Ein tolles Urteil. Wer sein WLAN nicht im Griff hat muss quasi damit rechnen, dass andere sich verbinden und dieses eifrig nutzen. Im Normalfall wird der Anschlussinhaber die vermutlich noch nicht einmal merken.
Interessant ist hierbei allerdings die Urteilsbegründung mit den entsprechenden Verweisen. Keine Nachrichten abhören und keine personenbezogenen Daten beschaffen? Prima, wie sieht es denn mit Erschleichung von Leistungen aus? Was, wenn ich die ungesicherte Steckdose im Garten meines Nachbarn verwende? Ich höre ja nichts ab, sondern klaue ja nur Strom. Was, wenn ich tonnenweise illegales pornografisches Material hochlade, in dem Fall mit der IP-Adresse des Inhabers? Wer bekommt dann eins auf die Mütze?
Ich bin wahrlich kein Freund von gesetzlichen Regelungen, aber hier sieht man wieder, dass Produkte mit Default-Werten - in diesem Falle wohl der WLAN-Router - einiges an Ärger mit sich bringen kann. Verschlüsselung als Vorgabe bei Routern wird den Kunden wohl nur stressen.
Björn-Lars Kuhn
Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Wer mit einem Brotmesser nicht umgehen kann, sollte die Finger davon lassen, oder sich nicht wundern, falls dann doch etwas passiert, was einem selbst schadet.
Es ist die Pflicht des WLAN Betreibers sich vor Inbetriebnahme ausreichend über das Thema zu informieren.
Mal ehrlich, mich kotzen Anwender an die meinen sich nicht im geringsten über das Gerät das sie benutzen wollen und die zugrunde liegende Technik zu informieren zu müssen.
Man legt sich doch auch keinen Hund zu ohne sich vorher wenigstens halbwegs über Hunde zu informieren! ... naja, ok, manche machen das leider doch, aber das ist genauso scheiße.
Unwissenheit schützt nicht. Ist doch logisch.
Als Anwender mit Ahnung gehe ich davon aus das ein offenes WLAN mit Absicht offen ist. Entweder weil es zu nem Cafe gehört, der Nachbar nett ist oder jemand meine E-Mail Passwörter klauen will ;-)
Das kannst du abe rnicht einfach nur auf den Endkunden herunterbrechen. Was soll denn ein nicht Computer&Technik-affiner Mensch machen, wenn er heutzutage Internet will? Da kommt ein Paket von Provider XY mit einem WLAN Router und einer marginalen Kurzanleitung, die sich in etwa auf "Anschließen und Lossurfen!" beschränkt. Das macht er dann auch, wie ihm zugetan und am Ende ist er dann an "allem selber schuld"?
Nix da, da gehören auch die Provider und Gerätehersteller in die Pflicht genommen und nicht nur die Endkunden, die von den Produkten keine Ahnung haben und einfach nur ins Internet wollen. Schließlich ist ja auch unsere Regierung so erpicht darauf, dass jeder Online gehen kann, dann muss man halt auch entsprechend aufklären. Aber das würde ja Geld kosten, nicht wahr? ;)
Und nur weil der Hersteller dir eine Einfache Anleitung beilegt befreit dich das von der Pflicht dich davor mal generell über WLAN zu informieren?
Warum wollen Leute immer Technik benutzen ohne sich darüber zu informieren?
Selbst ein Computerbild-Artikel zum Thema WLAN hätte vermutlich im 2. Satz darauf hingewiesen das man ein WLAN verschlüsseln sollte...
Klar wäre es sinnvoll wenn wlan router per default Einstellung verschlüsselt wären.
Aber selbst dann muss doch der Anwender sich irgendwie informieren... man benutzt doch keine Technik ohne auch nur einen blassen Schimmer davon zu haben!
Atrocity schrieb:
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Als Anwender mit Ahnung gehe ich davon aus das ein offenes WLAN mit Absicht
> offen ist. Entweder weil es zu nem Cafe gehört, der Nachbar nett ist oder
> jemand meine E-Mail Passwörter klauen will ;-)
Wenn Leute wie Du sagen würden "Ich benutze offene WLANs, egal welche, egal wo, weil sie offen sind und scheiße aufs Wissen/Unwissen der Betreiber", dann wärs wenigstens ehrlich, wenn auch nicht besser.
Aber zu behaupten, im letzten Kaff an der Lüneburger Heide würde jemand absichtlich ein offenes WLAN betreiben, ist reichlich Gaga.
Proteus schrieb:
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> Was, wenn ich die ungesicherte Steckdose
> im Garten meines Nachbarn verwende? Ich höre ja nichts ab, sondern klaue ja
> nur Strom.
