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  5. › BGH-Urteil: Musik mit Samples…

Unabhängig von der juristischen Situation

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  1. Unabhängig von der juristischen Situation

    Autor: Himmerlarschundzwirn 14.12.12 - 12:00

    Unabhängig von der juristischen Situation aber wie Panne muss man denn sein, um wegen sowas einen Rechtsstreit anzustoßen?

  2. Re: Unabhängig von der juristischen Situation

    Autor: Der Spatz 14.12.12 - 12:32

    Naja vielleicht wollten die von Kraftwerk nicht, das ihre Musik - Ihren Ohren nach - verschandelt wird. - Jedenfalls nicht, ohne vorher gefragt zu werden.

  3. Re: Unabhängig von der juristischen Situation

    Autor: Himmerlarschundzwirn 14.12.12 - 12:44

    "Ihre Musik" beschränkt sich hier ja wohl aber auf diese 2 Sekunden. Es ist ja kein komplettes Cover des Songs. Dann hätte ich dafür ja vollstes Verständnis.

  4. Re: Unabhängig von der juristischen Situation

    Autor: Der Spatz 14.12.12 - 12:53

    Dürfte ihnen ums Prinzip gegangen sein: Gut erzogene Moses Pelhams fragen bitte bevor Sie etwas verwenden - egal wie kurz es ist (Wenn man etwas von ihm verwendet bekommt man ja auch gleich Prügel) ;-)

    Jedenfalls haben wir jetzt sowas wie ein Grundsatzurteil, an dem sich andere Gerichte orientieren können.

    (Wenn die bei dem Song das Dumm Di Didel Dum von der Telekom verwendet hätten - sind ja auch nur ein paar Sekunden - dürfte die Telekom auch gehörig sauer sein). Ich kenne jetzt beide Lieder nicht, aber so wie ich es verstanden habe müsste dieser Schnipser so eindeutig "Kraftwerk" zugehörig gewesen sein, das man den Originaltitel direkt damit assoziert hätte (sofern man den kennt).
    Ich denke auch, das dies der Grund war wieso es vom Gericht als nicht zulässig empfunden wurde. Ein Schnipsel der beim Zuhören maximal zu einem "Das kenn ich doch irgendwie" geführt hätte wäre wahrscheinlich weniger kritisch.

  5. Dann verstehst du aber was völlig falsch.

    Autor: fratze123 14.12.12 - 12:55

    Ein komplettes Cover ist normalerweise ohne Einverständnis des Urhebers möglich. Zumindest wenn der Urheber GEMA-Mitglied ist. Mit der wird auch die entsprechende Vergütung geregelt.

    Bei musikalischen Zitaten erfolgt in der Regel keine Vergütung. Da könnte man also den Urheber ruhig vorab fragen.

    Ernstzunehmende Künstler nutzen eh keine Samples. Zumindest keine von anderen Musikern.

    Ich hätte als Musiker auch was dagegen, mit Pelham, Setlur, Muschibubu oder ähnlichen Spassemaken in Verbindung gebracht zu werden. :)

  6. Re: Unabhängig von der juristischen Situation

    Autor: Himmerlarschundzwirn 14.12.12 - 12:55

    Ja, das Problem, dass ich beide Songs nicht kenne, habe ich auch. Kann mir halt nur nicht vorstellen, dass 2 Sekunden so charakteristisch sein können. Mit dem Telekom-Argument hast du natürlich Recht...

  7. Re: Unabhängig von der juristischen Situation

    Autor: Yeeeeeeeeha 14.12.12 - 13:07

    Ich habe mir gerade beide angehört (Spotify FTW \o/).

    Das 2-Sekunden-Sample ist schlichtweg der doch sehr charakteristische Beat von "Metall auf Metall", der dem kompletten Charakter des sehr minimalistischen Tracks ausmacht.
    Hört man sich "Nur Mir" an, merkt man tatsächlich SOFORT, dass der GESAMTE Song mit eben diesem Beat unterlegt ist. Es ist also nicht einfach eine kurze Einspielung oder Referenz, sondern gehört zur Basis von Setlurs Song.

