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6 Monate?!?

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  1. 6 Monate?!?

    Autor: /mecki78 31.01.13 - 17:11

    Wieso dauert das bitte 6 Monate? Einen Brief in die USA zu schicken dauert vielleicht 3 Tage. Mit UPS Overnight Express dauert es nicht einmal 24 Stunden Dokumente weltweit zu versenden.

    Gut, Google will eine Übersetzung, was ja verständlich ist. Schließlich ist ja nicht gesagt, dass dort jemand deutsch spricht und selbst wenn, Juristendeutsch ist noch mal eine andere Hausnummer und außerdem müssen das ja Googles Anwälte lesen können, und die sprechen wahrscheinlich eher kein deutsch. Aber wieso dauert das Anfertigen einer Übersetzung 6 Monate? Wie viele hundert Seiten ist denn bitte die Klageschrift?

    Die "arme" GEMA hat doch wohl das Geld, diese Schrift von einem professionellen Übersetzungsinstitut übersetzen zu lassen und per Eilzustellung zuzustellen, das kann doch nicht ernsthaft 6 Monate dauern. Ggf. kann das auch ein zweisprachiger Anwalt übersetzen, der sowohl in Deutschland als auch USA eine Zulassung als Anwalt hat und auch in beiden Ländern schon praktiziert hat, weil er von einem in das andere Land umgesiedelt/ausgewandert ist, so jemand muss sich doch finden lassen.

    Wenn das wirklich so ein Problem ist, dann existiert hier eine fette Marktlücke mit viel Potential: Einen Übersetzungsdienst spezialisiert auf Klageschriften. Internationale Klagen werden im Zuge der Globalisierung immer weiter zunehmen und hier braucht man Leute, die sowohl gute Sprachkenntnisse besitzen, auch in der "Juristensprache" des jeweiligen Landes, und die auch über ein gewisses juristisches Grundwissen der Gesetzgebung der Länder verfügen, dessen Sprachen sie sprechen. Allerdings klingt diese Idee so naheliegend für mich, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass es so etwas nicht bereits gibt.

    /Mecki

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  2. Re: 6 Monate?!?

    Autor: Anonymer Nutzer 31.01.13 - 17:15

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die "arme" GEMA hat doch wohl das Geld, diese Schrift von einem
    > professionellen Übersetzungsinstitut übersetzen zu lassen und per
    > Eilzustellung zuzustellen, das kann doch nicht ernsthaft 6 Monate dauern.

    Lustig, wie du automatisch davon ausgehst dass die Gema hier der Flaschenhals ist
    wo im Text doch steht dass die Gema das vorrausgesehen hat und es ein "ganz normaler" juristischer Trick seitens Google ist um Zeit zu schinden.

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  3. Re: 6 Monate?!?

    Autor: theonlyone 31.01.13 - 17:23

    Gerichte sind langsam, sehr sehr SEHR langsam.

    Das dauert unendlich lange bis es da zu einem Prozess kommt und das kostet unmengen Geld und Zeit.


    Selbst wenn ein urteil existiert, wird das sowieso angefechtet und das ganze zieht sich über Jahre.


    Bringts einfach nicht ...

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  4. Re: 6 Monate?!?

    Autor: jayrworthington 31.01.13 - 17:24

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wieso dauert das bitte 6 Monate? Einen Brief in die USA zu schicken dauert
    > vielleicht 3 Tage. Mit UPS Overnight Express dauert es nicht einmal 24
    > Stunden Dokumente weltweit zu versenden.

    UPS ist keine Division des Münchner Gerichts, Du kannst nicht einfach einen Brief mit der "Post" in die USA schicken, sowas ist nicht "eine Klage zustellen". Weiss nicht wie's in den USA genau laeuft, aber in den meisten Ländern muss dies ueber eine lokale Behörde geschehen (die dann die Klageschrift durchaus mit der Post hinschicken kann, aber nur Behörden koennen Gerichtsurkunden versenden...)



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 31.01.13 17:24 durch jayrworthington.

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  5. Re: 6 Monate?!?

