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Recht hat er

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  1. Recht hat er

    Autor: NeverDefeated 07.08.12 - 04:35

    Wenn man jemanden versucht unglaubwürdig zu machen anstatt seine Argumente einfach zu entkräften gibt man ihm indirekt Recht. Mit so einer Strategie mag man einfältige Leute dazu bringen können über die Aussagen von Steve Wozniak garnicht erst nachzudenken. Selbstständig Nachdenken scheint solchen Leuten ohnehin Schmerzen zu bereiten, so selten wie sie es versuchen. Daher sind sie ganz froh, wenn sie jemanden als unglaubwürdig abschreiben können und so über seine Aussagen nicht weiter nachdenken müssen.

    Mich hingegen interessiert der Mensch hinter einer Aussage überhaupt nicht, solange ich seine Aussage an Fakten selbst überprüfen kann und ihm nicht glauben muss und das brauche ich hier nicht.

    Selbst wenn der Mann ansonsten behaupten würde er wäre der Kaiser von China und könnte zudem über Wasser gehen, hat er mit seiner Kritik an der Cloud weitgehend Recht. Auch wenn er seine Ansichten eher auf dem geistigen Niveau der Apple-Kunden absondert, die gezwungen sind Apple-Geräte zu kaufen, weil sie anspruchsvollere Hardware und Software nicht imstande sind zu benutzen.

    Der Satz: "Ich will aber das Gefühl haben, dass mir etwas gehört." könnte auch von jedem geistig minderbemittelten Apple-Nutzer stammen. Wo es an klarer Erkenntnis mangel, wird eben auf seit der Kindheit indoktriniertes, antiquiertes Besitzstandsdenken zurückgegriffen und "gefühlt".

    Was der Mann aber dem kleinen Teil der Menschheit sagen wollte, die nicht den geistigen Horizont des durchschnittlichen Apple-Nutzers hat, ist, dass sobald man eigene Daten unverschlüsselt (das bezieht sich nicht auf die Verbindung, diese kann ruhig unverschlüsselt sein, wenn die Daten verschlüsselt sind) auf irgendeinen Server im Internet hochläd, man automatisch die komplette Kontrolle über die eigenen Daten verliert.

    Jeder Admin des Zielservers auf dem die unverschlüsselten Daten liegen, kann (im Zweifelsfall heimlich) mit den Daten anstellen, was er möchte. Ich kenne z.B. jemanden, der bei einem grossen Cloudanbieter arbeitet und sich auch mal, wenn er gerade nichts zu tun hat, ansieht, was die Leute so in ihre Accounts hochladen. So lustig das für mich sein mag, wenn der mir mal wieder ein paar skurrile private Sexfotos von den Kunden seines Unternehmens per eMail zuschickt, so bedenklich ist die Tatsache, dass er dazu die Möglichkeit hat.

    Nun gibt es weitaus kritischere Daten als irgendwelche selbstgemachten Fotos von sich und der eigenen Partnerin beim Sex. Das war nur ein Beispiel. Aber wer sowas unbedacht in die Cloud hochläd, der läd möglicherweise auch vertrauliche Daten von sich, seinen Freunden oder seinem Arbeitgeber (bei Politikern sogar Staatsgeheimnisse) hoch in die Cloud und da wird es unter Umständen für ihn oder gar seine Freunde (oder die Bürger eines Staates), die ihm etwas anvertraut haben, dass nun in die Hände anderer Leute gelangt, gefährlich.

    Ich kenne Leute schon mein halbes Leben, denen ich trotzdem niemals irgendwas verfängliches per Chat/eMail etc. erzählen bzw. schicken würde, weil ich sie für so naiv halte, dass sie es dauerhaft unverschlüsselt auf ihrem Internet-Rechner speichern und es so beim nächsten Trojaner in die Hände von anderen Leuten gerät oder eben irgendwann "in der Cloud" und somit ebenfalls in den Händen anderer Leute landet.

