die GEMA ja verstehen, wenn die Musik Hauptbestandteil des Videos ist oder wenn jemand ein komplettes Musikvideo veröffentlicht hat. Aber wenn jemand beispielsweise den Fortschritt auf einer Baustelle filmt und kommentiert und im Hintergrund ein Kofferradio dudelt (also kein Sereo-Dolby-Sound, außerdem ist nicht das komplette Lied zuhören), dann verstehe ich die Forderungen nicht.

    Das oben als Beispiel beschriebene Kofferradio gehört doch eindeutig zu den Umgebungsgeräuschen, soll man jetzt etwa vor dem Drehen darauf achten, dass man unter keinen Umständen auf ein laufendes Radio trifft? Was ist, wenn ich eine Straßenszene filme und ein Auto mit lauter Musik an mir vorbei zur Ampel fährt, dort 20 Sekunden wartet und dann weiterfährt? Hält die GEMA da etwa auch die Hand auf?
    Falls ja, kommt mir das ziemlich pervers vor.

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  2. Re: Wieso überhaupt für Hintergrundgeräusche bezahlen?

    Autor hypron 21.02.13 - 12:03

    Die Gema hat sogar mal überlegt ob man für Klingeltöne im Bus Gebühren verlangen kann, denn das ist ja ein öffentlicher Auftritt. Also von daher ist denen alles zuzutrauen...

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  3. Re: Wieso überhaupt für Hintergrundgeräusche bezahlen?

    Autor MistelMistel 21.02.13 - 12:29

    Ein Karnevallsverein Organisiert eine "öffentliche Veranstaltung", nimmt 960¤ eintrittsgelder und muss davon 800¤ an die GEMA abführen weil man nicht beweissen kann das kein GEMA "liedgut" aufgeführt wurde. Gleiches gilt im übrigen für MITTELALTERMÄRKTE. Denk Dir den Rest.

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  4. Re: Wieso überhaupt für Hintergrundgeräusche bezahlen?

    Autor Nephtys 21.02.13 - 13:06

    apfelfrosch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich kann die GEMA ja verstehen, wenn die Musik Hauptbestandteil des Videos
    > ist oder wenn jemand ein komplettes Musikvideo veröffentlicht hat. Aber
    > wenn jemand beispielsweise den Fortschritt auf einer Baustelle filmt und
    > kommentiert und im Hintergrund ein Kofferradio dudelt (also kein
    > Sereo-Dolby-Sound, außerdem ist nicht das komplette Lied zuhören), dann
    > verstehe ich die Forderungen nicht.
    >
    > Das oben als Beispiel beschriebene Kofferradio gehört doch eindeutig zu den
    > Umgebungsgeräuschen, soll man jetzt etwa vor dem Drehen darauf achten, dass
    > man unter keinen Umständen auf ein laufendes Radio trifft? Was ist, wenn
    > ich eine Straßenszene filme und ein Auto mit lauter Musik an mir vorbei zur
    > Ampel fährt, dort 20 Sekunden wartet und dann weiterfährt? Hält die GEMA da
    > etwa auch die Hand auf?
    > Falls ja, kommt mir das ziemlich pervers vor.

    Nach deutschem Recht gilt hier "In dubio pro gema". Die haben sich fast ebenso tief wie die GEZ eingegraben und jetzt kann sie niemand mehr rauskriegen.
    Und wie bereits von anderen beschrieben: Dieser Rechtsgrundsatz ist in diesem Fall tatsächlich so verdreht. Man muss beweisen, dass nichts von der GEMA gespielt wurde, nicht andersherum.

    Und im Falle von Hintergrundgeräuschen: Der Track kommt doch immer noch vor! In manchen Fällen wechselt sogar das Lied. Ergo ist das ein öffentlicher Auftritt.

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  5. Re: Wieso überhaupt für Hintergrundgeräusche bezahlen?

    Autor Garius 21.02.13 - 13:13

    > [...] In dubio pro gema" [...]
    xD YMMD

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  6. Re: Wieso überhaupt für Hintergrundgeräusche bezahlen?

    Autor zwangsregistrierter 21.02.13 - 13:34

    apfelfrosch schrieb:
    > Falls ja, kommt mir das ziemlich pervers vor.

    Es ist PERVERS!

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  7. Re: Wieso überhaupt für Hintergrundgeräusche bezahlen?

    Autor Chevarez 21.02.13 - 22:11

    apfelfrosch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich kann die GEMA ja verstehen, wenn die Musik Hauptbestandteil des Videos
    > ist oder wenn jemand ein komplettes Musikvideo veröffentlicht hat. Aber
    > wenn jemand beispielsweise den Fortschritt auf einer Baustelle filmt und
    > kommentiert und im Hintergrund ein Kofferradio dudelt (also kein
    > Sereo-Dolby-Sound, außerdem ist nicht das komplette Lied zuhören), dann
    > verstehe ich die Forderungen nicht.

