Warum eigentlich fällt hier niemandem auf, dass jeder, der etwas in den Augen von "Anonymous" oder zum Teufel auch sonst wem Falsches sagt immer sofort damit rechnen muss, zumindest vorübergehend digital mundtot gemacht zu werden?!!
Der Mann mag noch so einen Schwachsinn verzapfen (und dieser hier allgemein vertretenen Einschätzung könnte ich mich größtenteils anschließen), aber er hat das gottverdammte Recht dazu! Auch als CDU-Politiker!
Wenn das die "Meinungsfreiheit 2.0" ist, dass eine Truppe von anonymen Internetspinnern völlig abseits von Gesetzen und Einflussnahmemöglichkeiten bestimmt, wer was wann wie sagen darf, dann gute Nacht...
> Wer was "falsches" sagt, wird immer sofort "gehackt", oder was?!
Somit hat das was er sagt wenigstens mal Konsequenzen!
Denn das hat es sonst nicht!
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Die ganz grossen Wahrheiten sind EINFACH!
Wirkung und Gegenwirkung.
Variation und Selektion.
Wie im grossen, so im kleinen.
Kann ja irgendwo einen Blog aufmachen, wenn er was wichtiges zu melden hat. Wird sicherlich Leute finden, die das dann weiterverbreiten. Finde deine Argumentation greift gerade nicht. Er steht gerade im vollen öffentlichen Interesse.
Vollkommen richtig. Dass Leute, die unbequeme Meinungen haben, mittels Straftaten wie Computersabotage mundtot gemacht oder bestraft werden, ist nicht in Ordnung, jedoch vollkommen legal.
Denn was nicht angehen kann, ist, dass in einem vermeintlichen Rechtsstaat Regierung wie Bürger die selben Rechte und Pflichten haben. Und dem ist heute bei weitem nicht mehr: Heute begehen unsere höchstgeschätzten Volksvertreter tief in das Grundrecht einschneidende Straftaten und müssen nicht einmal damit rechnen, ihren Job zu verlieren, geschweige denn in den Knast zu kommen. Es ist egal, ob die Regierungsvertreter mit Plagiaten Doktorentitel erschleichen, das Volk mittels Trojanern "hacken" oder ihre privaten Finanzen großzügig aus dem Bundeshaushalt aufbessern, während der "kleine Mann" für Bagatelldelikte weggesperrt wird. Dies verstößt gegen die Rechtsstaatlichkeit und erlaubt dem Bürger, dDoS-Kiddie oder wie auch immer nach Artikel 20, Absatz 4 das Recht auf Widerstand.
Wenn unsere Politik nur annähernd demokratisch und rechtsstaatlich wäre, würden Politiker für solche Äußerungen, wie der höchstgeschätzte Herr dort vom Stapel gelassen haben, des Amtes enthoben, aus der Partei ausgeschlossen und für immer von der Politik ferngehalten werden. Doch was passiert der "Ich bin der Checker schlechthin im Netz und habe meinen Namen als Passwort"-Kompetenz tatsächlich?
Es gibt leider keinen anderen Weg mehr als Druck durch Widerstand. Und da Demonstrationen auf der Straße entweder ignoriert oder verboten oder aufgelöst werden, bleibt nur die Demonstration dort, wo sich die Thematik ohnehin abspielt.
Das war klar, dass jetzt wieder das kommt. Hier nochmal Artikel 20 GG:
(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.
(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.
(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.
