Muss man zwanghaft jeden Scheiß auf Englisch ausdrücken?
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Muss man sich zwanghaft über jeden Furz aufregen? Es gibt nunmal Wörter die im üblichen Sprachgebrauch in "Nicht-Deutsch" genannt werden. Da hat Englisch gar nicht mal viel mit zu tun. Außerdem läuft es andersrum genauso ab, wenn auch vieleicht in geringerem Maße.
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fratze123 schrieb:
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> Muss man zwanghaft jeden Scheiß auf Englisch ausdrücken?
'View' ist nun mal Fachsprache im Web-Werbegeschäft. Das ist kein zwanghaftes "auf Englisch ausdrücken", jeder weiß sofort welche Maßeinheit mit 'View' gemeint ist. Wenn man jetzt "für das Ansehen" geschrieben hätte, müsste man viel mehr um die Ecke denken. Man muss auch nicht zwanghaft alles auf Deutsch ausdrücken. Es gibt glaube ich wichtigere Baustellen in der deutschen Sprache als die Verwendung von englischen Fachausdrücken.
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fratze123 schrieb:
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> Muss man zwanghaft jeden Scheiß auf Englisch ausdrücken?
Sagt der Mann mit Apostrophitis.
"Sehr verbreitet ist „für’s“ statt „fürs“[...]"
http://de.wikipedia.org/wiki/Apostrophitis
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> Sagt der Mann mit Apostrophitis.
Hier kreidest Du etwas an, das gar nicht falsch ist. Ich mag auch keinen Deppenapostroph, doch hier ist beides korrekt, die Form "für's" ist lediglich etwas veraltet bzw. aus der Mode gekommen. Die Dudelregel Nr. 14 weist unter 2. darauf hin, dass man "in der Regel keinen Apostroph" an solchen Positionen setzt, Zitat:
"Bei den allgemein üblichen Verschmelzungen von Präposition (Verhältniswort) und Artikel setzt man in der Regel keinen Apostroph."
Das sagt natürlich mitnichten aus, dass man es nicht dürfe! Mir tut es in den Augen weh, wenn es wirklich falsch ist, wie z.B.: Tommy's Kiosk
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"Seit 1996 gilt im Zuge der Rechtschreibreform der gelegentliche Gebrauch des Apostrophs dann als richtig, wenn er die Grundform eines Personennamens vor der Genitivendung -s oder dem Adjektiv-Suffix -sch verdeutlicht (§ 97 E der amtlichen Regelung). Der Duden nennt hierzu Andrea’s Blumenecke als Beispiel. Die Schreibweise soll verdeutlichen, dass die Grundform des Namens „Andrea“, nicht „Andreas“ ist. Die Unterscheidung wurde vor der Rechtschreibreform nur über den Stammformapostroph vorgenommen: Andreas Blumenecke (die Blumenecke von Andrea) bzw. Andreas’ Blumenecke (die von Andreas). Aber auch dann, wenn eine Verwechslung der Grundformen eigentlich nicht möglich ist, kann die Form mit Apostroph deutlicher sein; das dokumentiert der Duden durch sein zusätzliches Beispiel Willi’s Würstchenbude."
(http://de.wikipedia.org/wiki/Apostrophitis#Verdeutlichung_der_Stammform_nach_der_Rechtschreibreform)
Tommy's Kiosk scheint also gar nicht so falsch zu sein.
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1. Bei den allgemein üblichen Verschmelzungen von Präposition (Verhältniswort) und Artikel setzt man in der Regel keinen Apostroph.
ans, aufs, durchs, fürs, hinters, ins, übers, unters, vors
am, beim, hinterm, überm, unterm, vorm
hintern, übern, untern, vorn; zur
http://www.duden.de/sprachwissen/rechtschreibregeln/apostroph
Und das Wörterverzeichnis zur Rechtschreibreform vom Institut für Deutsche Sprache listet ebenfalls allein das "fürs" auf.
http://www.ids-mannheim.de/service/reform/
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Doch, Tommy's ist falsch, da das Apostroph nicht zur Verdeutlichung der Grundform des Namens dient.
Bei "Andreas Blumenladen", könnte man meinen der Besitzer wäre ein Mann namens Andreas. Daher wird hier durch das Apostrop ("Andrea's Blumenladen") verdeutlicht das es sich um Andrea handelt, die den Laden besitzt.
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fratze123 schrieb:
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> Muss man zwanghaft jeden Scheiß auf Englisch ausdrücken?
Das hat mit Zwanghaft gar nichts zu tun sondern damit dass das IT-News für Profis sind.
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Aber auch dann, wenn eine Verwechslung der Grundformen eigentlich nicht möglich ist, kann die Form mit Apostroph deutlicher sein; das dokumentiert der Duden durch sein zusätzliches Beispiel Willi’s Würstchenbude.
Wo ist der Unterschied zwischen Tommy und Willi ?
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> Wo ist der Unterschied zwischen Tommy und Willi ?
Bruce Willis' Würstchenbude <> Willi's Würstchenbude
... oder willst Du uns jetzt ernsthaft mit
Tommy Lee Jones' Würstchenbude
kommen? ;-) Da wäre die Auslassung von "Lee Jone" tatsächlich irgendwie kenntlich zu machen. ;-)
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Und es kann keinen Tommys geben?
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fehlermelder schrieb:
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> 1. Bei den allgemein üblichen Verschmelzungen von Präposition
> (Verhältniswort) und Artikel setzt man in der Regel keinen Apostroph.
Warum zitierst Du jetzt mein Zitat aus den Dudenregeln nochmals ohne es als mein Zitat kenntlich zu machen?
