Das ist nur eine der diversen Ueberwachungsfunktionen, die ein Handy fuer die Behoerden, fuer die Provider, fuer die Hersteller und sogar fuer interessierte Privatleute bietet.
Mit einem Laptop und Equipment von nicht einmal 100EUR kann jeder Privatmann Handys in seiner Umgebung abhoeren.
Nicht nur Behoerden mit richterlichem Beschluss, sondern auch gelangweilte Provider-Mitarbeiter koennen Gespraeche mithoeren, SMS mitlesen und wenn das Handy ihres Spionage-Opfers im Moment nur eingeschaltet in seiner Tasche ruht, dann schaltet man eben von Ferne das Mikrofon an, um mal zu hoeren, was er so treibt.
Bei eingeschaltetem Handy kann man bei den im Stadtgebiet recht eng stehenden Sendemasten auch ohne "stille SMS" ziemlich genau sagen, wo sich das Handy nun gerade befindet und 24 Stunden Bewegungsprofile von Leuten erstellen.
Darueberhinaus kann man providerseitig nicht nur vor der Auslieferung, sondern, da man Adminrechte auf dem Handy hat, sogar von Ferne dem Kunden Spionagesoftware auf sein Geraet installieren, die dann jeden Tastendruck, jede SMS, jedes Gespraech protokollieren und per GPS (das haben ja viele Smartphones inzwischen) sogar die Position in laendlichen Gebieten genau bestimmen kann.
Ich moechte nicht wissen, wie viele Betriebsgeheimnisse von Unternehmens- und Behoerdenmitarbeitern auf diese Weise schon den Weg zu Providermitarbeitern gefunden und bei denen zu verbesserten Einkuenften gefuehrt haben.
Ich habe schon vor 12 Jahren erkannt, dass ein Handy das perfekte Spionage- und Ueberwachungstool ist und wir schon damals ueber die plumpen Methoden, die in George Orwells Roman "1984" geschildert werden, nur noch schmunzeln koennen. Wir ueberwachen Leute laengst massenweise und ohne dass die ueberhaupt etwas davon merken. Alle? Nicht alle. Mich z.B. nicht. Ich habe seit 12 Jahren kein Handy mehr und werde mir nie wieder eines zulegen. Da werden die faulen Herren Ermittler ihren breiten Hintern wohl doch noch einmal aus dem Sessel heben muessen, wenn sie mich ueberwachen wollen. Es kann halt nicht immer so einfach sein wie beim dummen Durchschnittsbuerger.
Ihren Bundestrojaner werden sie bei mir auf dem Rechner leider auch nicht los: Ich verwende Linux-Systeme mit auf Sektorebene verschluesselter Festplatte (Heimlich in mein Haus einbrechen und eine Ueberwachungssoftware auf mein System spielen wird daher nicht klappen, da man die Festplatte dank Verschluesselung nicht manipulieren kann und, anders als auf einem Handy, bin ich der einzige Administrator/Super User auf meinen Linux-Systemen und da ich nicht mit Admin-Rechten im Netz surfe und auch keine Trivial-Passwoerter verwende, duerfte es auch Online schwierig werden einen Trojaner mit Adminrechten auf mein System zu bekommen.) hinter einem NAT-Router und physikalisch getrennt von meinem internetfreien Privatnetzwerk, welches aber ebenso aus Rechnern mit verschluesselte Platten besteht. Darueberhinaus habe ich niemals private Daten auf einem Rechner gespeichert, der irgendwann in seinem Leben Zugang zum Internet hatte oder noch hat und ich benutze ausschliesslich PGP-verschluesselte Mails und verschluesselte Chatprotokolle. Surfen tue ich uebrigens ganz gerne per verschluesselter Verbindung zu einem Anonymisierungs-Proxy. Da werden beim Provider wohl nur meine Aufrufe von weniger brisanten Seiten verzeichnet sein.
