Abo
  1. Foren
  2. Kommentare
  3. Mobile Computing
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › iFixit: Surface Pro…

Vielleicht soll das Ding einfach lang halten?

Anzeige
  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Vielleicht soll das Ding einfach lang halten?

    Autor: Tuxianer 14.02.13 - 16:50

    90 Schrauben, Display und Akku verklebt, diverse Kabel wohl auch verklebt, ... ja, wozu das Ganze?

    Bei einem typischen Mobilgerät für den Menschentyp "Ich habe meinen 2-Jahres-Vertrag jetzt seit fast 22 Monaten. Und ich WILL JETZT ein neues Dingeldabeldub, sonst geh ich zum anderen Anbieter!" - sprich: für eine erschreckend große Zahl von Materialverschwendern - würde der Hersteller dieses Geräts ziemlich genau so planen, dass nach 24 Monaten normalen Gebrauchs die ersten Tasten wackeln (aber noch tun!) und 2 Monate später die Kabel lose werden und so je nach Haltewinkel das Display mal kurz ausfällt oder der Stromfluss vom Akku unterbrochen wird ... und außerdem sind viele dieser Geräte eh so ausgelegt, dass sie jetzt funktionieren, aber mit Programmen, die in 2 Jahren herauskommen, gnadenlos in die Knie gehen. Sofern man die dann überhaupt noch installieren kann auf dem "veralteten" Betriebssystem.

    ... und das stört auch kaum jemanden. Denn: Der "consumer" von heute ist kein Kunde! Er ist ein Verbraucher! Er will so schnell wie möglich das neue, hippe Dingeldabeldub 2.0 haben, damit alle um ihn herum "Boh, eeh!" sagen. Weg mit dem "alten Ding" (auf die Asien-Müllhalde, auf der dann Kinder den Giftmüll zusammensuchen und ohne Atemschutzmaske in hochgiftigen Äzbädern die paar nutzbaren Reste herauslösen müssen, bis sie halt Krebs haben und verrecken ... aber Kinder wachsen ja kostenlos nach ...).

    Zurück zu Microsofts Schraub-Klebe-Tablet: Das Surface Pro bietet ziemlich viel Rechenleistung, deutlich mehr als so ziemlich alles, was derzeit als "Tablet" angeboten wird, mehr auch, als viele Notebooks bieten. Klar, gewisse Unker werden sofort wieder unken, "das M$ das, haltt brauhct". Komisch nur, dass Windows 8 gar nicht so viel Speicher oder Rechenleistung braucht, sondern sogar weniger als Windows 7 mit der Aero-Oberfläche; Windows 8 kommt viel schlichter daher.

    Ist das "Mehr" also nur Verschwendung? Wenn man das Tablet mit richtigen Programmen füttert - im Unterschied zu vielen anderen Geräten ähnlichen Typs geht das, eben weil es so überdimensioniert ist - und mit denen auch richtig arbeitet, dann zeigt sich der Sinn der Geräteausstattung: Das Ding is um Einiges robuster als viele Vergleichsmodelle. Nicht für die ultragrobe Baustelle oder die Kohlemine, aber doch für den Rempel- und Rüttel-Alltag im ÖV.

    Das bedeutet: Es ist sowohl von der technischen Ausstattung als auch von der Verarbeitungsqualität für eine deutlich längere Nutzungsdauer vorgesehen als Heute-hip-morgen-doof-Geräte (für ebensolche Bediener). Und Leute, die in dieser Weise mit (und: mit solchen!) Computern umgehen, tun dies i. d. R. auch länger. Das heißt: Sie sind daran interessiert, dass das Teil auch in 3 Jahren noch funktioniert. Daher muss es robust verarbeitet sein.

    Stören mich 90 Schrauben? Nein; im Unterschied zu sollbrechenden Bajonett-Einmal-Einrast-Verschlüssen kann man die Dinger auf- und wieder zu- und wieder auf- und wieder zu-drehen. Anleitung anschauen, sorgsam aufdrehen, Schrauben in kleine Schälchen sortieren, Teil austauschen und dann alles wieder zurück.

    Gab ja so Beiträge von wegen Präzision: Wenn ein 10-Zoll-Gerät nicht extrem präzise hergestellt wäre, würden die Schrauben gar nicht passen. Und wir reden da nicht von 0.3 mm, sondern eher von 0.001 mm Toleranz.

    Stört mich das verklebte Display? Nein, denn Heißleim kann man, anders als materialinvasive Vulkanisierungskleber, relativ einfach lösen. Und wieder verkleben.

    Stört mich der angeklebte Akku? Nein, nicht im Mindesten! Da so ein Akku sehr kompakt und damit relativ schwer ist, will man bei dem Ding sicher nicht, dass es wegen unterdimensionierter Befestigung herumruckelt und sich oder andere Bauteile beschädigen kann - oder auch herausfallen kann! Und lieber angeklebt und lösbar als, wie gewisse andere geheiligte Hersteller ja gewohnt sind, zu tun: fest verlötet, und zwar am besten so, dass man an die Lötstelle extrem schlecht hinkommt, ohne das dort eingeklemmte und, solange der Akku am Platz ist, nicht entfernbare Kabel zu beschädigen!

