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Solche Arbeitgeber kann man sich sparen

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  1. Solche Arbeitgeber kann man sich sparen

    Autor: derdiedas 13.01.16 - 13:11

    und sollten auch kein qualifiziertes Personal bekommen.

    Wer seine Arbeit ordentlich macht sollte wegen so einer Lappalie nicht kündbar sein. Ich nutzte (auch jetzt) meine Zeit und schreibe hier privat was rein. Und niemand - wirklich niemand auf meiner Arbeit würde sich auch nur trauen das zu kritisieren.

  2. Re: Solche Arbeitgeber kann man sich sparen

    Autor: Oktavian 13.01.16 - 13:15

    > und sollten auch kein qualifiziertes Personal bekommen.

    Häufig sind solche Vorfälle auch nicht der Grund für die Kündigung, sondern eher der willkommene Anlass.

    > Wer seine Arbeit ordentlich macht sollte wegen so einer Lappalie nicht
    > kündbar sein.

    Hier liegt eher das Problem, denn wer seine Arbeit nicht ordentlich macht, ist beispielsweise in D trotzdem quasi nicht kündbar. Mangelnde Arbeitsleistung als Kündigungsgrund ist praktisch nicht durchsetzbar. Wenn man wegen des eigentlichen Grundes nicht kündigen kann, muss man es eben wegen einer Lappalie tun.

    Ein früherer Chef von mir meinte mal, wenn er einen Vertriebler kündigen muss, lässt er intensiv die Reisekostenabrechnungen prüfen. Irgendwo findet sich immer ein Fehler zugunsten des AN. Damit führt man dann ein 4-Augen-Gespräch und einigt sich auf eine Eigenkündigung mit moderter Abfindung und gutem Zeugnis.

  3. Re: Solche Arbeitgeber kann man sich sparen

    Autor: gaym0r 13.01.16 - 13:54

    derdiedas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wer seine Arbeit ordentlich macht sollte wegen so einer Lappalie nicht
    > kündbar sein.


    Hat er denn seine Arbeit ordentlich gemacht? Das weißt du nicht. Warum urteilst du dann?

  4. Re: Solche Arbeitgeber kann man sich sparen

    Autor: SoniX 13.01.16 - 14:05

    Wieso sollte man nicht kündbar sein wenn man seine Arbeit nicht "richtig" macht?

    Wenn ich meine Arbeit nicht so erledige wie ich sollte kann ich mir auch n neuen Job suchen. Ob man sowas als offiziellen Grund hernehmen kann weiß ich nicht. Aber eine Firma ist ja nicht verpflichtet jemandem eingestellt zu lassen; aus welchem Grund auch immer.

    Abfertigung kostet der Firma bei einer Kündigung auch nichtsmehr. Die wird im Voraus auf ein Konto einbezahlt und der Arbeitnehmer kann dann entscheiden ob er sie in die nächste Firma mitnimmt oder sich ausbezahlen lässt.

    Ausstehender Urlaub wäre auszubezahlen, aber den hätte der Arbeitnehmer sowieso irgendwann auch genommen. Und Kündigungsfristen sind einzuhalten, aber das kann man auch mit restlichem Urlaub abdecken.

  5. Re: Solche Arbeitgeber kann man sich sparen

    Autor: Oktavian 13.01.16 - 15:17

    > Wieso sollte man nicht kündbar sein wenn man seine Arbeit nicht "richtig"
    > macht?

    Das wird dem Arbeitgeber der zuständige Richter am Arbeitsgericht gerne erklären. Wenn er einen guten Job macht, tut es schon der Anwalt.

    > Wenn ich meine Arbeit nicht so erledige wie ich sollte kann ich mir auch n
    > neuen Job suchen. Ob man sowas als offiziellen Grund hernehmen kann weiß
    > ich nicht. Aber eine Firma ist ja nicht verpflichtet jemandem eingestellt
    > zu lassen; aus welchem Grund auch immer.

