Hallo,
ich betreibe derzeit ein QNAP-RAID mit 4x1 TB Festplatten, RAID Level 5 in mein home-office. Er ist per 1 GB/s am LAN angeschlossen. Leider ist die Hardware so unfassbar langsam, dass es keinen Spass macht, darauf zuzugreifen, wenn z.B. parallel auch nur ein PC sein backup darauf macht. Meiner Meinung nach liegt es nicht an den Festplatten, sondern eher an der völlig unterdimensionierten QNAP-Hardware. Ich kenne mich nicht gut mit Linux aus und habe noch nie ein NAS selbst aufgebaut, deshalb meine Frage: wäre FreeNAS dafür geeignet und welche Hardware sollte ich einplanen, um das Gerät als fileserver für 2 PCs und streaming von multimedia-Inhalten arbeiten lassen zu können? Natürlich bei relativ geringem Stromverbrauch und erträgliche Betriebsgeräusche - das Gerät steht unter meinem Schreibtisch.
Hat jemand einen Vorschlag und praktische Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt?
Danke!
So stromsparend wie ein NAS wird es nicht mit einem PC. Man kann aber dicht dran kommen mit Stromsparender CPU und einem gutem Netzteil. Von AMD gibt es da für kleines Geld passende Prozessoren, einfach auf die TDP achten (niedriger ist Stromsparender).
Von der Leistung her ist da alles was du zusammenbauen kannst für 2 PCs mehr als Ausreichend. (So war es bei meinem Versuch vor ~3 Jahren)
Im Grunde brauchst du:
>=1Ghz CPU (z.B. AMD Sempron 145, ~40¤, 45W TDP)
>=2GB Ram
min 1x GBit-Ethernet, wobei PCIx-Intelnetzwerkkarte mehr Performance bringt als jede Onboard-Ethernetschnittstelle und mit ~30¤ auch nicht die Welt kostet.
Gruß,
Harry
Hallo Harry,
HectorFratzenbuch schrieb:
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> So stromsparend wie ein NAS wird es nicht mit einem PC. Man kann aber dicht
> dran kommen mit Stromsparender CPU und einem gutem Netzteil. Von AMD gibt
> es da für kleines Geld passende Prozessoren, einfach auf die TDP achten
> (niedriger ist Stromsparender).
> Von der Leistung her ist da alles was du zusammenbauen kannst für 2 PCs
> mehr als Ausreichend. (So war es bei meinem Versuch vor ~3 Jahren)
> Im Grunde brauchst du:
> >=1Ghz CPU (z.B. AMD Sempron 145, ~40¤, 45W TDP)
> >=2GB Ram
> min 1x GBit-Ethernet, wobei PCIx-Intelnetzwerkkarte mehr Performance bringt
> als jede Onboard-Ethernetschnittstelle und mit ~30¤ auch nicht die Welt
> kostet.
Herzlichen Dank für Deine Antwort.
Eine kleine SSD hätte ich noch übrig (60 GB, SATA-2), dürfte sich perfekt für das System selbst eignen. RAM ist ebenfalls spottbillig, da braucht man wohl nicht zu sparen... Damit ich weiterhin ein RAID level 5 realisieren kann, brauche ich auch noch einen Hardware-Kontroller, oder doch nicht? Du hast keinen erwähnt. Wenn ja, kannst Du einen empfehlen?
Wie kompliziert ist die Installation von FreeNAS für einen Linux- / FreeBSD-Laien? Gibt es (empfehlenswerte) Alternativen?
Gruss
Als Alternative wäre vielleicht noch das hier erwähnenswert: http://www.openmediavault.org/
Das stammt sogar von einem ehemaligen FreeNAS Entwickler, ist aber noch eher im Beta Stadium. Während FreeNAS eher professionell orientiert ist, ist OMV eher was für Privatnutzer und hat z.b. ein BitTorrent Plugin, das FreeNAS aktuell noch fehlt. Zudem basiert OMV auf debian, kann also recht leicht um zusätzliche Software aus den Debian Paketen erweitert werden. Hab es z.b. für mich noch um einen Mercurial Server erweitert, was bei FreeNAS nicht so leicht möglich gewesen wäre.
Die SSD ist wohl etwas überdimensioniert für FreeNAS, bei OMV (siehe baldur's Beitrag) schon eher angebracht, falls noch mehr Software mitkommen soll. Bei FreeNAS reicht auch ein 2-4 GB USB Stick für Lau der hinten am PC steckt.