Dieser Artikel gibt allen Möchtegern-Ich-nehme-das-Gesetz-in-meine-eigenen-Hände-Hackern zum jetzigen Zeitpunkt genau -->gar keine<-- Legitimation, denn erstens besteht die verfassungsmäßige Ordnung, zweitens geht alle Staatsgewalt nach wie vor vom Volke aus (kleiner Tip am Rande: sowas nennt sich "Wahlen", findet in schöner Regelmäßigkeit statt, einfach mal drauf achten), und drittens ist "andere Abhilfe" ganz sicher möglich: Man muss nur genügend Leute von seiner eigenen Meinung überzeugen, dann ist man die Mehrheit, und schon kann man was ändern. So einfach ist das. Viele dieser "Hacker" und sonstigen Art. 20 Abs. 4-Fans verwechseln bloß die Tatsache, dass die Mehrheit leider was anderes will/wählt als es genehm wäre mit einer ganz pöhsen Unterdrückung. Ein Bundestagsabgeordneter wie Herr Heveling ist nur seinem Gewissen verpflichtet und darf deswegen so'n geistigen Dünnschiss verzapfen - _niemand_ zwingt irgendjemanden, den jemals wieder zu wählen. Niemand hindert Dich daran, laut zu sagen, wie sch... Du das findest, und niemand hindert Dich daran, den Deppen jetzt auf Twitter, im Verarschungs-Thread hier im Forum oder sonstwo nach Strich und Faden so lange lächerlich zu machen, bis es mehr A. Heveling-Witze als "Deine Mudder"-Witze gibt. Aber wer bist Du, dass Du entscheiden möchtest, wer im Bundestag sein darf (OK, manchmal darfst Du das tatsächlich, Du hast _eine_ Erst- und _eine_ Zweitstimme), oder wer in der CDU sein darf?
Darf ich jetzt verlangen, dass die Piraten aus dem Berliner Abgeordnetenhaus rausfliegen wegen ihrer nicht zu finanzierenden pseudosozialistischen Träumereien? Oder dass Sarah Wagenknecht wegen ihres dämlichen Gefasels vom Kommunismus trotz 40 Jahren DDR endlich aus der Linkspartei fliegt? Und wenn das nicht passiert --> Art. 20 Abs. 4 GG oder was?!
1 mal bearbeitet, zuletzt am 30.01.12 22:01 durch fstue.
+1
fstue schrieb:
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> Man muss nur genügend Leute von
> seiner eigenen Meinung überzeugen, dann ist man die Mehrheit, und schon
> kann man was ändern. So einfach ist das
"So einfach ist das". Sehen wir ja wie gut das funktioniert. Da existiert eine ganze Sphäre voller Menschen welche tagtäglich Probleme aufzeigen und Lösungsvorschläge bringt (Man nehme nur die Blogs) und trotzdem werden diese außerhalb einer bestimmten Gemeinde komplett ignoriert. Bleiben wir mal bei nur einem Instrument, den Blogs.
Bildblog, Lawblog, Netzpolitik, Fefe, Postillon, Spreeblick, CCC, Piraten, Carta, Spiegelfechter, ...
Was bewirken die Millionen von Lesern? Genau, eine Piratenpartei mit 8% in Berlin, wenn man das vielleicht als Erfolg der Digital Natives gelten lassen möchte. Den großen Umschwung sehe ich hier aber nicht.
Hast das "Passwort" von dem gesehen ?
Da kann man nicht von "hacken" sprechen wenn dein Login sperr angelweit offen steht.
Davon abgesehen ist so ein "hack" irgendwo auch nur ein Gezielter Protest ; im Real Life würde man vielleicht Eier gegen die Scheiben werfen / andere werfen ihre Schuhe / andere ketten sich an irgendwelche Gleiße ; alles irgendwo nicht in Ordnung, aber nur solche Aktionen schaffen es dann in irgendwelche medien / nachrichten und erzielen Wirkung ; der "Legale" Weg wird eigentlich immer ignoriert.
Man "muss" also solche Aktionen fahren damit man in dieser Welt aus der Versenkung gesehen wird ; den wie sagt man so schön:
Auch schlechte Presse bringt Aufmerksamkeit.
Wunderlich schrieb:
> "So einfach ist das". Sehen wir ja wie gut das funktioniert. Da existiert eine ganze
> Sphäre voller Menschen welche tagtäglich Probleme aufzeigen und
> Lösungsvorschläge bringt (Man nehme nur die Blogs) und trotzdem werden diese
> außerhalb einer bestimmten Gemeinde komplett ignoriert. Bleiben wir mal bei nur
> einem Instrument, den Blogs.
Und das heißt dann, dass Anonymous und die anderen selbsternannten Hüter der Wahrheit diese "Ignoranten" zwangsweise erleuchten müssen, oder wie? Und die Lösungsvorschläge sind auch automatisch perfekt und über jeden Zweifel erhaben, weil sie ja von den "Richtigen" kommen?
> Bildblog, Lawblog, Netzpolitik, Fefe, Postillon, Spreeblick, CCC, Piraten,
> Carta, Spiegelfechter, ...
