Ich finde die Lösung viel besser als den aktuellen Stand in Deutschland.
Hierzulande wird nämlich der wirtschaftlich und juristisch Schwächste angegriffen, sprich: abgemahnt. Bloggingportale erlauben kinderleicht die Einbettung von Videos von Videoportalen. Videoportale stellen teil illegale Videos bereit. Beide machen damit Geld. Wenn ein unbedarfter Otto-Normal diese Angebote nutzt, kann er mit mehreren Hundert Euro bestraft werden.
Man stelle sich folgende Situation vor: Ein chinesisches Unternehmen erstellt Plagiate und Mediamarkt verkauft diese.
Die britische Lösung: den Import verhindern.
Die deutsche Lösung: Wir geben allen Anwälten einen Freibrief, von allen (vermeintlichen) Käufern dieser Plagiate Geld zu fordern.
Grüße
Sascha
Ich dachte, ich währe der einzige mit der Meinung. :-)
Tatsächlich ist für mich persönlich sogar das Deutsche Recht bedrohlicher. Wenn man mich hier erwischt bin ich sofort geliefert. In GB hingegen bekomme ich eine Warnung und kann dann sagen "OK, die haben mich auf dem Kieker, ich lasse es sein und bin raus aus dem Schneider."
Wenn sie das Urheberrecht wirklich verschärfen wollen (ich bin dagegen, aber das ist ja nicht Thema), bitte wie in Großbritannien. Ich finde es harmloser.
In GB wird auch "gewerbsmäßig" abgemahnt. Die genauen rechtlichen Rahmenbedingungen mögen für Betroffene vielleicht etwas besser sein, aber unbedarfte Nutzer zahlen wohl so oder so. Es scheint sich also zu rechnen. Einfach mal nach "ACS:Law" oder "Davenport Lyons" googlen.
ID51248 schrieb:
> Wenn ein unbedarfter Otto-Normal diese Angebote nutzt, kann
> er mit mehreren Hundert Euro bestraft werden.
Bitte zu dieser Behauptung eine Quelle und ein Fallbeispiel nennen.
ID51248 schrieb:
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> Ich finde die Lösung viel besser als den aktuellen Stand in Deutschland.
>
> Hierzulande wird nämlich der wirtschaftlich und juristisch Schwächste
> angegriffen, sprich: abgemahnt. Bloggingportale erlauben kinderleicht die
> Einbettung von Videos von Videoportalen. Videoportale stellen teil illegale
> Videos bereit. Beide machen damit Geld. Wenn ein unbedarfter Otto-Normal
> diese Angebote nutzt, kann er mit mehreren Hundert Euro bestraft werden.
>
> Man stelle sich folgende Situation vor: Ein chinesisches Unternehmen
> erstellt Plagiate und Mediamarkt verkauft diese.
> Die britische Lösung: den Import verhindern.
> Die deutsche Lösung: Wir geben allen Anwälten einen Freibrief, von allen
> (vermeintlichen) Käufern dieser Plagiate Geld zu fordern.
>
> Grüße
> Sascha
Wie kommt ihr darauf, dass in GB nicht auch gewerbsmäßig abgemahnt wird?
0190-110 schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> ID51248 schrieb:
>
> > Wenn ein unbedarfter Otto-Normal diese Angebote nutzt, kann
> > er mit mehreren Hundert Euro bestraft werden.
>
> Bitte zu dieser Behauptung eine Quelle und ein Fallbeispiel nennen.
Die "Strafe" sind die Abmahnkosten. Da man beim Einbetten von rechtswidrigen Inhalten als Mitstörer belangt werden kann, halte ich Abmahnung für absolut möglich (zumal Abmahnungen nicht zwangsläufig juristisch gerechtfertigt sind).
Es gibt noch keine offizielle Rechtsprechung dazu. Aber auch das ist bei Abmahnungen üblich.
Mareikö schrieb:
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> ID51248 schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> Wie kommt ihr darauf, dass in GB nicht auch gewerbsmäßig abgemahnt wird?
Habe ich nicht behauptet. Aber jeder Konzern, der eine Kanzlei mit Abmahnungen beauftragt, muss sich künftig vor Gericht fragen lassen, warum man nicht gegen die Quelle vorgegangen ist.
Gehen sie andererseits gegen große Portale vor, sehe ich eine bessere Chance auf ein Urteil im Sinne des Verbraucherschutzes. Diese Portale haben mehr finanzielle (d.h. rechtliche) Mittel um sich zu wehren.
ID51248 schrieb:
> (...), halte ich Abmahnung für absolut möglich (...).
Also nur vage Spekulation eines Laien. Danke für die Klarstellung.
Mal sehen wie sich das entwickelt, sobald immer mehr Seiten geschlossen werden, bei denen die User den Inhalt bereitstellen. Das sind nicht nur Video- und Musikportale, auch Foren oder Wikis sind betroffen. Eigentlich reicht sogar schon die Kommentarfunktion in einem Blog, um geschützte Inhalte zu verbreiten.
Und nein: Abgesehen von den paar Großen, haben diese Seiten auch kein Geld, um sich gerichtlich zu wehren.

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