    Autor: /mecki78 31.01.13 - 17:45

    jayrworthington schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > UPS ist keine Division des Münchner Gerichts, Du kannst nicht einfach einen
    > Brief mit der "Post" in die USA schicken, sowas ist nicht "eine Klage
    > zustellen".

    Warum nicht? Soweit ich weiß werden Klageschriften in Deutschland auch von der Post zugestellt. Auch bei UPS kannst einen Rückschein anfordern, d.h. die Sendung wird nur persönlich an den Adressat ausgehändigt, dieser muss sich gegenüber dem Paketboten mit einem anerkannten Ausweisdokument identifizieren und den Empfang quittieren. Die Quittung geht an den Absender zurück, als Belegt dafür, dass der Empfänger die Sendung auch wirklich in Empfang genommen hat. Ich denke das ist rechtlich nicht zu beanstanden.

    > Weiss nicht wie's in den USA genau laeuft, aber in den meisten
    > Ländern muss dies ueber eine lokale Behörde geschehen (die dann die
    > Klageschrift durchaus mit der Post hinschicken kann, aber nur Behörden
    > koennen Gerichtsurkunden versenden...)

    Und wie versenden die Behörden sie? Richtig, mit der Post. Wobei die Post auch nur ein Privatunternehmen ist und somit nicht "besser gesellt" ist als UPS, FedEx oder andere Dienste, mit denen man Unterlagen versenden kann.

    /Mecki

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  6. Re: 6 Monate?!?

    Autor: /mecki78 31.01.13 - 17:47

    ramboni schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Lustig, wie du automatisch davon ausgehst dass die Gema hier der
    > Flaschenhals ist

    Wer soll denn denn sonst der Flaschenhals sein? Wie gesagt, dass Google eine Übersetzung haben will, halte ich für absolut nachvollziehbar und keinen juristischen Trick. Meine Frage ist, warum dauert es 6 Monate eine Übersetzung anfertigen und an Google versenden zu lassen?

    /Mecki

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  7. Re: 6 Monate?!?

    Autor: jayrworthington 31.01.13 - 19:09

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Warum nicht? Soweit ich weiß werden Klageschriften in Deutschland auch von
    > der Post zugestellt. Auch bei UPS kannst einen Rückschein anfordern, d.h.

    Ja - es geht nicht um den WEG, es geht um die ART.

    > die Sendung wird nur persönlich an den Adressat ausgehändigt, dieser muss
    > sich gegenüber dem Paketboten mit einem anerkannten Ausweisdokument
    > identifizieren und den Empfang quittieren. Die Quittung geht an den
    > Absender zurück, als Belegt dafür, dass der Empfänger die Sendung auch
    > wirklich in Empfang genommen hat. Ich denke das ist rechtlich nicht zu
    > beanstanden.

    Das ist aber genau der Unterschied, ein Rückschein ist keine Gerichtsurkunde. Wenn in der Schweiz etwas von einem Gericht via Post geschickt wird, ist das nicht einfach ein "Eingeschriebener Brief", es ist eine "Gerichtsurkunde". Bei ersterem muss einfach jemand unterschreiben (das kann aber einfach der sein, der die Türe oeffnet wenn der Pöstler klingelt), und man kann problemlos die Annahme verweigern. Bei letzterem, siehe unten...

    > > Weiss nicht wie's in den USA genau laeuft, aber in den meisten
    > > Ländern muss dies ueber eine lokale Behörde geschehen (die dann die
    > > Klageschrift durchaus mit der Post hinschicken kann, aber nur Behörden
    > > koennen Gerichtsurkunden versenden...)
    >
    > Und wie versenden die Behörden sie? Richtig, mit der Post. Wobei die Post

    Hab ich ja genauso geschreiben?? Es können nur lokale Behörden Gerichtsurkunden verschicken, nicht irgendeine Ausländische Pappnase (ob Du, ich oder ein Münchner Richter macht bei der US-Post keinen Unterschied).