> Und das Wörterverzeichnis zur Rechtschreibreform vom Institut für Deutsche
> Sprache listet ebenfalls allein das "fürs" auf.
Ja, warum sollten sie auch? An "für" und "das" hat sich ja auch nichts geändert. Wer traditionell hervorheben will, dass er "für das" meint, aber verkürzt "für's" unter Wahl der Apostrophnutzung zur schnelleren (Lese-)Aussprache schreiben möchte, der soll es tun. Daran ist einfach nichts falsch!
Es gibt sogar einen Semantikunterschied, der sich bereits abzeichnet zwischen "fürs" und "für das/für's". Insofern mag ich es nicht, wenn Sprache zunehmend ungenauer wird. Beispiel:
Stell Dir eine Versammlung vor und ein Anwesender schließt seine (einmalig gültigen?) Einwände ab mit:
"Ich sags nur fürs Protokoll!" bzw. mit
"Ich sag das nur für das Protokoll!"
Hat er damit nun gemeint, dass er es nur zur Kenntnisnahme generell gültig nennen wollte oder ausschließlich zur Übernahme ins aktuelle Sitzungsprotokoll? Mit "für's" könnte man hier zumindest im Schriftlichen eine klare Abtrennung zu "fürs" (mündlich/sprachlich) vornehmen.
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CodeMagnus schrieb:
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> fehlermelder schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > 1. Bei den allgemein üblichen Verschmelzungen von Präposition
> > (Verhältniswort) und Artikel setzt man in der Regel keinen Apostroph.
>
> Warum zitierst Du jetzt mein Zitat aus den Dudenregeln nochmals ohne es als
> mein Zitat kenntlich zu machen?
Hab ich selbst nachgeschlagen und nicht von dir übernommen. Außer dir gehört duden.de
Außerdem war es eine Antwort auf wmayer gemeint, der sich auf besitzanzeigende Suffixe bezogen hat.
> > Und das Wörterverzeichnis zur Rechtschreibreform vom Institut für
> Deutsche
> > Sprache listet ebenfalls allein das "fürs" auf.
>
> Ja, warum sollten sie auch? An "für" und "das" hat sich ja auch nichts
> geändert. Wer traditionell hervorheben will, dass er "für das" meint, aber
> verkürzt "für's" unter Wahl der Apostrophnutzung zur schnelleren
> (Lese-)Aussprache schreiben möchte, der soll es tun. Daran ist einfach
> nichts falsch!
>
> Es gibt sogar einen Semantikunterschied, der sich bereits abzeichnet
> zwischen "fürs" und "für das/für's". Insofern mag ich es nicht, wenn
> Sprache zunehmend ungenauer wird. Beispiel:
>
> Stell Dir eine Versammlung vor und ein Anwesender schließt seine (einmalig
> gültigen?) Einwände ab mit:
>
> "Ich sags nur fürs Protokoll!" bzw. mit
> "Ich sag das nur für das Protokoll!"
>
> Hat er damit nun gemeint, dass er es nur zur Kenntnisnahme generell gültig
> nennen wollte oder ausschließlich zur Übernahme ins aktuelle
> Sitzungsprotokoll? Mit "für's" könnte man hier zumindest im Schriftlichen
> eine klare Abtrennung zu "fürs" (mündlich/sprachlich) vornehmen.
Das würde ich dann als eine Darstellung der Umgangssprache/Mundart werten. Als Ausnahme der eigentlich Üblichen Schreibweise. Aber für einen normalen Text fiele mir jetzt kein Beispiel ein. Natürlich kann man solche Auslassungen so darstellen, siehe Gedichte. Mir hätte in deinem Beispiel übrigens schon das Ausrufezeichen und evtl der weitere Kontext genügt um die Absicht hinter der Aussage zu erkennen.
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wmayer schrieb:
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> Tommy's Kiosk scheint also gar nicht so falsch zu sein.
Kotz... Es schmerzt in den Augen!
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"Fürs" sieht für mich auch merkwürdig aus und ich würde es nicht so schreiben aber das spielt ja nicht unbedingt eine Rolle.
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JP schrieb:
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> 'View' ist nun mal Fachsprache im Web-Werbegeschäft. Das ist kein
> zwanghaftes "auf Englisch ausdrücken", jeder weiß sofort welche Maßeinheit
> mit 'View' gemeint ist.
Weiß man das? Für mich kann ein View alles mögliche sein von "Aufgerufen" bis "Angeguckt" und bei letzterem dann noch mit Unterteilung von 1-100%.
Gerade wenn es um die Vergütung von Inhalten (hier Musik) geht, muss ich als Anbieter doch sicherstellen, dass die GEMA nicht am Ende noch Geld dafür kassiert, wenn jemand ein Video aufruft und nach 5 Sekunden abbricht und weitersurft. Da sollte man schon sinnvolle "View"-Definitionen haben, beispielsweise mindestens 30% des Videos abgespielt mit aktiviertem Ton. Alles andere fällt nämlich unter "Vorschau" bzw. "Probehören" und da wärs mirs neu, dass für sowas im iTunes Store und co. GEMA-Gebühren abgeführt werden pro "View".
1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.02.13 21:00 durch Telesto.
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wmayer schrieb:
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> "Fürs" sieht für mich auch merkwürdig aus und ich würde es nicht so
> schreiben aber das spielt ja nicht unbedingt eine Rolle.
Augenkrebs krieg' ich vor allem bei "sone". Allerdings scheine auch ich das jahrelang falsch gemacht zu haben. Aber die Unterscheidung zwischen "Tommys ..." (Mehrzahl) und "Tommy's ..." (Tommy sein ...) durch ein Apostroph erschien mir einfach logisch...so kann man sich täuschen.
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