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11 Jahre in diesem Stil haben uns daran gewöhnt.

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  1. 11 Jahre in diesem Stil haben uns daran gewöhnt.

    Autor: Charles Marlow 30.11.12 - 15:48

    Die ganzen Schlagwörter, die unglaublich dreiste Propaganda, die systematischen und brutalen Vergehen gegen die Grundrechte, die Menschlichkeit und das Völkerrecht, die Raubkriege - die bis heute weitergehen. Indoktrination über die Medien, mit Filmen, Fernsehserien (23 -> Folter, Navy CIS, CSI usw. -> widerrechtliche Ermittlungsmethoden) und auch Spielen, die das "neue Weltbild" vor allem an die Jüngeren vermitteln sollen.

    Die Mehrheit der Bevölkerung spricht deshalb schon gar nicht mehr auf den Fall Manning - und damit verbunden Assange - an. Oder zuckt die Achseln, plappert brav die Lügen nach oder gibt den "harten Zeiten" die Schuld.

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  2. Re: 11 Jahre in diesem Stil haben uns daran gewöhnt.

    Autor: /mecki78 30.11.12 - 15:56

    Charles Marlow schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Indoktrination über die Medien, mit Filmen, Fernsehserien (23
    > -> Folter, Navy CIS, CSI usw. -> widerrechtliche Ermittlungsmethoden) und
    > auch Spielen, die das "neue Weltbild" vor allem an die Jüngeren vermitteln
    > sollen.

    Es gibt da nur einen kleinen, jedoch Unterschied: Die Leute, die in diesen Filmen und Serien gefoltert werden oder Opfer von widerrechtliche Ermittlungsmethoden sind, sind aus meiner Sicht bösartige Kriminelle, die teilweise grauenvolle Dinge getan haben, und mit denen ich folglich keinen Funken Mitleid empfinde. Manning hingegen tut mir unglaublich Leid, was der Mann getan hat, war jetzt vielleicht nicht unbedingt schön und er hat auch gegen Gesetze verstoßen, aber mal ehrlich, irgendwann wäre das eh alles heraus gekommen, die Welt ist deswegen nicht zusammengebrochen und nichts von dem was der Mann getan hat, rechtfertigt eine derart unmenschliche Behandlung, denn Manning ist in meinen Augen kein bösartiger Krimineller und er hat auch nichts wirklich grauenvolles getan. Er tut mir einfach nur unendlich Leid, er ist mehr ein Opfer als ein Täter und wenn ich irgendetwas tun könnte, um ihn diese Qualen zu ersparen und ihm wieder ein Leben zu geben, ich bin sofort dabei.

    /Mecki

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  3. Re: 11 Jahre in diesem Stil haben uns daran gewöhnt.

    Autor: Nasjer 30.11.12 - 16:05

    Das Problem dabei ist allerdings, dass terroristische Gruppen sowas als Propaganda nutzen, um neue Anhänger zu finden und Attentate und übergriffe zu rechtfertigen.
    Somit könnte man auch argumentieren, dass er die Situation verschlimmert haben könnte.

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  4. Re: 11 Jahre in diesem Stil haben uns daran gewöhnt.

    Autor: bastie 30.11.12 - 16:26

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es gibt da nur einen kleinen, jedoch Unterschied: Die Leute, die in diesen
    > Filmen und Serien gefoltert werden oder Opfer von widerrechtliche
    > Ermittlungsmethoden sind, sind aus meiner Sicht bösartige Kriminelle, die
    > teilweise grauenvolle Dinge getan haben, und mit denen ich folglich keinen
    > Funken Mitleid empfinde.

    Aber auch dieses subjektive Empfinden sollte Folter oder rechswidrige Ermittlungsmethoden nicht zu rechtfertigen versuchen.
    Sonst ist es irgendwann Recht Menschen mit einem "böse"-Stempel auf der Stirn 23 Stunden am Tag in Einzelhaft mit Schlafentzug zu halten, oder Menschen mit einem "Terrorist"-Stempel ohne jegliches Verfahren ferngesteuert zu töten oder jahrelang unter schrecklichen Bedingungen festzuhalten.

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  5. Re: 11 Jahre in diesem Stil haben uns daran gewöhnt.

    Autor: Granini 30.11.12 - 16:29

    "Das Problem dabei ist allerdings, dass terroristische Gruppen sowas als Propaganda nutzen, um neue Anhänger zu finden und Attentate und übergriffe zu rechtfertigen.
    Somit könnte man auch argumentieren, dass er die Situation verschlimmert haben könnte."

    Auf der anderen Seite sollte in einer Demokratie die eigene Bevölkerung wissen was los ist. Wie kann man als Wähler sonst entscheiden wen man wählen will?

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  6. Re: 11 Jahre in diesem Stil haben uns daran gewöhnt.