    Yeeeeeeeeha - Nur echt mit 2^3 e
    Perl-Monk, Java-Trinker, Objective-C Wizard, PHP-Kiddie, unfreiwilliger FreeBSD-/Linux-Teilzeitadmin

  8. Re: Dann verstehst du aber was völlig falsch.

    Autor: ChriDDel 14.12.12 - 13:08

    fratze123 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bei musikalischen Zitaten erfolgt in der Regel keine Vergütung.
    Jedes Sample muss bei der GEMA gemeldet werden. Egal wie lang.
    Da gab es mal einen der hat die Anmeldeformulare für die 32.000 Samples per LKW in der Münchner Zentrale abgeladen.

  9. Re: Dann verstehst du aber was völlig falsch.

    Autor: muhzilla 14.12.12 - 13:10

    fratze123 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Ernstzunehmende Künstler nutzen eh keine Samples. Zumindest keine von
    > anderen Musikern.
    >

    Das ist doch Quark. Es spricht rein gar nichts dagegen, bestimmte Teile zu samplen und zu verfremden, gerade bei Vocals kann das hervorragende Ergebnisse erzielen. Es musst nicht dein Musikgeschmack sein, aber:

    http://www.youtube.com/watch?v=M2A2Na2wIA8

    Das Stück ab Anfang ist "gesamplet" von Osho (gut, der ist jetzt kein Musiker) und die Vocals ab 2:00 sind aus nem Song von The Temptations (I wish it would rain - oder ähnlich). Beides ist kombiniert zu was ziemlich neuem, was zumindest MIR ziemlich gut gefällt. Deswegen Klangkarussel. bzw. Heldenklang jetzt als nicht ernstzunehmenden Künstler hinzustellen, finde ich etwas überheblich. Da stört mich bei den Herren viel mehr, dass sie auf die Pro7-Kommerzschiene springen und jetzt plötzlich jeder ein Experte für elektronische Musik ist, das Kalkbrennerphänomen sozusagen ;)

  10. Re: Unabhängig von der juristischen Situation

    Autor: Hotohori 14.12.12 - 13:35

    Himmerlarschundzwirn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ja, das Problem, dass ich beide Songs nicht kenne, habe ich auch. Kann mir
    > halt nur nicht vorstellen, dass 2 Sekunden so charakteristisch sein können.
    > Mit dem Telekom-Argument hast du natürlich Recht...

    Es gibt etliche Songs, die erkennt man an einer Sequenz sofort wieder die unter 1 Sekunde liegt. 2 Sekunden ist da im Vergleich eine ziemlich lange Zeit.

  11. Re: Unabhängig von der juristischen Situation

    Autor: Himmerlarschundzwirn 14.12.12 - 13:36

    Okay, danke für die Aufklärung! :-)

  12. Re: Unabhängig von der juristischen Situation

    Autor: Hotohori 14.12.12 - 13:37

    Der Spatz schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Naja vielleicht wollten die von Kraftwerk nicht, das ihre Musik - Ihren
    > Ohren nach - verschandelt wird. - Jedenfalls nicht, ohne vorher gefragt zu
    > werden.

    Eben, finde ich auch richtig so, wenn man etwas von anderen verwenden will: vorher um Erlaubnis fragen. Das gehört sich einfach so. Dass das in der heutigen Zeit bei vielen schlicht fremd ist und die sich einfach alles nehmen was sie nehmen können, ist traurig genug für unsere Gesellschaft (siehe illegal beschaffte Software / Musik).

  13. Re: Dann verstehst du aber was völlig falsch.

    Autor: bassfader 14.12.12 - 13:38

    Zudem ist jedes Sample in irgendeiner Form von einem Musiker, ob dieser nun Erfolgreich ist oder nicht spielt da keine Rolle.

    Und auch wenn ein Musiker "nur" Samples produziert (und von denen gibt es nicht wenige) ist es trotzdem ein Musiker.

    Und "ernstzunehmende Künstler" (ich vermute du willst hiermit auf "international erfolgreiche" Künstler anspielen) verwenden durchaus Samples, mal mehr mal weniger offensichtlich.

