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Gibt es eigentlich noch irgendeine benutzbare Desktop-Umgebung für Linux?

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  1. Gibt es eigentlich noch irgendeine benutzbare Desktop-Umgebung für Linux?

    Autor RS_ 10.01.12 - 21:23

    Das ist eine ehrliche Frage. Ich habe jahrelang Gnome 2 unter Ubuntu benutzt und auch wenn ich die Oberfläche schon länger für etwas angestaubt gehalten habe, sie hat vor allem funktioniert. Unity habe ich dann wochenlang ausprobiert, aber ich kriege zuviel, wenn ich ein Programm starten will und mir 8 riesengroße Symbole angeboten werden statt der zuletzt genutzten Anwendungen. Oder wenn ich ein kleines Fenster unten rechts im Bild geöffnet habe und die Menüleiste oben links zu finden ist.

    Nachdem der Versuch die alte Oberfläche unter Ubuntu wieder nachzuinstallieren mit einer völlig verbugten Umgebung geendet hatte, habe ich KDE getestet - und war schlicht enttäuscht. Was soll ich mit den hunderttausenden Mousover und Sonstwas-Menüs beim Arbeiten? Ich will mir meinen Desktop genau einmal einrichten und danach brauche ich die ganzen Optionen nicht mehr. Zudem erscheint mir das ganze designtechnisch sehr inhomogen und gefrickelt. Und die Performance war auch schlecht.

    Jetzt bin ich auf Fedora umgestiegen und nutze Gnome 3. Das Konzept finde ich sogar gut, aber wirklich ausgereift ist das noch nicht. Ärgerliche Kleinigkeiten und Bugs an vielen Ecken und Kanten. Und Design kann man diesen Mischmasch auch nicht nennen.

    Die Mint Oberfläche, LXDE, oder XFCE sind sowieso keine Optionen.

    Es wird wirklich Zeit für eine anständige Desktop-Umgebung, die sich in Sachen Stabilität, Usability und Design (und zwar genau in dieser Reihenfolge) mit den Produkten von Microsoft oder Apple messen kann. Und zwar sollte die Umgebung für verschiedenste Zielgeräte und Eingabetechniken anpassbar sein. Also Desktops mit und ohne Touchscreen, Tablets, Mobiltelefone. Qt5 und Wayland wären doch schöne Ansatzpunkte. Den dann in Kauf zu nehmenden Kompatibilitätsbruch sollte man ruhig wagen. Eine elegante Oberfläche mit einheitlichem Design. Sauber integrierte Anwendungen für Browser, Mail, Kalender, Kontakte und Medien sowie ein SDK um perfekt integrierte Anwendungen zu ermöglichen.

    Ich wäre gerne bereit Freizeit für ein solches Projekt zu opfern, auch wenn ein Ergebnis wohl erst in 2-3 Jahren zu erwarten wäre. Aber da müsste sich schon ein Kernteam von mindestens 10 Leuten finden, sonst macht das einfach keinen Sinn.

  2. Re: Gibt es eigentlich noch irgendeine benutzbare Desktop-Umgebung für Linux?

    Autor zenker_bln 10.01.12 - 21:42

    RS_ schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Mint Oberfläche, LXDE, oder XFCE sind sowieso keine Optionen.


    Ich bin auf XFCE umgestiegen!
    Okay, es ist nicht so komfortabel wie Gnome2-punkt-nochwas, aber was nicht ist, wird sicherlich irgendwann. (Hoffe ich!)
    Ausser man kommt bei XFCE auch auf den genialen Trip, die Oberfläche so gnadenlos zu verhunzen wie Gnome3.
    Dann wird's schwierig!

  3. Re: Gibt es eigentlich noch irgendeine benutzbare Desktop-Umgebung für Linux?

    Autor RS_ 11.01.12 - 12:31

    zenker_bln schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > RS_ schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Die Mint Oberfläche, LXDE, oder XFCE sind sowieso keine Optionen.
    >
    > Ich bin auf XFCE umgestiegen!
    > Okay, es ist nicht so komfortabel wie Gnome2-punkt-nochwas, aber was nicht
    > ist, wird sicherlich irgendwann. (Hoffe ich!)
    > Ausser man kommt bei XFCE auch auf den genialen Trip, die Oberfläche so
    > gnadenlos zu verhunzen wie Gnome3.
    > Dann wird's schwierig!