Genau, Du klaust. Damit ist es ein klarer Fall von Diebstahl. Dazu kommt, dass Du zunächst mal unbefugt das Grundstück des Nachbarn betreten musst.
> Was, wenn ich tonnenweise illegales pornografisches Material
> hochlade, in dem Fall mit der IP-Adresse des Inhabers? Wer bekommt dann
> eins auf die Mütze?
Tja, da gehen AFAIK die Urteile auseinander. Einige Gerichte gaben in solchen Fällen (konkret gings um Tauschbörsennutzung bzw hochladen von Musik) dem WLAN-Betreiber die Schuld.
> Verschlüsselung als
> Vorgabe bei Routern wird den Kunden wohl nur stressen.
Ist inzwischen bei fast allen Routern standard. Und im Handbuch sogar teils recht "DAU-Freundlich" erklärt, mit Bildchen und allem.
Gruß
Tantalus
___________________________
Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. Der muss auch mit jedem Arsch klarkommen.
Leider kann man das Urteil nicht auf andere Sachen übertragen.
Wäre cool, wenn ich ungestraft einfach mal den Oldtimer vom Nachbarn ausleihen könnte. Immerhin ist das Ding ein offenes Cabriolet und die uralte Alarmanlage bzw. das Kurzschliessen bei so einem alten Teil ist jetzt wirklich keine "Sicherung".
:-)
Ach? "Man nutzt keine Technik ohne einen blassen Schimmer zu haben". Damit disqualifizierst du dich selbst. Du willst damit also zum Ausdruck bringen, dass du dich in deiner Wohnung mit ALLEN elektrischen und elektronischen Geräten auskennst?
Du kannst also..
- Deinen Kühlschrank selbst reparieren?
- Deinen Fernseher selbst reparieren?
- Deine Spülmaschine selbst reparieren?
- Deinen Herd selbst repariern?
- Dein Auto selbst reparieren?
Oder kurz gefragt: Du bist ein Allwissender, der alles kann und sich mit allem im eigenen Haushalt auskennt?
Ganz ehrlich: Das wage ich schwer zu bezweifeln..
Das letzte offene WLAN das es in meiner Umgegend gab habe ich durch klingeln beim Nachbarn und einer kurzen Erklärung bei ner Tasse Kaffee geschlossen...
Das ändert aber nichts daran das ich es prinzipiell scheiße finde das Leute Technik benutzen ohne sich ausreichend darüber zu informieren!
Wie schon oben geschrieben: Ein Glück, dass du so ein Multitalent bist und dich MIT ALLEM so hervorragend auskennst! Vom Telefon über den Fernseher bis hin zum Auto. Du kannst einfach alles und hast den vollen Plan!
Wers glaubt, wird seelig..
magic23 schrieb:
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> Du kannst also..
>
> - Deinen Kühlschrank selbst reparieren?
> - Deinen Fernseher selbst reparieren?
> - Deine Spülmaschine selbst reparieren?
> - Deinen Herd selbst repariern?
> - Dein Auto selbst reparieren?
Wer redet denn von reparieren? Oder kannst Du Deinen Router reparieren? Zumindest weiss er (hoffentlich), wie er
- an seinem Kühlschrank die Kühlleistung und evtl Temperatur einstellt
- am Fernseher einen neuen Sender einstellt
- an der Spülmaschine das passende Spülprogramm auswählt
- am Herd die gewünschte Leistung einstellt
- sein Auto bedient (also diese vielen kleinen Hebelchen und Knöpfe, für Blinker, Scheinbenwischer, Scheinwerfer usw.)
> Oder kurz gefragt: Du bist ein Allwissender, der alles kann und sich mit
> allem im eigenen Haushalt auskennt?
Bleib Du bitte bloß vom Herd weg. Könnte sonst eine brenzlige Angelegenheit werden.
Gruß
Tantalus
___________________________
Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. Der muss auch mit jedem Arsch klarkommen.
Atrocity schrieb:
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> Das letzte offene WLAN das es in meiner Umgegend gab habe ich durch
> klingeln beim Nachbarn und einer kurzen Erklärung bei ner Tasse Kaffee
> geschlossen...
>
> Das ändert aber nichts daran das ich es prinzipiell scheiße finde das Leute
> Technik benutzen ohne sich ausreichend darüber zu informieren!
Okay, das ist gut.
Aber es gibt genügend Leute, die es nicht so machen.
Natürlich hast Du Recht, dass man seine "Spielsachen" kennen muss, bevor man sie benutzt.
Ok, der Vergleich mit Reparieren war schlecht gewählt. Aber der Gute behauptet hier, dass jeder sich mit allem auskennen muss, was so im Haushalt rumfliegt, und das ist einfach bescheuert sowas zu sagen. Es gibt mit Sicherheit auch bei ihm Geräte, wo er nur Grundfunktion kennt.