Ach ja, in sozialen Netzwerken bin ich selbstverstaendlich nur mit kompletten Fake-Accounts vertreten und Freunde "adden" oder Interessen kundtuen/Chatten tue ich da schon garnicht. Ich sehe nur nach, ob leichtsinnige Bekannte von mir irgendwas ueber mich ins Netz stellen. Ich haette es naemlich nicht so gerne, wenn Google unter meinem Namen reale Daten ueber meine Person ausspucken wuerde. Ist bis heute nicht der Fall.
Koennte also ein wenig aufwendiger sein bei mir "Big Brother" zu spielen. Viel Glueck dabei. ;-)
P.S. Vielleicht haben aber auch nur schusselige Behoerdenmitarbeiter in 1,7 Millionen Faellen ihr eigenes verlegtes Handy gesucht. Weiss man es? ;-)
Und ich trage dazu ein Aluhelm.
Man kann es aber auch übertreiben, bist du da noch mobil erreichbar, außer per Brieftaube?
Ich glaube kaum das sie den aufwand betreiben um einzelne personen zu überwachen.
Und wenn sie es mit der Masse machen kommen sie mit der Datenflut nicht klar.
Sie den fast gelungenen Bombenanschlag im Flughafen, man wusste bescheid aber man hat kein was gesagt.
Wenn sie Daten wollen müllt si zu, wenn auch mit gefälschten.
P.S. bist du dir so sicher das dein Anonymisierungs-Proxy 100% geheim hält, schließlich ist der Proxy auch im bisitz von anderen Personen die sich auch langweilen könnten ;).
Wemm dich jemand zu 100% Verfolgen will ist das immer noch möglich, mit den richtigen Mitteln kann man einiges erreichen.
nOOcrypt schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Das ist nur eine der diversen Ueberwachungsfunktionen, die ein Handy fuer
> die Behoerden, fuer die Provider, fuer die Hersteller und sogar fuer
> interessierte Privatleute bietet.
>
> Mit einem Laptop und Equipment von nicht einmal 100EUR kann jeder
> Privatmann Handys in seiner Umgebung abhoeren.
>
> Nicht nur Behoerden mit richterlichem Beschluss, sondern auch gelangweilte
> Provider-Mitarbeiter koennen Gespraeche mithoeren, SMS mitlesen und wenn
> das Handy ihres Spionage-Opfers im Moment nur eingeschaltet in seiner
> Tasche ruht, dann schaltet man eben von Ferne das Mikrofon an, um mal zu
> hoeren, was er so treibt.
>
> Bei eingeschaltetem Handy kann man bei den im Stadtgebiet recht eng
> stehenden Sendemasten auch ohne "stille SMS" ziemlich genau sagen, wo sich
> das Handy nun gerade befindet und 24 Stunden Bewegungsprofile von Leuten
> erstellen.
>
> Darueberhinaus kann man providerseitig nicht nur vor der Auslieferung,
> sondern, da man Adminrechte auf dem Handy hat, sogar von Ferne dem Kunden
> Spionagesoftware auf sein Geraet installieren, die dann jeden Tastendruck,
> jede SMS, jedes Gespraech protokollieren und per GPS (das haben ja viele
> Smartphones inzwischen) sogar die Position in laendlichen Gebieten genau
> bestimmen kann.
>
> Ich moechte nicht wissen, wie viele Betriebsgeheimnisse von Unternehmens-
> und Behoerdenmitarbeitern auf diese Weise schon den Weg zu
> Providermitarbeitern gefunden und bei denen zu verbesserten Einkuenften
> gefuehrt haben.
>
> Ich habe schon vor 12 Jahren erkannt, dass ein Handy das perfekte Spionage-
> und Ueberwachungstool ist und wir schon damals ueber die plumpen Methoden,
> die in George Orwells Roman "1984" geschildert werden, nur noch schmunzeln
> koennen. Wir ueberwachen Leute laengst massenweise und ohne dass die
> ueberhaupt etwas davon merken. Alle? Nicht alle. Mich z.B. nicht. Ich habe
> seit 12 Jahren kein Handy mehr und werde mir nie wieder eines zulegen. Da
> werden die faulen Herren Ermittler ihren breiten Hintern wohl doch noch
> einmal aus dem Sessel heben muessen, wenn sie mich ueberwachen wollen. Es
> kann halt nicht immer so einfach sein wie beim dummen
> Durchschnittsbuerger.