    Wenn Sie einen Mitarbeiter betriebsbedingt kündigen will, muss sie den Grund der Kündigung darlegen und nachweisen. Mangelnde Arbeitsleistung ist sehr schwer zu beweisen, denn in vielen Betrieben darf die Arbeitsleistung nicht gemessen werden (Betriebsrat), oder es gibt keine hinreichend große Vergleichgruppe mit identischer Tätigkeit. Gerichte setzen die Spannbreite einer angemessenen Arbeitsleistung (Top-Leister bis Minder-Leister) sehr breit an.

    Falls doch, ist zu klären, ob der Umstand vielleicht schon zur Einstellung hätte bekannt sein können (der AG hätte es wissen könne), oder ob sie vielleicht auf Erkrankung oder Alter zurückzuführen ist (Erkrankung geht vorüber, Alter ist kein Kündigungsgrund).

    Dann ist zu klären, ob der AG seiner Fürsorge- und Weiterbildungspflicht nachgekommen ist. Hätte man den AN evtl. schulen oder coachen können, hat es also fortgesetzt erfolglos versucht. usw...

    All das darf der AG lückelos beweisen.

    Ich habe solche Verfahren zwei mal mitbekommen. Beide male endete es in einem Vergleich, in dem der AG ziemlich bluten musste.

  6. Re: Solche Arbeitgeber kann man sich sparen

    Autor: Muhaha 13.01.16 - 15:24

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Hier liegt eher das Problem, denn wer seine Arbeit nicht ordentlich macht,
    > ist beispielsweise in D trotzdem quasi nicht kündbar.

    Natürlich ist man kündbar, wenn man seine Arbeit nicht ordentlich macht. Der AG muss aber bestimmte Schritte einhalten und anschliessend diese auch nachweisen, wenn es zu einer Kündigung wegen Minderleistung kommt.

    Dazu gehören protokollierte und gegengezeichnete Mitarbeitergespräche, Fristsetzungen und Vereinbarungen. Wenn dies alles nicht fruchtet und es innerhalb der Firma keinen anderen Job gibt, kann man einen Mitarbeiter wegen Minderleistung entlassen. Diesen Aufwand betreiben aber nur die wenigsten Firmen, weil die Vorgesetzten keine Ahnung vom Arbeitsrecht haben und auch nur wenige auf den Rat von Personalabteilung und/oder Rechtsanwalt hören wollen. Dann wird blindwütig und unüberlegt gekündigt und anschliessend über das Arbeitsgericht vollkommen zu Recht geblutet.

    Das Arbeitsrecht regelt das schon, man muss sich als Arbeitgeber nur daran halten, dann kann ihm hinterher auch niemand was.

  7. Re: Solche Arbeitgeber kann man sich sparen

    Autor: SirFartALot 13.01.16 - 15:25

    gaym0r schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > derdiedas schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Wer seine Arbeit ordentlich macht sollte wegen so einer Lappalie nicht
    > > kündbar sein.
    >
    > Hat er denn seine Arbeit ordentlich gemacht? Das weißt du nicht. Warum
    > urteilst du dann?

    Das spielt doch gar keine Rolle. Wenn nicht, war er mit der Aussage sowieso nicht gemeint.

    Es gibt nur eine richtige Antwort auf bestimmte symbolischen Gesten, wie z.B. schraeg nach oben ausgestreckte Hand oder erhobener Zeigefinger mit/ohne kleinem Finger: den ausgestreckten Mittelfinger!

  8. Re: Solche Arbeitgeber kann man sich sparen

    Autor: Oktavian 13.01.16 - 15:35

    > Dazu gehören protokollierte und gegengezeichnete Mitarbeitergespräche,
    > Fristsetzungen und Vereinbarungen. Wenn dies alles nicht fruchtet und es
    > innerhalb der Firma keinen anderen Job gibt,

    Genau an diesem Punkt scheitert es häufig. Dazu kommt noch die Verpflichtung, den Mitarbeiter ggf. durch Schulung, Coaching, Hilfsmittel, Umorganisation in die Lage zu versetzen, eine immer noch weit unterdurchschnittliche aber doch so gerade noch ausreichende Leistung zu erbringen.