    Das fängt schon bei den Drums an, hier hat z.B. Rihanna in ihrem Song Umberella einen Drum-Loop verwendet der 1:1 so in Logic enthalten ist. Das ist per sè nichts schlimmes, darf sie ruhig machen. Der Witz ist nur, hat man den Drum-Loop + eine Acapella von ihrem Song fehlt nichtmehr viel bis zum fertigen "Produkt". Da steckt in der eigentlichen Musik (Achtung: gemeint ist hier nicht der Gesang sondern die Musik alleine) nicht mehr viel an "kreativität"... Diese Entwicklung finde ich persönlich sehr schade, aber zum Glück gibt es auch heute noch Musik die mit viel Mühe und liebe zum Detail erstellt wurde.

    Als ein Beispiel von jemand der es auf die Spitze getrieben hat wäre da z.B. Timbaland zu nennen, der ganz dreist komplette Lieder klaut oder das original nimmt und lediglich einen neuen Drum-Loop darunterlegt und behauptet das Ergebnis wäre seine "Schöpfung".

  14. Re: Unabhängig von der juristischen Situation

    Autor: bassfader 14.12.12 - 13:47

    Hotohori schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der Spatz schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Naja vielleicht wollten die von Kraftwerk nicht, das ihre Musik - Ihren
    > > Ohren nach - verschandelt wird. - Jedenfalls nicht, ohne vorher gefragt
    > zu
    > > werden.
    >
    > Eben, finde ich auch richtig so, wenn man etwas von anderen verwenden will:
    > vorher um Erlaubnis fragen. Das gehört sich einfach so. Dass das in der
    > heutigen Zeit bei vielen schlicht fremd ist und die sich einfach alles
    > nehmen was sie nehmen können, ist traurig genug für unsere Gesellschaft
    > (siehe illegal beschaffte Software / Musik).

    Naja es kommt immer ganz darauf an wie "extrem" man das macht. Beispielsweise entwickelte sich die Musikrichtung Drum&Bass mehr oder weniger aus einem Sample einer einzigen Platte, dem sogennanten "Amen-Break". Das ist ein Drum-Loop der in der Mitte einer Platte mit dem Namen "Amen Brother" (daher auch der Name "Amen-Break") kurzzeitig alleine zu hören war.

    Wäre das damals so nicht gesampelt worden und man hätte nachgefragt und evlt sogar keine Erlaubnis zur Nutzung erhalten, dann hätte sich Drum&Bass wohl ziemlich anders oder (zwar unwahrscheinlich aber nicht unmöglich) vielleicht auch garnicht entwickelt.

    Es ist also nicht immer gleich schlecht. Ich finde Sampling ist OK, solange die Samples "kreativ genutzt" werden und auch die restliche Produktion sich deutlich von den verwendeten Samples abhebt. Es darf also nicht den Hauptbestandteil eines Musikstücks ausmachen (z.B. den Hook / die Melody), oder wenn dies der Fall ist muss dies auch eindeutig so gekennzeichnet sein (z.B. als Remix).

  15. Re: Unabhängig von der juristischen Situation

    Autor: OSX808 14.12.12 - 13:50

    Metal auf Metal ist ein Teil aus dem Song "Tran Europa Express". Ein weltweit bekannter Titel von Kraftwerk. Dieser Titel war übrigens des öfteren Gegenstand diverser Klangen weltweit. "Tran Europa Express" wurde schon sehr oft ungefragt verwendet. Genau wie "Die Roboter", "Nummern", "Computerwelt" und viele mehr.

    Bekannteste Klage war gegen Africa Bambaataa's "Planet Rock".
    Die weltweite Hitsingle bestand hauptsächlich aus der Melodie von "Trans Europa Express" und den Rhythmus aus "Nummern". Dann einfach ein Rap drüber und fertig war der Song. Ganz ehrlich, die Old School Peeps unter uns wissen, diese Single war der Hammer. Aber auch nur durch Kraftwerk.

    Und in der Setlur Nummer schrie einem dieses Sample förmlich an. Ich dachte mir schon damals, dass das nicht ohne Folgen bleibt.

