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Halb und halb...

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  1. Halb und halb...

    Autor LX 01.10.09 - 13:16

    Einerseits hat er wenigstens begriffen, dass DRM != Kopierschutz ist; andererseits werden Kopierschutzversuche (es gibt keinen wirksamen Kopierschutz, bestenfalls hat man einen unbrauchbaren Abspielschutz) immer noch unter dem Namen DRM verkauft.

    Was man auf jeden Fall unterstützen sollte, ist eine Klarheit, was die Rechte angeht. Creative Commons macht hier als Lizenzautor den großen Labels vor, wie es geht: einfache Lizenzen, für jedermann verständlich. Das schafft weitaus mehr Sicherheit als der Versuch, den Nutzer per Software zu einem Verhalten zu zwingen.

    DRM-Evangelisten müssen aufhören, den Nutzer als Verbrecher hinzustellen, den man dazu zwingen muss, gut zu sein. Stattdessen sollte man lieber tatsächlich bestehendes Recht nachvollziehbarer machen; wenn man etwa eine MP3-Datei hat, sollte auf Anhieb klar sein, wer der Rechteinhaber ist und welche Bedingungen er für die Nutzung im Rahmen des bestehenden Rechts (und nicht der von den Labels vertretenen Fiktion desselben) festgelegt hat.

    Derzeit führt DRM lediglich dazu, dass tatsächlich bestehende Rechte nicht umgesetzt werden können - die einzige Sensibilisierung in diesem Bereich findet bei Managern statt, die feststellen, dass DRM dem Umsatz schadet.

    Ein "DRM", dass Nutzer und Rechteinhaber gleichermaßen unterstützt, bleibt jedoch eine Zukunftsvision.

    Gruß, LX

  2. Re: Halb und halb...

    Autor Blair 02.10.09 - 19:43

    LX schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was man auf jeden Fall unterstützen sollte, ist eine Klarheit, was die
    > Rechte angeht. Creative Commons macht hier als Lizenzautor den großen
    > Labels vor, wie es geht: einfache Lizenzen, für jedermann verständlich. Das
    > schafft weitaus mehr Sicherheit als der Versuch, den Nutzer per Software zu
    > einem Verhalten zu zwingen.

    Aber nur in wenigen Fällen für kommerziele Ziele geeignet. Wenn man viele Bücher unter einer CC veröffentlichen würde, würde Sie keiner kaufen. Momentan funktioniert das in manchen Fällen, weil diese Ausnahmen darstellen, und die Meisten lieber für ein gedrucktes Buch zahlen als am Bildschirm zu lesen. Wenn sich aber E-Reader erstmal durchsetzen, wird niemand mehr für ein gedrucktes Buch geld ausgeben wollen, wenn er es auch kostenlos auf Kindle oder dergleichen lesen kann - in der selben Qualität wie ein Buch aus Papier.



    > DRM-Evangelisten müssen aufhören,

    CC-Evangelisten müssen aufhören, so zu tun, als könne man damit Geld verdienen. Das mag bei wenigen Einzelfällen ("OpenSource-Bücher") stimmen, aber in der Mehrheit nicht. Siehe oben. Übrigens bin ich kein "DRM-Evangelist", ich sehe bloß die Realität ohne Vorurteile.




    > den man dazu zwingen muss, gut zu sein. Stattdessen sollte man lieber
    > tatsächlich bestehendes Recht nachvollziehbarer machen; wenn man etwa eine
    > MP3-Datei hat, sollte auf Anhieb klar sein, wer der Rechteinhaber ist und
    > welche Bedingungen er für die Nutzung im Rahmen des bestehenden Rechts (und
    > nicht der von den Labels vertretenen Fiktion desselben) festgelegt hat.

    Und wie stellst du dir das vor? Es ist leicht Forderungen zu stellen, ohne sich Gedanken über die Technische Machbarkeit zu machen. Außerdem siehst du die Probleme an der falschen Stelle. Ein Nutzer der Dinge aus dem Internet runterlädt weiß in den meisten fällen sehr genau, ob er es illegal tut oder legal. Das Problem ist, dass nur wenige bereit sind zu zahlen, die meisten laden es sich lieber illegal runter. Das selbe Problem wird auch bei den Büchern auf Autoren und Verleger zukommen. Momentan stellt es noch gar kein Problem dar, denn physische Bücher sind viel zu umständlich zu kopieren und zu verbreiten. E-Book-Anbieter hätten das von vornherein verhindern können, wenn sie einen gemeinsamen, interoperablen DRM-Standard entwickelt hätten. Einzellösungen wie es jetzt gibt, sind wahrscheinlich zum scheitern verurteilt.


    > Derzeit führt DRM lediglich dazu, dass tatsächlich bestehende Rechte nicht
    > umgesetzt werden können

    Das Interview nicht gelesen? Das mag bei Fair Use in den USA so sein, doch nicht in Deutschland und offensichtlich auch nicht im restlichen Europa.


    > - die einzige Sensibilisierung in diesem Bereich
    > findet bei Managern statt, die feststellen, dass DRM dem Umsatz schadet.

    Wie am Anfang des Interviews gesagt wurde, ist dieser Schaden auf unausgereifte Systeme und vor allem auf ein fehlendes gemeinsames Modell zurückzuführen. Man hat schlicht zu wenig zusammengearbeitet.


    > Ein "DRM", dass Nutzer und Rechteinhaber gleichermaßen unterstützt, bleibt
    > jedoch eine Zukunftsvision.

    Im großen Maßstab wohl ja. Was aber nicht an DRM selbst liegt, sondern an der mangelhaften Umsetzung. Absolut gilt es sowieso nicht, was ebenfalls im Interview gesagt wurde. Wenn du mit "Unterstützung" der Nutzer meinst, diese müssten die Dateien auch weiter beliebig kopieren können, dann liegst du falsch, zumindest wenn um DRM-Systeme geht, von denen man klassischerweise spricht. Denn sie sollen eines verhindern: Urheberrechtsverletzungen. Das schließt in erster Linie mit ein, dass die Daten nicht beliebig kopiert und verteilt werden können.

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