Vorher sahen die Leute sich immer als Opfer von der Content-Mafia und es sollte doch bittesehr alles künstlerisch geschaffene für alle Menschen frei erhältlich sein. Jetzt wird das Urheberrecht der Leute angegriffen und wieder fühlen sie sich als Opfer - diesmal auf der anderen Seite: Man hat ja wohl das alleinige Recht über sein Eigentum zu verfügen.
Interessant.
(Ich weiß, das ist etwas provozierend dargestellt. Vor allem ohne Berücksichtigung von gewerblichem Nutzen und Monetarisierung. Aber trotzdem gilt: Viele Leute sind in der Urheberrechtsdebatte zu naiv und kurzsichtig. Antikapitalismus ist keine Lösung.)
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Das ist gar kein Widerspruch. Die Content-Mafia will mit aller Gewalt und halblegalen Methoden die Privatleute zur Kasse bitten, aber umgekehrt will genau diese Conent-Mafia (in diesem Falle vertreten durch Instagram/Facebook) von genau diesen Nutzern noch das Privateigentum unentgeltlich nutzen. Das nenne ich nicht Widerspruch, sondern doppelte Abzocke! Wer ist hier eigentlich naiv?
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in wieweit kapitalismus eine lösung ist, erfahren wir ja derzeit hautnah: solange immer mehr vom heiligen wachstumskuchenhonigpferd zu verteilen war, haben alle auch immer mehr abbekommen - die einen nen größeren anteil als die andern, aber immerhin. jetzt, wo unser heiliges honigkuchenpferd nicht mehr wächst, langen die reichen eben den armen in die taschen. das ist DIE lösung: FREIE marktwirtschaft!
musste jetzt mal sein - ich kann dies gerede vom antikapitalismus nicht mehr hören.
btt:
es ist tatsächlich etwas komplett anderes, ob meine privaten (nicht verkäuflichen) urlaubsfotos aufgrund geänderter AGB ohne mein einverständnis und ohne erlösbeteiligung an TUI und andere reiseunternehmen verkauft werden oder ob ich mir einen zum verkauf bestimmten titel schwarz als mp3 zum eigengebrauch runterlade.
im ersten fall werde ich gewerbsmäßig mithilfe von juristischen tricks (=AGB-änderung) betrogen, indem mir die verkaufserlöse vorenthalten werden. und dagegen kann ich mich nicht wehren: der betrug ist ja durch AGB abgesichert.
im anderen fall (den ich nicht schönreden will) begehe ich allenfalls geistigen diebstahl zur eigenversorgung - einem mundraub vergleichbar. und die medienmafia kann sich dagegen sehr wohl wehren und tut das auch - mit methoden jenseits des allgemeinen rechtsverständnisses.
bevor du hier ironisch rumschwadronisierst, solltest du vll. das hirn einschalten.
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Ich verstehe nicht warum du mich gleich beleidigen musst ("Hirn einschalten"), obwohl ich meine Aussage doch selber als provozierend (und damit meinte ich auch "übertrieben") bezeichnet und sogar auf den Unterschied der kommerziellen und privaten Verwendung anderer Fotos hingewiesen habe. Etwas anderes machst du schließlich auch nicht. Also entweder waren unsere beiden Gehirne an oder aus.
Wobei das muss ich doch wieder relativieren, nämlich durch deine erste Aussage, Kapitalismus wäre ja so schlecht für die Gesellschaft.
Abgesehen davon, dass du keine Alternative nennst, die deiner Meinung nach besser sein soll, musst du nur die Augen aufmachen und dich in der Welt und Weltgeschichte umsehen und dann erkennst du (möglicherweise mit Ausnahmen, aber Ausreißer entkräftigen nicht die Regel), dass die Staaten mit offenen Märkten die sind, in denen es der Gesellschaft gut geht. Und nicht nur das, sondern sogar der Wandel von sich schließenden oder sich öffnenden Märkten zeigt in die gleiche Richtung: Kapitalfluss versiegt, Kapitalfluss steigt. Was meinst du warum kommunistische Staaten wie Nordkorea oder Kuba ihre Märkte gegenüber ausländischen Unternehmen öffnen wollen? Da schießt sofort das Kapital ins Land. Und wenn du mir jetzt erzählen willst, dass es den Menschen dadurch schlechter geht, ... naja dann weiß ich auch nicht weiter. Dass Kapitalismus das perfekte Wirtschaftssystem ist behaupte ich nichtmal. Wobei ich bei Beispielen wie Griechenland und Spanien nicht das Wirtschaftssystem für schuldig halte, sondern Bildungs- und Sozialsystem und andere Dinge. Aber dass ein freier Markt dazu führt, dass Reiche Armen in die Tasche greifen, ist doch Unsinn. Ein freier Markt sagt aus, dass sich die Preise durch Angebot und Nachfrage regeln. Um jetzt nicht zu generisch zu werden, bleiben wir mal bei Instagram. Instagram bietet einen Dienst an, das ist das Angebot. Es scheint eine hohe Nachfrage zu geben. Was im Moment geschieht, ist die Preisfindung. Der Dienst ist kostenlos in dem Sinne, dass man kein Geld zahlt. Dafür sucht Instagram andere Wege zur Monetarisierung, schließlich müssen die Mitarbeiter und die Infrastruktur bezahlt werden, sowie für die großzügigen Risikokapitalgeber Gewinn erwirtschaftet werden (so funktioniert das System - ziemlich gut übrigens (Falls "Gewinn" für dich etwas schlechtes ist: Das Geld landet bei Menschen und die Menschen geben es wieder aus -> Stichworte "Wirtschaftskreislauf" und "trickle down" -> es gelangt auch wieder in die Taschen der "Armen", wie du sie nennst)). Wenn Instagram nun etwas einführt, was niemandem gefällt und niemand nutzt mehr den Dienst, dann geht er unter und der nächste Konkurrent weiß dann, wie es besser geht. Oder die Nutzer bleiben, und es scheint immer noch eine Nachfrage, trotz höheren Preises zu geben. Oder - und das ist ja jetzt der Fall - Instagram merkt, dass die Zahl der Nutzer, die sich beschweren, zu groß ist und rudert zurück, senkt den Preis. Was ist hier geschehen? Angebot und Nachfrage haben den Preis bestimmt. Das ist Marktwirtschaft. Was gefällt dir daran nicht?
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