    Ich würde schon kein Telefon/Addressverzeichnis auf meinem Mobiltelefon speichern (Wenn ich denn noch eines hätte. Das letzte habe ich Ende der 90er Jahre verkauft, weil ich keine Lust habe auf dem Radar der heutzutage automatisierten Massenüberwachung aufzutauchen. Wer wissen will, was ich so den Tag über mache, mit wem ich kommuniziere und was ich für Interessen habe, der wird das bei keinem Provider einfach nachsehen können. Schon die Möglichkeit des Providers heimlich das Mikrofon eines Handys zu aktivieren und so die Umgebung des Besitzers abzuhören wie mit einer Wanze und die "stille SMS" zur Handyortung sind eine bodenlose Unverschämtheit. Über noch weitergehende Spionagekonzepte wie die Carrier IQ Software brauche ich da garnicht erst reden. Spricht für die Intelligenz der heutigen Weltbevölkerung, dass die sich alle freiwillig ihren persönlichen elektronischen Spion in die Tasche stopfen und auch noch dafür bezahlen, ausspioniert zu werden. Wie viele Staatsgeheimnisse inzwischen in Händen von Leuten sind, welche die Handys und Computer von unseren technisch unerfahrenen/naiven Politikern überwachen, möchte ich lieber nicht wissen. In dem Zusammenhang würde mich nur eines interessieren: Wie steigert man eigentlich grenzenlose Dummheit?), weil ich weiss, dass der Provider das problemlos auslesen kann und ich damit Daten meiner Freunde veruntreut hätte.

    Von mir wissen viele Freunde und Bekannte daher nicht einmal die Adresse und jemandem eine Telefonnummer geben tue ich schon deshalb nicht, weil ich seit weit über 10 Jahren kein Telefon mehr habe. Wer keine Daten von mir hat, der kann sie auch niemand anderem verraten.

    Fazit:

    Auch wenn Steve Wozniak scheinbar das Schicksal vieler Apple- und auch Microsoft-Kunden teilt und so mangels Verstand seine Ansichten nur anhand von Gefühlen formulieren kann, liegt er trotzdem nicht unbedingt falsch. Er prangert das Problem halt nur wenig definiert an. Eben im Rahmen seiner Möglichkeiten.

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  2. Re: Recht hat er

    Autor: DY 07.08.12 - 08:29

    und jetzt spinne den Faden einmal weiter.
    Mittels irgendwelcher Gesetze gegen Terro, zum Beispiel der Patriot Act haben US-Sicherheitsbehörden Zugriff auf alle US-Server. Also auf alle Daten die auf solchen abgelegt sind. Klar auch, dass die US-freundlichen Medien (nahezu alle, weil sie gehören ihnen ja meist) die großen US-Konzerne, welche als Datensammelstationen dienen überall bejubeln: Apple, Google, Facebook, MS,...
    Bei Apple wird mit dem iphone ein komplettes Bewegungsprofil aufgezeichnet. Mittels Siri werden Sprachkommandos an die Apple Zentrale geschickt, dort ausgewertet und abgespeichert.
    Google scannt seit jeher die Accounts und die Daten der User nach verwertbarem. Beim Facebook-ähnlichen Dienst kann man seine Daten sogar löschen bzw. selbst verwalten. Wer da glaubt mit dem Delete-Befehl etwas gelöscht zu haben, macht sich auch die Hose mit der Kneifzange zu. Ja er hat seine Daten für die eigene Einsicht gelöscht.
    Facebook braucht man kein Wort zu verlieren, MS zwingt seine User mit WinMobile in die Cloud. Alle Daten liegen auf US-Servern.
    Apple hat vor 2 Jahren das größte Daten-und Rechenzentrum weltweit in den Rockys eingeweiht. Die wissen genau warum.
    Und dann noch einmal um die Ecke gedacht: warum werden die Konzerne Nokia und Blackberry regelmäßig in den Medien heruntergeputzt. Gut sie sind nicht Hip, vor allem sind es keine US-Konzerne. Und die Daten der User liegen nicht dort....

