Ist doch klar, oder? Das gilt auch für Unis, dortige Vorlesungen, öffentlich finanzierte Forschung (keine Patente darauf) bzw. kein Urheberrecht auf entsprechende Veröffentlichungen, für GEO-Daten, Produktionen der Öffentlich-Rechtlichen, etc.
Ich will die Firma sehen, in der ich bezahlt arbeiten und mich dann mit den Ergebnissen absetzen kann. Haben die Piraten das auf dem Schirm?
1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.01.12 12:26 durch glamolium.
Sehr richtig, jedoch sind Vorlesungen nur ein kleiner Teil des universitären Betriebs. Wissenschaftliche Publikationen landen in Jounals, die nur mit einer saftigen Gebühr abgerufen werden. Es kann nicht sein, dass jede Universität viel Geld dafür einsetzt einen kostenfreien Zugang für Studenten und Mitarbeiter zu ermöglichen, wenn viele Arbeiten durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert wurden.
Dabei kann man den Journals noch nichteinmal einen Vorwurf machen, durch das vorab Review einer wissenschaftlichen Arbeit wird eine Qualitätssicherung vorgenommen, jedoch sind die Leute die die Arbeiten vorher bewerten wieder meist Angestellte von Universitäten, wo sich der Kreis wieder schließt. Man kann die Beurteilung von wissenschaftlicher Leistung nicht outsourcen und sich dann aufregen, wenn es Geld kostet. Man kann das System jedoch in Frage stellen und ändern.
__max__ schrieb:
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> Sehr richtig, jedoch sind Vorlesungen nur ein kleiner Teil des
> universitären Betriebs. Wissenschaftliche Publikationen landen in Jounals,
> die nur mit einer saftigen Gebühr abgerufen werden. Es kann nicht sein,
> dass jede Universität viel Geld dafür einsetzt einen kostenfreien Zugang
> für Studenten und Mitarbeiter zu ermöglichen, wenn viele Arbeiten durch die
> Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert wurden.
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> Dabei kann man den Journals noch nichteinmal einen Vorwurf machen, durch
> das vorab Review einer wissenschaftlichen Arbeit wird eine
> Qualitätssicherung vorgenommen, jedoch sind die Leute die die Arbeiten
> vorher bewerten wieder meist Angestellte von Universitäten, wo sich der
> Kreis wieder schließt. Man kann die Beurteilung von wissenschaftlicher
> Leistung nicht outsourcen und sich dann aufregen, wenn es Geld kostet. Man
> kann das System jedoch in Frage stellen und ändern.
Ich könnte ja sogar damit leben, dass der Review als eigenständige Leistung geschützt ist, aber was ein öffentlich bezahlter Wissenschaftler veröffentlicht, hat eben öffentlich zu sein - dann eben ohne Review, kann die Crowd bei Interesse ja auch machen.
Wenn ich mir aber vorstelle, dass Prof. A von öffentlichen Geldern bezahlt ein Buch schreibt, die Rechte daran einem privaten Verlag verkauft, der das Ding druckt und Bibliotheken mit öffentlichen Geldern ein paar Exemplare (idR zu wenige) wieder zurückkaufen, wo sich dann die Studenten und andere Interessierte drum kloppen - Hallo, wie leben 2012! Könnten wir bitte mit öffentlichen Mitteln effektiv und effizient umgehen und die neuen Technologien sinnvoll einsetzen anstatt veraltete Geschäftsmodelle zu schützen?
Das kotzt mich dermaßen an!
Ein Institut der öffentlichen Hand entwickelt für Millionen eine Technologie, die dann jedes x-beliebige Unternehmen, z.B. aus den USA, einfach nehmen darf, um damit Milliarden Gewinne zu erwirtschaften, ohne den Bürgern und Bürgerinnen der BRD, bzw. der EU etwas davon zurückzugeben?
Das kann doch nicht dein Ernst sein?
glamolium schrieb:
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> Ist doch klar, oder? Das gilt auch für Unis, dortige Vorlesungen,
> öffentlich finanzierte Forschung (keine Patente darauf) bzw. kein
> Urheberrecht auf entsprechende Veröffentlichungen, für GEO-Daten,
> Produktionen der Öffentlich-Rechtlichen, etc.
>
> Ich will die Firma sehen, in der ich bezahlt arbeiten und mich dann mit den
> Ergebnissen absetzen kann. Haben die Piraten das auf dem Schirm?
Das mag moralisch richtig klingen, aber die Realität sieht anders aus. Die EU hat viele Fördertöpfe, aber davon ist keiner and die Bedingung der feien Zugänglichkeit geknüpft. Die werden zwar für Forschung und Entwicklung ersonnen, sind aber reine Wirtschaftsförderprogramme.
