Ich halte HTML für Desktopanwendungen noch ungeeignet, zumal es keine Layout-Managers unterstützt. Es ist einfach viel zu sehr Dokumentenorientiert. Man kann nicht einfach sagen: Element A an den rechten Rand kleben, B an den linken und die Elemente D, E, F dazwischen wobei A und B fixe Größe haben und D, E, F die Größe dynamisch ändern mit dem Verhältnis 3:1:1.
Oder einfacher:
Klebe einen Button an den unteren Fensterrand und ein anderes Element soll den gesamten Bereich dazwischen dynamisch ausfüllen. Das (od. ähnl.) ist ein sehr oft in Desktop-Apps verwendetes Pattern. Wie kann man das mit HTML(+JavaScript) implementieren?
Also man kann mit HTML+CSS+JavaScript schon einiges tricksen aber es ist eben Trickserei (hacken/abusen) und nicht so vorgesehen.
Wenn dieses Manko beseitigt ist sehe ich (außer event. Geschwindigkeit) aber keine wirklichen Probleme mehr. Vermute aber, dass es nicht so bald beseitigt werden wird, zumal HTML eben ursprünglich für Dokumente und nicht Applikationen gedacht ist. Wenn trotzdem HTML stärker auch für lokale Anwendungen eingesetzt wird kann man erwarten, dass wir wieder wie in der Windows Steinzeit viele Dialoge mit fixer Größe haben werden. Sehr kleine Dialoge damit's auch auf Netbooks läuft. Entwickler die sie die Arbeit antun selber in JavaScript dynamisch verzerrbare Elemente zu schreiben (und somit auf fast alle Platzierungen via CSS verzichten) werden wohl eher die Ausnahme sein (genauso wie die Leute die unter Windows sich selbst Layoutmanager geschrieben haben).
panzi schrieb:
> (genauso wie die Leute die unter Windows sich selbst
> Layoutmanager geschrieben haben).
Kleine Anekdote:
Ich habe mal kurze Zeit in einer Klitsche gearbeitet, wo eine Windows Software entwickelt wurde (Als spezielle Anwendung für einen Kunden).
Das war mit MFC und ohne Layout Management.
Da ich die Dialoge darin so fummelig gefunden habe, habe ich ein Layout Management dafür gebaut.
Das wurde eingestampft, mit der Begründung der Kunde hätte einen Bildschirm von 800x600 Punkten spezifiziert.
panzi schrieb:
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> Ich halte HTML für Desktopanwendungen noch ungeeignet, zumal es keine
> Layout-Managers unterstützt. Es ist einfach viel zu sehr
> Dokumentenorientiert. Man kann nicht einfach sagen: Element A an den
> rechten Rand kleben, B an den linken und die Elemente D, E, F dazwischen
> wobei A und B fixe Größe haben und D, E, F die Größe dynamisch ändern mit
> dem Verhältnis 3:1:1.
>
> Oder einfacher:
> Klebe einen Button an den unteren Fensterrand und ein anderes Element soll
> den gesamten Bereich dazwischen dynamisch ausfüllen. Das (od. ähnl.) ist
> ein sehr oft in Desktop-Apps verwendetes Pattern. Wie kann man das mit
> HTML(+JavaScript) implementieren?
Irgendwie die letzten Jahre verschlafen? Schau dir doch mal einfach eines der tausenden JavaScript-UI-Frameworks an, beispielsweise:
http://www.sencha.com/deploy/dev/examples/
Punkt "Layout Managers"
jQ schrieb:
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> Irgendwie die letzten Jahre verschlafen? Schau dir doch mal einfach eines
> der tausenden JavaScript-UI-Frameworks an, beispielsweise:
> www.sencha.com
>
> Punkt "Layout Managers"
Javascript-Manipulationen, die erst in document.onload() tätig werden können, ändern auch nichts an der Tatsache, dass HTML selbst keine komplexen Layout Manager unterstützt, was die korrekte Kernaussage des OP ist.
http://www.the-haystack.com/2010/01/23/css3-flexbox-part-1/
Es geht sehr wohl, und Gnome koennte sich ja ihre Desktop-Renderengine aussuchen.
> Javascript-Manipulationen, die erst in document.onload() tätig werden
> können, ändern auch nichts an der Tatsache, dass HTML selbst keine
> komplexen Layout Manager unterstützt, was die korrekte Kernaussage des OP
> ist.