>
> Ihren Bundestrojaner werden sie bei mir auf dem Rechner leider auch nicht
> los: Ich verwende Linux-Systeme mit auf Sektorebene verschluesselter
> Festplatte (Heimlich in mein Haus einbrechen und eine Ueberwachungssoftware
> auf mein System spielen wird daher nicht klappen, da man die Festplatte
> dank Verschluesselung nicht manipulieren kann und, anders als auf einem
> Handy, bin ich der einzige Administrator/Super User auf meinen
> Linux-Systemen und da ich nicht mit Admin-Rechten im Netz surfe und auch
> keine Trivial-Passwoerter verwende, duerfte es auch Online schwierig werden
> einen Trojaner mit Adminrechten auf mein System zu bekommen.) hinter einem
> NAT-Router und physikalisch getrennt von meinem internetfreien
> Privatnetzwerk, welches aber ebenso aus Rechnern mit verschluesselte
> Platten besteht. Darueberhinaus habe ich niemals private Daten auf einem
> Rechner gespeichert, der irgendwann in seinem Leben Zugang zum Internet
> hatte oder noch hat und ich benutze ausschliesslich PGP-verschluesselte
> Mails und verschluesselte Chatprotokolle. Surfen tue ich uebrigens ganz
> gerne per verschluesselter Verbindung zu einem Anonymisierungs-Proxy. Da
> werden beim Provider wohl nur meine Aufrufe von weniger brisanten Seiten
> verzeichnet sein.
>
> Ach ja, in sozialen Netzwerken bin ich selbstverstaendlich nur mit
> kompletten Fake-Accounts vertreten und Freunde "adden" oder Interessen
> kundtuen/Chatten tue ich da schon garnicht. Ich sehe nur nach, ob
> leichtsinnige Bekannte von mir irgendwas ueber mich ins Netz stellen. Ich
> haette es naemlich nicht so gerne, wenn Google unter meinem Namen reale
> Daten ueber meine Person ausspucken wuerde. Ist bis heute nicht der Fall.
>
> Koennte also ein wenig aufwendiger sein bei mir "Big Brother" zu spielen.
> Viel Glueck dabei. ;-)
>
> P.S. Vielleicht haben aber auch nur schusselige Behoerdenmitarbeiter in 1,7
> Millionen Faellen ihr eigenes verlegtes Handy gesucht. Weiss man es? ;-)
o.O. wo sind denn die ironie-tags? oder ist das jetzt ernst gemeint? (erinnert mich an "Fletchers Visionen" mit Mel Gibson)
------
alter Rabe
nOOcrypt schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Ich habe schon vor 12 Jahren erkannt, dass ein Handy das perfekte Spionage-
> und Ueberwachungstool ist und wir schon damals ueber die plumpen Methoden,
> die in George Orwells Roman "1984" geschildert werden, nur noch schmunzeln
> koennen. Wir ueberwachen Leute laengst massenweise und ohne dass die
> ueberhaupt etwas davon merken.
falsch. nicht orwells visionen sind wahr geworden, sonder die huxleys.
nettes comic* dazu http://goo.gl/FeJz
* ironischerweise ist das als comic verpackt, damit der überforderte konsummensch ja nicht neil postmans grandioses buch nicht lesen muss
Ganz ehrlich: nicht immer erreichbar zu sein ist heutzutage ein Privileg.
Schön dass du denkst mit Always-On schaffst du dir "Freiheit" ..das Gegenteil ist der Fall.
Ich kann es mir auch noch nicht leisten nicht erreichbar zu sein.. aber es ist das Ziel..