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  3. Re: Recht hat er

    Autor: Garius 07.08.12 - 09:51

    Das mag ja alles stimmen und jedem der seine Entscheidung Facebook und ähnlichen Diensten Daten zu geben damit begründet, weil es doch alle täten oder weil es bequem sei, sollte sich ernsthaft fragen, ob für ihn in allen Bereichen des Lebens der Zweck die Mittel heilt. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass und warum man äußerst sensibel mit jedweder Art eigener Daten umgehen sollte. Angefangen bei Payback bis hin zum heutigen Facebook. Und so sehr ich die Wehr gegen neuzeitliche Gehirnwäschen a la 'Heutzutage braucht man ein Handy' oder 'Meine Dozenten übermitteln alle Informationen via Facebook' unterstütze, sollten wir dennoch aufpassen, nicht ins gegenteilige Extrem abzudriften. Ich kann alle angesprochenen Ansätze von NeverDefeated nachvollziehen und dennoch...Ich weiß ja nicht in welchen Bereichen du tätig bist (was ja auch deine Absicht ist ;) ), aber ich wüsste nicht, welche Daten derart sensibel sein könnten, dass man nicht einmal Freunden seine Adresse gibt. Auch wenn ich ebenfalls Freunde habe die sehr leichtfertig und naiv mit Daten umgehen (sowohl ihre eigenen als auch mit denen anderer), finde ich schon, dass das leicht paranoide Züge sind (bitte nicht böse nehmen).

    EDIT: heiligt --> heilt ^^



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 07.08.12 09:52 durch Garius.

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  4. Re: Recht hat er

    Autor: jurassische welt 07.08.12 - 09:54

    Ich will niemandem zu nahe treten, ich will auch nicht sagen dass das kompletter Schwachsinn ist, nur ist das ein bischen gar Paranoid, meint ihr nicht auch?

    Na dann hat Facebook halt ein Foto von mir von der letzten Party, ich habe es schliesslich hochgeladen damit alle das sehen,

    dann weiss Google jetzt halt das ich nach Fusspilzen gesucht habe,

    oder MS kennt meine Dokumente die ich auf der Arbeit geschrieben weil sie im Skydrive sind,

    Oder dann hat Apple halt eine Liste meiner Musik, ich teile gerne meine Musik mit Apple, schliesslich liegt mir die Musik so sehr am Herzen das ich sie unterstütze und dafür zahle. Weswegen also Panik haben?

    Was haben Sie jetzt davon? Sie wissen nun dass ich ein Informatiker bin, Skydrive nutze, auf einer Party war, dass ich gerne Rock und Metal höre und Fusspilz habe.. Das ist für mich nicht der Untergang der Welt. Bis auf den Fusspilz sieht man den Rest mir als Mensch auch an, deswegen soll ich jetzt auf ein Smartphone und Facebook verzichten? Angst Spioniert zu werden haben nur die, die auch Grund dazu haben sich zu verbergen.

    Mich stört nur die Annahme der Konzerne dass jeder Zuhause eine 100MBit/s Leitung hat um die Cloud anständig nutzen zu können.. Das ist meiner Meinung nach einfältiger, auch in Zeiten von 3G

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  5. Re: Recht hat er

    Autor: NeverDefeated 07.08.12 - 14:42

    @DY

    Das Schlimme ist, dass man noch nicht einmal paranoid sein und sich das Szenario, dass Du beschreibst, zusammenspinnen muss. Für die meisten Deiner Punkte gibt es mittlerweile genügend Beweise.

    Wenn ein britischer Staatsbürger nicht in die USA einreisen darf, weil er bei Facebook (oder war es Twitter? Egal...wird ja alles vom US-Heimatschutz überwacht.) etwas blumig davon berichtet hat, dass er in seinem Urlaub in den USA richtig die Sau rauslassen/feiern will (im Stile von "Tomorrow I go and destroy the USA!"), dann braucht man nicht mehr darüber spekulieren, dass die US-Geheimdienste die Daten aller Nutzer zumindest mit Wortlisten filtern (die stellen die Wortlisten zum Teil sogar offen auf die Internetseiten der jeweiligen Behörden, weil sie gesetzlich dazu verpflichtet sind. Ob die Listen nun wirklich vollständig sind, darüber kann dann noch spekuliert werden, aber schon die öffentlichen Wortlisten filtern nach tausenden von Wörtern und die haben keinesfalls immer direkten Bezug zu Begrifflichkeiten, die Terroristen oder sonstige Verschwörer in ihrer Kommunikation verwenden.).