>
> Was bewirken die Millionen von Lesern? Genau, eine Piratenpartei mit 8% in
> Berlin, wenn man das vielleicht als Erfolg der Digital Natives gelten
> lassen möchte. Den großen Umschwung sehe ich hier aber nicht.
Was hier aber mal wieder geflissentlich ignoriert wird ist die Tatsache, dass vielleicht nicht automatisch alle Leute, die diese Wortmeldungen lesen, auch automatisch der gleichen Meinung wären (ich bezweifele das im Gegenteil sogar heftigst); und dass auch Leute ein Wahlrecht haben, die vielleicht nichts von Internet verstehen und vielleicht nichtmal verstehen _wollen_. Willste denen das Wählen verbieten, oder die Parteien, die die wählen?
Man könnte genauso gut ja auch die Stimmen all derjenigen als "nicht ernstzunehmen" einstufen, die beispielsweise nichts von VWL oder Physik verstehen bzw. sich nicht dafür interessieren.
Merkste, was an der Argumentation hinkt? Vielleicht gibt es so nicht den von Dir gewünschten"großen Umschwung". Schon mal drüber nachgedacht, dass vielleicht die Mehrheit der Wähler in Deutschland im Moment gar keinen "großen Umschwung" will? Und ich zumindest möchte so einen Umschwung nicht von irgendwem aufgezwungen bekommen, der meint, wenn die Mehrheit der "falschen" Ansicht sei, müsse man eben das Gesetz in die eigenen Hände nehmen und der ach so minderbemittelten Mehrheit den eigenen Willen quasi vor den Latz knallen.
2 mal bearbeitet, zuletzt am 31.01.12 00:39 durch fstue.
@fstue
Deine Argumentation hat nur Grundlegende Fehler.
1. Geht er hier eine Minderheit an, was schon mal gezielt als Diskriminierung gewertet wird.
2. Ist seine Äußerung Verfassungsfeindlich. wir wissen, das es verboten ist, Rechts Extreme un Radikal Islamische Dinge zu verbreiten. Mit welcher Begründung? Richtig, verfassungsfeindlich. Nichts anderes ist sein überaus deutlicher vorstoßt in diese Richtung mit dem Ansatz von Zensur und Unterdrückung. 2.ter Punkt Treffer!
3. Ist es sogar eine Direkte Beleidigung!
und
4. Sogar noch eine Drohung.
Wenn dieser Herr sich so überdeutlich nicht an Rechtsstaatliche Prinzipien hält, warum sollen es da seine "Gegner"?
Dieser Mensch gehört für diese Äußerung nach geltendem Recht vor ein Gericht gezerrt und bestraft!
Der Kerl hat sich gezielt mit den Hackern angelegt.
Das war sein 1. Fehler (wenn man davon absieht, dass er CDU-Mitglied ist)
Sein 2. war, öffentlich zu drohen.
Dann war er blöd genug, seine Webpräsenz mit Nachname + Vorname als Login/Passwort einzusetzen.
Tut mir ja leid. Ich halte auch von vielen Schnellschussaktion der Hackerszene(n) nicht viel. Aber dieser Mann hat förmlich darum gebettelt gedemütigt und bloßgestellt zu werden.
Nicht mehr oder weniger hat er jetzt bekommen.
Im Endeffekt kann er einpacken, seine politische karriere abschreiben, und in Zukunft Kartoffeln anbauen. Mit dem was er grade abgezogen hat, müsste er Kartoffeln so groß wie Wassermelonen ernten können.
In diesem speziellen Fall muss ich sagen:
Klappe zu weit aufgerissen und aus Maul bekommen. Leben sie damit Herr Heveling.
> _niemand_ zwingt irgendjemanden, den jemals wieder zu wählen.
Wenn ich nicht wähle, was passiert dann?
Meine Stimme wird auf den grössten Haufen geschmissen.
Tolle Wurst.
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Die ganz grossen Wahrheiten sind EINFACH!
Wirkung und Gegenwirkung.
Variation und Selektion.
Wie im grossen, so im kleinen.
Der Kaiser! schrieb:
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> > _niemand_ zwingt irgendjemanden, den jemals wieder zu wählen.
> Wenn ich nicht wähle, was passiert dann?
> Meine Stimme wird auf den grössten Haufen geschmissen.
> Tolle Wurst.