Es ist praktisch gesehen ziemlich Wurst, dass pures HTML dokumentenorientiert ist, weil sich die Mächtigkeit des Trios HTML, CSS und Javascript erst durch ihr Zusammenspiel ergibt, da die Techniken jeweils ihre eigenen Schwerpunkte haben, die sich perfekt ergänzen - HTML für semantische Strukturierung der Inhalte, CSS für Optik und Javascript für das Verhalten.
Als Gesamtpaket sind diese Techniken sehr mächtig, erst recht mit den laufenden Verbesserungen aller 3 Techniken unter der Sammelbezeichnung HTML5. ExtJS ist ein gutes Beispiel für die Möglichkeiten, damit u.a. auch ausgefuchste Layoutmanager zu bauen, Cappucino ein anderes und mit Webkit gibt es eine sehr gute Rendering-Engine. WebOS z.B. ist ein schönes Beispiel für ein OS, dessen Oberfläche auf HTML, CSS und Javascript, gerendert mit Webkit, basiert. Ist doch schön, wenn der Oberflächenbau am Desktop mittelfristig standardisiert und unabhängig vom Betriebssystem wird, das wäre eine logische nächste Evolutionsstufe.
WebKit schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> www.the-haystack.com
>
> Es geht sehr wohl, und Gnome koennte sich ja ihre Desktop-Renderengine
> aussuchen.
Aber das ist auch CSS und kein HTML hurr durr derp derp derp
Wenn die Auflösung doch statisch auf 800x600 gesetzt wurde, dann ist ein Layout Manager ja auch unnötig.
panzi schrieb:
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> Ich halte HTML für Desktopanwendungen noch ungeeignet, zumal es keine
> Layout-Managers unterstützt. Es ist einfach viel zu sehr
> Dokumentenorientiert. Man kann nicht einfach sagen: Element A an den
> rechten Rand kleben, B an den linken und die Elemente D, E, F dazwischen
> wobei A und B fixe Größe haben und D, E, F die Größe dynamisch ändern mit
> dem Verhältnis 3:1:1.
>
> Oder einfacher:
> Klebe einen Button an den unteren Fensterrand und ein anderes Element soll
> den gesamten Bereich dazwischen dynamisch ausfüllen. Das (od. ähnl.) ist
> ein sehr oft in Desktop-Apps verwendetes Pattern. Wie kann man das mit
> HTML(+JavaScript) implementieren?
>
> Also man kann mit HTML+CSS+JavaScript schon einiges tricksen aber es ist
> eben Trickserei (hacken/abusen) und nicht so vorgesehen.
>
> Wenn dieses Manko beseitigt ist sehe ich (außer event. Geschwindigkeit)
> aber keine wirklichen Probleme mehr. Vermute aber, dass es nicht so bald
> beseitigt werden wird, zumal HTML eben ursprünglich für Dokumente und nicht
> Applikationen gedacht ist. Wenn trotzdem HTML stärker auch für lokale
> Anwendungen eingesetzt wird kann man erwarten, dass wir wieder wie in der
> Windows Steinzeit viele Dialoge mit fixer Größe haben werden. Sehr kleine
> Dialoge damit's auch auf Netbooks läuft. Entwickler die sie die Arbeit
> antun selber in JavaScript dynamisch verzerrbare Elemente zu schreiben (und
> somit auf fast alle Platzierungen via CSS verzichten) werden wohl eher die
> Ausnahme sein (genauso wie die Leute die unter Windows sich selbst
> Layoutmanager geschrieben haben).
Desktop- und Webentwicklung sind 2 völlige unterschiedliche Paar Schuhe, wenn man einen Vergleich ziehen will, dann sollte man tunlichst auch von beidem Ahnung haben.
HTML/CSS lassen sich nicht trennen. HTML ist der Auszeichnungs-/Strukturierungs-Part, CSS ist fürs Layout. Jemand, der sagt: HTML unterstütze keine Layoutmanager hat einfach nicht die Bohne einer Ahnung von dieser Technologie und wie man sie richtig verwendet.
Deine simplen Beispiele sind ohne weiteres mit Webtechnologie machbar.
Habt ihr ganzen Vögel schon mal was von XUL gehört? Das ist *exakt* das, was der OP sucht: HTML + die Features einer GUI-Sprache (mit ordentlichem Widget-Satz, Layout, etc.).
Wird von Mozilla außerordentlich erfolgreich eingesetzt, hat aber bis jetzt noch nie den Sprung in das Bullshit-Bingo "HTML5, Mein-Desktop-in-der-Cloud"-Blabla gefunden.
Zuuul
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