AdmiralAckbar schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Und ich trage dazu ein Aluhelm.
>
> Man kann es aber auch übertreiben, bist du da noch mobil erreichbar, außer
> per Brieftaube?
Nicht mehr mobil erreichbar zu sein war neben der Ueberwachbarkeit sogar der Hauptgrund mein letztes Handy vor 12 Jahren zu verkaufen. Es nervte mich einfach wenn Freundin, Freunde, Bekannte und mein damaliger Chef mich jederzeit erreichen konnten (Bitte jetzt nicht mit "Du kannst das Handy doch einfach abschalten um ungestoert zu sein." argumentieren, denn das habe ich ausprobiert. Dann sind alle angepisst, weil man ein Handy hat und es nie einschaltet und sie einen deshalb nicht erreichen koennen. Wenn man einfach kein Handy hat, hat man auch kein Theater mit Bekannten, die sich beim naechsten persoenlichen Treffen darueber beschweren, dass man nicht erreichbar ist.). Ich moechte einfach nicht jederzeit bei allem was ich tue von einem Telefon gestoert werden koennen. Ich haette nicht mal ein Festnetztelefon in meinem Haus, wenn meine Freundin keines braeuchte. Dieses Telefon ist auch nur fuer meine Freundin da. Ich nutze es nicht. Wer mich erreichen will kann eine eMail schreiben. eMails sind geduldig und nerven daher nicht. Ausserdem habe ich dank eines Verwandten einen mobilen Internetzugang der nicht auf meinen Namen laeuft und da ich wegen Boersenhandel, Kalender, Notizen und Arbeit sowieso immer mit meinem (ebenfalls voll verschluesselten) Tablet-Convertible-Notebook unterwegs bin, kann ich, wenn ich wirklich mal Zeit und Lust dazu habe, mir meine eMails auch unterwegs ansehen.
Und nein, verschluesselt per Notebook mit Skype Telefonieren tue ich trotzdem nicht, da der Skype-Anbieter Generalschluessel an Regierungsorganisationen (und wer weiss welcher Regierung so ein Schluessel schon unbemerkt geklaut wurde) verkauft und schon die Existenz eines Generalschluessels eine Verschluesselung vollstaendig nutzlos macht.
> Ich glaube kaum das sie den aufwand betreiben um einzelne personen zu
> überwachen.
Das ist das Problem: Jemanden oder auch Millionen Leute gleichzeitig mit dem Handy ausspionieren ist heutzutage weder aufwaendig noch teuer. Das geht vom Buerostuhl aus und der Rechner uebernimmt sogar das Sichten der zunaechste einmal gespeicherten Daten von Millionen Handynutzern eines Providers. Das ist kein Aufwand und die ganze Protokollierung laesst sich vor externen Kontrollen des Datenschutzes im Unternehmen problemlos verbergen.
> Und wenn sie es mit der Masse machen kommen sie mit der Datenflut nicht
> klar.
Die technischen Vorraussetzungen fuer die massenweise Datenspeicherung sind spaetestens mit dem ersten Beschluss der Vorratsdatenspeicherung geschaffen worden. Die Systeme sind auf grosse Datenkapazitaeten ausgelegt und haben keinerlei Probleme neben Verbindungsdaten auch noch SMS oder komprimierte Audio-Datenstroeme von Millionen von Handy-Kunden abzuspeichern. Sind die Daten erst einmal erhoben braucht man keine Grossrechner mehr, um sie ausser Sichtweite eines Datenschutzbeauftragten zu speichern, waehrend man auf dem Grosssystem vorgibt sie gemaess Gesetz nach 6 Monaten geloescht zu haben. Solange man die Daten von vielen Nutzern z.B. zu Marktforschungs- und Werbezwecken gewinnbringend verkaufen kann und Einzelpersonendaten z.B. an Ermittler, werden diese Daten eben nicht unbedingt geloescht.