    Skype verkaufte zumindest an Österreich nachweisbar einen Generalschlüssel mit dem der Geheimdienst !verschlüsselte!, also dem Nutzer als geheim verkaufte Kommunikation jedwelchen Teilnehmers mitlesen kann. Angesichts dessen frage ich mich dann, warum die Sicherheitsbehörden in Deutschland argumentieren, dass sie im Rahmen der Quellen TKÜ unbedingt einen Trojaner brauchen um verschlüsselte Skype-Gespräche auf dem Rechner des Anwenders VOR der Verschlüsselung abfangen zu können. Ich bin sicher, dass die die Pressemeldung des Schlüsselverkaufs an Österreich genauso gelesen haben werden und vermutlich längst selber einen Generalschlüssel haben, so dass der Trojaner für diesen Anwendungsfall überhaupt nicht mehr notwendig ist.
    Mit einem Generalschlüssel ist, egal wer ihn erhält, eine Verschlüsselung komplett unsinnig. Daher benutze ich Skype nicht. Zudem ist Skype auch noch "closed source" Software, der man ohnehin nicht trauen kann.
    Ein einziger Programmierer, der gerne mal auf den Rechnern der Kunden seines Unternehmens herumschnüffeln oder sein eigenes Botnetz kreieren will und ein solches Closed-Source-Programm wird für alle Anwender zur Gefahr. Ein Windows-Rechner der persönliche Daten von mir enthält würde bei mir auch nie in ein Netz mit Internetzugang kommen. Es lässt sich bei Windows einfach nicht nachprüfen, ob es keine Hintertürchen (etwa für das FBI) enthält, da man sich den Quellcode nicht ansehen und danach das System daraus kompilieren kann.

    Der Fall Stuxnet zeigt zudem, das Viren/Trojaner selbst über portable Datenträger auf vom Internet getrennten Maschinen eingeschleppt werden und Schaden verursachen können.

    Das Google die Daten seiner Kunden (oder sollte ich sagen Spionageopfer?) scannt erwähnst Du ja schon und auch Facebook macht kein Geheimnis daraus, womit dort das richtige Geld verdient wird. Spätestens seit Einführung der "Facebook-Timeline", auf welcher vom Benutzer gelöschte Daten plötzlich wieder zu finden waren, sollte auch dem naivsten Nutzer von Facebook klar sein, das keine Daten dort jemals wieder gelöscht werden. Die werden zur Not in andere Länder transferiert, damit man sie nicht löschen muss und trotzdem nicht verklagt werden kann. Warum sollte Facebook oder Google auch gerade die Daten oder ganze Accounts löschen bei denen der Besitzer durch die Löschung seiner Daten ja zugibt, dass es nicht nur unwichtige Fake-Daten eines Fake-Accounts waren? Gerade diese Daten sind wertvoll für Google und Facebook, weil ihre Löschung sie eben als "echt" markiert.


    @Garius

    Nein, es ist nicht unbedingt meine Absicht alles geheimzuhalten, solange Informationen die ich herausgebe nicht zu mir zurückverfolgt werden können. Ich surfe z.B. über ein Anonymisierungsnetzwerk mit einem rechtelosen Browser, der nahezu keine Scripts akzeptiert und keine Zusatzprogramme (Flashplayer, Acrobat etc.) unterstützt, die mich verraten könnten und war noch nie mit meiner wirklichen IP-adresse auf golem. Daher dürfte es ziemlich zeit- und kostenaufwändig sein, mich über diverse Anonymisierungs-Mixkaskaden in verschiedenen Ländern der Erde zu tracken und ich kann so durchaus einige Informationen rausgeben, da ich längst kein deutscher Staatsbürger mehr bin (u.a. weil ich mal eine deutsche Behördendatenbank mit meinem damaligen Namen, Adresse, Bankverbindung und sogar der Steuernummer im Internet gegen Geld angeboten bekam. Verar..... kann ich mich selber. Dazu brauche ich die deutsche Regierung nicht, die offenbar keine Ahnung von Datenschutz hat und sich behördliche Datenbanken klauen bzw. "raubkopieren" lässt. Also bin ich ausgewandert und heute nur noch sporadisch in meinem Haus in Deutschland, weil ich meine Arbeit auch aus dem Ausland erledigen kann. Zumindest bis meine kleine Tochter in die Schule kommt.).