RAM am besten gleich 4 GB rein, kann man immer brauchen, wenns schon so spottbillig ist.
Dedizierte RAID Kontroller braucht man nicht. Lediglich ein Mainboard mit vier oder mehr SATA-II Ports. Linux/BSD verwaltet die RAIDs per Software, selbst die günstigste momentan erhältliche CPU von Intel oder AMD kannst du damit nicht wirklich töten, die sind so fix.
Die Festplatten hast du ja schon, bei den aktuellen Preisen ist es auch noch nicht zu empfehlen neue zu kaufen.
Wichtig ist einfach, dass die Festplatten gut gekühlt werden, das verlängert die Lebensdauer enorm (120mm Lüfter mit leichtem Luftstrom reicht vollkommen).
Viel Spass bei deinem Selbstbauprojekt! Ich habe bisher nur gute Erfahrungen gemacht mit solchen Projekten.
Klar sind die Fertig-NAS welche man kaufen kann toll, aber man ist halt immer eingeschränkt.
Grundsätzlich reicht die Leistung aller aktuellen PC-Komponenten aus, um ein schnelles NAS für Zuhause zu bauen. In der Regel wird der Datenzugriff sowieso durch das Netzwerk beschränkt. Wie schon erwähnt ist ein Software-RAID auch völlig ausreichend. Welche Hardware nun besonders leise und stromsparend ist, kann ich dir leider auch nicht sagen. Aber ich habe dir eine PN über mein kleines Selbstbauprojekt geschickt, vlt. ist es interessant für dich.
Vielen herzlichen Dank an alle für Eure konstruktiven Antworten!
Ich werde mir in Kürze Gedanken machen, ob ich dieses Projekt tatsächlich in Angriff nehme (eher ja) oder ob ich noch eine Weile mit der Langsamkeit meines QNAPs lebe...
Eventuell besteht ja auch die Möglichkeit, dein NAS mit einer anderen Software zu bespielen.
Mein NAS ist ein Acer H340, da war es möglich, es von USB booten zu lassen. Das NAS bootet nun einfach vom USB-Stick, auf dem OMV (bzw. davor FreeNAS) installiert ist. Für beides reicht da ein stinknormaler USB Stick, eine SSD braucht man da wirklich nicht.
baldur schrieb:
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> Eventuell besteht ja auch die Möglichkeit, dein NAS mit einer anderen
> Software zu bespielen.
Da die Hardware von QNAP IMHO das Problem ist, bezweifle ich, dass ich damit viel erreiche... Das Netzwerk ist bei mir nicht der Engpass, da brauche ich nicht zu suchen.
> Mein NAS ist ein Acer H340, da war es möglich, es von USB booten zu lassen.
> Das NAS bootet nun einfach vom USB-Stick, auf dem OMV (bzw. davor FreeNAS)
> installiert ist. Für beides reicht da ein stinknormaler USB Stick, eine SSD
> braucht man da wirklich nicht.
Ok, dann kann ich mir die sparen ;-)
ich hatte sie nur erwähnt weil sie bei mir rumliegt, nachdem ich sie aus meinem laptop ausgebaut und durch eine grössere ersetzt hatte.
Hab seit einigen wochen nen HP ProLiant... kann ich nur wärmstens empfehlen!
Dem kann ich nur beipflichten. Eine SSD ist überhaupt nicht nötig. Von den 60GB würde nur ein kleiner Bruchteil gebraucht werden und die hohen Übertragungsraten der SSD werden auch überhaupt nicht gebraucht.
Viel RAM ist allerdings sinnvoll. Vor allem, und das ist ratsam, wenn du ZFS als Dateisystem benutzt, dessen vollen Feature-Umfang kann man nur mit ordentlich viel RAM nutzen (ab 4GB RAM, wenn ich mich recht entsinne). Ich würde so 8GB einbauen, oder was das ausgediente Mainboard so aufnehmen kann. Ja, ich würde nicht unbedingt ein neues System zusammenstellen, sondern das erstmal mit ausgedienter Hardware ausprobieren. Ein komplettes Hardware-Upgrade ist mit FreeNAS eigentlich kein Problem, weil der Kernel schon die gängigsten Treiber mitbringt.
FreeNAS basiert übrigens auf FreeBSD und nicht Linux, aber die sind sich in vielen Bereichen ähnlich für den User.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 07.01.12 03:12 durch Raketen angetriebene Granate.