Es ist eben nicht mehr eine Politik fürs Volk sondern für die Wirtschaft.
Hast du zwar prinzipiell Recht, aber auch da muss man wieder differenzieren. Eine Stelle im öffentlichen Dienst als wissenschaftlicher Mitarbeiter hat oft rein gar nichts mit seiner wissenschaftlichen Arbeit zu tun. In der Regel wird er dafür bezahlt diverse Aufgaben an der Universität zu übernehmen und kann PARALLEL dazu (unbezahlt) für seinen nächsten Ausbildungstitel arbeiten.
Bei Professoren ist das natürlich anders, das Verlagbeispiel ist durchaus berechtigt, finde das auch bedenklich, wie da aus öffentlichen Geldern oftmals privates Kapital gescheffelt wird.
Deswegen sprach er explizit von Arbeiten aus denen keine Patente hervorgehen! Es ist nun mal Fakt, dass die meiste akademische Forschung in Schubladen verschwindet und dort nie wieder rauskommt, bestenfalls wird sie noch zitiert in anderen Publikationen, die auch in der Schublade verschwinden ;)
> Ein Institut der öffentlichen Hand entwickelt für Millionen eine Technologie, die dann > jedes x-beliebige Unternehmen, z.B. aus den USA, einfach nehmen darf, um damit
> Milliarden Gewinne zu erwirtschaften, ohne den Bürgern und Bürgerinnen der BRD,
> bzw. der EU etwas davon zurückzugeben?
Du kriegst ja was zurück als Bürger - nämlich billigere Produkte. Was glaubste wer für den ganzen Intellectual-Property-Foo bezahlt?
Was meinst du bspw-, warum Medikamente so teuer sind? Die Herstellungskosten sind es im Regelfall nicht, sondern die Lizenzkosten.
Und wenn die Amis oder Chinesen Technik, die hier erfunden und gebaut wird, einsetzen - selbst wenn sie sie nachbauen - was gibt es besseres, um seine Relevanz auf der Weltbühne zu stärken?
1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.01.12 13:43 durch glamolium.
muhzilla schrieb:
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> Hast du zwar prinzipiell Recht, aber auch da muss man wieder
> differenzieren. Eine Stelle im öffentlichen Dienst als wissenschaftlicher
> Mitarbeiter hat oft rein gar nichts mit seiner wissenschaftlichen Arbeit zu
> tun. In der Regel wird er dafür bezahlt diverse Aufgaben an der Universität
> zu übernehmen und kann PARALLEL dazu (unbezahlt) für seinen nächsten
> Ausbildungstitel arbeiten.
>
> Bei Professoren ist das natürlich anders, das Verlagbeispiel ist durchaus
> berechtigt, finde das auch bedenklich, wie da aus öffentlichen Geldern
> oftmals privates Kapital gescheffelt wird.
Das ist wohl richtig. Trifft aber nicht das, was ich damit meine. Ich kenne zum Beispiel Firmen, die beziehen über Förderprogramme Geld von der EU. Diese Projekte sind aber nicht fürs Allgemeinwohl sondern helfen der Firma allein. Nichts davon ist frei zugänglich. Nicht mal deren Erfolg wird geprüft. Nur eine rudimentäre Prüfung durch den Träger des Förderprogramms. Und die sind sogar meist Fachfremd. Ich habe das bisher in 3 Firmen live erlebt und auch schon mal für so einen Träger eines Förderprogrammes gearbeitet.
Wie gut dieses Einmauern in Schutzrechten Innovation schafft und sichert, kann man übrigens in Zahlen messen.
So hat die EU vor kurzem ein eigenes Schutzrecht für Datenbanken eingeführt, die Amerikaner dagegen nicht. Das Ergebnis kann man sich im Evaluierungsbericht der EU Kommission angucken, die Grafik auf Seite 23 reicht dafür eigentlich schon:
http://ec.europa.eu/dgs/internal_market/evaluation/evaluationdatabasesdirective.pdf
Fazit: Von freiem Wissen und Informationen profitieren wir alle - und bei öffentlich Finanziertem kann auch niemand mit der Sozialismus-Keule kommen.
> Es ist eben nicht mehr eine Politik fürs Volk sondern für die Wirtschaft.
>
Man sollte dabei aber nicht vergessen... ohne Wirtschaft hast du keinen PC an deinem Schreibtisch, keinen Fernseher, kein SmartPhone, kein Bett, keine Fenster... ja nicht einmal das Baumaterial für die 4 Wände in denen du lebst ;)
Es geht um Gerichtsurteile, schon vergessen?