Schau dir mal die Vorwahlen in den USA an ;)
Wenn ich mich da recht errinere, haben da 64 Stimmen den unterschied gemacht
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Ich bin der Master of Disaster, und ich bin wesentlich verpeilter als Wombi das Buschtier
fstue schrieb:
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> Warum eigentlich fällt hier niemandem auf, dass jeder, der etwas in den
> Augen von "Anonymous" oder zum Teufel auch sonst wem Falsches sagt immer
> sofort damit rechnen muss, zumindest vorübergehend digital mundtot gemacht
> zu werden?!!
> Der Mann mag noch so einen Schwachsinn verzapfen (und dieser hier allgemein
> vertretenen Einschätzung könnte ich mich größtenteils anschließen), aber er
> hat das gottverdammte Recht dazu! Auch als CDU-Politiker!
> Wenn das die "Meinungsfreiheit 2.0" ist, dass eine Truppe von anonymen
> Internetspinnern völlig abseits von Gesetzen und Einflussnahmemöglichkeiten
> bestimmt, wer was wann wie sagen darf, dann gute Nacht...
Also ganz ehrlich? Solches Geschwafel sollte man zwar veröffentlichen, aber um dem Typen danach möglichst keine Plattform zu bieten ist das derzeit wohl der einzige weg. Meinungsfreiheit schön und gut, aber freiheitsfeindliche Äußerungen die der Braunen Suppe die der zwischen den Ohren schwimmen hat entspringen gehören genauso wenig propagiert wie die Parolen der NPD.
Das "Hacken" dient doch hauptsächlich dazu um die Kredibilität des Opfers auf Netzebene klarzustellen. Wer sich so einfach hacken lässt, der hat auch keine Ahnung von heutiger Technik und braucht darüber erst gar keine Thesen aufzustellen.
Natürlich programmiert der Politiker seine Homepage nicht selbst, das ist klar. Aber jemand der solch kontroverse Thesen aufstellt sollte sich schon klar sein, dass der "Shitstorm" nicht lange auf sich warten lässt und diesbezüglich gerüstet sein.
Wer das nicht ist und so eine Aktion ohne Rücksprache mit seinen Admins startet, der beweist eigenglich durch seine naive Herangehensweise nur seine eigene Ahnungslosigkeit und macht so seine eigenen Thesen von alleine unglaubwürdig.
Es geht doch garnicht um die allgemeine Sicherheit des Webservers oder das Design, bzw verwendeter Code. Der Mann war einfach dämlich genug seinen Namen als Login und Passwort zu verwenden.
Für soviel Blödheit kann kein Admin der im Hintergrund den Server wartet verantwortlich gemacht werden, sondern nur die Person, die das Passwort vergeben (oder nicht geändert hat) selbst.
Ich hab auch schon Zugangsdaten mit Vor/Nachname bekommen. Mit dem freundlichen Hinweis dies als allererstes zu ändern, und dass das Passwort binnen weniger Stunden ausläuft, und man dann ein neues anfordern müsse.
Die Schuld liegt hier zu 100% bei Heveling,
ok, dieser sachverhalt war mir nicht bekannt. unter diesen umständen hat sich der feiner herr wohl direkt selbst diskreditiert.
was seine getroffenen aussagen noch nichtiger macht als sie sowieso schon sind...
fstue schrieb:
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> Dieser Artikel gibt allen
> Möchtegern-Ich-nehme-das-Gesetz-in-meine-eigenen-Hände-Hackern zum jetzigen
> Zeitpunkt genau -->gar keine<-- Legitimation, denn erstens besteht die
> verfassungsmäßige Ordnung, zweitens geht alle Staatsgewalt nach wie vor vom
> Volke aus (kleiner Tip am Rande: sowas nennt sich "Wahlen", findet in
> schöner Regelmäßigkeit statt, einfach mal drauf achten), und drittens ist
> "andere Abhilfe" ganz sicher möglich: Man muss nur genügend Leute von
> seiner eigenen Meinung überzeugen, dann ist man die Mehrheit, und schon
> kann man was ändern.
Leider in allen Punkten voll daneben:
a) Es gibt keine verfassungsmäßige Ordnung in Deutschland. Denn diese beinhaltet sowohl den Schutz der Grundrechte sowie die Rechtsstaatlichkeit. Dass dort ein Politiker gleich mehrere Grundrechte angreifen kann und dafür nicht bestraft wird, vestößt gegen beides.
