Was ist daran überhaupt so schlimm Wahlergebnisse vorab zu veröffentlichen? Wird deshalb eine Verfälschung befürchtet, weil dann aufgrund der Vorabergebnisse alle anders wählen?
ja - so einfach ist das
Ja, es wird befürchtet, dass Leute, die eigentlich nicht wählen dann doch alle Kräfte mobilisieren, wenn es schlecht um ihren Favoriten steht und dadurch die Ergebnisse verfälscht werden.
Oder einige merken, das ihre Partei doch nicht so gut abeschneidet und lassen das wählen, oder wählen dann jemand anders...
Himmerlarschundzwirn schrieb:
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> Ja, es wird befürchtet, dass Leute, die eigentlich nicht wählen dann doch
> alle Kräfte mobilisieren, wenn es schlecht um ihren Favoriten steht und
> dadurch die Ergebnisse verfälscht werden.
Dann sollte man früh um 2 minuten nach 8 ein Ergebniss von 99,9% für die Rechten postulieren, dass möglichst alle wählen gehen, weil ihr Favorit schlecht da steht.
Es ist auch durchaus möglich, dass Leute NICHT wählen gehen oder eine andere Partei wählen. Je nach Stimmenlage kann das alles dazu führen, dass die "eigene" Partei mehr Sitze bekommt :)
Tja. Was ist daran so schlimm? Schlimm ist daran ist dass es Leute gibt, die es ganz doll schlimm finden wenn Bürger ihr grundgesetzlich verbrieftes Recht wahrnehmen und wählen gehen. Ob die jetzt wählen gehen weil sie die Ergebnise (bzw. die Prognosen) schon kennen oder nicht ist doch absolut egal. Keiner wird ne andere Partei wählen als die die ihm sowieso am nächsten steht.
Schwere der Lage nicht erkannt?
Nachdenken hat in vielen Fällen schon geholfen!
Sonntagswähler schrieb:
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> Was ist daran überhaupt so schlimm Wahlergebnisse vorab zu veröffentlichen?
> Wird deshalb eine Verfälschung befürchtet, weil dann aufgrund der
> Vorabergebnisse alle anders wählen?
Ja, es zeigt wie armselig unsere Demokratie eigentlich ist.
Man geht berechtigter Weise(!) davon aus, dass die Wähler ihre Wahlentscheidung zwischen 8:00 und 18:00 trifft. Wohl überlegt kann die Entscheidung offensichtlich nicht sein da nicht nach Interessen gewählt wird. Höchstens "taktisch" oder spontan.
Eigentlich toll wie wenig die Legislative von der Mündigkeit ihrer Bürger hält, oder?
Wahlwatcher schrieb:
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[...]
> egal. Keiner wird ne andere Partei wählen als die die ihm sowieso am
> nächsten steht.
Tja, oder auch nicht. Je nach Situation ist es taktisch klüger eine andere Paartei zu wählen. Die nachwahl in Dresden 2005 ist ein prima Beispiel dafür...
Man stelle sich folgenden Fall vor:
Es ist unsicher, ob Partei X die 5%-Hürde nimmt.
Wird nun am frühen Nachmittag eine Prognose veröffentlicht, die X bei 4,9% sieht, wähle ich vielleicht statt Y (meiner Lieblingspartei) lieber X, weil die als Koalitionspartner gebracht werden.
Alternativ könnte veröffentlicht werden, dass X bei 4,2% liegt und ich wähle statt X (in diesem Fall meine Lieblingspartei) lieber Y, die mir zwar nicht ganz so lieb sind, aber wenigstens reinkommen.
Hauptproblem ist die "Favoritenbenachteiligung". Es heißt, frühe Wahlprognosen gehen zulasten der führenden Partei.
Partei A führt:
-der Wähler a, der Partei A wählen wollte, hört das vorab und denkt sich "passt doch, geh ich bei dem Wetter doch lieber Baden".
-der Wähler b, der eigentlich Baden gehen wollte, aber ansonsten gegen Partei A gestimmt hätte, geht dann doch lieber wählen.
Ja, natürlich.
Diese Wahl ist defacto anfechtbar. So einfach ist das. Ggfls. kann dieser "kleine Scherz" zu Neuwahlen führen.
Besonders gut hat mir der Politiker gefallen, der seinen Twitteraccount gelöscht hat, und behauptet "Ich hab' nix gemacht..." Der meint auch , wenn ich's lösche, steht's nicht in den Protokollen.....
