Wenn ich jetzt auf dem Oktoberfest auf eigene Kosten Freibier ausschenke - muss ich dann auch den Wirten "Schadenersatz" zahlen? Und muss Linus Torwalds "Schadenersatz" an Microsoft und Apple bezahlen?
spyro
1 mal bearbeitet, zuletzt am 02.02.12 14:50 durch spyro2000.
d.h in Frankreich darf man nichts für umsonst anbieten. Die spinnen die Franzosen. Aber das ist ja nichts neues.
Oder ich beginne, Freeware und OSS zu verkaufen und dann alle, die es kostenlos vertreiben zu verklagen, weil sie ja dann den Wettbewerb verzerren. Herrlich dämlich, die Herren aus Franzosien.
spyro2000 schrieb:
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> Und muss Linus
> Torwalds "Schadenersatz" an Microsoft und Apple bezahlen?
>
> spyro
Wenn Linux eine Gefahr (wobei "Gefahr" im Hinblick auf die Verbreitung von Google Maps ja noch nett ausgedrückt ist) für andere BS wäre vielleicht.
spyro2000 schrieb:
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> Wenn ich jetzt auf dem Oktoberfest auf eigene Kosten Freibier ausschenke -
> muss ich dann auch den Wirten "Schadenersatz" zahlen? Und muss Linus
> Torwalds "Schadenersatz" an Microsoft und Apple bezahlen?
>
> spyro
Nur wenn du das jedes Jahr und an allen Tagen des Oktoberfestes unbegrenzt machst. Es muss auch gar nicht Freibier sein, es reicht schon ein Angebot bei dem du Verlust machst und diesen Verlust mit etwas anderem deckst, z.B. weil du eine Suchmaschine mit gigantischen Werbeeinnahmen nebenher betreibst.
Das ist dann kein einmaliges Geschenk/Werbemaßnahme mehr, sondern du versuchst gezielt mit deiner anderswo verdienten Kohle einen Markt zu zerstören ...
1 mal bearbeitet, zuletzt am 02.02.12 15:11 durch Sebbi.
Sebbi schrieb:
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> Das ist dann kein einmaliges Geschenk/Werbemaßnahme mehr, sondern du
> versuchst gezielt mit deiner anderswo verdienten Kohle einen Markt zu
> zerstören ...
Aha, jeder, der oft etwas verschenkt, ist automatisch ein böser Kapitalismusgegner?
blablub schrieb:
.
>
> Aha, jeder, der oft etwas verschenkt, ist automatisch ein böser
> Kapitalismusgegner?
für die meisten kapitalisten ist er das...
Aber was ist mit OSS?
Ich arbeite als Entwickler irgendwo, verdien gut Geld und in meiner Freizeit bastel ich Software die ich verschenke. Wenn die "zufällig" beliebter ist, als das was gerade auf dem Markt ist und alle nur noch meinen Kram benutzen und nix mehr kaufen, dann hab ich damit effektiv auch einen Markt zerstört...
Das ist er sogar tatsächlich. Wobei sich natürlich die Frage stellt wie gut oder schlecht es ist, ein Kapitalismusgegner zu sein :D
Sebbi schrieb:
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> Das ist dann kein einmaliges Geschenk/Werbemaßnahme mehr, sondern du
> versuchst gezielt mit deiner anderswo verdienten Kohle einen Markt zu
> zerstören ...
Das ist nicht die Analogie zu Google. Analog wäre es, wenn du Statistiken zu all den Leuten erfassen würdest, die bei dir ein kostenloses Bier holen. Sie würden es beliebig oft und beliebig lange bekommen, aber du würdest penibel Buch darüber führen, wer wie oft welche Art Bier zu welcher Zeit wie trinkt und danach wohin geht. Am Ein- und Ausgang würden außerdem Werbetreibende warten, die die Kunden mit allerlei Flyern etc. behelligen und sie dabei persönlich ansprechen.
Das passiert, weil es ein Geschäftsmodell ist, aber nicht aus reiner Zerstörungswut gegenüber den anderen Wirten, insofern legitim...
> Wenn ich jetzt auf dem Oktoberfest auf eigene Kosten Freibier ausschenke -
> muss ich dann auch den Wirten "Schadenersatz" zahlen? Und muss Linus
> Torwalds "Schadenersatz" an Microsoft und Apple bezahlen?
>
> spyro
Nur mal als Erinnerung: Als Microsoft zusammen mit seinem Office ein Mail-Programm verschenkte, war die Aufregung groß. Ebensogroß als Frontpage dazu gebundelt wurde. Und weil MS sich erdreistete, seinem Betriebssystem einen Internetbrowser zu spendieren, schritt sogar mal die EU ein.
Das ist bei uns auch nicht anders.
Wohlgemerkt reden wir von Unternehmen und google ist ein Unternehmen.
Wenn ein Unternehmen eine Leistung kostenfrei anbietet, dann kann ein Mitbewerber dagegen vorgehen. Da die Leistung durch andere Angebote (Suchmaschine) finanziert wird, kann ein Konkurrent nicht mehr mithalten und wird verdrängt.
Extremes Beispiel:
Apple will den TV-Markt beherschen und gibt kostenfreie Fernseher raus, diese können sie durch ihre anderen Geschäfte finanzieren. Damit hätten TV-Hersteller ein großes Problem, da diese auf den Verkauf angewiesen sind. Das verzerrt den Wettbewerb. Und das kann nicht im Interesse von uns allen sein, da nach Verdrängung der Konkurrenz Apple freihe Hand hat.