    Ich war mal Security-Admin/Tester für Firmennetzwerke (damit habe ich im Studium Geld verdient) und später Ingenieur in der IT. Heute bin ich Daytrader (per Internet und nur mit meinem eigenen Geld) an der Börse, weil das mehr einbringt, und übe meinen gelernten Beruf nur noch ehrenamtlich in für mich persönlich interessanten wissenschaftlichen Projekten an meiner ehemaligen Hochschule aus. Ich bin quasi ein "unsichtbarer" Mitarbeiter eines Forschungsteams aus dem ich die wichtigen Köpfe lange Zeit persönlich kenne. Wenn man in Deutschland mit einer Arbeit nichts verdient, ist der deutsche Staat an einem glücklicherweise nicht interessiert und man braucht auch kein Arbeitsvisum. Es ist klasse, wie berechenbar die Geld- und Machtgeilheit die meisten Leute und auch staatliche Institutionen macht. Mir könnte man eine Million Euro bieten und ich würde dafür nicht einmal meine Adresse herausgeben. ;-)

    Ich habe das "Datenschutz-Gen" vermutlich angeboren bekommen. Von mir existieren z.B. bis heute kaum Bilder, die nicht von meinen Eltern gemacht wurden. Ich habe mich z.B. schon als Kind und anfangs gegen den Willen meiner Eltern vor Klassenfotos gedrückt. Bei Schulabschlüssen und speziell beim Abi war ich weder bei den Feierlichkeiten, noch im Abi Jahrbuch (fällt einem als einer der Redakteure nicht so schwer alle Hinweise und Bilder vor Drucklegung verschwinden zu lassen ;-) ). Unter meinem Nachnamen findet sich unter Google kein einziger Eintrag, der auf mich oder meine kleine Familie hindeuten würde. Ob Freunde und Bekannte etwas über mich ins Internet stellen überwache ich mit Fake-Accounts in allen sozialen Netzwerken und mit ein paar zusätzlichen Tricks. Die wissen alle, dass ich nichts über mich im Internet sehen will und dass ich Leute auch verklage, wenn die meine Daten veruntreuen. Ich bin also gewissermassen nicht existent und das ist gut so.

    Ich leide durchaus nicht unter Verfolgungswahn. Ich mag es einfach nicht, von anderen Menschen übervorteilt bzw. verar.... zu werden, weil ich das als intellektuelle Niederlage ansehe, wenn jemand z.B. mit Daten von mir Geld verdient von dem ich nichts sehe. Ich bleibe daher gerne im Verborgenen. Was jemand von mir nicht weiss, dass kann er zudem nicht gegen mich einsetzen (Ich werde also nie von einem Personaler nur deshalb nicht eingestellt werden, weil dieser die Bilder meines letzten Partyauftritts gegoogled hat oder in einer geklauten Krankenkassendatenbank etwas über meine Vorerkrankungen oder meine Krankheitshäufigkeit gelesen hat. Das passiert anderen Leuten schon heute ohne dass sie etwas davon erfahren. Ich kenne einen Personaler, der die Anwärter auf einen Job routinemässig "durchleuchtet" um selber gegenüber seinem Chef abgesichert zu sein. Das ist also gängige Praxis.).

    Oder, um es mal etwas humorvoller auszudrücken: Wenn ich einen meiner Bekannten wirklich verärgere, dann weiss der nicht mal wo das Auto steht, dessen Reifen er gerne zerstechen würde. So wenig Spuren wie irgend möglich zu hinterlassen ist gewissermassen ein Hobby von mir. Ich fühle mich also keineswegs ständig verfolgt wie ein Paranoider. Ich mache es nur für potentielle Verfolger so aufwändig wie irgend möglich mir nachzuspionieren und serviere ihnen meine Daten nicht auf dem Silbertablett, wie die meisten Leute heutzutage es tun, und akzeptiere die Nachteile nicht, die denen in Zeiten automatisierten Dataminigs daraus erwachsen.