    Stört mich der Lüfter? Schöner wäre es, wenn es keinen bräuchte, aber solange es keine bezahlbaren und funktionierenden Supraleiter gibt, ist Leistung im Prozessorbereich eben mit Abwärme verbunden, und die muss halt weg. Wenn das Ding lastabhängig gesteuert wird, wird es beim Texte eintippen wohl meistens schlafen.

    Beschädigungen beim Öffnen?
    Ja, man muss aufpassen, dass man beim Öffnen eines Surface Pro keine Kabel abreißt. Das muss man im Desktop-Gehäuse auch, nur hat man da halt viel mehr Platz; der mehrfach genannte Vergleich ist in diesem Punkt unpassend (im Leistungsbereich eher). Wenn man Größe und Platz vergleichen wollte, dann eher mit einer geöffneten Festplatte. Viel Platz hat man übrigens auch im Gehäuse einer modernen Waschmaschine mit ihren 20 Sensoren und der in einer fast tropfdichten Verpackung eingeschweißten Elektronik, die am besten zugänglich ist, wenn man das Gehäuse auf den Kopf stellt und dann von oben hinten durch die Konstruktion kriecht ...;-). Und auch im Druckerbereich, in dem gerne mal furchtbar dünne Käbelchen oder x-fach gefaltete Flachbandkabel so hundsdumm um alles herum verbaut sind, dass man Chirurgenhände und eine Stunde Zeit braucht, um nondestruktiv die blöde Resttintenwanne ausbauen zu können (was logischerweise erst geht, wenn man den Drucker nahezu vollständig zerlegt hat, obwohl die Wanne eigentlich seitlich neben dem ganzen Apparat sitzt... und auch in dem bald zehnjährigen Drucker-Scanner-Fax-Kopierer stecken mehr als 2 Duzend zu lösende Schrauben, plus Gehäuse-Bajonett-Blödsinn!)

    Wer gerne selber repariert, KANN es, auch in diesem Fall. Wer das lieber sein lässt, LÄSST es reparieren, und bei einem Gerät, das über 1'000 ¤ gekostet hat, ist die Reparatur vielleicht auch in 2 oder gar 3 Jahren noch lohnenswert. Ja, das kostet. Tut es bei anderen Herstellern auch, und hier zeigt sich dann, wer seriös mit den Kunden abrechnet und wer seine Verbraucher übers Ohr hauen will; Nokia versucht - super schäbig! - mit Knebelverträgen an Importeure die Lieferung von Ersatzteilen an Endkunden zu blockieren; statt des 5-Euro-Käbelchens und einer Viertelstunde Basteln muss man das Ding einschicken - Datenschutz???, Datenprivatheit??? - an einen Reparatur-Fachbetrieb, der für die "Arbeit" 90 Euro pauschal und für das Käbelchen 30 Euro "Materialwert" verlangt und eine Woche dafür braucht ... ist das besser?

  2. Re: Vielleicht soll das Ding einfach lang halten?

    Autor: Kampfmelone 14.02.13 - 19:49

    +2, weil +1 zu wenig ist

  3. Re: Vielleicht soll das Ding einfach lang halten?

    Autor: Phisto 14.02.13 - 22:01

    find dein text/einstellung super ... allerdings bezweifle ich den zusammenhang zwischen übertriebenem klebstoff/schrauben-einsatz und stabiler bauweise ... das ist faules/(mMn)"schlechtes" produktionsdesign ... mehr nicht, und auch nicht herstellerspeziFisch >o)D>

  4. Re: Vielleicht soll das Ding einfach lang halten?

    Autor: ichbert 16.02.13 - 18:46

    Die "bekannten" Reparaturdienste von Handys brauchen nicht länger als 24h für die Reparatur deines Gerätes (Herstellervorgabe bei Garantiereparatur) der Rest ist Postlaufzeit. Gut das du Nokia genannt hast denn diese Geräte sind ebenfalls Plastikbomber mit mehr Klebeband drin als auf ner Panzertaperolle. Mit Qualität hat das soviel zu tun wie Eskimos mit nem Kühlschrank. Ein Gerät was geklebt ist wird nach einer Reparatur nie den gleichen Qualitätsstandards entsprechen da die Kleber nicht Industriell aufgebracht werden und auch keine "antrockenzeiten" eingehalten werden. Dies geschieht bei solchen Geräten händisch durch den Techniker. Soll also heissen: viel geklebt ist billige Qualität.

    P.S.: Hab 3 Jahre lange in Europas größtem Handyreparaturcenter gearbeitet...nur bevor "Quellen" gelappe anfängt.