Der Satz hat, soweit ich weiß, deM Arzt auch nicht geholfen, als festgestellt wurde, das über sein W-Lan Firmennetz illegale Inhalte verbreitet wurden.
Warum soll es jetzt diesen Herren anders gehen, als dem Arzt?
M_Kessel schrieb:
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> Der Satz hat, soweit ich weiß, deM Arzt auch nicht geholfen, als
> festgestellt wurde, das über sein W-Lan Firmennetz illegale Inhalte verbreitet wurden.
Möööp! Falsch. Dem ist nix passiert, da er - selbst wenn das Netz nicht gesichert ist - nicht dafür verantwortlich ist, was über seinen W-Lanzugang verbreitet wird.
Wahlwatcher schrieb:
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> Keiner wird ne andere Partei wählen als die die ihm sowieso am
> nächsten steht.
Wie hast du es geschafft keine "ich wähle das kleine Übel"-Leute zu treffen? o.o
wahlen sind geheim.
kt
Die Stimmabgabe ist es, also der Vorgang der Wahl. Nicht die Wahl selbst - wäre ja auch schön blöd. ;-)
demoparty schrieb:
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> Sonntagswähler schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
>
> Ja, es zeigt wie armselig unsere Demokratie eigentlich ist.
ACK
> Man geht berechtigter Weise(!) davon aus, dass die Wähler ihre
> Wahlentscheidung zwischen 8:00 und 18:00 trifft. Wohl überlegt kann die
> Entscheidung offensichtlich nicht sein da nicht nach Interessen gewählt
> wird. Höchstens "taktisch" oder spontan.
Ich kenn es auch so, daß ...
- gewählt wird, was immer gewählt wird.
- gewählt wird, was der Ehemann immer wählt (beliebt bei 70+)
- gewählt wird, was ne coole Farbe hat.
- gewählt wird, was ideologisch grade Hipp ist.
- gewählt wird, was der Pappa sagt.
- gewählt wird, was der Pappa NICHT sagt.
- gewählt wird, wo der Typ schnuckelig aussieht. (Wortwörtlich so gehört !!)
- ...
> Eigentlich toll wie wenig die Legislative von der Mündigkeit ihrer Bürger
> hält, oder?
Der Bürger ist nicht mündig in den Augen der Politik.
Wahlwatcher schrieb:
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> Tja. Was ist daran so schlimm? Schlimm ist daran ist dass es Leute gibt,
> die es ganz doll schlimm finden wenn Bürger ihr grundgesetzlich verbrieftes
> Recht wahrnehmen und wählen gehen. Ob die jetzt wählen gehen weil sie die
> Ergebnise (bzw. die Prognosen) schon kennen oder nicht ist doch absolut
> egal.
Das Problem liegt darin, dass "freie" Wahlen garantiert werde müssen.
"Frei" ist hier im Sinne von "freiwillig", "frei von äußeren Einflüssen" zu verstehen.
Da stellt sich dann ganz schnell die Frage... was ist überhaupt freiwillig? Was ist frei.
Nehmen wir mal an, Du steigst volltrunken in Dein Auto, um loszufahren. Du steckst den Zündschlüssel rein, siehts aber weiter vorne eine Polizeistreife. Du beschließt, doch lieber nicht besoffen Auto zu fahren.
Die Entscheidung ist zwar löblich, aber es ist sehr stark anzuzweifeln, dass sie auch freiwillig bzw. frei ist.
Was wäre denn geschehen, wenn Du die Polizisten nicht gesehen hättest? Wärst Du dann gefahren?
Eine Freiwilligkeit bzw. Freiheit im Sinne von "freien Wahlen" sieht jedenfalls anders aus.
Also muss man diese Einflüsse eben verhindern bzw. reduzieren. Man stelle sich sonst Parteien vor, die gezielt im letzen Augenblick Schlüsselreize auslösen, die den Wähler zu einer Wahl motivieren, die er sonst nicht getroffen hätte.
Daher keine Wahlwerbung in unmittelbarer Nähe von Wahllokalen und daher auch keine Veröffentlichung von Wahlergebnissen vor Schließung der Wahllokale.
> Keiner wird ne andere Partei wählen als die die ihm sowieso am
> nächsten steht.
Wechselwähler schon.
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