    @jurassische welt

    Tja, wenn ein Personaler in seinem Leben schon einmal schlechte Erfahrungen mit Leuten gemacht hat, die Firmengeheimnisse per Skydrive verraten, Fusspilz haben und Heavy Metal hören, wirst Du den Job nicht bekommen solange es einen anderen Anwärter mit weniger oder schmeichelhafteren Infos im Netz gibt. Es gibt also durchaus direkte Folgen von Datenfreigiebigkeit.

    Das Argument "Nur Leute, die etwas zu verbergen haben, haben auch Grund dazu." gilt und wie man sieht haben sogar Leute, die nur über Fusspilz recherchieren etwas zu verbergen.
    Ich selber besitze nicht einmal raubkopierte Filme, Musik oder Software, weil ich kein Interesse an den bei solchen Downloads direkt mitgelieferten Trojanern habe und tue auch sonst nichts Unrechtes. Das heisst trotzdem nicht, dass andere Leute alles über mich wissen dürfen. Schon garnicht in Zeiten des Dataminings. Jede Information, die man heute herausgibt, kann eine Information sein, deren Auswirkungen sich erst mit neuen Datamining-Methoden und anderen neuen Erkenntnissen für andere Leute erschliessen lässt.

    Wenn ich z.B. heute diesen Text schreibe und irgendein Wissenschaftler in Zukunft entdeckt haben will, das irgendwas an meiner Wortwahl oder meinem Satzbau einen Serienmörder erkennen lässt, dann kann ich Probleme bekommen, obwohl ich noch nie einen Menschen tätlich angegriffen habe, sofern jemand meinen Aufenthaltsort ermitteln kann.

    Das passiert heute z.B. mit HIV-Positiven. Die werden vor Gericht gezerrt, weil sie möglicherweise fahrlässig andere Menschen mit einem Virus angesteckt haben, von dem mehrere Nobelpreisträger (unter anderem auch der Entdecker des HIV selbst) und über 2000 weitere Ärzte und Molekularbiologen weltweit behaupten, es wäre bis heute nicht wissenschaftlich bewiesen, das HIV überhaupt AIDS verursacht.

    Wenn wir einfach mal aufgrund irgendwelcher unbewiesener Theorien Leute vor Gericht zerren, wenn die uns mit irgendwas angesteckt haben könnten, wer sagt Dir dann, dass nicht demnächst ein Forscher herausfindet, dass Fusspilz die Lebenserwartung seines Trägers in irgendeiner weise verkürzt oder sonstige Schädigungen im Körper hervorruft und Dich dann daraufhin nicht jemand verklagt, der von deinem Fusspilz weiss und einige Zeit nach einem Schwimmbadbesuch mir Dir ebenfalls Fusspilz bekommen hat?

    Das mit dem Fusspilz mag ein fiktives, überzeichnetes Szenario sein, aber was ist dann mit verurteilten HIV-Positiven, wenn nicht mal sicher ist, dass HIV AIDS verursacht und in den Tests ohnehin nur HIV-Antikörper und garnicht das Virus selbst nachgewiesen wird? Werden die zu Recht verurteilt, nur weil man bei ihnen von der Ansteckung weiss und bei anderen, die nie einen HIV-Test machten, nicht? Antikörper haben viele Leute aufgrund von Impfungen auch gegen den Erreger der Kinderlähmung oder auch gegen Tuberkulose im Blut. Verurteilt man die, wenn in ihrer Umgebung jemand an Kinderlähmung oder auch Tuberkulose erkrankt oder grenzt sie aus der Gesellschaft komplett aus, nachdem sie sich in ihrem Blog über diese Verurteilung beschwert haben? Informationen können in vielerlei Zusammenhang misinterpretiert werden, daher sollte man so wenig wie möglich herausgeben um nicht irgendwann ziemlich dumm dazustehen.