    > Dann wird blindwütig und unüberlegt gekündigt und
    > anschliessend über das Arbeitsgericht vollkommen zu Recht geblutet.

    Das ist die dumme Möglichkeit. Die intelligentere ist eben, den Mitarbeiter bei einem gravierenden Regelverstoß zu erwischen (Missbrauch von Dienstmitteln, Diebstahl, üble Nachrede gegen den Chef, Drohungen), der eine fristlose hilfsweise fristgerechte Kündigung erlaubt. Und wie sagte schon Putin, als Bush im Irak keine Massenvernichtungswaffen gefunden hat? "Wenn wir gesucht hätten, wir hätten welche gefunden." Das ist billiger und geht schneller.

  9. Re: Solche Arbeitgeber kann man sich sparen

    Autor: berritorre 13.01.16 - 15:36

    Sagen wir es mal so: Kein halbwegs inteligenter Arbeitgeber wird einen guten Mitarbeiter wegen ein paar privater Nachrichten kündigen. So sehe ich das jedenfalls.

    Ich vermute auch, dass hier mehr dahinter steckt und nur ein Grund gesucht wurde, den Mitarbeiter zu entlassen. Es ist ja nicht so, dass heute nur der Arbeitgeber am längeren Hebel sitzt. In den meisten Fällen haben gute und qualifizierte Mitarbeiter einen sehr guten Stand in Unternehmen (für die sind Gewerkschaften und Betriebsräte in einigen Fällen sogar kontraproduktiv, weil die alle Arbeitnehmer vertreten [müssens], und meistens mit den schlechten besonders beschäftigt sind). Soll nicht heissen dass Gewerkschaften/Betriebsräte grundsätzlich schlecht sind. Aber wenn du weiss, dass deine Kollege, der vielleicht die Hälfte leistet, das gleiche Gehalt bekommt, weill die Job-Beschreibung die gleiche ist, dann fördert das nicht unbedingt die eigene Motivation.

  10. Re: Solche Arbeitgeber kann man sich sparen

    Autor: SoniX 13.01.16 - 15:41

    Ich habe mir nun deinen und dann diesen Text durchgelesen: http://www.karriere.at/c/beendigung-des-arbeitsverhaeltnisses

    Nur kann ich aus dem link nichts von irgendwelchen Gründen lesen.

    Ob nun neue Qualifikationen notwendig seien die der Arbeitnehmer nicht hat, ob der inzwischen ausgelernte Lehrling den Job besser erledige als der ältere Arbeitnehmer, ob die Auftragslage schwach sei, was auch immer: Ein Arbeitgeber ist nicht verpflichtet einen Arbeitnehmer zu behalten.

    Wäre ja noch schöner... einmal eingestellt, für ewig verbunden. Da würde keine Firma mehr Leute einstellen.

  11. Re: Solche Arbeitgeber kann man sich sparen

    Autor: Lügenbold 13.01.16 - 15:43

    derdiedas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > und sollten auch kein qualifiziertes Personal bekommen.
    >
    > Wer seine Arbeit ordentlich macht sollte wegen so einer Lappalie nicht
    > kündbar sein. Ich nutzte (auch jetzt) meine Zeit und schreibe hier privat
    > was rein. Und niemand - wirklich niemand auf meiner Arbeit würde sich auch
    > nur trauen das zu kritisieren.

    Privates und Dienstliches zu trennen ist ein Zeichen von Professionalität. Arbeitnehmer, die ich als qualifiziert bezeichne, verhalten sich professionell. Damit ist alles gesagt.

  12. Re: Solche Arbeitgeber kann man sich sparen

    Autor: Oldschooler 13.01.16 - 15:45

    derdiedas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > und sollten auch kein qualifiziertes Personal bekommen.
    >
    > Wer seine Arbeit ordentlich macht sollte wegen so einer Lappalie nicht
    > kündbar sein. Ich nutzte (auch jetzt) meine Zeit und schreibe hier privat
    > was rein. Und niemand - wirklich niemand auf meiner Arbeit würde sich auch
    > nur trauen das zu kritisieren.