Meine vor bald 20 Jahren verstorbene Grossmutter bekommt z.B. seit einigen Jahren wieder Werbepost an ihre damalige Adresse. D.h. selbst fuer alte, ungepflegte Kundendatenbanken von vor 20-30 Jahren besteht offenbar noch ein Markt.
> Sie den fast gelungenen Bombenanschlag im Flughafen, man wusste bescheid
> aber man hat kein was gesagt.
> Wenn sie Daten wollen müllt si zu, wenn auch mit gefälschten.
Da Handyvertraege fuer gewoehnlich selbst bei Pre-Paid-Vertraegen mit einer einzelne Person und unter Vorlage des Personalausweises abgeschlossen werden, ist das mit den gefaelschten Daten hier nicht moeglich und selbst wer mit seinen Fake-Accounts bei Facebook oder in Chats mit Freunden kommuniziert verraet ueber die Zeit soviel von sich, dass jeder interessierte Ermittler ohne Probleme auch ohne Anfrage beim Provider seine wahre Identitaet bestimmen kann.
> P.S. bist du dir so sicher das dein Anonymisierungs-Proxy 100% geheim hält,
> schließlich ist der Proxy auch im bisitz von anderen Personen die sich auch
> langweilen könnten ;).
Nein, aber da er im Prinzip eine Anonymitaets-Mixkaskade ist und es nicht "den einen Rechner" ueber den alle Daten laufen gibt, wird es fuer Ermittler weit schwieriger auch nur herauszufinden von wem die Daten wirklich kamen, die die Kaskade verliessen. Es macht die Nachforschungen eben unbequem und schwierig, so dass es sich fuer Ermittler, fuer jemanden der keine illegalen Sachen im Internet anstellt wie ich, wohl kaum lohnt da Arbeit hinein zu investieren und auch fuer die Marktforscher bin ich damit uninteressant.
> Wenn dich jemand zu 100% Verfolgen will ist das immer noch möglich, mit den
> richtigen Mitteln kann man einiges erreichen.
Klar, aber da ist dann wieder die Masse der Leute von Bedeutung. Man kann zwar Millionen von Bundesbuergern per Handy automatisiert beschatten, wenn ein Ermittler aber mangels fehlender elektronischer Spuren nicht auf die moderne Technik zurueckgreifen kann, hat er ein Problem. Dann muss er naemlich zumindest eine reale Person auf jeden zu Observierenden ansetzen und das stoesst recht schnell an monetaere und Personalprobleme.
Die beißen sich bestimmt schon die Zähne daran aus dich und dein spannendes Leben zu überwachen.
Loolig schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Ganz ehrlich: nicht immer erreichbar zu sein ist heutzutage ein Privileg.
> Schön dass du denkst mit Always-On schaffst du dir "Freiheit" ..das
> Gegenteil ist der Fall.
> Ich kann es mir auch noch nicht leisten nicht erreichbar zu sein.. aber es
> ist das Ziel..
Genau. Ich sehe Unerreichbarkeit auch als Luxus an und selbst Leute aus dem Modebusiness, die ich fuer gewoehnlich nicht fuer wirklich hell im Kopf halte, weil sie ihre Lebenszeit und ihr Zeichentalent mit dem Entwerfen wetterschutztechnisch voellig nutzloser Kleidung vergeuden, erkennen in Einzelfaellen den Luxus des "Nicht-Erreichbar-Seins".
So sagte Karl Lagerfeld vor einigen Jahren den Satz: "Ich habe garkein Handy. Das ist nur etwas fuer das Personal." Das ist, zugegeben, ein typisches Aufschneider-Statement. Die Kernaussage trifft aber den Punkt, dass unerreichbar sein zu koennen eben heutzutage der groesste Luxus ist. Das habe ich schon vor 12 Jahren begriffen und da galt es allgemein nun wirklich noch als Luxus auch nur mit irgendeinem Handy durch die Gegend zu laufen. Heute muessen es ja schon teure Smartphones sein, um unter Millionen von Handybesitzern noch einen gewissen "Status" zu geniessen. Mir erscheint allerdings auch ein Smartphone als zu wenig Luxus, da es im Grunde genommen auch nur eine elektronische Hundeleine wie alle anderen Handys ist. Ich bin nun mal nicht gern der Hund an der Leine.