    Auf ein Smartphone oder Facebook verzichten ist zudem kein Verzicht. Ich war heilfroh nicht mehr für jeden mit Computerproblemen in meiner Bekanntschaft erreichbar zu sein, als ich Ende des letzten Jahrtausends mein letztes Handy verkauft habe und wenn ich mir den zeitraubenden Schwachsinn ansehe, mit dem Freunde von mir auf Facebook Zeit vertrödeln, dann weiss ich mit meiner Lebenszeit doch Besseres anzufangen als einem Konzern mit meinen Daten und denen meiner Freunde zu mehr Einnahmen zu verhelfen.

    Jeder fängt sich halt in seinem eigenen Gefängnis. Die Frage ist nur, ob und wann er die Gitterstäbe erkennt und ob sie ihm dann gefallen. Ich ziehe es vor ein Gefängnis zu sehen, wo andere sich erst den Kopf an den Stäben anschlagen müssen, um sie zu erkennen. Aber das kann eben jeder frei wählen.

    Einen schönen Tag noch



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 07.08.12 14:49 durch NeverDefeated.

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  6. Re: Recht hat er

    Autor: Llame 07.08.12 - 15:28

    Gott wie mich lächerliche Witzfiguren wie du eine bist jedesmal zum schmunzeln bringen. Nur weil DU (vermutlich eine 20 jährige Jungfrau ohne soziale kontakte) den vollen Durchblick in Sachen IT hast (oder gerne hättest) sind die Microsoft und Apple-Benutzer natürlich alle dumm. Es gibt Menschen die sich mit anderen, vielleicht wichtigeren Dingen beschäftigen als du es tust, also zeig etwas mehr Respekt wenn du hier schon deinen Schrott verbreiten musst.

    Wenn du es dir schon erlaubst so abfällig und verallgemeinernd über Wozniak zu spotten, dann bist du wohl ohne weiteres in der Lage ein OS zu programmieren, oder? Schafft ja deiner Meinung nach dann jeder Depp.

    Dieser schamlosen Arroganz begegnet man interessanterweise hauptsächlich im IT Sektor, mancher sollte sich mal Gedanken darüber machen, ob er es sich wirklich erlauben kann sich selbst über andere zu stellen.



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 07.08.12 15:40 durch Llame.

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  7. Re: Recht hat er

    Autor: Garius 07.08.12 - 15:48

    Llame schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Gott wie mich lächerliche Witzfiguren wie du eine bist jedesmal zum
    > schmunzeln bringen. Nur weil DU (vermutlich eine 20 jährige Jungfrau ohne
    > soziale kontakte) den vollen Durchblick in Sachen IT hast (oder gerne
    > hättest) sind die Microsoft und Apple-Benutzer natürlich alle dumm.

    Hab ich was verpasst?! An welcher Stelle denunziert er denn jemanden.

    @ NeverDefeated

    Gerade das Beispiel mit dem Wissenschaftler kann ich schon gut nachvollziehen. Ich habe einen Freund der lange Zeit Probleme hatte sich zu seiner Homosexualität zu outen. Als stiller Mitwisser habe ich ihm (um ihn quasi zu ermutigen) gefragt, ob er nicht mal heiraten will. Er antwortete bestürzt mit Nein und begründete dies damit, dass sich die heutigen Zustände jederzeit ändern könnten und in einem solchen Falle, er auf keinen Fall irgendwo amtlich als homosexueller registriert sein wolle.
    Das sind so die Dinge über die ein Aussenstehender wie ich natürlich nicht selbstverständlich einkalkuliert. Dennoch finde ich es unglaublich wichtig, die breite Masse aufzuklären (oder es zumindest zu versuchen) um eventuell aktiv etwas an diesem System ändern zu können. Der Kerl dessen Redewendung als angedrohter Angriff auf Amerika gedeutet wurde, ist dafür das beste Beispiel wie sehr sich die 'Terrorangst' schon verbreitet hat.
    Das du Wert darauf legst so wenig Spuren wie möglich zu hinterlassen kann ich schon verstehen, betrachte es dennoch mehr als Flucht, als eine Lösung des Problems.

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