... sich doch nur an, was mit der Piratenpartei in Schweden passiert ist. Es gab seinerzeit einen riesigen Hype um die neue Partei, sehr viel Zulauf, und schnell viele Mitglieder. Ähnlich wie der deutsche Ableger wurden damals große Hoffnungen mit der Partei verbunden.
Und heute? Heute rangiert die "Piratpartiet" in der absoluten Bedeutungslosigkeit. Sie konnte kaum bis gar keine Erwartungen erfüllen, und hat sehr schnell extrem viele Mitglieder verloren. Einst waren es gute 50.000 Mitglieder, und heute sind es +-5000.
Ähnliches befürchte ich auch für die deutschen Piraten. Es ist einfach eine Partei, in der sich Leute finden, die gerne mal mitreden wollen, ohne dabei mehr zu wissen als andere. Das ist legitim, ist ja bei anderen Parteien nicht anders.
Das Problem ist, dass die Piraten, als auch ihre Wähler langsam in der Realität ankommen. Die müssen Kompromisse eingehen und erkennen, dass wenn man in der Verantwortung ist, die Leute erwarten, dass man liefert. Das ist aber quasi bisher nirgendwo passiert. Im Gegenteil, man kommt sich als Beobachter vor, als würde man einen Haufen wild gackernder Hühner beobachten.
Und die Themen? Nun, der Zug ist doch abgefahren. Die anderen Parteien haben längst aufgeholt. Die Grünen haben das Thema Internet als Atomstrom der Jetztzeit erkannt. Sie decken dabei aber auch andere Themen ab, während die Piraten immer noch als Internetpartei ohne weitere Substanz gelten.
Ich befürchte, dass diese Ziellosigkeit enden wird wie einst in Schweden. Problem ist aber auch, dass Piraten nicht kritikfähig sind, was man wohl schon bald hier sehen wird, und dass sie fern der Realität leben. Deswegen wird das wohl auch niemand so wahr haben wollen.
Wir werden es sehen...
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Oh, das kannst du nicht so vergleichen.
In Schweden muss die Mitgliedschaft jedes Jahr erneuert werden. Diese Mail ging auch bei mir zuerst unter, weil sie wie der Newsletter aussah, den man nicht liest, wenn man sich sonst über die Piraten informiert. (Ja, ich bin da Mitglied)
Zudem sind die Nicht-Europawahlen in Schweden um einiges kleinparteienfeindlicher als es hier üblich ist. Die Piraten standen dort nicht auf dem Wahlzettel, sondern man musste sich selbst vorher woanders Wahlzettel mit den Piraten besorgen, was natürlich kaum einer macht.
Die deutschen Piraten wiederum zerlegen sich gerade selbst. Ich kenne genug Mitglieder, die ihre eigene Parteien nicht wählen werden, da sie u.a. von Pressesprecherseite etc. als Vollidioten bezeichnet werden sobald sie mal andere Meinungen haben.
Grüße
Bibbl
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Ist doch gut, wenn die anderen Parteien die Standpunkte der Piraten aufnehmen und umsetzen. Dann braucht man auch gar keine Piraten. Man darf auch nicht vergessen, dass die Piraten nirgendwo an der Regierung beteiligt sind.
Was sollen die dann effektiv groß machen?
Und wieso meinst du die Piraten leben "fern der Realität"?
Eigentlich kommen doch gerade die Piraten frisch aus dem Volk, aus dem Leben.
Nicht wie die Berufspolitiker.
Und natürlich muss man "krasse" Eckpfeiler haben.
Zum einen um sich von den anderen Parteien abzusetzen und zum anderen um Verhandlungsmasse zu haben.
Wenn ich nur das Minimalziel propagandiere, dann werd ich das kaum umsetzen können.
Durch einen "extremeren" Standpunkt kann man sich aber auf ein vernünftiges Maß runterhandeln lassen und beide Seiten stehen dann als "Sieger" da.
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Der Fehler in Schweden war nunmal, dass sie ihr Parteiprogramm nicht ausgebaut haben und deshalb eine Eintagsfliege blieben.
Und auch bei uns sind wir mit wichtigen Themen noch weit mit der konsequenten Durchsetzung entfernt: Open Access, Transparenz, Basisdemokratie, Acta-Abkommen etc, Laizismus...
Bleibt also zu hoffen, dass die Piraten noch etwas zustande bringen, nicht im Chaos versinken und die Themen ausreichend vermitteln können.
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Man kann die Schweden auch nicht mit den deutschen Piraten vergleichen.
Erstmal sind es hier bereits 35.000 und es ist sehr viel Aktivität da.
Ich habe den Rick Falkvinge mal kennen gelernt. Ein netter Typ, aber alleine kann der auch keine Partei stemmen.
Das hier trifft den Zustand recht genau.
http://www.welt.de/politik/deutschland/article108884004/Das-geheime-Programm-der-Piratenpartei.html
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... ist, dass *keine* der Parteien von ganz links bis ganz rechts glaubwürdig konkrete Handlungsoptionen aufzeigt, die die wesentlichen Probleme des 21. Jahrhunderts zu lösen imstande wären. Die Piraten sind da keine Ausnahme. Auch der für sich genommen natürlich begrüßenswerte Ansatz für mehr Demokratie ändert daran nichts. Denn die wesentlichen Probleme sind globalökonomische, die aller Voraussicht nach ohne einen globalen ökonomischen Betriebssystemwechsel nicht lösbar sind. Und allein das einzugestehen, geschweige denn für einen solchen Betriebssystemwechsel einzutreten und zu werben, traut sich weiterhin keine Partei, egal welcher Couleur. Alle tun so, als könne man im Großen und Ganzen so weitermachen wie bisher, und als bräuchte man nur hier und da ein bisschen an irgendwelchen Schrauben zu drehen, damit es wieder verbreiteten Wohlstand und Existenzsicherheit für alle gibt, die Unterschiede liegen lediglich darin, wo man die Schrauben ausgemacht zu haben behauptet. Das ist nur leider in allen Fällen eine Illusion; die Schrauben, die das vermochten, die existieren nicht.
Cheers,
d. d.
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