Verglichen mit meinem stiftbedienbaren Tablet-Convertible ist ein mit unpraezisen Fingerkuppen zu bedienendes Smartphone beim Skizzieren eine Idee unterwegs wirklich nicht das, was man haben muesste. Und dann staendig das verschmierte Display. Ein Freund von mir musste auf meinem Tablet-Notebook mal unbedingt die von mir nie genutzte (Multi)touch-Funktion ausprobieren und ich durfte danach 5 Minuten den Bildschirm schrubben, um die Fingertapser da restlos wieder herunter zu bekommen. Ich hasse schmierige Displays und arbeite daher mit Tastatur und Stift. Fingerbedienung ist nur unpraeziser, das Display einsiffender Krampf. Wo da der Fortschritt liegen soll insbesondere im Sommer mit schwitzenden Fingern auf einem Display herumzutippen (und bei Fingergesten sogar darauf herumzuschmieren), wo man doch darauf etwas klar erkennen moechte, kann mir ja mal jemand versuchen zu erklaeren.
lukeserious schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Die beißen sich bestimmt schon die Zähne daran aus dich und dein spannendes
> Leben zu überwachen.
Solange sie das von Millionen Internet- und Handynutzern problemlos automatisiert ueberwachen und deren Daten abgleichen und verkaufen koennen, bin ich nicht auf ihrem Radarschirm. Mehr will ich ja garnicht. ;-)
Ähm nOOcrypt?
Ich weiss jetzt aber schon ganz schön viel von Dir. ;-)
Du hast einen Chef gehabt, dass sagt mir das du nicht selbstständig bist!
Du hast eine Freundin mit Festnetzanschluss.
Deine Oma ist vor ca. 20 Jahren gestorben.
Jetzt weiss Jeder hier was für eine EDV du zu Hause hast.
Das sagt mir Du kennst dich sehr gut mit IT aus.
Nicht übel nehmen! Wollt nur mal Ermittler spielen! :-)
Ps: Eventuell wüsste CSI Miami schon wer du bist! ;-)
Pauahtan schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Ähm nOOcrypt?
>
> Ich weiss jetzt aber schon ganz schön viel von Dir. ;-)
> Du hast einen Chef gehabt, dass sagt mir das du nicht selbstständig bist!
> Du hast eine Freundin mit Festnetzanschluss.
> Deine Oma ist vor ca. 20 Jahren gestorben.
>
> Jetzt weiss Jeder hier was für eine EDV du zu Hause hast.
> Das sagt mir Du kennst dich sehr gut mit IT aus.
>
> Nicht übel nehmen! Wollt nur mal Ermittler spielen! :-)
> Ps: Eventuell wüsste CSI Miami schon wer du bist! ;-)
Das nehme ich absolut nicht uebel, da es meine Aussagen untermauert.
Allerdings sind einige Deiner Schluesse unvollstaendig. Z.B. der, dass ich heute, 12 Jahre spaeter, immer noch nicht selbststaendig bin bzw. ueberhaupt noch fuer meinen Lebensunterhalt arbeiten muss. Dagegen spricht z.B., dass ich kein Handy brauche und offenbar ueber den Tag genug Zeit fuer den Boersenhandel habe.
Von meiner IT weisst Du nur, dass ich ein paar Rechner mehr besitze es an keinem wirklich einfach waere an private Daten von mir zu kommen und genau das darf ruhig jeder wissen.
Wenn Du meine IP haettest und ueber den Provider meine Anschrift ermitteln wuerdest, kaemst Du uebrigens bei Leuten heraus, die mich niemals in ihrem Leben auch nur gesehen haben (und die ich ebensowenig kenne).