Und gegen genau das wendet sich Absatz 4 des §20: Gegen massive Verfassungsbrüche, wie sie heute alltäglich geworden sind.
b) Die Staatsgewalt geht nicht vom Volke aus, sondern von den Lobbys. Wir leben in einer Plutarchie, nicht in einer Demokratie. Es ist völlig egal, wo du dein Kreuz setzt: Du wirst mittelbar von den Industrien regiert, die dir dann SOPA, ACTA, Internetzensur (z.B. Zensursulargesetzt im ersten Versuch, denn KiPo war erst der dritte) und Totalüberwachung trotz solcher Kleinigkeiten wie Grundrechten bescheren.
c) Schon einmal mit der Geschichte beschäftigt? Dieser besagte Absatz existiert wegen Hitlers Machtergreifung. Und diese lief völlig demokratisch ab, wenn man so will. Dass sie sowohl im Wahlvorgang als auch in dem, was die gewählte NSDAP dann verzapfte massiv gegen die Verfassung verstieß, ist nach diner Auffassung ja scheinbar legitim, denn schließlich handelte es sich um regulär gewählte Volksvertreter, die weder die Verfassung noch das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit achten müssen und die wegen eines vermeintlichen Unanbringbarkeit des Absatzes 4 keinen Widerstand erwarten durften.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 01.02.12 09:17 durch -CK-.
-CK- schrieb:
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> fstue schrieb:
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> > Dieser Artikel gibt allen
> > Möchtegern-Ich-nehme-das-Gesetz-in-meine-eigenen-Hände-Hackern zum
> jetzigen
> > Zeitpunkt genau -->gar keine<-- Legitimation, denn erstens besteht die
> > verfassungsmäßige Ordnung, zweitens geht alle Staatsgewalt nach wie vor
> vom
> > Volke aus (kleiner Tip am Rande: sowas nennt sich "Wahlen", findet in
> > schöner Regelmäßigkeit statt, einfach mal drauf achten), und drittens
> ist
> > "andere Abhilfe" ganz sicher möglich: Man muss nur genügend Leute von
> > seiner eigenen Meinung überzeugen, dann ist man die Mehrheit, und schon
> > kann man was ändern.
>
> Leider in allen Punkten voll daneben:
Tschuldige, aber dafür klingt Deine Darstellung ziemlich nach "Ich dreh mir meine Welt, wie sie mir gefällt." (Frei nach P. Langstrumpf)
>
> a) Es gibt keine verfassungsmäßige Ordnung in Deutschland. Denn diese
> beinhaltet sowohl den Schutz der Grundrechte sowie die Rechtsstaatlichkeit.
> Dass dort ein Politiker gleich mehrere Grundrechte angreifen kann und dafür
> nicht bestraft wird, vestößt gegen beides.
> Und gegen genau das wendet sich Absatz 4 des §20: Gegen massive
> Verfassungsbrüche, wie sie heute alltäglich geworden sind.
>
Natürlich gibt es eine verfassungsmäßige Ordnung. Alle Verfassungsorgane sind vorhanden und funktionieren, wie nicht zuletzt auch das BVerfG mehrfach bewiesen hat. Und nur die können letztlich feststellen, ob etwas verfassungswidrig ist - und nicht Du, Anonymous, irgendwelche Skriptkiddies oder sonstwer (mich eingeschlossen). Im übrigen ist es nicht strafbar, etwas Verfassungswidriges zu fordern, jedoch wird man hoffentlich scheitern, wenn man's durchsetzen will. Es ist beispielsweise nicht strafbar, die entschädigungslose Enteignung der Deutschen Bank zu fordern (dürfte nicht klappen wg. Art. 14 GG), zum Banküberfall aufrufen wäre jedoch strafbar.
> b) Die Staatsgewalt geht nicht vom Volke aus, sondern von den Lobbys. Wir
> leben in einer Plutarchie, nicht in einer Demokratie. Es ist völlig egal,
> wo du dein Kreuz setzt: Du wirst mittelbar von den Industrien regiert, die
> dir dann SOPA, ACTA, Internetzensur (z.B. Zensursulargesetzt im ersten
> Versuch, denn KiPo war erst der dritte) und Totalüberwachung trotz solcher
> Kleinigkeiten wie Grundrechten bescheren.