  16. Re: Unabhängig von der juristischen Situation

    Autor: OSX808 14.12.12 - 14:03

    bassfader schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > >
    >
    > Es ist also nicht immer gleich schlecht. Ich finde Sampling ist OK, solange
    > die Samples "kreativ genutzt" werden und auch die restliche Produktion sich
    > deutlich von den verwendeten Samples abhebt. Es darf also nicht den
    > Hauptbestandteil eines Musikstücks ausmachen (z.B. den Hook / die Melody),
    > oder wenn dies der Fall ist muss dies auch eindeutig so gekennzeichnet sein
    > (z.B. als Remix).


    Das ist mir zu pauschal. Grundsätzlich basiert Hip Hop (inkl Folgeerscheinungen wie Nu' R'n'B etc.) aus Sampling (wie auch D&B). Man nehme etwas bestehendes, arrangiert es um und legt einen neuen Beat drunter. Dadurch hat der Track in der Regel einen neuen Flow. Somit ist auch diese Variante des Samplings kreativ. Wichtig ist nur, dass man die Samples klärt. Mehr nicht.

    Und es wird mehr kopiert was vielen überhaut bewusst ist. War schon immer so und wird immer so sein.

  17. Re: Unabhängig von der juristischen Situation

    Autor: hypron 14.12.12 - 14:23

    bassfader schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es ist also nicht immer gleich schlecht. Ich finde Sampling ist OK, solange
    > die Samples "kreativ genutzt" werden und auch die restliche Produktion sich
    > deutlich von den verwendeten Samples abhebt. Es darf also nicht den
    > Hauptbestandteil eines Musikstücks ausmachen (z.B. den Hook / die Melody),
    > oder wenn dies der Fall ist muss dies auch eindeutig so gekennzeichnet sein
    > (z.B. als Remix).

    Wie haben die das damals bei New Order eigentlich gemacht? Einer der prägnanten Sounds in Blue Monday ist nämlich ein Kraftwerk-Sample aus Uranium. Und weil das Originallied eher unbekannt ist, dachte ich immer das wär von New Order selber. :D

  18. Re: Unabhängig von der juristischen Situation

    Autor: SoniX 14.12.12 - 15:42

    Hotohori schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Eben, finde ich auch richtig so, wenn man etwas von anderen verwenden will:
    > vorher um Erlaubnis fragen. Das gehört sich einfach so. Dass das in der
    > heutigen Zeit bei vielen schlicht fremd ist und die sich einfach alles
    > nehmen was sie nehmen können, ist traurig genug für unsere Gesellschaft
    > (siehe illegal beschaffte Software / Musik).

    Man muss aber irgendwo eine Grenze definieren.

    Denn am Ende sind alles nur Schallwellen und im Detail betrachtet sind die einzelnen Töne nichtmehr zu unterscheiden. Da könnte dann jeder kommen und sagen "Du hast mir den Ton geklaut! Das sind meine Schallwellen!!", was natürlich so nicht geht. Also braucht man irgendeine Grenze wo man sagen kann "Bis hierhin aber nicht weiter".

    Ich finde die zwei Sekunden Regel (mal ausnahmsweise) nicht schlecht.

  19. Re: Unabhängig von der juristischen Situation

    Autor: aktenwaelzer 14.12.12 - 20:26

    Himmerlarschundzwirn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Unabhängig von der juristischen Situation aber wie Panne muss man denn
    > sein, um wegen sowas einen Rechtsstreit anzustoßen?

    Gegen Setlur? Jederzeit.

  20. Re: Unabhängig von der juristischen Situation

    Autor: wasabi 14.12.12 - 20:27

    > Und in der Setlur Nummer schrie einem dieses Sample förmlich an. Ich dachte
    > mir schon damals, dass das nicht ohne Folgen bleibt.

    Wusstest du denn damals schon, dass das Sample ungefragt verwendet wurde? Weil nur darum geht es doch. Es ist im HipHop und Elektrobeeich doch total üblich mit Samples zu arbeiten. Und es komtm auch oft genug vor, dass das Sample eindeutig zu erkennen ist und der ganze Song darauf aufbaut (extremes Beispiel ist da Daft Punk). Aber in der Regel wird das dann einfahc ganz offiziell und legal lizensiert.

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