samy schrieb:
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> asa (Golem.de) schrieb:
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> -----
> > Eine Überschrift fasst zusammen und spitzt auch etwas zu, die Quelle ist
> > komplett im Text, Sie übertreiben wirklich etwas.
>
> Anders ausgedrückt:
> Die Überschrift ist erstunken und erlogen.
Wer solche Behauptungen hinrotzt, muß diese auch belegen können.
Die Überschrift ist in sich erst mal richtig. Der Weg, wie PGP ausgehebelt wird, ist ein anderes Thema.
Es ist auch die Frage, wie man Überschriften auffaßt. Nach dem Bild-Schema (Boa, Wahnsinn!) oder erst nachdem man den Artikel gelesen und verstanden hat (Aha, so ist das)?
Die Stimmen außerhalb meines Kopfes irritieren mich am meisten...
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Replay schrieb:
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> Ein Staat, der, anstelle selbst sauber zu ermitteln, Hehlerware kauft,
> kauft auch für viel (Steuer-) Geld das Wissen, wie man PGP aushebelt. Und
> vermutlich noch ganz andere Dinge.
Die Frage ist doch, von wem du dieses Wissen kaufen willst. Es müsste am Markt sein - und zwar vertraulich (sonst wüsste man ja zumindest, dass dieses Wissen am Markt ist). Und in einer solchen Situation soll der BND so viel Geld auf den Tisch legen können, dass er sich dieses Wissen sichert? Nicht wirklich glaubwürdig - da würden andere Dienste ganz andere Beträge für einen Exklusivzugang löhnen können, so dass der BND den Kürzeren zieht.
Du kannst das auch nicht direkt mit den Steuer-CDs vergleichen. Dort war der deutsche Staat ja der einzig denkbare Abnehmer, der in Größenordnungen zahlen kann, weil er als einziger daraus in nennenswerter Form Profit schlagen konnte. Ein solches Wissen über was wir hier dagegen reden, wäre für jeden Dienst hochinteressant und damit ergibt sich eine ganz andere Marktsituation. Der BND mit seinen verhältnismäßig bescheidenen Finanzmitteln ist da international nicht konkurrenzfähig.
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Der BND mag aus monetärer Sicht nicht konkurrenzfähig sein, aber er ist neben anderen, finanziell besser ausgestatteten Geheimdiensten „am Markt“. Hinzu kommt, daß die deutsche Regierung in einem solchen Fall durchaus eine ordentliche Menge Geld locker machen würde.
Das bedeutet, daß der eventuell vorhandene Informant dieses Wissen eben mehrmals zu Geld macht (machen kann/könnte). Da ja die Geheimdienste mit solchem Wissen normalerweise hinterm Berg halten, dürfte der Informant kaum Gefahr laufen, in Schwierigkeiten zu kommen.
Wer weiß, wie lange es schon eine Möglichkeit gibt, PGP auszuhebeln. Vielleicht haben wir bei der Bundesregierung durch unachtsame Plauderei eine undichte Stelle gefunden und die Sache fliegt auf.
Klar, alles spekulativ. Es heißt nicht umsonst Geheimdienst.
Die Stimmen außerhalb meines Kopfes irritieren mich am meisten...
1 mal bearbeitet, zuletzt am 24.05.12 16:51 durch Replay.
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asa (Golem.de) schrieb:
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> Eine Überschrift fasst zusammen und spitzt auch etwas zu, die Quelle ist
> komplett im Text, Sie übertreiben wirklich etwas.
Sicher darf eine Überschrift zuspitzen. Aber sie sollte sich noch im Rahmen dessen bewegen, was die Faktenlage hergibt. Diesen Rahmen verlässt die Überschrift.
> Golem.de fragte (…), einen der PGP-Experten des US-Konzerns, ob die
> Bundesregierung einen Trojanerangriff meint, bei dem der private geheime
> Schlüssel des Empfängers gestohlen und sein Kennwort mit einem Keylogger
> abgegriffen wird.
Ein Trojanerangriff kann in diesem Rahmen nicht gemeint sein - zumindest könnte den die Bundesregierung nie zugeben. Man kann also auf Basis der Quelle auch nicht über diesen Umweg sagen, dass deutsche Geheimdienste PGP entschlüsseln können.
Das wurde hier auch bereits diskutiert: Es geht in der kleinen Anfrage um "strategische Fernmeldeüberwachung". Diese ist aber auf Grundlage von § 5 G-10-Gesetz normiert. Diese ist nur auf "internationalen Verbindungen" mit "gebündelter Übertragung" zulässig. Ein Trojaner-Angriff in Form einer Art Quellen-TKÜ scheidet auf dieser rechtlichen Grundlage aus - demzufolge kann die Bundesregierung sowas auch nicht gemeint haben (das wäre ein Schuss ins Knie, weil sie sich selbst des Gesetzesbruchs bezichtigen würde).
Wenn man also auf Grund der Antworten annimmt, dass die Bundesregierung tatsächlich PGP entschlüsseln könnte, dann muss es sich um einen klassischen Bruch des Kryptosystems handeln. Da das selbst seitens Golem offenbar ausgeschlossen wird, verbietet sich die Überschrift.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 24.05.12 16:41 durch Mingfu.
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