HP ProLiant MicroServer N36L.
Habs im Vollausbau (5x2TB, 8GB DDR3) mit WHS2011 & TeamCity als Buildserver (mit SQL Server Backend!) laufen und kann mich nicht beklagen. Streamt ruckelfrei HD-MKVs, selbst wenn ein Build startet.
Kostet nicht die Welt und läuft sicher auch mit FreeNas/OpenNas/...
+1 für HP Microserver N36L!
hmm...nicht so einfach das Problem.
1. immer Intel kaufen...einfach des Preises wegen
2. niemals ein Atom oder E350 kaufen...zu langsam für gbit I/O-Traffic
Auch von Raid würde ich abraten...bringt zwar was für die Lesegeschwindigkeit aber kostet zu viel Energie.
Ein Raid schützt _nur_ vor Plattenausfall
Ein Raid schützt nicht vor Wohnungsbrand/Serverdiebstahl
...ja ein Backup tut das auch nicht aber:
Ein Raid schützt nicht für Viren.
Ein Raid schützt nicht für Bedienungsfehler
Ein Backup tut das schon...ein mal die Woche Backup und man hat die Vorteile eines Raids + die eines Raids (im schlimmsten Fall sind eben die Daten von max. 1 Woche weg)
mit FreeNas hört man auch immer nur schlechtes....OMV ist da schon eher ziemlich im kommen zZ
falls es Neuanschaffungen sein sollen würde ich einen Celeron G4X0 empfehlen (SB based und ca. 5W TDP) oder einen Celeron E3X00 (C2D based und ca. 3W TDP...nur noch gebraucht zu haben...dafür für nen Euro) und falls es doch ein Raid sein sollte dann sind diese CPUs (auch wenn es die langsamsten auf der Welt sein sollten) immer noch _schneller_ als ein 5000Euro Raidcontroller
Ein RAID, und ist es nur ein RAID1 über zwei Platten, schützt zwar nicht vor Datenverlust durch Hausbrand, aber es ist einfach SOOOOO günstig (sofern denn die Festplattenpreise wieder auf das ursprüngliche Niveau sinken), dass die Zeit die man verliert, wenn dann eben die eine Platte die man hat aussteigt (und das wird sie, insbesondere die neueren!), wesentlich besser genutzt ist.
Ein Backup, auf Tape, USB Stick oder eine externe HD, ist IMMER wichtig für sensible/wichtige Daten und sowieso unersetzlich.
Ein Backup heisst aber nicht, dass man das NAS nur noch als Festplatte mit LAN Anschluss aufbauen soll. Ein Backup und ein gescheites NAS ergänzen sich perfekt, und für ein RAID1 reichen auch die langsamen CPUs.
chrulri schrieb:
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> Ein RAID, und ist es nur ein RAID1 über zwei Platten, schützt zwar nicht
> vor Datenverlust durch Hausbrand, aber es ist einfach SOOOOO günstig
> (sofern denn die Festplattenpreise wieder auf das ursprüngliche Niveau
> sinken), dass die Zeit die man verliert, wenn dann eben die eine Platte die
> man hat aussteigt (und das wird sie, insbesondere die neueren!), wesentlich
> besser genutzt ist.
>
> Ein Backup, auf Tape, USB Stick oder eine externe HD, ist IMMER wichtig für
> sensible/wichtige Daten und sowieso unersetzlich.
>
> Ein Backup heisst aber nicht, dass man das NAS nur noch als Festplatte mit
> LAN Anschluss aufbauen soll. Ein Backup und ein gescheites NAS ergänzen
> sich perfekt, und für ein RAID1 reichen auch die langsamen CPUs.
so hab ich das nicht gemeint...
2 Platten ins NAS...dann aber kein Raid machen sondern einfach die eine Platte auf die andere Backupen...ist genauso billig (sofern denn die Festplattenpreise wieder auf das ursprüngliche Niveau sinken)...ist das gleiche wie ein Raid nur mit noch mehr Vorteilen.
eine atom oder ein e350 schaffen kein 1gbit I/O Traffic ... egal ob Raid oder nicht.
das muss aber jeder selber wissen ob das für jemanden wichtig ist. Ich hatte genug VOrschläge gegeben die genauso viel (oder sogar weniger) kosten und auch weniger strom bracueh...der Celeron G5X0 verbaucht weniger Strom als ein Atom/E350...wer will dem such ich die Quelle raus.
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