Du bist aber kein Unternehmen.
Unternehmen dürfen keine Leistung unter Einstandspreis verschenken.
dabbes schrieb:
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> Das ist bei uns auch nicht anders.
Doch, sonst hätte Google hierzulande und erst recht in den USA schon zahlen müssen ;)
> Das verzerrt den Wettbewerb. Und das kann nicht im Interesse von uns allen
> sein, da nach Verdrängung der Konkurrenz Apple freihe Hand hat.
Das tut es nicht, schließlich floriert die kostenlose Konkurrenz neben Google - Bing Maps, Nokia Maps, OSM, alles für den Enduser kostenlos. Dennoch funktioniert das System hervorragend, Google ist ständig unter Innovationsdruck, sonst verlieren sie die _Marktführerschaft_ - sie führen schließlich kein Monopol, sondern sind dem Wettbewerb wie die anderen Anbieter auch ausgeliefert...
Bouncy schrieb:
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> dabbes schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > Das ist bei uns auch nicht anders.
> Doch, sonst hätte Google hierzulande und erst recht in den USA schon zahlen
> müssen ;)
Wo kein Kläger, da kein....
> > Das verzerrt den Wettbewerb. Und das kann nicht im Interesse von uns
> allen
> > sein, da nach Verdrängung der Konkurrenz Apple freihe Hand hat.
> Das tut es nicht, schließlich floriert die kostenlose Konkurrenz neben
> Google - Bing Maps, Nokia Maps, OSM, alles für den Enduser kostenlos.
Die Unternhmen sind an die gleichen Regeln gebunden wie google. Und sollte Bing Maps eine gewisse Marktposition inne haben, dann werden auch diese verklagt.
> Dennoch funktioniert das System hervorragend, Google ist ständig unter
> Innovationsdruck, sonst verlieren sie die _Marktführerschaft_ - sie führen
> schließlich kein Monopol, sondern sind dem Wettbewerb wie die anderen
> Anbieter auch ausgeliefert...
google kann aber im Vergleich zu anderen Anbietern "unbegrenzt" Geldmittel in Maps pumpen, ohne mit Maps auch nur 1 cent verdienen zu müssen.
Ich finde google Maps selbst ja auch gut, aber es hat auch seine Nachteile und zwar dann, wenn andere Anbieter mangels Kapital vom Markt verschwinden. Denn dann wars das mit dem Innovationsdruck.
spyro2000 schrieb:
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> Wenn ich jetzt auf dem Oktoberfest auf eigene Kosten Freibier ausschenke -
> muss ich dann auch den Wirten "Schadenersatz" zahlen?
Wow, versuch mal auf dem Oktoberfest Bier zu verschenken (welches du nicht dort gekauft hast). Da kannste froh seien wenn die Polizei dich mit nimmt und nicht ein Bierzeltpächter.
Bei Linux z.B. gab es ja auch ähnliche Anfeindungen, unter Anderem aus Redmond. Das böse kommunistische Linux würde dem gute kapitalistischen Windows die Marktgrundlage entziehen...
___________
"Aufgrund der globalen Klimaerwärmung sowie der gegenwärtigen Finanzkrise wird das Licht am Ende des Tunnels nun abgeschaltet!"
- Autor unbekannt -
dabbes schrieb:
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> Extremes Beispiel:
> Apple will den TV-Markt beherschen und gibt kostenfreie Fernseher raus,
> diese können sie durch ihre anderen Geschäfte finanzieren. Damit hätten
> TV-Hersteller ein großes Problem, da diese auf den Verkauf angewiesen sind.
> Das verzerrt den Wettbewerb. Und das kann nicht im Interesse von uns allen
> sein, da nach Verdrängung der Konkurrenz Apple freihe Hand hat.
Ach, so wie es Microsoft macht indem es die ganzen illegalen Windowskopien tolleriert? *scnr*
Freepascal schrieb:
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> Und weil MS sich erdreistete, seinem Betriebssystem
> einen Internetbrowser zu spendieren, schritt sogar mal die EU ein.
Ich glaube das war ein wenig anders als du es hier darstellst.
Browser-Hersteller mussten Gebühren bezahlen damit technische Informationen zur Implementierung anderer Browser genutzt werden konnten. Damit hat MS aktiv den Markt behindert und seine damalige Monopol-Stellung ausgenutzt.
Das ist etwas völlig anderes als das Problem mit Google Maps.
Vergleichbar wäre es eher wenn Google in Chrome nur Google Maps zulassen würde bzw. von anderen Maps-Anbietern Lizenzgebühren verlangen würde damit diese Maps-Services angezeigt werden dürften.
Edit:
Und Nintendo kann dann also MS und Sony verklagen weil diese ihre Konsolen unter Herstellungspreis verkaufen oder wie?
Rechtlich relevant wird dies anscheinend erst wenn es sich gezielt um Preisdumping gegen Mitbewerber handelt, was ja angesichts anderer kostenloser Maps-Anbieter nicht der Fall zu sein scheint.
2 mal bearbeitet, zuletzt am 02.02.12 18:30 durch xakos.
blablub schrieb:
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> Sebbi schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > Das ist dann kein einmaliges Geschenk/Werbemaßnahme mehr, sondern du
> > versuchst gezielt mit deiner anderswo verdienten Kohle einen Markt zu
> > zerstören ...
>
> Aha, jeder, der oft etwas verschenkt, ist automatisch ein böser
> Kapitalismusgegner?
Du hast das falsch verstanden.
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