    Autor: /mecki78 30.11.12 - 16:34

    bastie schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber auch dieses subjektive Empfinden sollte Folter oder rechswidrige
    > Ermittlungsmethoden nicht zu rechtfertigen versuchen.
    > Sonst ist es irgendwann Recht Menschen mit einem "böse"-Stempel auf der
    > Stirn 23 Stunden am Tag in Einzelhaft mit Schlafentzug zu halten, oder
    > Menschen mit einem "Terrorist"-Stempel ohne jegliches Verfahren
    > ferngesteuert zu töten oder jahrelang unter schrecklichen Bedingungen
    > festzuhalten.

    Ob es "Recht" ist entscheidet das Gesetz, und das kann man ändern. Ethisch korrekt ist es ganz sicher nicht. Aber das war auch nicht meine Aussage, meine Aussage bezog sich nur darauf, dass ich kein Mitleid mit solchen Menschen habe. Ein Mensch kann vielleicht einfordern, dass eine gesetzl. Rechte geachtet werden, er kann auch einfordern, dass seine Menschenwürde geachtet wird, aber was er nicht einfordern kann ist Mitleid.

    /Mecki

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  7. Re: 11 Jahre in diesem Stil haben uns daran gewöhnt.

    Autor: N17 30.11.12 - 16:35

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Leute, die in diesen
    > Filmen und Serien gefoltert werden oder Opfer von widerrechtliche
    > Ermittlungsmethoden sind, sind aus meiner Sicht bösartige Kriminelle, die
    > teilweise grauenvolle Dinge getan haben, und mit denen ich folglich keinen
    > Funken Mitleid empfinde.
    "aus meiner Sicht", genau das ist der Punkt.
    Du siehst die Antagonisten in diesen Serien als "bösartige Kriminelle" weil sie so dargestellt werden, Manning wird von Deutschen Medien nicht so dargestellt, würde man dir die Sache genauso präsentieren wie sie dem normalen Amerikaner präsentiert wird wäre es gut möglich dass du ihn tot sehen wollen würdest.

    Was du siehst ist eben nur das was dir die Medien zeigen und die genannten Serien beeinflussen das Bild von Polizei und co.
    Es gibt dadurch jetzt Menschen die tatsächlich glauben man würde mit Anzug und Krawatte an Tatorten rumlaufen dürfen, ebenso verändert sich das Bild von den fehlbaren Menschen die ihre besonderen Befugnisse auch missbrauchen können hin zu einem Bild von selbstlosen Übermenschen denen man alles erlauben kann, da sie immer "richtig" handeln, "gut" sind und sowieso nichts anderes wollen als "böse" Menschen gerechten Strafen zuzuführen.

    -

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  8. +1

    Autor: deutscher_michel 30.11.12 - 16:45

    .

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  9. Re: 11 Jahre in diesem Stil haben uns daran gewöhnt.

    Autor: Remy 30.11.12 - 16:57

    Sobald Folter bei "bösen" Menschen geduldet wird, wird sie auch gute Menschen treffen. Wer soll denn entscheiden, wann es gerechtfertigt ist, Folter anzuwenden?

    Gerade was die widerrechtlichen Ermittlungsmethoden gegen "bösartige Kriminelle" betrifft, kann man nur sagen, dass dessen Schuld ja noch nicht einmal bewiesen ist. Selbst wenn es das wäre, niemand sollte gefoltert werden, weder die Opfer von Folterern noch Folterer selbst. Denn mit Folter schafft man nur immer wieder neue Opfer.

    Klar, kein Mitleid zu haben ist legitim, aber man sollte nicht allzu schnell mit Urteilen über andere Menschen sein. Gerade Darstellungen in den Medien sind sehr oft einseitig.

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  10. Re: 11 Jahre in diesem Stil haben uns daran gewöhnt.

    Autor: beaver 30.11.12 - 17:09

    Ganz genau.
    Das ist ja eigentlich in einer Demokratie ja auch bedacht. Und genau das zeigt wie heuchlerisch unsere Gesellschaft ist, wenn sie das eben nicht macht oder übergeht mit irgendwelchen Hysterien, die geschürt werden, damit der Bürger zustimmt.

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  11. Re: 11 Jahre in diesem Stil haben uns daran gewöhnt.

    Autor: wmayer 01.12.12 - 11:50

    Diese Einstellung wird nur leider zu gern fallen gelassen wenn es um (potentielle) Kinderschänder /-mörder geht.
    Sehr schön auch zu sehen bei der Aufregung wegens des Schmerzensgelds für Gäfgen.

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  12. Re: 11 Jahre in diesem Stil haben uns daran gewöhnt.

    Autor: Remy 01.12.12 - 19:05

    Ja, leider.

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