    Du hast es selber gesagt: "Wer seine Arbeit ordentlich macht". Wenn man jedoch Schlafmützen hat, die für alles ewig brauchen und dann noch irgendwelchen Privatkram bei der Arbeit machen, dann muss man das als Arbeitgeber irgendwie lösen können. Und jetzt sag nicht, dass man die Mitarbeiter mit 20 Jahren Unternehmenszugehörigkeit anders los wird, jedes Gericht lacht einen aus!

  13. Re: Solche Arbeitgeber kann man sich sparen

    Autor: Muhaha 13.01.16 - 15:46

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Das ist die dumme Möglichkeit. Die intelligentere ist eben, den Mitarbeiter
    > bei einem gravierenden Regelverstoß zu erwischen (Missbrauch von
    > Dienstmitteln, Diebstahl, üble Nachrede gegen den Chef, Drohungen), der
    > eine fristlose hilfsweise fristgerechte Kündigung erlaubt.

    Aber wenn man sich diese Mühe machen will (so mal Abrechnungen checken geht auch nicht bei jedem Job), kann man auch gleich den ordentlichen Weg über Gespräche/Vereinbarungen gehen. Der von Dir beschriebene Weg ist manchmal zwar ein nicht ungeschickter Weg, doch ich habe lange in einer Firma gearbeitet, in der Mitarbeiter auf die Tour gefeuert wurden. Nach nur kurzer Zeit herrschte ein total vergiftetes Arbeitsklima, weil Informationen über entsprechende Verstöße nur über Kollegen an die Vorgesetzten weitergetragen werden konnten. Da wurde selbst ein privates Abkotzgespräch auf einer Party wegen konkreter Mißstände auf der Arbeit dem Vorgesetzten weitergetragen.

    Ich war dort selber Abteilungsleiter, habe selber Leute entlassen und kann wenigstens sagen, dies immer sauber und ohne Dreckwühlerei geschafft zu haben. Wer unangenehm aufgefallen ist, aber nicht gekündigt werden konnte, wurde entsprechend versetzt, wo kein großer Schaden entstehen konnte. Man kann als Arbeitgeber schon alles sauber abwickeln, das Arbeitsrecht bietet hier eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Aber man muss es auch wollen und genau daran scheitert oft genug sowohl Deine "Abkürzung" :) als auch der längere, ordentliche Weg.

    Denn viele zu viele Abteilungsleiter und/oder Geschäftsführer sind für diesen Job schlichtweg nicht geeignet. Menschenführung existiert nicht, eigene Charakterfehler werden an Mitarbeitern ausgelassen usw. Und genau wegen solchen Vollhonks gibt es Gesetze zum Schutz der Arbeitnehmer :)

  14. Re: Solche Arbeitgeber kann man sich sparen

    Autor: Lügenbold 13.01.16 - 15:51

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das ist die dumme Möglichkeit. Die intelligentere ist eben, den Mitarbeiter
    > bei einem gravierenden Regelverstoß zu erwischen (Missbrauch von
    > Dienstmitteln, Diebstahl, üble Nachrede gegen den Chef, Drohungen), der
    > eine fristlose hilfsweise fristgerechte Kündigung erlaubt. Und wie sagte
    > schon Putin, als Bush im Irak keine Massenvernichtungswaffen gefunden hat?
    > "Wenn wir gesucht hätten, wir hätten welche gefunden." Das ist billiger und
    > geht schneller.