Alles in allem treffen meine Angaben auf tausende, wenn nicht sogar zehntausende Leute allein in der deutschen Bevoelkerung zu und ich muss zudem nicht unbedingt in Deutschland leben, was den Kreis der Personen, die infrage kaemen, geringfuegig erweitern duerfte.
Das groesste aus meinem Text extrahierbare Alleinstellungsmerkmal (zumindest wenn ich in Deutschland leben wuerde) waere wohl die Tatsache, dass ich seit mehr als einem Jahrzehnt kein Handy mehr besitze. Das trifft heutzutage in einem Land wie Deutschland vermutlich auf recht wenige erwachsene Leute zu. Dummerweise stand ich aber schon damals nicht mit meinem eigenen Namen (oder dem eines Familienangehoerigen/Freund/Verwandten) im Handyvertrag. D.h. es nuetzt wenig zu ueberpruefen, wer vor ca. 12 Jahren einen Handy-Vertrag hatte und danach nie wieder einen abgeschlossen hat.
Wie gesagt: Ueberwachung ist bei Handybesitzern viel einfacher moeglich, da sie zum ueberwiegenden Teil mit ihren realen Daten im Handyvertrag stehen und ihr Geraet zum ueberwiegenden Teil eben auch selber benutzen. Bei reinen Internetnutzern koennen schon bei Familien verschiedene Mitglieder am selben Rechner mit demselben Account/Browser arbeiten und schon bekommt man keine zuverlaessigen, personenbezogenen Daten mehr und bei Desktoprechnern auch nur dann ein ungefaehres Bewegungsprofil, wenn man den Kalender/das Tagebuch des Besitzers auf dem Rechner selbst oder auf google etc. lesen kann.
Apropos CSI Miami: Ich schaue keine Fernsehserien, weil die nur der Verdummung der Bevoelkerung Vorschub leisten. Die wirklich interessanten Ermittlungstaktiken zeigen die aber scheinbar weder in solchen Serien noch in wirklichkeitsnaeheren Dokumentationen von Polizeiarbeit, sonst wuerden nicht mehr so viele Leute ihrem Handy ihr ganzes Leben anvertrauen. Diesbezueglich moechte ich nicht wissen, wie viele Providermitarbeiter oder Privatleute sich schon ueber die Kommunikation verliebter Paare oder einsamer Leute beim Telefonsex koestlich amuesiert haben. Wie gesagt, im naeheren Umkreis koennen auch Privatleute Handys abhoeren und wer da in einem grossen Mietshaus wohnt und Langeweile hat, bekommt sicher ein lustiges Programm von seinen Nachbarn geboten.
Denkt mal darueber nach...
Du schließt also Verträge mit falschem Namen ab oder wie muss man das verstehen?
lukeserious schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Du schließt also Verträge mit falschem Namen ab oder wie muss man das
> verstehen?
Das tut zunaechst einmal jeder, der sich auch nur eine Fake-eMail-Adresse anlegt oder sich bei Facebook etc. mit falschen Daten eintraegt. Das ist naemlich auch ein Vertrag mit dem Anbieter. Mein Handyvertrag war aber einfach auf eine juristische Person abgeschlossen, mit der ich nichts zu tun hatte.
Laut dem deutschen Grundgesetz haette ich in Deutschland ein Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Dummerweise stehen heutzutage selbst deutsche Behoerdendatenbanken schon zum Verkauf auf auslaendischen Servern und Daten in Kundendatenbanken und eben auch in sozialen Netzwerken bleiben grundgesetzwidrig dort gespeichert, selbst wenn man seine Accounts loescht. Da das deutsche Rechtssystem somit offenbar nicht in der Lage ist den deutschen Buergern ihr Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung zu garantieren, muss jeder Buerger leider alleine zusehen, wie er seine Daten wirksam schuetzt.