Es sind Daten der Urteile zu anonymisieren - eine 1:1-Kopie in die DB schieben, geht nicht. Hinzu kommen Querverweise zu weiteren Referenz-Urteilen. So ganz ohne finanziellen Aufwand ist eine DB also nicht einzurichten.
Die Piraten müssen sagen, wie ihr löblicher Vorschlag bezahlt werden soll. Die Anzahl der Privatleute, die das Juristendeutsch auswertet und versteht, dürfte sich sehr in Grenzen halten. Eine Kosten-Nutzen-Abwägung ist wichtig. Wenn die Piraten das begreifen, sind sie in der Realpolitik angekommen.
Little_Green_Bot schrieb:
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> Wenn die Piraten das begreifen, sind sie in der Realpolitik
> angekommen.
Die Piraten sind bereits in der Politik angekommen. Schwer erfüllbare Maximalforderungen stellen, um über Kompromiße genau das zu bekommen, was man eigentlich wollte oder mit dem man gut leben kann, gehört zum Einmaleins des politischen Geschäfts.
Little_Green_Bot schrieb:
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> Es sind Daten der Urteile zu anonymisieren - eine 1:1-Kopie
> in die DB schieben, geht nicht. Hinzu kommen Querverweise
> zu weiteren Referenz-Urteilen. So ganz ohne finanziellen
> Aufwand ist eine DB also nicht einzurichten.
Verschriftlichte Urteile haben einen schematischen Aufbau, die Anonymisierung ist somit recht simpel. Im Regelfall reicht es, Seite 1 wegzulassen, denn woanders tauchen persönliche Daten meines Wissens gar nicht auf.
Querverweise sind wiederum eine ganz andere Sache. Das wäre eine zusätzliche Dienstleistung - um die es hier aber gar nicht geht. Es geht darum, dass der Bürger unentgeltlich Einsicht in Urteile erhält, die in seinem Namen gefällt wurden.
Wenn sich nun diverse Portale die Mühe machen wollen, Querverweise zwischen Urteilen herzustellen, ist das deren Bier. Wenn ein Nutzer diese Querverweise braucht, aber nicht selbst herstellen kann, zahlt er ggf. für diese zusätzliche Dienstleistung, nicht aber für die bloße Bereitstellung oder die Einsicht in den Text des Urteils.
> Die Piraten müssen sagen, wie ihr löblicher Vorschlag bezahlt werden soll.
Da die bisher entstehenden Kosten ohne Gegenleistung erhobene sind und einfach wegfallen sollen, müsste gar nichts bezahlt werden. Urteile werden gefällt und liegen dann vor, die Vorhaltung und Zugänglichmachung übernehmen Portale, die es bereits gibt. Diese müssten nur nicht mehr dafür bezahlen, Urteile veröffentlichen zu dürfen, müssten also dafür auch keine Kosten mehr an den Endnutzer weiterreichen. Kosten für die Aufbereitung natürlich schon, aber dass wäre dann - wie bereits erläutert - eine zusätzliche Dienstleistung und kein Grundanspruch.
__max__ schrieb:
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> Es kann nicht sein,
> dass jede Universität viel Geld dafür einsetzt einen kostenfreien Zugang
> für Studenten und Mitarbeiter zu ermöglichen, wenn viele Arbeiten durch die
> Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert wurden.
Ich will ja nichts sagen, aber ist Dir überhaupt bewusst, was die "Forschungsgemeinschaft" durch ihre Gelder alles möglich macht?
Meine Frau arbeitet in der Wissenschaftsförderung, in einer nicht mal großen Stiftung, und bei dem, was da jährlich an Zuschüssen rausgehauen wird, schlackern einem echt die Ohren. Und bei den wirklich großen Stiftungen in Deutschland sieht das noch ganz anders aus.
Wenn es solch eine Gemeinschaft nicht geben würde, dann wäre in Deutschland ganz schnell ende mit dem Forschen, da Vater Staat immer mehr Förderungen streicht...
@glamolium
Ein "öffentlicher" Wissenschaftler wird eben nicht immer "öffentlich" bezahlt, sondern oft auch durch private Förderungen. Zumal Du Dich - wie viele andere hier auch - vielleicht mal schlau machen solltest, was solche Leute wirklich verdienen. Das Profs mit eine Anstellung an einer Uni ausgesorgt hätten, das mag vielleicht für die alte Garde gelten, aber noch lange nicht für die neuen...die werden auch nach Strich und Faden beschissen...
1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.01.12 16:40 durch Lapje.
@Held vom Erdbeerfeld:
OK, dann ist es machbar. Wenn sich die Portale um eine übersichtliche Darstellung kümmern, kann das ein Projekt von allgemeinem Nutzen werden.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.01.12 17:15 durch Little_Green_Bot.
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