    Natürlich. Es ist äußerst exotisch, dass jemand wirklich zB nur wegen einem 10 Cent Pfandbon gekündigt wurde, wie einige Fälle suggerierten, die von der Boulevardpresse breit getreten wurden. Auch die Kassiererin, die damals ihre 15 minutes of fame sichtlich genoß und durch Talkshwows tingelte, wurde mit Sicherheit nicht nur wegen einem Pfandbon gekündigt. Da gab es viele andere Probleme, aber weil unser Arbeitsrecht so restriktiv ist, dass man Leute schwierig wieder los wird, pickt man dann eben solche Anlässe gezielt heraus. Eine Kassiererin, die immer mit allen Kollegen gut klar kommt, freundlich mit Kunden umgeht und fleißig war wird mit Sicherheit nicht sofort gefeuert, wenn es Unklarheiten bzgl. eines Pfandbons gibt. Analog auch bei der privaten Nutzung dienstlicher Rechner. So gekündigten Arbeitnehmern weinen Kollegen und Chef meist keine Träne nach, man hat damit eben nur eine Möglichkeit gefunden jemanden loszuwerden, den man auf andere, transparentere Weise nicht loswerden konnte.

    Das zeigt nur, dass unser Arbeitsrecht nicht wirklich Kündigungen verhindert, wenn man jemanden loswerden will. Aber es führt dazu, dass über Kleinigkeiten ausführlich vor Arbeitsgerichten gestritten wird, weil man eben nicht wie in den USA einfach jemand wieder ordentlich und unter Erwachsenen mit der ehrlichen Begründung kündigen kann, dass derjenige für den Job einfach nicht taugt, einfach nicht genug leistet, dauernd Aufgaben versemmelt, usw. Also musst du in Deutschland darauf lauern, dass jemand den Bürocomputer privat nutzt o. ä.

    Nur so kommt es überhaupt zu solchen Prozessen. Aber das ist ein anderes Thema.

  15. Re: Solche Arbeitgeber kann man sich sparen

    Autor: Muhaha 13.01.16 - 15:56

    Hier ziehst Du aber ziemlich polemisch über ein verdammt schwieriges und komplexes Thema her ... wie geht man mit Mitarbeitern um, wo es auf einer zwischenmenschlichen Ebene nicht richtig funktioniert?

    Da ist die Abkürzung über Lappalien natürlich ein gern genommener Weg, aber eine Kündigung ist leider oftmals die einzige Maßnahme, die Vorgesetzten einfällt, um so eine Situation zu lösen. Und genau HIER ist es auch richtig, dass Arbeitnehmer vor irgendwelchen Willkürakten ihrer Arbeitgeber geschützt werden.

  16. Re: Solche Arbeitgeber kann man sich sparen

    Autor: Oktavian 13.01.16 - 15:58

    > Ich habe mir nun deinen und dann diesen Text durchgelesen: www.karriere.at

    Zu Arbeitsrecht in Österreich kann ich wenig sagen. Außerdem ist es noch ein gewisser Unterschied, welche Regeln das Gesetz zunächst einmal vorgibt, und wie diese in der Praxis durch Arbeitsgerichte ausgelegt werden.

    > Ob nun neue Qualifikationen notwendig seien die der Arbeitnehmer nicht hat,

    Hier geht man schon zunächst von der Pflicht zur Schulung aus. Oder zur Umbesetzung innerhalb der Firma. Falls das nicht möglich ist (Beweispflicht natürlich beim AG), kann der AG betriebsbedingt kündigen. Hier geht es aber nicht um Minderleistung sondern um gewisse nicht vorhandene Fertigkeiten. Das ist vergleichsweise leicht in D.

    > ob der inzwischen ausgelernte Lehrling den Job besser erledige als der
    > ältere Arbeitnehmer, ob die Auftragslage schwach sei, was auch immer: Ein
    > Arbeitgeber ist nicht verpflichtet einen Arbeitnehmer zu behalten.

    Oh, dann probier das mal, das wird lustig. Wenn zB die Auftragslage schwach ist, und der AG betriebsbedingt kündigen will, darf er das. Allerdings muss er eine Sozialauswahl durchführen. Er muss darlegen können, wie er das getan hat. Hierzu geben die Verbände Empfehlungen. Dabei gibt es Punkte für Jahre der Betriebszugehörigkeit, Familienstand, Kinder, Alleinerzieher, usw. Gerade die Minderleister bleiben bei diesem System meist drin. Für Topleister kann man Ausnahmen schaffen, aber meist muss man aus der Mitte kündigen.

