Ich nutze kein einziges soziales Netzwerk, habe keine Homepage und gebe mir Mühe meine Daten geheim zu halten. Eines Tages musste Ich allerdings feststellen dass Yasni zu meinem Namen ein ganz nettes Profil gesammelt hat, samt Foto und allem möglichen anderen Kram.
Grund:
- Lokalzeitungen veröffentlichen Abschlussjahrgänge. Da Ich in meiner Kindheit leider nicht oft genug umgezogen bin weiß nun also jeder mit wem Ich auf welcher Schule war und mit wem.
- Irgendwelche Ex-Klassenkameraden dachten Sie müssen die komplette Klasse in einen dämlichen "Freunde-bleiben-Dienst" eingeben.
- Mein Arbeitgeber dachte er muss alle Mitarbeiter samt Foto auf die Homepage packen.
- Mein PGP-Key ist im Sinne des "Web of Trust" von Leuten signiert die mich offensichtlich kennen.
- Ich bastle an diversen Open-Source-Projekten. Über Mailing-Listen-Archive kommen Yasni und Co. an die Mails und fangen an Verbindungen zu ziehen.
- etc.
Ich habe kein Problem damit bestimmte Dinge öffentlich zu machen, das lässt sich ja auch nicht immer vermeiden. Beispielsweise könnte mich über die Open-Source-Geschichte ja mal ein Arbeitgeber finden, und zu dem Kram stehe Ich auch.
Das Problem fängt allerdings dort an wo fremde Leute Daten über mich öffentlich machen, diese Dienste dann anfangen sinnlose Verbindungen zu ziehen und dieser Kram dann auf ewig gespeichert bleibt.
Karl Schlosser schrieb:
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> Das Problem fängt allerdings dort an wo fremde Leute Daten
> über mich öffentlich machen, diese Dienste dann anfangen
Freundlich anfragen Bild etc. zu löschen, und falls das keinen
Erfolg hat, bitte die ladefähige Adresse der Rechtsvertretung
verlangen.
Letzteres war bei Kumpels bei zwei Portalen nicht notwendig,
die haben das ""freiwillig"" gemacht. Beim dritten, na,
mal sehen.
Trockenobst
Naja immerhin bist du KORREKT erfasst... Suche ich mit meinem Namen, finden yasni & co mehrere Ergebnisse, auch aus meiner "näheren" Region. (Schicksal einer weit verbreiteten Vor- und Nachnamen-Kombi)
Was das Problem dabei ist? Keines der Ergebnisse trifft auf mich zu; da gibts Politiker, Reporter, uvm. Heissen alle gleich. Wenig Bilder, oder Infos die auf die "Eindeutigkeit" der Person schliessen lassen (und wenn erst dann, wenn man den Ergebnissen in die 3. Ebene folgt etc)...
Nun ist es ja heutzutage leider gang und gäbe, das künftige (potentielle) Arbeitgeber sich über die Bewerber im Voraus - genau auf solchen Seiten - informieren.
Hatte kürzlich das Vergnügen eines Vorstellungsgespräches - und durfte da Fragen zu meiner politischen Ausrichtung beantworten; auf meine Rückfrage ob das alle Bewerber machen müssten, kam dann "naja, wir haben im Internet einige Daten über sie gefunden"... Nunja - als ich dann erklärte das ich weder dieser Partei angehöre noch politische Publikationen verfasst habe, und es alleine in meiner Wohnregion mind. 15 Personen mit meinem Vor- und Nachnamen gibt, kamen Blicke vonwegen "was erzählen sie uns für nen Mist, wir haben doch die yasni-Ergebnisse gesehen" (die Absage kam ohne Begründung)
Siehst du das Problem? Was wenn man aufgrund dieser False Positives schon die Absage zum Voraus bekommt? (oder sonst jmd ein Nachteil entsteht, weil ein Namensvetter gefunden wurde)
Ich seh hier zwei Möglichkeiten:
1. diese Suchmaschinen verbieten
2. eigenes "positives eReputating" betreiben; möglichst bei allen Social Networks mit Foto & co auftreten, eigene HP erstellen usw... Und dann so optimieren, das man als erstes Suchergebnis erscheint (damit keine Verwechslungen auftreten können)
1. Variante: unwahrscheinlich, schwer zu bewerkstelligen
2. Variante: Datenschutztechnischer Suizid, zuweilen auch ein teurer Spass (eigene HP mit Domain; ist ja nicht immer alles günstig, vor allem wenn dann ein Namensvetter "Markenvorrechte" (eg. besagter Politiker, grösseres öffentliches Interesse an "meiner" Domain) geltend macht)
... und ich hab wahrlich kein Interesse, wegen den politischen Ansichten meines Namensvetters (und der nichtindizierten Fotogalerie seiner Partei (in der Schweiz)) Absagen zu erhalten; Stellensuche ist jetzt schon hart genug...
Danke ans Web2.0 - zuweilen haben Dinge mehr Nach- als Vorteile :-/
So ist es leider. Eigentlich bleibt einem bloß die zweite Lösung, wenn man auf potentielle Arbeitgeber nicht den Eindruck eines Offliners machen möchte - was in IT-Berufen nun mal nicht gut ankommt.
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