    > auch nur ein Privatunternehmen ist und somit nicht "besser gesellt" ist als

    Nein, die Post ist NICHT in jeder Hinsicht ein Privatunternehmen, in allen Ländern die ich kenne (mindestens D, CH, USA), eben gerade in bezug auf Klageschriften sind nur die staatlichen Postunternehmen berechtigt, diese Rechtskräftig zuzustellen (irrelevant ob die Postunternehmen Rechtlich gesehen Privatisiert wurden)

    > UPS, FedEx oder andere Dienste, mit denen man Unterlagen versenden kann.

    Ja - es ist aber ein Unterschied, ob Du vor Gericht beweisen kannst mit nem Rueckschein, das ich deinen Brief bekommen habe, oder ob eine Gerichtsurkunde Rechtskräftig zugestellt wurde. Bei eingeschriebenen Briefen gilt zB eine Zustellfiktion, das heisst, (IIRC) sieben Tage nach dem Abschicken (Poststempel) gilt der Brief (zB eine Kündigung) Rechtlich als zugestellt, *egal* ob Du ihn effektiv bekommen hast, weil Du nciht zuhause warst oder die annahme verweigert hast.

    Bei einer Gerichtsurkunde ist das nicht der Fall, da kommt dann der Gerichtsvollzieher vorbei, beim zweiten mal in begleitung ein paar Uniformen, ggf auch bei der Arbeit... Wenn sie Dich dann nicht antreffen wirst Du zur Fahndung ausgeschrieben.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 31.01.13 19:20 durch jayrworthington.

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  8. Re: 6 Monate?!?

    Autor: Th3Dan 31.01.13 - 23:59

    ramboni schrieb:
    > Lustig, wie du automatisch davon ausgehst dass die Gema hier der
    > Flaschenhals ist
    > wo im Text doch steht dass die Gema das vorrausgesehen hat und es ein "ganz
    > normaler" juristischer Trick seitens Google ist um Zeit zu schinden.

    Die GEMA ist in den meisten Fällen der Flaschenhals, damit liegt man in 99 von 100 Fällen richtig.

    Dieser Verein sollte mal endlich lernen, realistische Forderungen zu stellen.
    Wenn mir jemand vorschlägt, ich darf mein Geschäft weiterbetreiben aber muss 150% meines Gewinns an ihn angeben würde ich natürlich auch nein sagen weil das mein sicherer wirtschaftlicher Ruin wäre.
    Die GEMA soll also nicht Rumheulen, schließlich sind sie im Endeffekt schuld, dass auf ein so dämliches Angebot Google niemals eingeht.

    Aber vermutlich hat die GEMA gar kein Interesse an einer Einigung.
    Wenn es nach denen ginge würde man Musik doch immer noch auf Schallplatten verkaufen..

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  9. Re: 6 Monate?!?

    Autor: blackbirdone 01.02.13 - 01:55

    Weil nicht nur die anklage übersetzt werden muss sondern alles, und da kommt in nem Verfahren ne Menge zusammen den nbedenke das wird auch wieder ins deutsche Übersetzt und so geht das immer hin und her und das kostet nunmal Zeit, verschicken, Übersetzen, prüfen verschicken , usw und sofort.

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  10. Re: 6 Monate?!?

    Autor: Hawkster 01.02.13 - 10:43

    Ich denke da es auch de Fall sein wird das ich nicht einfach einen x-beliebigen Dolmetscher/Übersetzer beauftragen kann, sondern auf einen zurüch greifen muss der vom Gericht anerkannt ist, also öffentlich bestellter und vereidigter Dolmetscher/Übersetzer.

    Dann finde ich es lustig Google anzuhängen es wäre ein "juristischer Trick" ... ich habe da mal einen juristische Trick der in den USA öfter und erfolgeicher getätigt wid als hier.
    Google Deutschland GmbH nimmt die Klage entgegen, wissende das sie nicht handlungsbeechtigt ist. Man wartet auf einen Bescheid/Termin und kurz vorher meldet man einen Verfahrensfehler an. Ups, dann eben alles auf Null und in den USA klagen.
    Google Inc. hätte so einige zusätzliche Monate Zeit erobert :D

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