    > Wäre ja noch schöner... einmal eingestellt, für ewig verbunden. Da würde
    > keine Firma mehr Leute einstellen.

    War das nicht genau der Grund, warum große Unternehmen neben der Stammbelegschaft für Schwankungen so gerne Leiharbeiter einstellen? Die wird man so einfach wieder los...

  17. Re: Solche Arbeitgeber kann man sich sparen

    Autor: Lügenbold 13.01.16 - 16:11

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Ich habe mir nun deinen und dann diesen Text durchgelesen:
    > www.karriere.at
    >
    > Zu Arbeitsrecht in Österreich kann ich wenig sagen. Außerdem ist es noch
    > ein gewisser Unterschied, welche Regeln das Gesetz zunächst einmal vorgibt,
    > und wie diese in der Praxis durch Arbeitsgerichte ausgelegt werden.
    >
    > > Ob nun neue Qualifikationen notwendig seien die der Arbeitnehmer nicht
    > hat,
    >
    > Hier geht man schon zunächst von der Pflicht zur Schulung aus. Oder zur
    > Umbesetzung innerhalb der Firma. Falls das nicht möglich ist (Beweispflicht
    > natürlich beim AG), kann der AG betriebsbedingt kündigen. Hier geht es aber
    > nicht um Minderleistung sondern um gewisse nicht vorhandene Fertigkeiten.
    > Das ist vergleichsweise leicht in D.
    >
    > > ob der inzwischen ausgelernte Lehrling den Job besser erledige als der
    > > ältere Arbeitnehmer, ob die Auftragslage schwach sei, was auch immer:
    > Ein
    > > Arbeitgeber ist nicht verpflichtet einen Arbeitnehmer zu behalten.
    >
    > Oh, dann probier das mal, das wird lustig. Wenn zB die Auftragslage schwach
    > ist, und der AG betriebsbedingt kündigen will, darf er das. Allerdings muss
    > er eine Sozialauswahl durchführen. Er muss darlegen können, wie er das
    > getan hat. Hierzu geben die Verbände Empfehlungen. Dabei gibt es Punkte für
    > Jahre der Betriebszugehörigkeit, Familienstand, Kinder, Alleinerzieher,
    > usw. Gerade die Minderleister bleiben bei diesem System meist drin. Für
    > Topleister kann man Ausnahmen schaffen, aber meist muss man aus der Mitte
    > kündigen.
    >
    > > Wäre ja noch schöner... einmal eingestellt, für ewig verbunden. Da würde
    > > keine Firma mehr Leute einstellen.
    >
    > War das nicht genau der Grund, warum große Unternehmen neben der
    > Stammbelegschaft für Schwankungen so gerne Leiharbeiter einstellen? Die
    > wird man so einfach wieder los...


    "Wer nichts macht, der macht auch nichts falsch", ja, wer seine Arbeit nur mit halber Backe macht aber doch immer Dienst nach Vorschrift und keinerlei Ansatzpunkt für eine Kündigung gibt, also auch die Aufgaben seiner Stellenbeschreibung vorschriftsgemäß erfüllt und keine angreifbare Minderleistung abliefert, den wird man tatsächlich nicht mehr los. Manches Unternehmen ist schon in schwierigen Situationen in die Pleite geschlittert, weil man diese Leute nicht mehr los wurde, aber umgekehrt die Jüngsten entlassen musste (Sozialpläne finden es ja sozial, ältere Mitarbeiter, die schon Ersparnisse, ein abbezahltes Haus haben und deren Kinder schon aus dem Haus sind, als letztes zu entlassen - der junge Familienvater, der noch seine Kredite abstottern muss, der fliegt zuerst).