>
Das ist mal wieder so ne Schutzbehauptung, um sich nicht an die demokratisch entstandenen Regeln halten zu müssen. Selbst wenn alle Parteien komplett lobbygesteuert wären (und da möchte ich heftig widersprechen, wenngleich es da sicherlich einen merklichen Einfluss gibt) - wer hat die denn gewählt? Der Industrie- und Handelstag? Nein, die Wähler! Und wenn es so wäre wie Du sagst, wie kann es dann passieren, dass die Piratenpartei in einen Landtag kommt?
Dein Argument klingt wie das unsäglich dumme "Wenn Wahlen was ändern würden, wären sie verboten.", das man immer wieder hört, wenn Leute gesetzeswidrige Aktionen legitimieren wollen, bloß weil sie nicht kapieren, dass sie offensichtlich gerade in der Minderheit sind und die Mehrheit was anderes will als sie (siehe "Parkschützer" in Stuttgart).
> c) Schon einmal mit der Geschichte beschäftigt? Dieser besagte Absatz
> existiert wegen Hitlers Machtergreifung. Und diese lief völlig demokratisch
> ab, wenn man so will. Dass sie sowohl im Wahlvorgang als auch in dem, was
> die gewählte NSDAP dann verzapfte massiv gegen die Verfassung verstieß, ist
> nach diner Auffassung ja scheinbar legitim, denn schließlich handelte es
> sich um regulär gewählte Volksvertreter, die weder die Verfassung noch das
> Prinzip der Rechtsstaatlichkeit achten müssen und die wegen eines
> vermeintlichen Unanbringbarkeit des Absatzes 4 keinen Widerstand erwarten
> durften.
Danke, diese Zusammenhänge sind mir bekannt. Aber erstens war die Weimarer Verfassung viel weniger robust als das GG, unter anderem wegen des viel zu starken Reichspräsidenten, und zweitens haben die Nazis sich das Ermächtigungsgesetz gebastelt, was sie quasi über die Verfassung gestellt hat. Das war natürlich völlig verfassungswidrig, aber gleichzeitig wurden alle Organe entmachtet, die dagegen hätten Einspruch erheben können. _Da_ war die verfassungsmäßige Ordnung hinüber, denn danach war es nicht mehr möglich, die NSDAP mit demokratischen Mitteln wieder von der Macht zu verdrängen. Und in _genau so_ einem Fall greift Art. 20 Abs. 4, und sonst eben nicht. Alle Parteien, die jetzt was machen, was Dir nicht gefällt, kann die Mehrheit der Wähler bei der nächsten Wahl zum Teufel jagen; wenn die Mehrheit es aber anders sieht als Du, musst Du das wohl als demokratische Entscheidung akzeptieren.
Damit mich hier jetzt keiner falsch versteht (auch nicht absichtlich):
Natürlich ist das gefährlich, was der Heveling verzapft. Obwohl eine Sperrung rechtswidriger Inhalte wohl kaum verfassungswidrig sein dürfte (meine eigene nicht bindende Einschätzung - wenn die Polizei Naziflugblätter einsammelt ist das ja auch nicht verfassungswidrig), kann man als Fan eines freiheitlichen Staates wohl kaum vernünftigerweise die Einführung einer Zensurinfrastruktur wollen. Dennoch hat der Typ das Recht auf freie Meinungsäußerung, und ihm die zu torpedieren, indem man seine Website hackt (egal wie einfach das war), ist nicht demokratisch und unter aller Sau. Ich geh ja auch nicht zum Piratenparteitag und stelle da den Strom ab, wenn irgendwer irgendwas erzählt, was mir nicht gefällt (obwohl mich das natürlich von der "lästigen" Aufgabe befreien würde, mich tatsächlich argumentativ damit auseinander setzen zu müssen). Und auch das Argument "Damit musste er rechnen", was hier verschiedentlich kam, kann keine Legitimation sein - wenn ein Dortmundfan mit Aufkleber aufm Auto durch Gelsenkirchen fährt muss er auch damit rechnen, dass ihm irgendein Schwachmat den Lack zerkratzt, und umgekehrt natürlich auch, und trotzdem ist das erstens Scheiße und zweites strafbar.
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