Noch extremer wird es, zieht man mit seiner Freundin/Frau zusammen. Da wird er dann Geräte zu sehen bekommen, die er noch nie zuvor gesehen hat, die er selbst nicht nutzen wird und sich auch nicht mit auskennen muss.
Und es ist durchaus auch was anderes "ein paar Knöpfchen" zu drücken oder einen Router zu konfigurieren.
Aber wahrscheinlich ist hier die Fraktion "Internetführerschein" am Start, die nur technikaffine Menschen im Internet sehen wollen und so einen Stuss verlangen.
Einfach nur überheblich zu verlangen, dass sich Oma Müller mit einem Router auskennen muss, den ihr Enkel angeschlossen und falsch konfiguriert hat.
Dann müsste man ja so einige Autofahrer aus dem Verkehr ziehen. Speziell die Fraktion, die weder Öl noch Wasser nachfüllen können geschweige denn wüssten, was ein Ölmessstab ist(dafür aber hervorragend WLAN-Router konfigurieren können).
1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.08.10 10:13 durch magic23.
Nein, aber ich weiß wie mein Kühlschrank kühlt, was die einzelnen lustigen Symbole an meinem Herd machen und bevor ich mir eine Energiesparlampe gekauft habe, habe ich mich informiert wie genau diese Lampe das Licht erzeugt.
Wenn ich mir eine neue Pflanze kaufe lese ich die Pflegeanleitung durch oder guck schnell im Internet danach. Bevor ich einen Verstärker kaufe mach ich mich über Stereo, Surround und Subwoofer sowie analoge und digitale Anschlussmöglichkeiten schlau und lese Tests zu dem Thema.
Es mag ja aus der Mode gekommen sein, aber wenn ich von einem Thema keine Ahnung habe dann informiere ich mich darüber.
Von Autos habe ich z.B. auch keinen Plan, die müssen nur laufen. Trotzdem informiere ich mich doch vor einem Autokauf über ABS, ESP, Servolenkung, das Bremssystem usw.
Verlangt ja keiner das man das Zeug danach selber reparieren kann. Aber eine grundlegende Ahnung wie es funktioniert muss man doch haben damit man das Gerät mit gutem Gewissen benutzen kann!
Na dann hoffe ich mal für dich, dass du niemals alt wirst..
magic23 schrieb:
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> Ok, der Vergleich mit Reparieren war schlecht gewählt. Aber der Gute
> behauptet hier, dass jeder sich mit allem auskennen muss, was so im
> Haushalt rumfliegt, und das ist einfach bescheuert sowas zu sagen. Es gibt
> mit Sicherheit auch bei ihm Geräte, wo er nur Grundfunktion kennt.
>
> Noch extremer wird es, zieht man mit seiner Freundin/Frau zusammen. Da wird
> er dann Geräte zu sehen bekommen, die er noch nie zuvor gesehen hat, die er
> selbst nicht nutzen wird und sich auch nicht mit auskennen muss.
>
> Und es ist durchaus auch was anderes "ein paar Knöpfchen" zu drücken oder
> einen Router zu konfigurieren.
>
> Aber wahrscheinlich ist hier die Fraktion "Internetführerschein" am Start,
> die nur technikaffine Menschen im Internet sehen wollen und so einen Stuss
> verlangen.
>
> Einfach nur überheblich zu verlangen, dass sich Oma Müller mit einem Router
> auskennen muss, den ihr Enkel angeschlossen und falsch konfiguriert hat.
Du hast das grundlegende Problem erkannt: Zugang zum Internet als reine Infrastruktur, dann bitteschön ohne weitergehende Haftung. Verschlüsselte WLANs sind nicht erforderlich. Oder die Gesellschaft will jeden für alles haftbar machen können (scheint derzeit im wesentlichen eher in diese Richtung zu tendieren). Dann ist der Internetführerschein möglicherweise etwas (aber nur etwas) übertrieben, aber wenn Oma nicht weiss, was sie anrichtet, muss sie ihre Finger davon lassen oder mit den Konsequenzen leben.
Ich persönlich wäre sehr für die reine Infrastruktur.
Die Geräte meiner Freundin die ich nicht näher kenne, bediene ich auch nicht ;-)
(Wir reden hier von nem Epilierer! Mit dem Rest kenn ich mich aus :P)
Zwei Möglichkeiten. Entweder ich bin noch so fit um selber das Interstellare Hologramm Fernsprechgerät einzurichten. Oder ich bin alt, unfit, will aber mit meinen Enkeln kommunizieren,... Dann lass ich meinen Enkel das Interstellare Hologramm Fernsprechgerät einrichten und mir erklären wie es zu bedienen ist und worauf ich achten muss.
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