    Und viele Dinge mehr. Ich habe schon Verständnis für Arbeitgeber, die resolute Anwälte engagieren, um Leute, die sich für unkündbar halten, doch noch irgendwie loszuwerden. Die Arbeitswelt ist ja kein Sandkasten, da geht es um viel Geld. Und wenn man jemand in der Mannschaft hat, der nicht mitzieht, aber doch enorm viel Geld kostet, das gezahlte Nettogehalt darf man durch die Lohnnebenkosten ja nochmal eben verdoppeln aus AG Sicht, dann bringt das ein kleines Unternehmen mitunter in echte wirtschaftliche Probleme. Das ist dann der fehlende Jahresgewinn, das Geld was bei der nächsten Investition fehlt. Und wenn es dann zum Personalabbau kommt, weil die Firma nahe am Ruin ist, wer darf dann am längsten an Bord bleiben?...

    Ja, unser Arbeitsrecht ist wirklich sehr demotivierend für all jene, die sich reinknien und denken, dass das belohnt wird.

  18. Re: Solche Arbeitgeber kann man sich sparen

    Autor: Stippe 13.01.16 - 16:14

    SoniX schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Wäre ja noch schöner... einmal eingestellt, für ewig verbunden. Da würde
    > keine Firma mehr Leute einstellen.

    Zumindest in Deutschland kann man einen unbefristeten Arbeitsvertrag als Arbeitgeber nicht ohne weiteres kündigen.

  19. Re: Solche Arbeitgeber kann man sich sparen

    Autor: SoniX 13.01.16 - 16:20

    Weils gerade in meinem Umfeld passiert ist:

    Ein Mann (Verwandschaft) hat über 30 Jahre bei einer Firma gearbeitet; hat sich nichts zu Schulden kommen lassen. Auftragslage war vor Jahren noch sehrgut; ein Lehrling wurde aufgenommen. Der Mann hat den Lehrling eingeschult. Auftragslage wurde schlechter, der Mann im inzwischen gehobenen Alter wurde entlassen. Findet wahrscheinlich nie wieder einen Job, hat Frau und zwei Kinder. Seinen Job macht nun der Lehrling. Bei anderen Firmen kommt er nicht unter weil er noch den Wissensstand von vor 30 Jahren hat; Weiterbildungen gabs nie.

    Laut deiner Aussage sollte sowas nicht vorkommen.

    Hätte man die Firma klagen sollen?
    Wegen unterlassener Weiterbildungsmöglichkeiten?
    Wegen Entlassung trotz des hohen Alters?
    Wegen Entlassung trotz Familie?

  20. Re: Solche Arbeitgeber kann man sich sparen

    Autor: Oktavian 13.01.16 - 16:33

    > Laut deiner Aussage sollte sowas nicht vorkommen.

    Hier ist natürlich entscheidend zu wissen, welchen Grund die Firma angegeben hat. Meist sind die Gründe sehr fadenscheinig ("betriebsbedingt" ohne nähere Ausführung). Das zerlegt schon ein hinzugezogener Anwalt mit einem Brief.

    > Hätte man die Firma klagen sollen?

    Man hätte sich zumindest anwaltlich beraten lassen sollen. Prozesse vor dem Arbeitsgericht sind nicht teuer, da der Streitwert vergleichsweise gering ist. Eine Klage auf Wiedereinstellung und Fortbeschäftigung ist quasi obligatorisch. Oft kommt zumindest ein Vergleich heraus selbst bei berechtigter Kündigung.

    > Wegen unterlassener Weiterbildungsmöglichkeiten?
    > Wegen Entlassung trotz des hohen Alters?
    > Wegen Entlassung trotz Familie?

    Standardantwort des Juristen: Kommt drauf an. Die Begründung der Kündigung ist relevant. Wenn er gekündigt wurde wegen schwacher Auftragslage, dann sind hohes Alter und Familie wichtige Gründe (Sozialauswahl). Wenn Grund die veralteten Kenntnisse sind, dass eben wegen mangelnder Weiterbildung.

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