Wenn ich morgen sterbe, faende ich es z.B. nicht so toll wenn meine Freundin und meine Tochter in dem dann ihnen gehoerenden Haus fuer die naechsten 40 Jahre Werbung mit meinem Namen drauf bekommen. Meine Freundin sollte sich dann naemlich am Besten sofort einen neuen Freund/Mann suchen und nicht staendig per Werbung an den alten erinnert werden. Im Gegensatz zu mir ist sie naemlich nicht gerne alleine und kommt mit Todesfaellen in der Verwandtschaft auch nicht so gut klar. Daher sehe ich zu, dass schon heute niemand in der Lage ist Werbung an meine korrekte Adresse zuzustellen indem ich sie eben nie angebe und schon garnicht in meine Internet-Rechner eintippe. Das erfordert, zugegeben, manchmal etwas Kreativitaet und Gehirnschmalz, wenn man z.B. eine im Internet bestellte Warensendung trotz falscher Adresse und falschem Namen erhalten will, aber es geht. Und die Versender haben sich noch nie beschwert. Ihr Geld bekommen sie ja, wenn auch von einem Konto in dem mein Name nicht steht. Aber das hat bisher noch keinen interessiert.
zZz schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> nOOcrypt schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > Ich habe schon vor 12 Jahren erkannt, dass ein Handy das perfekte
> Spionage-
> > und Ueberwachungstool ist und wir schon damals ueber die plumpen
> Methoden,
> > die in George Orwells Roman "1984" geschildert werden, nur noch
> schmunzeln
> > koennen. Wir ueberwachen Leute laengst massenweise und ohne dass die
> > ueberhaupt etwas davon merken.
>
> falsch. nicht orwells visionen sind wahr geworden, sonder die huxleys.
>
> nettes comic* dazu goo.gl
>
> * ironischerweise ist das als comic verpackt, damit der überforderte
> konsummensch ja nicht neil postmans grandioses buch nicht lesen muss
Ich hatte mit keinem Wort behauptet, das Orwells Visionen wahr geworden sind, sondern, ganz im Gegenteil, sogar behauptet, dass sie ein Witz gegen das heute existierende automatisierte Massenueberwachungsszenario sind. Du liegst mit Deinem "falsch" also falsch. ;-)
Kommentare: 222 | letzter Beitrag 26.05. 23:51
Kommentare: 163 | letzter Beitrag 11:57 Uhr
Kommentare: 94 | letzter Beitrag 26.05. 19:45
Kommentare: 66 | letzter Beitrag 08:55 Uhr
Kommentare: 64 | letzter Beitrag 26.05. 17:51
E-Mail an news@golem.de

Ein soziales Netzwerk für Pornografie muss seine Marke nicht an Facebook übergeben. Faceporn, ein norwegisches Unternehmen, freut sich über den Sieg vor einem kalifornischen Gericht.

Diablo 3 ist toll, sagen viele Spieler - Diablo 3 ist eine Stimulus-Response-Maschine, sagt Rainer Sigl. Der Blogger und leidenschaftliche Gamer erklärt, warum er sich Blizzards jüngstem Werk verweigert.

Lockheed Martin hat eine neue Version des Exoskeletts Hulc vorgestellt, das es einem Menschen ermöglicht, schwere Lasten zu heben und zu tragen. Der Hersteller will das System im Spätsommer testen und, wenn alles gutgeht, danach an US-Soldaten in Afghanistan ausliefern.

Ein britisches Blog will erfahren haben, dass Facebook den norwegischen Browserhersteller Opera Software kaufen will. Beide Unternehmen wollen sich dazu nicht äußern.

Am 26. Mai 2012 treten neue Datenschutzregeln der EU in Kraft. Websitebetreiber und Werbenetzwerke müssen Nutzer um Erlaubnis fragen, wenn sie Cookies setzen.

Libreoffice könne mehr als Openoffice und biete Entwicklern zudem Vorteile, sagte Michael Meeks auf dem Linuxtag 2012. Außerdem spricht er mit Golem.de über Libreoffice-Online, woran er derzeit arbeitet.