    In diesem Fall würde die GEMA ja dann sagen, dass sie nicht für die Sperrungen verantwortlich ist (weil sie diese nicht selbst durchführen) und dass ja in diesem Falle gar kein Grund bestünde, das Video zu sperren, etc. pp. So wie halt eben im Falle des Meteoriten-Videos, welches von Google einfach gesperrt worden ist, da Musik aus dem Autoradio zu hören war.

    Um jetzt auf deine Frage zurückzukommen, warum man (in dem Fall ja Google) für Hintergrundgeräusche zahlen sollte, auch wenn die fragliche Musik eigentlich ein Nebenprodukt des Videodrehs war, gilt Folgendes zu sagen: Selbst wenn Google die Manpower aufbringen würde, jedes einzelne Video bezüglich der darin vorkommenden Musik auf die von dir angesprochenen Kriterien zu checken, dann hätten sie damit immer noch keine Rechtssicherheit, das Video auch zeigen zu dürfen. Denn nur weil die GEMA retrospektive sagt, dass in einem Video ja gar kein Sperrgrund vorgelegen hätte, gibt es keinerlei Anhaltspunkte für Google, das auch wirklich stichhaltig mit gerechtfertigtem Aufwand überprüfen zu können. Und da die GEMA ja, wie im eigentlichen Bericht gezeigt, doch halt wegen jedem Video, welches mal durch die Sperre durchrutscht, gleich klagt, sperrt Google einfach konsequent jedes Video.

    Warum muss das Google machen? Weil es in unserem Gesetz einen Paragraphen gibt, der im Volksmund als GEMA-Vermutung umschrieben ist. Diese besagt, dass jemand, welcher ein Musikstück, gleich welcher Länge, Qualität oder Absicht der Öffentlichkeit zugänglich macht, dieser der GEMA stichhaltig nachweisen muss, dass es sich bei dem Stück nicht um von der GEMA vertretenes Material handelt. Du kannst dir also vorstellen, dass sich Google diesen Aufwand erstens gar nicht leisten will und zweitens einen Teufel tun wird, sich selbt ein Urteil darüber zu bilden, ob der fragwürdige Inhalt nun nach den beliebig auslegbaren Worten der GEMA anmeldepflichtig ist, oder nicht. Und dass es das auch besser nicht tun sollte hat ja ein Hamburger Gericht mit Nachdruck festgestellt. Also sperrt Google, solange keine Einigung besteht. Und zu einer Einigung gehören immer zwei Parteien auf einem Markt. Auch besteht keine Pflicht zur Einigung mit allen daraus resultierenden Konsequenzen (Sperren auf Google).

    > Das oben als Beispiel beschriebene Kofferradio gehört doch eindeutig zu den
    > Umgebungsgeräuschen, soll man jetzt etwa vor dem Drehen darauf achten, dass
    > man unter keinen Umständen auf ein laufendes Radio trifft? Was ist, wenn
    > ich eine Straßenszene filme und ein Auto mit lauter Musik an mir vorbei zur
    > Ampel fährt, dort 20 Sekunden wartet und dann weiterfährt? Hält die GEMA da
    > etwa auch die Hand auf?

    Selbstverständlich hält die GEMA da die Hand auf. Zu Recht, wenn man die Paragraphen im Gesetz kennt. Ob diese nun gut zu heißen sind, steht nicht zur Debatte. Gesetz ist Gesetz und da muss sich nicht nur Google danach richten, sondern auch du. Selbst unsere Schul-Gesangsvorführung beim öffentlichen Schulfest unterlag damals der GEMA-Anmeldepflicht. Und natürlich sind das alles geschützte Werke gewesen. Hätten wir uns also, wie gesetzlich vorgeschrieben, angemeldet, hätten wir einen Haufen Kohle an die GEMA zahlen dürfen. Haben wir nicht gemacht, aber wenn jemand uns angeschwärzt hätte, wären wir die gearschten gewesen.

    > Falls ja, kommt mir das ziemlich pervers vor.

    Pervers?! Total krank?! Selbstverständlich! Warum denkst du, ist die GEMA sogar gegen Kindergärten vorgegangen, in denen geschützte GEMA-Musik von Notenblättern gesungen wurde. Das ist sogar gesetzlich gedeckelt und somit ist das eigentliche Problem das Gesetz und nicht etwa Google oder das Pro und Contra bezüglich der Sperren.

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