    XFCE hat sicherlich seine Daseinsberechtigung, aber es fühlt sich an wie Windows 95. Ok, das ist nicht ganz korrekt, aber eine wirklich moderne Desktop-Umgebung muss besser sein. Und damit meine ich nicht eine weitere Kopie der Aqua Oberfläche von Mac OS X, obwohl man zugeben muss dass es da einige interessante Ideen gibt. Es müsste ein vollig neues Konzept her. Ich würde sogar noch deutlich weiter gehen und X.Org über Bord werfen und basierend auf Wayland mit Qt 5 etwas völlig neues entwickeln. Und dann bitte gleich so, dass es für verschiedenste Zielsysteme nutzbar ist. Denn in Zukunft werden viele neue Varianten von Computersystemen Bedeutung finden. Es ist eben ein Unterschied, ob ich einen klassischen Desktop mit 1-2 Monitoren, Maus und Tastatur benutze, oder ein Notebook mit Touchpad, einen Desktop mit Touchscreen, ein Multimedia-System/TV, ein Tablet oder ein Mobiltelefon. Es müsste eine einheitliche Basis existieren, die sich so konfigurieren lässt, dass Sie für unterschiedliche Geräteklassen nutzbar ist. Trennung von Funktion und Anzeige ist hier ein ganz wichtiger Punkt. So kann man beispielsweise einen E-Mail Client entwickeln, und stellt dann für unterschiedliche Geräteklassen jeweils eine eigene Benutzerschnittelle zur Verfügung. So etwas kann noch nicht einmal Apple, aber ich bin sicher, dass man in absehbarer Zukunft so etwas sehen wird (und zwar ausgehend von iOS).

    Wie bereits gesagt, wenn sich ein paar Leute finden um diese Idee weiter zu stricken, dann wäre ich bei einem entsprechenden Open-Source-Projekt dabei.

  4. Re: Gibt es eigentlich noch irgendeine benutzbare Desktop-Umgebung für Linux?

    Autor posix 11.01.12 - 22:25

    Es ist immer wieder lustig zu hören wie sich alle über Linux, Ubuntu etc. auslassen obwohl ihr genau genommen über unfertige Software sprecht.

    Ubuntu 12.04 LTS ist die finale Version, wo Stabilität und Effizienz einkehren werden wie bei Ubuntu 10.04. Auch wird Unity mit Version 12.04 deutlich überarbeitet sein, da es sich ebenfalls in Entwicklung befindet. Genauso wie Gnome 3, KDE 4 etc. woran ständig gearbeitet wird.
    Der einzige Unterschied ist: Unter Linux sieht man alles von Anfang bis Ende, in Windows sieht man garnichts und nimmt quasi an die Software wäre fertig.
    Doch auch hier ist das nur eine Illusion, allein Vista war eine riesen Baustelle und erst Win7 das fertige Produkt einfach mal als Beispiel.

    Alle Versionen von Ubuntu die kein LTS dahinter stehen haben waren schon immer, experimentelle Distris die einerseits neues zum testen gebracht haben, und ebenso auch "noch" existierende Probleme hatten.

    Wer unbedingt Ubuntu nutzen will > 10.04 ,alles andere dazwischen ist völlig egal.
    Kommt 12.04 raus wird die nächste Ära des Systems eingeleitet usw. bis wieder bei Version 14.04 ein neues System kommt.

    Nicht LTS Versionen sind vergleichbar mit Windows Alpha/Beta Versionen, die man ausdrücklich nie zum produktiven Einsatz installiert.
    Einfach abwarten und hinterher das System bewerten wenn es fertig ist.


    Beispielsweise das Win7 Interface, bei allem Verständis aber effektiv ist was anderes... einfach Umständlichkeit auf einem neuen Level. Nur das Problem hier um weiterhin alles nutzen zu können MUSS man es nutzen, man unterliegt quasi einem Zwang ob man will oder nicht. Ist das etwa eine angenehme Entwicklung?
    Auch muss eine Oberfläche nicht zwangsläufig voller EyeCandy sein, sie muss schlicht funktionieren und unter Linux hat zum Glück jeder die Wahl was ihm besser gefällt: XFCE, LXDE, KDE oder GNOME...
    Von dem Standpunkt aus sollte man froh sein das man solche Möglichkeiten hat, wobei Linux kein Ersatz ist sondern lediglich eine Alternative zu Windows.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.01.12 22:25 durch posix.

  5. Re: Gibt es eigentlich noch irgendeine benutzbare Desktop-Umgebung für Linux?

    Autor Klau3 11.01.12 - 23:48

    RS_ schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich würde sogar noch deutlich weiter gehen und X.Org über Bord werfen und
    > basierend auf Wayland mit Qt 5 etwas völlig neues entwickeln. Und dann
    > bitte gleich so, dass es für verschiedenste Zielsysteme nutzbar ist. Denn
    > in Zukunft werden viele neue Varianten von Computersystemen Bedeutung
    > finden.

    Bis auf "völlig neu" macht das was du forderst bereits Canonical. Ubuntu unterstützt mittlerweile Qt ebenso wie Gtk+. Wayland wird mit LTS+ stückweise über Bord geworfen (die Vorbereitungen sind bereits in vollem Gange, z.B. wurde/wird Compiz umgeschrieben, so dass es als Wayland Plugin läuft). Das mit den verschiedenen Zielsystemen hat Canonical bereits bedacht und clever "umgesetzt" → Unity.
    Mein Tipp ist, Canonical wird sich weiter von GNOME abwenden und zunehmend auf Qt setzen (Ansätze sind bereits erkennbar → Ubuntu TV nutzt Unity2D = Qt-Unity). Wenn sie auf Qt umschwenken würden sie sicherlich auch Qt Creator als standard Ubuntu-App SDK ins Boot holen, was sicherlich eine gute Wahl wäre.

    :)



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.01.12 23:59 durch Klau3.

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