  5. Re: Vielleicht soll das Ding einfach lang halten?

    Autor: Moe479 17.02.13 - 16:11

    denke ich auch, dass es ohne klebstoff geht, 60 schräubchen sollten eine menge zusammen und von einander fern halten können, wobei ich jetzt auch robuste notebook konstruktionen kenne die ohne kleber mit weit weniger auskommen.

    der bajonet-blödsinn ist wie von allen abgenickt eine extrem undankbare mode die hoffentlich mal wieder verschwindet, kein gerät sollte solche einmal-verschlüsse besitzen.

    für den preis hätte ich es aufrüstungs- und wartungsfreundlich konstuiert erwartet. Da es ja nun gezwungener maßen lüfter hat und länger als gewöhnlich für unterschiedlichste aufgaben herhalten soll, fände ich es gut wenn auch laien diese einfachst wechseln könnten, genauso wie die mir für mich viel zu magere ssd, und der dann oft in lebenzeit zu knapp werdende hauptspeicher.

    ich fand die whitebook-idee seiner zeit nicht übel, könnte man auch für tablets in unterschidlichen dimensionen realisieren ... mal sehen ... bald hat ja jeder nen 3d drucker ... ;)

    grundsätzlich währe ich für ein wirklich intelligent und nachhaltig designtes allround-gerät sogar wesentlich mehr zahlen als das surface pro gerade kostet, so wichtig wäre mir das, mein letzter pc hat im kern letztendlich nahezu 10 jahre gehalten, dann kamen die elkos auf dem board (ich müsste mal den lötkolben suchen ^^) ... so ausdauerne hardware darf dann auch ihren preis haben, finde ich.

    ich finde da wir alle ja unter immer mehr scrott durch die kürzeren produkt lebenzyklen haben sollten hersteller und käufer von solchen 'bald-müll'-konstruktionen höhe umweltabgaben leisten müssen! raser bekommt man ja auch nur durch den griff in die tasche gebremst ... ;)



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 17.02.13 16:26 durch Moe479.

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Zum Login

Anzeige
Stellenmarkt
  1. Daimler AG, Fellbach
  2. Terra Canis GmbH, München
  3. PDV-Systeme GmbH, Goslar
  4. Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V., Sankt Augustin

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 115,00€
  2. (u. a. Der Hobbit 3, Der Polarexpress, Ice Age, Pan, Life of Pi)
  3. (u. a. 96 Hours Taken 3 6,97€, London Has Fallen 9,97€, Homefront 7,49€, Riddick 7,49€)


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Civilization: Das Spiel mit der Geschichte
Civilization
Das Spiel mit der Geschichte
  1. Civilization 6 Globale Strategie mit DirectX 12
  2. Take 2 GTA 5 saust über die 70-Millionen-Marke
  3. Civilization 6 im Test Nachhilfestunde(n) beim Städtebau

Oculus Touch im Test: Tolle Tracking-Controller für begrenzte Roomscale-Erfahrung
Oculus Touch im Test
Tolle Tracking-Controller für begrenzte Roomscale-Erfahrung
  1. Microsoft Oculus Rift bekommt Kinomodus für Xbox One
  2. Gestensteuerung Oculus Touch erscheint im Dezember für 200 Euro
  3. Facebook Oculus zeigt drahtloses VR-Headset mit integriertem Tracking

Canon EOS 5D Mark IV im Test: Grundsolides Arbeitstier mit einer Portion Extravaganz
Canon EOS 5D Mark IV im Test
Grundsolides Arbeitstier mit einer Portion Extravaganz
  1. Video Youtube spielt Livestreams in 4K ab
  2. Ausgabegeräte Youtube unterstützt Videos mit High Dynamic Range
  3. Canon EOS M5 Canons neue Systemkamera hat einen integrierten Sucher

  1. Zenbook 3 im Test: Macbook-Konkurrenz mit kleinen USB-Typ-C-Problemen
    Zenbook 3 im Test
    Macbook-Konkurrenz mit kleinen USB-Typ-C-Problemen

    Asus' Notebook ist ein wenig kleiner, ein kleines bisschen leichter und dennoch schneller als die Konkurrenz, die als Vorbild diente: Apples Macbook 12. In der Praxis zeigen sich Nachteile bei der Lüftersteuerung, interessante USB-Typ-C-Probleme und ein gutes Linux-System als Alternative.

  2. id Software: Update für Doom entfernt Denuvo
    id Software
    Update für Doom entfernt Denuvo

    Spieler im Deathmatch-Multiplayermodus von Doom können nun auch gegen Bots antreten, dazu kommen weitere Änderungen. Außerdem hat das Entwicklerstudio id Software den Anti-Tamper-Schutz Denuvo von der PC-Version des Egoshooters entfernt.

  3. Project Evo: Microsofts Vorbereitungen für einen Echo-Konkurrenten
    Project Evo
    Microsofts Vorbereitungen für einen Echo-Konkurrenten

    Microsoft hat erste Details zu Project Evo verkündet. Unter anderem könnten damit smarte Lautsprecher á la Echo oder Google Home entstehen. Bis es so weit ist, wird es aber noch einige Zeit dauern.


  1. 10:37

  2. 10:28

  3. 10:00

  4. 09:00

  5. 08:01

  6. 07:44

  7. 07:35

  8. 07:19